Kritik am
Wachstumsimperativ des
Kapitalismus
Magdalena Beran, Christine Leberbauer
Problemaufriss
„In einem Gartenteich wächst eine Lilie, die jeden Tag auf die
doppelte Größe wächst. Innerhalb von dreißig Tagen kann die
Lilie den ganzen Teich bedecken und alles andere Leben in
dem Wasser ersticken. Aber ehe sie nicht mindestens die
Hälfte der Wasseroberfläche einnimmt, erscheint ihr
Wachstum nicht beängstigend; es gibt ja noch genügend
Platz, und niemand denkt daran, sie zurückzuschneiden, auch
nicht am 29. Tag; noch ist ja die Hälfte des Teiches frei. Aber
schon am nächsten Tag ist kein Wasser mehr zu sehen.“
1)
Übersicht
 Wachstumsimperativ
 Wohlstand
 Ressourcenverbrauch
 Lösungsansätze
Vertiefungsthemen
Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und
Wohlstand
Alternative Indikatoren zur Wohlstandsmessung
Christine Leberbauer
Zerstörung natürlicher Ressourcen durch rein
quantitatives Wirtschaftswachstum
Lösungsansatz: Nachhaltiges Mobilitätsverhalten
Magdalena Beran
WACHSTUMSIMPERATIV
Wachstumsimperativ
„Wenn unser
Wirtschaftswachstum stagniert,
wirkt sich das auf den
Arbeitsmarkt aus - und auf
unseren Wohlstand."
Wirtschaftspolitisches Ziel
(magisches Vieleck)
Wirtschaftskammer
Österreich (WKO)
„Growth is, above all, the surest
way to free a society from
poverty.“
Weltbank
Wirtschaftswachstum
2)
BIP-Wachstum in Ö
 2011: inflationsbereinigt um 2,7%
 In den letzten 12 Jahren: 1,6% durchschnittlich
Wirtschaftswachstum
 Quantitatives Wirtschaftswachstum
– Keine Schonung der Umwelt
– Geringe Achtung der Lebensqualität der Menschen
WOHLSTAND
Wohlstand
„Die wirtschaftspolitischen Ziele sind vornehmlich auf Wohlstand
ausgerichtet. Verstand man darunter zunächst die größtmögliche
Güterversorgung (materieller Wohlstand), wurde dies später um
qualitative Komponenten erweitert. Daher werden heute auch die
Versorgung mit öffentlichen Gütern und eine lebenswerte Umwelt
sowie eine gleichmäßigere Einkommens- und Vermögensverteilung
zu den Wohlstandszielen gerechnet.“
http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/wohlstand/wohlstand.htm (03.10.2012)
Studie: Wohlstand – Was ist
das?
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp
 Begriff „Wohlstand“ für die Gesellschaft
– 1.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren
Gesundheit
65%
 3 Hauptfaktoren
Leben in
Frieden
59%
gesichertes
Einkommen
57%
Studie: Wohlstand – Was ist
das?
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp
 Begriff „Wohlstand“ für die Gesellschaft
– 1.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren
Gesundheit
65%
 3 Hauptfaktoren
Leben in
Frieden
59%
gesichertes
Einkommen
57%
Studie: Wohlstand – Was ist
das?
3)
Angaben in %
Einflussfaktoren auf den
Wohlstand
Politik
Umwelt
Wirtschaft
Gesellschaft
Wohlstand
Einflussfaktoren des
Wohlstands
 Politische Einflussfaktoren
– Demokratie ≠ Sozialistische Republik
 Wirtschaftliche Situation
– Gerechte Einkommensverteilung, Arbeitslosenrate,…
Einflussfaktoren des
Wohlstands
 Ökologische Einflussfaktoren
– Umwelteinflüsse: Naturkatastrophen,
Treibhausemissionen,…
 Gesellschaftliche Situation
– Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, Kinderbetreuung
Gründe
 „Ein Wachstum von nur 1% bedeutet bereits eine Verdoppelung der
Wirtschaftsleistung in nur 72 Jahren; ein Wachstum von 4% […]
bewirkt eine Verdoppelung in nur 18 Jahren. Ein regelmäßiges
Wachstum in dieser Höhe würde nach sieben Generationen das
1000-fache des Ausgangsbetrages ergeben!“ (Dr. Hans
Diefenbacher)
 Emissionen  Klimaerwärmung
 Endlichkeit vieler Ressourcen
RESSOURCENVERBRAUCH
Ressourcenverbrauch
Ressourcengewinnung
Emissionen
Quellen
Natürliche
Ressourcen
Senken
Materialien und
Brennstoffe in
der Nutzung
Abfallstoffe in
der Umwelt
4)
Ökologischer Fußabdruck
 2,1 gha/Kopf
 5,3 gha/Kopf in Österreich (2012)
nicht nachhaltig!
http://www.lebensministerium.at/umwelt/nachhaltigkeit/bildung
_nachhaltige_entwicklung/fussabdruck.html (17.11.2012)
Ressourcenverbrauch
Österreich (2008)
5)
4%
12%
Sand oder Kies
Biomasse
22%
62%
fossile Energieträger
Metalle
http://www.lebensministerium.at/umwelt/nachhaltigkeit/ressourceneffizienz/ressourcennut
zung_zahlen-und-fakten/Ressourcenbericht11.html (12.11.2012)
Ressourcenverbrauch in
Österreich
 Pro Kopf (2008)
– Täglich: 66 kg Material
– Jährlich: 24 Tonnen Material
 1960 – 2008: von 114 auf 197 Millionen Tonnen
gestiegen
LÖSUNGSANSÄTZE
Lösungsansätze
 Nullwachstum
Konstantes BIP
 Degrowth
Wachstumsrücknahme
Lösungsansätze
 Qualitatives Wachstum
Entkoppelung von Ressourcenverbrauch
und Wirtschaftswachstum







