Die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen und ihr Anliegen
Burghausen und der Bahnanschluss
Die Situation am Bahngleis
Die Problematik und ihre Lösungsmöglichkeit (wirklich keine Besserung in Aussicht?)
Burghausen ist das Zentrum der Bayerischen Chemie - Industrie
aber die Anbindung über Schiene und Straße ist indiskutabel !
Die
Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen und ihr Anliegen
Über dieses Gleis werden 1,5 % des Schienen-Güterverkehrs befördert
• eingleisig durch die Wohngebiete - bei Tag und Nacht (z.Zt. Von 3:50 - 23:00 Uhr)
• nicht elektrifiziert, teilweise bespannt mit überalterten Diesellokomotiven
• überwiegend in mit Grauguss-Klotzbremsen bestückten Waggons
• mit hohen Anteilen von Gefahrgütern
Die
Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen und ihr Anliegen
2025 täglich über 15.000 Fahrzeuge
in Marktler & Burgkirchener Str.
Eine Güter-Fernverkehrsachse mitten durch ein
Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiet
Die
Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen und ihr Anliegen
Burghausen braucht die Ortsumgehung
auf Schiene und Straße
Burghausen und der Bahnanschluss
1897 entstand die Strecke von Mühldorf nach Burghausen; der Bahnhof befand sich in der
südlichen Vorstadt (Napoleonshöhe).
1900 war Burghausen eine Kleinstadt mit etwa 2.500 Einwohnern.
Mit der Industrialisierung ab 1916 im Holzfeld begann die Besiedelung der Areale zwischen
Burg und Industriegebiet.
1933: 5.876 EW, 1939: 7.396 EW
Heute leben auf 19,85 km2 über 18.000 Einwohner = 907 EW/km2.
Die Güterbahn in das Holzfeld, in Pirach abzweigend, war bereits mit dem Bau des
Wackerwerks entstanden
Bereits 1922 existierte im Wackerwerk ein Bahnhof.
Nach einem Erdrutsch an der Abfahrt von Marienberg wurde 1940 der Bahnhof Burghausen
von der südlichen Vorstadt “behelfsmäßig” an die Güterbahn von Pirach über Lindach zum
Wackerwerk (früher Gemeinde Holzfeld) verlegt - und hier befindet sich der Bahnhof noch
heute.
Angesichts der prosperierenden Industrie und des Bevölkerungszuwachses war
die Erschließung neuer Wohngebiete im Umgriff der Industriebahn unvermeidbar.
Burghausen und der Bahnanschluss
Aktuelle Erweiterungen
1
1 = KV-Terminal mit eigenem
Gleisanschluss; im Probebetrieb
2
2 = OMV-Gleisharfe;
Erweiterungsplanung
Die Situation am Bahngleis
Die Ausgangssituation am Stadtgleis im
Sommer 2006 (Gründung der BI Verkehrskonzept Burghausen)
• Anzahl der Zugbewegungen:
ca. 20 Güterzüge täglich ein- bzw. ausfahrend;
Länge 200 m; Diesellok BR 217 (später BR 233 & BR 225)
zusätzlich 34 Personenzüge: meist Triebwagen 628/928, teils Lok-bespannt mit „Silberlingen“.
• Art der Zugbewegungen:
Jeder Güterzug generiert 2 - 3 Lok-Rangierfahrten in den Personenbahnhof
Fahr-, Beschleunigungs- und Bremsgeräusche; erhebliche Rußemission in Bahnhofsnähe.
Triebwagen teilweise in Tagesrandlagen umrangiert.
• Betriebsprogramm:
Wesentliche Anteile der Transporte in Tagesrandlagen mit entsprechender Störung der Anlieger;
3:50 - 6:00 Uhr einfahrend bzw. 21:00 - 23:00 Uhr ausfahrend.
• Art der Belastungen durch vorbeifahrende Züge:
Verständigungsprobleme im Haus, auch bei geschlossenem Fenster,
überwiegend durch Brems- und Rollgeräusche,
Störung des Fernsehempfangs (Bildstörung und Hörbarkeit),
Erschütterungen im Haus, Rissschäden am Baukörper,
Verrußung der gleisnahen Umgebung (Wäsche, Hausanstrich, Gartenfrüchte, Gartenmöbel.
