Die Unabhängige für Mecklenburg-Vorpommern
OSTSEE
ZEITUNG
Usedom-Peene-Zeitung
C5096A | Nr. 166 | 30. Woche | 63. Jahrgang | 1,00 €
www.ostsee-zeitung.de | Montag, 20. Juli 2015
Neuwahlen am
Haff: Alles bleibt
wie bisher
Heute im
OZ-Sommermagazin
u Sommermusiken in Putbus
u Im Kreidemuseum Gummanz
Garz/Kamminke – Die beiden Bürgermeister Günter Krohn (Wählergemeinschaft) und Uwe Hartmann
(CDU) sind bei der gestrigen Neuwahl in Garz und Kamminke in ihren Positionen klar bestätigt worden. Auch die politischen Kräfteverhältnisse in den Gemeinderäten
bleiben wie bisher. In Garz regiert
die Wählergemeinschaft, in Kamminke bestimmen die Christdemokraten die Ortspolitik. In beiden
Kommunen war die Wahlbeteiligung allerdings leicht rückläufig.
Die Wahlen waren aufgrund von
Fehlern während der Kommunalwahl im Mai 2014 neu angesetzt
worden.
Lokales
Entwarnung
in Rostock:
Bombe geborgen
Usedom freut sich auf Schleppjagd
Ahlbeck – Reiter zu Pferde, dazu eine Mecklenburger Meute von Irish Foxhounds und ein begeistertes Publikum – für Insulaner und Ferien-
Rostock – Entwarnung im Rostocker Petriviertel: Die auf einer
Baustelle entdeckte Brandbombe
aus dem Zweiten Weltkrieg ist gestern Mittag ohne größere Probleme
abtransportiert worden. Während
der Bergung mussten rund
170 Menschen für knapp zwei
Stunden ihre Wohnungen verlassen. Außerdem wurden Straßen
und eine Straßenbahnhaltestelle
gesperrt. Die Bombe war mit einem
Bagger vorsichtig ausgegraben
worden, bevor das Brandmittel entfernt und abtransportiert wurde.
Ein Teil der Chemikalien war in die
Erde gelaufen, die ebenfalls entsorgt wurde. Seite 6
Asylbewerber auf
Dorffest in
MV angegriffen
Sukow-Marienhof – Rechtsradikale
haben auf einem Dorffest in
Sukow-Marienhof (Landkreis Rostock) sieben Asylbewerber bedroht
und angegriffen. Insgesamt fünf Betrunkene, die „der regionalen rechten Szene angehören beziehungsweise nahestehen“ sollen, hätten
die Asylbewerber in der Nacht zum
Sonntag zunächst umringt. Dann
habe einer von ihnen einem Flüchtling einen Kopfstoß versetzt, teilte
die Polizei mit. Als alarmierte Polizisten eingriffen, wurden diese von
den Einheimischen angegriffen.
Die Beamten setzten Reizgas ein
und forderten Verstärkung an. Die
Angreifer flüchteten. Seite 7
Lotto am
Sonnabend
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gäste gab es gestern einen Vorgeschmack auf
das erste September-Wochenende. Dann
laden Till Demtroeder & Co. zu einer großen
Schleppjagd nach Stolpe und ins Kaiserbad
Ahlbeck ein. Viele Prominente haben schon
Foto: Andreas Dumke
zugesagt.
Handy am Steuer: Polizei zieht
10 000 Fahrer aus dem Verkehr
Im Nordosten wächst offenbar die Zahl derjenigen, die bei voller Fahrt
lieber aufs Smartphone statt auf die Straße schauen. Ein lebensgefährlicher Trend.
Von Antje Bernstein
Rostock – Wenn’s kracht, ist das
Handy weg: In Köln kassiert die
Polizei die Mobiltelefone der Autofahrer ein, die in schwere Unfälle
verwickelt sind. Der Verdacht:
Wenn ein Autofahrer auf gerader
Strecke in den Gegenverkehr oder
seinen Vordermann rast, war er
womöglich durch sein Handy abgelenkt – trotz des Verbots.
Auch auf den Straßen im Nordosten sind Tausende im Blindflug
unterwegs: In Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei im vergangenen Jahr 10 130 Verkehrsteilnehmer mit Handy am Lenkrad erwischt, 1546 mehr als im Jahr zuvor. Bundesweit hatte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg im
Vorjahr 390 404 Handy-Verstöße
registriert – 6460 mehr als 2013. Die
Dunkelziffer dürfte aber noch weit
höher liegen. Um die Übeltäter
dingfest zu machen, setzt die Polizei auf themenorientierte Verkehrskontrollen. Das Polizeipräsidium
Neubrandenburg zum Beispiel
nimmt den gesamten Juli über ge-
zielt Handysünder ins Visier. Mobiltelefone als Beweismittel beschlagnahmen und Verbindungsnachweise prüfen, das dürfen die Beamten aber nur, wenn bei einem Unfall Personen verletzt worden sind
und der Verdacht besteht, dass ein
Verstoß gegen das Handy-Verbot
Ursache für den Crash war, erklärt
Michael Teich, Sprecher des
Innenministeriums MV. Zudem sei dafür ein richterlicher Beschluss oder
eine Anordnung vom
Staatsanwalt nötig.
