Ausschüsse Gesundheit und Familie im Deutschen Bundestag
Müttergenesungswerk 2015
Ausschüsse Familie und Gesundheit im
Deutschen Bundestag – 21. Mai 2015
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Ausschüsse Gesundheit und Familie im Deutschen Bundestag
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Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW)
ist eine Gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts
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1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss gegründet
Steht unter der Schirmherrschaft der Partnerin des amtierenden Bundespräsidenten
Im MGW arbeiten die fünf Wohlfahrtsverbände bzw. ihre Arbeitsgemeinschaft/ Fachverband
für das gemeinsames Ziel: Gesundheit und Gesunderhaltung von Müttern.
 in 65 Jahren mehr als 4 Mio. Mütter in Kurmaßnahmen
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Stiftungsaufgaben
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Gesundheit von Müttern: Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen
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Information, Aufklärungsarbeit und Politische Arbeit für Mütter, indem es krankmachende Lebensbedingungen von Müttern öffentlich macht, sie thematisiert und sich für Rahmenbedingungen für
Kurmaßnahmen (§§ 24, 41 SGB V) einsetzt.
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Spenden sammeln: Das MGW sammelt ganzjährig Spenden, z. B. rund um den Muttertag durch
Straßen- und Haussammlungen, z.. B. für gesetzlichen Eigenanteil, Taschengeld oder Ausstattung.
 Mit der „Zustiftung Sorgearbeit“ (2013) wurde die Arbeit der Stiftung ausgeweitet auf Väter und
pflegende Angehörige für die spezifische Kurmaßnahmen angeboten werden.
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Besonderheiten
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Therapeutische Kette:
Beratung
stationäre Maßnahme
Nachsorge
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Genderspezifik, Ganzheitlicher Ansatz, feste Anreisegruppen als therapeutisches Mittel
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Gemeinnützigkeit
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MGW-Qualitätssiegel:
 MGW-Qualitätskriterien
 Väterspezifische Qualitätskriterien
 Qualitätskriterien für pflegende Frauen und Qualitätskriterien für pflegende Männer
Alle Qualitätskriterien gelten zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen.
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Haushaltstitel im BMFSFJ für Baumaßnahmen „Zuschüsse für überregionale Einrichtungen des Deutschen
Müttergenesungswerks“
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Mütterprofil
Alter
Mütter in Mutter‐Kind‐Kliniken
Mütter in Mütterkliniken
26 bis 45 Jahre
87%
40%
Älter als 45 Jahre
11%
60%
•
Anzahl Kinder unter 18
41%
haben ein Kind
41%
haben zwei Kinder
11%
haben drei Kinder
•
über 70% der Mütter sind erwerbstätig
•
rd. 60% verheiratet, 30% alleinerziehend
•
14% haben einen Migrationshintergrund
•
Alle Bildungs- und Einkommensstufen sind vertreten.
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Erkrankungen der Mütter in den anerkannten MGW-Kliniken
Angaben beziehen sich auf Eingangsindikation der Mütter in den Mütter und Mutter-Kind-Einrichtungen nach ICD 10
86%
F (Psychische Störungen)
z.B. Erschöpfungszustände bis zum Burn-Out,
Angstzustände, Schlafstörungen; depressive
Episoden, akute Belastungsreaktionen
39%
M (Muskel‐Skelett)
z. B. Rückenschmerzen, Arthrose,
Bandscheibenschäden,
Osteoporose, Gelenkbeschwerden
11%
J (Atemwege)
z.B. Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung,
Infektanfälligkeit, Asthma
11%
E (Stoffwechsel)
z.B. Adipositas, Untergewicht, Diabetes
5%
L (Haut)
z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte, Allergien
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Belastungen, die von Müttern benannt werden
74%
ständiger Zeitdruck
55%
Berufliche Belastung
31%
Mangelnde Anerkenung
31%
Partnerschaftsprobleme
30%
finanzielle Situation
Soziale Isolation
zu pflegende Angehörige
17%
18%
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Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen im Müttergenesungswerk
Seit 1989 im SGB V verankert – kontinuierlich begleitet von der Politik
GKV-Ausgaben
Anteil an Gesamtausgaben
2002
rd. 386 Mio.
0,27%
Anzahl der
Anzahl der
Politische Unterstützung durch
Ablehnungs
Mütter in
Kinder in
gesetzliche Regelungen /
-quote
Kurmaßnahme Kurmaßnahme
Richtlinien
n
n
32%
50.000
68.000
28%
43.000
63.000
35%
39.000
56.000
19%
44.000
64.000
13%
50.000
72.000
rd. 303 Mio.