Ankündigung einer Gleisharfe (11 Gleise) der OMV Deutschland GmbH für Mehrverkehre
Ankündigung der Wacker Chemie AG (vorm. GmbH) für Mehrverkehre
Die Situation am Bahngleis
Die Entwicklung seither
Verbesserungen:
• Die Lok-Rangierfahrten wurden eingestellt
(Sozialräume und Abstellgleis im Industriebahnhof)
• Güterzugtrassen weitesgehend außerhalb der Nachtstunden (22:00 - 6:00 Uhr)
• Zuglängen von 200 m auf bis zu 600 m erweitert (anfangs in
Doppel-/Dreifachtraktion);
dadurch
keine wesentliche Ausweitung der Verkehre in die Nachtstunden.
• Veraltete Dieselloks BR 217 / BR 225 / BR 233 ersetzt durch BR 247
• Bremsrampen der Güterzüge werden in Tagesrandlagen die in die Strecke
vorverlegt
• Die Betriebsabläufe wurden optimiert:
Freischaltung der Zu-/Abfahrt am Industriebahnhof;
kein Stop vor dem Einfahrsignal
dadurch
Die Situation am Bahngleis
Die Entwicklung seither
Keine Änderung/Verbesserung:
• Weitestgehende Nutzung veralteter Waggontechnik mit GG-Klotzbremsen dadurch
• Weiter Schalldruck größer 90 dB(A) bei jedem einfahrenden/bremsenden Güterzug
• Weiter überwiegend Gefahrgut-Transporte von/zu Chemiewerk bzw. Raffinerie
• Weiter Erschütterungen durch immer schwerere/längere Güterzüge, verstärkt bei Frost
• Als Bestandsstrecke kein Rechtsanspruch auf Einhaltung von Schallgrenzwerten
• Verweigerung einer 2 km langen Langsamfahrstrecke 30 km/h durch das EBA als
Anwohner-Lärmschutzmaßnahme (Vorverlegung der Bremsrampe).
Verschlechterung:
• Mehrverkehre durch das neu erbaute öffentliche KV-Terminal hinter dem
Industriebahnhof
• Mehrverkehre durch die Erweiterung der OMV-Raffinerie und der Gleisharfe
Die Situation am Bahngleis
Die „Politik“ als Verursacher eines Dilemmas
Das Eisenbahnrecht
• eine kleinteilige, verschachtelte unübersichtliche Anhäufung von Gesetzen und Regelwerken
• Das Eisenbahnrecht ist (fast) ausschließlich Bundesrecht
Die beteiligten Behörden
• Bundestag - Verkehrsministerium - Eisenbahn Bundesamt - DB AG - Verwaltungsgerichte
der Bahnanlieger als „Buchbinder Wanninger“ den Behörden hilflos ausgeliefert
• Die Behörden (incl. EBA) sind von der ministeriellen Aufsicht und der Rechtsgrundlage abhängig
Der Koloss DB AG
• Geschäftsfelder : DB Bahn Fernverkehr - DB Bahn Regio - DB Arriva - DB Schenker Logistics DB Schenker Rail - DB Netze Fahrweg - DB Netze Personenbahnhöfe - DB Netze Energie Beteiligungen - DB Dienstleistungen
Zu grundsätzlichen Änderungen braucht es Gesetzes-Novellierungen
Federführend für Gesetzes-Novellierungen im Umfeld der Bahn ist das BMVI
Das BMVI wird geleitet durch Minister/Staatssekretär der Mehrheitspartei(en)
es bleibt noch viel zu tun
Der DB-Konzern - die Sitemap
als Beispiel für Vielfalt und Übersichtlichkeit
Gefahrgut und Schienenlärm in den Wohngebieten - die Lösung für Burghausen
eine Studie der DB International GmbH - im Auftrag der Stadt Burghausen
Anbindung des (geplanten) KV-Terminals und
des Industriegebietes von Burghausen über ein
extern verlaufendes Gütergleis
1. Trasse Nord: 113 Mio €
2. Trasse West: 105 Mio €
Zitat Dr. R. Grube, Vorstand DB AG:
Eine Studie der DB International GmbH - im Auftrag der Stadt Burghausen
Machbarkeitsstudie Zweite Gleisanbindung Burghausen
Schalltechnische Untersuchung