Gesundheit
Lernen und Ausbildung
Qualität des Arbeitslebens
Freizeit und Zeiteinteilung
Wirtschaftliche Situation und Kaufkraft
Physische Umwelt
Persönliche Sicherheit
 Soziale Beteiligungschancen
(OECD)
Lösungsansätze
 Qualitatives Wachstum
Entkoppelung von Ressourcenverbrauch
und Wirtschaftswachstum
– Effizienzstrategie
– Konsistenzstrategie
– Suffizienzstrategie
Quellen

http://www.lebensministerium.at/umwelt/nachhaltigkeit/ressourceneffizienz/ressourcennutz
ung_zahlen-und-fakten/Ressourcenbericht11.html (12.11.2012)

Paech, Niko: Wachstum „light“? Qualitatives Wachstum ist eine Utopie. In: Wissenschaft &
Umwelt 13 (Hrsg. von Forum Wissenschaft & Umwelt) – Wien: Forum Wissenschaft &
Umwelt, 2009.

http://www.degrowth.ch/ (23.10.2012)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wachstumsrücknahme (15.10.2012)

Exner, Andreas; Lauk, Christian; Kulterer, Konstantin: Die Grenzen des Kapitalismus. Wie
wir am Wachstum scheitern – Wien: Überreuter, 2008

Johannes: Wohlstand ohne Wachstum: Ein Literaturenüberblick. – Köln: Max-PlanckInstitut für Gesellschaftsordnung, 2011.

, Brian; Daly, Herman E.: Die Steady-State-Ökonomie: Was sie ausmacht, was sie mit sich
bringt und was sie genau bedeutet. In: Wissenschaft & Umwelt 13 (Hrsg. von Forum
Wissenschaft & Umwelt) – Wien: Forum Wissenschaft & Umwelt, 2009.
Quellen

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20189/nullwachstum
(20.10.2012)

http://www.rechnungswesen-verstehen.de/lexikon/wirtschaftswachstum.php (29.10.2012)

Lindner; Hartig; ua.: Arbeitsbuch für VWL. Volkswirtschaft verstehen – Zukunft gestalten. –
Wien: Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, 2008.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlstand (10.10.2012)

http://www.fhsforschung.at/fileadmin/documents/zfz/PA_Wohlstand_FEB2012_Schwarz.pdf (15.10.12)

Meadows, Dennis L., et al. (1972): Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of
Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart 1972.

In: Hohensee, Jens und Frank Uekötter (Hg.): Wird Kassandra heiser? Beiträge zu einer
Geschichte der falschen Öko-Alarme, Beihefte der Historischen Mitteilungen der RankeGesellschaft (HMRG), Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2003.

(http://www.tg.ethz.ch/dokumente/pdf_files/KupperGrenzendesWachstums.pdf)
(29.10.2012)

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft,
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (Hrsg.): Ressourcennutzung in
Österreich – Bericht 2011, Wien.
Quellen

http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?angid=1&stid=676158&dstid=9539 (17.11.12)

http://de.wikipedia.org/wiki/Ökologischer_Fußabdruck (17.11.12)

http://www.wachstumsstudien.de/Inhalt/Zeitschrift/Heft2/Ausweg_qualitatives_Wachstum.p
df (17.11.12)
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http://suite101.de/article/grenzen-des-wirtschaftswachstums-und-endlichkeit-der-
ressourcen-a76652 (18.11.12)
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http://www.lebensministerium.at/umwelt/nachhaltigkeit/bildung_nachhaltige_entwicklung/fu
ssabdruck.html (17.11.2012)
Abbildungsverzeichnis
1) http://www.sozialproduziert.at/index.php?article_id=7&clang=0
(16.12.2012)
2)http://www.statistik.at/web_de/statistiken/volkswirtschaftliche_gesamtrec
hnungen/bruttoinlandsprodukt_und_hauptaggregate/jahresdaten/inde
x.html (12.11.2012)
3) http://www.fhsalzburg.ac.at/fileadmin/fh/forschung/zfz/documents/Presseaussendu
ngen/2012-KW09_PA_Wohlstand.pdf (17.11.2012)
Abbildungsverzeichnis
4) Meadows, Dennis L., et al. (1972): Die Grenzen des Wachstums.
Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart 1972. S.8
5)http://www.lebensministerium.at/umwelt/nachhaltigkeit/ressourceneffizien
z/ressourcennutzung_zahlen-und-fakten/Ressourcenbericht11.html
(17.11.2012)

Kritik am Wachstumsimperativ des Kapitalismus