2007
0,20%
rd. 281 Mio.
2011
0,16%
2012
2014
rd.324 Mio.
0,18%
noch nicht veröffentlicht
1.200 Vater-Kind-Maßnahmen
13 MGW-Kliniken mit bundesweit einzigartigem väterspezifischen Konzept
 rd. 300 pflegende Frauen in Müttereinrichtungen (nach PNG Pflegeneuausrichtungsgesetz)
Vollfinanzierung der Maßnahmen
durch Kankenkassen
Kurmaßnahmen werden
Pflichtleistung der
KrankenkassenK
Prüfbericht des
Bundesrechnungshofes
Entschließungsantrag
Ausschüsse Gesundheit und
Familie
Neue Begutachtungs-Richtlinie
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Mütter brauchen politische Unterstützung
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•
Maßnahmen für Mütter waren regelmäßig „Spielball“ der Krankenkassen
Aktuelle positive Entwicklung dank kontinuierlicher politischer Unterstützung
Strukturproblem
Krankenkassen entscheiden über Kurantrag und bezahlen
Einheitliche Attestformulare gibt es immer noch nicht (Auftrag aus Entschließungsantrag 2011)
Zu niedrige Tagessätze für Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen
Die Tagessätze für Maßnahmen nach §§ 24, 41 SGB V liegen deutlich unter den Tagessätzen allgem. Vorsorge- und
Rehabilitationsmaßnahmen nach §§ 23, 40 SGB V: durchschnittlich 73 Euro <> 100 Euro
Arbeit der Beratungsstellen für Müttergesundheit fördern: infrastrukturell sichern
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Die Therapeutische Kette im Müttergenesungswerk
Beratung
Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme
Nachsorge
1.300 Beratungsstellen im MGW: rd. 140.000 Beratungen im Jahr
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Kostenfreies, niedrigschwelliges, gendersensibles Beratungsangebot mit ganzheitlichem und präventivem Ansatz
Erste Anlaufstelle für Mütter und Väter mit Gesundheitsproblemen und belastenden psychosozialen
Kontextfaktoren
Wegweiser zu speziellen Gesundheitsangeboten wie Mütter-/Väter- und Mutter-Kind-/ Vater-Kind-Maßnahmen
nach §§ 24 und 41 SGB V mit:
• individueller Unterstützung beim Antragsverfahren
• Wahl und Vorbereitung auf Maßnahme
• Nachsorgeangeboten, zur Sicherung der positiven Behandlungseffekte und Nachhaltigkeit
 keine finanzielle Absicherung, gesetzliche Regelung fehlt!
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Präventionsgesetz
MGW-Änderungsvorschläge:
 Gesetzliche und finanzielle Verankerung der gesundheitlichen Beratung zur medizinischen Vorsorge und
Rehabilitation für Mütter und Väter notwendig
Ergänzung in § 20f SGB V nach Punkt 6: Dringender Bedarf die Beratungsstellen, die im direkten Kontakt mit Familien
eine Stärkung ihrer Gesundheit und Gesundheitskompetenzen verfolgen, im Präventionsgesetz zu Berücksichtigen
und eine Finanzierung zu sichern.
Ergänzung in § 16 Abs. 2 SGB VIII: „3. Angebote der Beratung zur Förderung der Gesundheit in Familien“. Verortung
der Gesundheitsförderung für Familien als eigener Punkt.
GKV-Versorgungsstärkungsgesetz
MGW-Änderungsvorschläge:
 Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts
Ergänzung in §§ 24 und 41 Abs. 1 SGB V: Aufnahme eines expliziten Verweises auf die Anwendung des Wunsch- und
Wahlrechts nach § 9 Abs. 1 SGB IX.
 „ambulant vor stationär“ nicht für pflegende Angehörige nach §§ 23 und 40 SGB V
Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ kann für diese Zielgruppe nicht gelten. A gleiche Regelung wie für Maßnahmen
nach §§ 24 und 41 SGB V.
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Danke für Ihre Unterstützung!
Weitere Informationen und Kontakt
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Anne Schilling
Geschäftsführerin
Bergstraße 63
10115 Berlin
Tel: 030/330029-14
Fax: 030/330029-20
[email protected]
www.muettergenesungswerk.de
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BT-Ausschüsse Gesundheit und Familie-210515