Betriebsprogramm Bf Burghausen / Bf Wackerwerk:
Der schalltechnischen Untersuchung zugrunde gelegte Betriebsprogramme:

Zugzahlen 2008

Zugzahlen Masterplan mit fiktiver Verteilung Tag/Nacht
Zuggattung
Scheibenbremsanteil
Anzahl Züge
2008
Anzahl Züge
Masterplan
Geschwin
-digkeit
Länge
p in %
Tag
(6-22
Uhr)
Nacht
(22-6
Uhr)
Tag
(6-22
Uhr)
Nacht
(22-6
Uhr)
v in km/h
l in m
100
31
3
31
3
80
92
Güterverkehr
0
14
3
25
15
80
500
Triebfahrzeuge
0
3
2
3
2
80
20
48
8
59
20
Nahverkehr
Gesamt
Die Tempo-Annahme ist (offenbar) fiktiv erfolgt zur Simulierung des in den Algorithmen nicht vorgesehenen Bremslärms
Machbarkeitsstudie Zweite Gleisanbindung Burghausen
Schalltechnische Untersuchung - Bestandsstrecke
Bearbeitung: OBERMEYER Planen und Beraten GmbH, München
http://www.opb.de
Querschnitt Burghausen Ort:
Lustheimweg 8/Lindacher Straße 32 c
Farbskala für
Beurteilungspegel
in dB(A)
h = 4 m ü. SOK
= 7 !! m ü. Garten
Machbarkeitsstudie Zweite Gleisanbindung Burghausen
Schalltechnische Untersuchung - Bestandsstrecke
Die Schallausbreitung hinter der Schallschutzwand:
Die Darstellung der Schallwellenausbreitung im
DB-Gutachten erscheint beschönigend.
Wenn sich eine Schallwelle immer kugelförmig ausdehnt,
so tut sie dass grundsätzlich auch ausgehend von der
Oberkante der Schallschutzwand.
Ein abweichendes Verhalten ist nur zu erwarten, wenn die
Oberkante der Schallschutzwand eine spezifische, den
Schall richtende Form erhält.
Die niedrig-Schallschutzwand System Rieder ihre Betriebserprobung in Burghausen und warum sie uns nicht hilft !
Was Fahrgäste
und Anlieger nicht wollen
Die nSSW als Chance für Burghausen
Erhalt der Lebensqualität der Anlieger Das Stadtgleis in Burghausen - ein Problemfall
(bei ungebremster Langsamfahrt mit <40 km/h)
> Gleisabstand zur Grundstücksgrenze <3m
> Sichtachse Haus-Haus/Haus-Garten unverstellt
> Niveau Garten/EG zur GOK -2 m bis -5 m
> Das Schallschutzgutachten der DB International
nennt Wandhöhen zw. 2,5 und 4,5 m über GOK
> DB AG weist Sichtwänden niedrigere Wirkung zu
> Schalldruck bei Strecken-km 30,5 - 32,0
>90 dB(A) für einfahrende Kesselwaggon-Züge
> Schalldruck für ausfahrende Züge dominiert
durch Motorengeräusche der Lok
> Schallereignis für bremsenden Zug bei ø 40 km/h
und Länge 500 m = 45 sek (+ an-/abschwellen)
> Güter-/Kesselwaggons ohne Abschirmung am
Fahrgestell reflektieren den Bremsschall über
den Waggonkörper
Daher die Forderungen der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen:
• Neubau eines Gütergleises außerhalb der Wohngebiete, vom KV-Terminal geradewegs nach Kastl (gem. Gutachten)
• Freihalten der Sichtachsen beiderseits des Stadtgleises bei Einbau von Schallschutzwänden
• Kein Güterzugverkehr zwischen 22:00 und 6:00 Uhr
• Einhalten der WHO (World Health Organisation) Schallgrenzwerte LDn 40 dB(A)
• Abstandsminimierung von Schallschutzwänden und E-Masten bei Ausbaumaßnahmen am Stadtgleis.
Die Problematik und ihre Lösungsmöglichkeit
Die Problematik
• Das Stadtgleis in Burghausen genießt „BESTANDSSCHUTZ“ kein rechtlicher Anspruch auf bauliche/betriebliche Nachbesserungen
• Das Bundes Immissionsschutzgesetz berücksichtigt mit Stand 1976 für die
Bahnanlagen ausschließlich Neubaumaßnahmen und wesentliche Änderungen
(Veränderung der Gleislage > 1 m).
• Die Umsetzung der Richtlinie 2002/49/EG (Umweltlärmrichtlinie) durch die
Bundesregierung erfolgt außerhalb von Hauptverkehrswegen und
Ballungsräumen schleppend bis gar nicht.
• Initiativen zur Anpassung gesetzlicher Vorschriften werden immer an das
„federführende“ Bundes-Verkehrsministerium geleitet
… und sie „versanden“ dort.
• Landesregierungen haben im Gegensatz zum Straßenlärm keine
Eingriffsbefugnis
• Das EBA mauert
• Die Verwaltungsgerichte sind an die gesetzlichen Vorgaben gebunden
Eingriffsmöglichkeiten gibt es ausschließlich bei „enteignungsgleichen
Störungen“ durch den Bahnbetrieb
Kein Entscheider traut sich an Änderungen ran
Die Problematik und ihre Lösungsmöglichkeit
Die Strategien der Politik (als allein entscheidendem Eigentümer der Bahn)
• Abstreiten von Problemen
• Prüfen von Eingaben - „Ergebnis-offen“
• Überweisung an die Parlaments-Ausschüsse
- Weiterleitung an das Bundes Verkehrsministerium
০ Erarbeitung einer Referentenvorlage
Zielvorgabe:
keinen Präzedenzfall generieren
darf nix kosten
muss von der Wirtschaft realisiert werden
০ Vorlage im Ausschuss
• Pilot-Projekt über mehrere Jahre
• Klagen durch alle Instanzen abwehren
• Bei Gefahr eines negativen höchstgerichtlichen Urteils:
außergerichtlicher Vergleich im Einzelfall
dadurch
Vermeidung (teurer) grundsätzlicher Eingriffe in den Bestandsschutz!
und deshalb >>>
Keine
erkennbare Änderung
des „nachbarschaftlichen“
Verhaltens „der Bahn“
auf absehbare Zeit
Erwartete Belastungssteigerung durch Mehrverkehre
Diskussionsgrundlage der BI Verkehrskonzept Burghausen
ist nicht der (derzeit noch relativ moderate) Istzustand,
sondern die EBA und DB-Mobility-Aussage:
Jede (angeforderte)Trasse muss zu jeder Tageszeit
für jedes zugelassene Fahrzeug zugelassen werden!
Die Burghauser Bahnanlieger sehen darin eine latente Bedrohung
Stichworte (für die nachfolgende Aussprache)
Bestandsschutz; BMVI: kein Eingriffsbedarf zum Gesundheitsschutz der Bahnanlieger
stattdessen:unterfinanziertes, freiwilliges Lärmsanierungsprogramm mit erhöhten Pegel-Ziel-Grenzwerten
Diskriminierungsfreier Zugang: jedes zugelassene Fahrzeug zu jeder Tageszeit mit jeder Geschwindigkeit
BImSchG - 16. BImSchV - TA Lärm: Bestandsstrecken nicht betroffen; tricksen bei Grenzwertfestlegung
Lärm-(Schalldruck-)pegel: >90 dB(A) werden auf <50 dB(A) heruntergerechnet
Dosis-Wirkungs-Relation Zitat Umweltlärm-Richtlinie der EU Anhang III : für die Bewertung der Auswirkungen von Lärm auf
die Bevölkerung sollten
(!!) Dosis-Wirkung-Relationen verwendet werden.
enteignungsgleiche Schädigung: Immobilienwert wird durch Nachbarschaftslärm verringert
Schienenbonus 5 dB(A): Pegel-Manipulation I; Straßenlärm wird „störender empfunden (Untersuchungen vor 1993!)
Besonders Überwachtes Gleis: Pegel-Manipulation II (durch Manipulation der Algorithmen bei der Pegelberechnung)
Tempolimit: wirksamste (aber kapazitätseinschränkende) Maßnahme zur Schalldruck- und Pegeleinschränkung
Nachtfahrverbot:
Besitzeinweisung / Enteignung: In Burghausen; Schallschutzwände und E-Masten in Privatgärten
Gemeinwohl: beliebte Urteilsbegründung in Verwaltungsprozessen bei fehlen anderer Ausreden (Urteilsbegründungen).
Gefahrgut: meistbeförderte Güter am Bahngleis in den Burghauser Wohngebieten; kein Rechtsanspruch auf Verbote.

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