Hans-Joachim Hacker,
Präsident der Landesverkehrswacht,
befürwortet ein
resolutes Durch-
60
und mich. Von Kilometer null an mussten wir heute leiden“, sagte der
33-jährige Greipel, der sich auch
von einer am Sonnabend erlittenen schmerzhaften Schnittwunde am linken Knie auf
dem 15. Teilstück nicht ausbremsen ließ und seinen insgesamt neunten Tagessieg bei
der Grand Boucle feierte. Der sieben Jahre jüngere Degenkolb, auf
der Etappe mit vier Bergwertungen
eigentlich höher eingeschätzt als
Greipel, wurde zum fünften Mal Etappenzweiter bei der Tour. Sport
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31
42
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Superzahl
greifen gegen Handysünder. Härtere Strafen seien aber nicht nötig.
„Es reicht, wenn wir geltendes
Recht konsequent anwenden.“
Autofahrer, die die Polizei mit
Handy am Lenkrad erwischt, werden mit einem Bußgeld von 60 Euro
und einem Punkt in der Verkehrssünderkartei
bestraft.
Das
schrecke viele allerdings nicht ab,
berichtet Hacker. „Dabei bringen sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Lebensgefahr.“ Mancher glaube, er könne sich trotz Telefon auf den
VerkehrswachtPräsident HansJoachim Hacker
Foto: Sylvia Kartheuser
Verstöße werden teuer
Super-Tag: André Greipel feiert
dritten Coup bei der Tour
Valence – André Greipel (Foto/dpa)
hat die kurze Durststrecke der deutschen Radprofis bei der 102. Tour de
France furios beendet. Der Supersprinter aus Rostock raste gestern nach 183 schweren Kilometern in Valence zu seinem dritten Etappensieg
und verwies seinen erneut
glücklosen Landsmann
John Degenkolb um eine
halbe Radlänge auf Platz
zwei. „Das ist ein SuperTag. Ich bin sehr stolz
auf meine Mannschaft
THEMEN
DES TAGES
Euro werden für die unerlaubte Handynutzung am Steuer fällig. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg. Das Bußgeld für
Handysünder war erst im vergangenen Jahr um 20 Euro erhöht
worden. Noch teurer wird’s im Ausland: Wer in Frankreich mit
Mobiltelefon am Lenkrad erwischt wird, zahlt 135 Euro. In Spanien sind 200 Euro, in den Niederlanden sogar 230 Euro fällig.
Verkehr konzentrieren. „Eine absolute Fehleinschätzung“, mahnt
Hacker. Eine Studie der Technischen Uni Braunschweig bestätigt:
Wer telefoniert, fährt, als hätte er
zweieinhalb große Flaschen Bier intus. Das Schreiben einer Textnachricht sei sogar mit der Wirkung von
1,2 Promille im Blut zu vergleichen.
Leichtsinnigen Smartphone-Nutzern scheint das egal zu sein. „Da
werden bei voller Fahrt E-Mails geschrieben, Facebook-Einträge gelesen oder Selfies geschossen. Es ist
unglaublich, was manche am Steuer treiben“, berichtet Christian
Hieff vom ADAC Hansa. Auch wer
die Freisprechanlage nutzt, fahre
nicht zwangsläufig sicherer. Entscheidend sei, worum es im Telefonat geht. Je mehr Aufmerksamkeit
dem Gespräch gewidmet werde,
desto größer sei die Belastung für
den Fahrer. Wer etwa mit Tempo
100 unterwegs und dabei nur eine
Sekunde lang unachtsam sei, lege
27 Meter im Blindflug zurück. Zeit
genug, um gegen einen Baum oder
in den Gegenverkehr zu rasen,
warnt der ADAC. Seite 2
Mode-Kooperation wäre
Gewinn für die Insel
Nach dem Aus für den BalticFashion-Award hofft Kurdirektor
Heilmann auf eine Kooperation
mit dem Veranstalter in Görlitz.
Eine Doppelveranstaltung wäre
für die Insel und ihr Image ein
Gewinn. Seite 9
KOSEROW/PEENEMÜNDE
Ein Wochenende
der Feuerwehrleute
Sie haben gelöscht und Ölsperren
gelegt, gegrillt und gefeiert. Und
sie haben sich über einen neuen
Transporter gefreut – die Feuerwehrleute der Insel Usedom und
aus Wolgast. Sie hatten ein ereignisreiches Wochenende. Seite 10
BLICKPUNKT
Ehrenamtlich im Dienst
der Seenotretter
Siegfried Tornow (69) aus Zingst
ist der dienstälteste Kapitän der
Seenotretter in MV. Seit 54 Jahren
engagiert sich der Fischer ehrenamtlich. Seite 3
SEEWIRTSCHAFT
Letzte Reise endet
am türkischen Strand
Der 1992 bei der Warnowwerft in
Warnemünde verlängerte Containerfrachter „Heidelberg Express“
wird in Aliaga abgewrackt. Seite 5
KULTUR
„Schrauben-Sinfonie“
bei Metallguss Waren
Kann man mit Schiffsschrauben
Musik machen? Die Klassik-Festspiele MV wagten das Experiment
bei Metallguss Waren. Kultur
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Formel-1-Fahrer
Jules Bianchi ist tot
Hansa siegt auch
im letzten Test
Nizza – Die Formel 1
steht unter Schock:
Neun Monate nach seinem Unfall im japanischen Suzuka ist Jules
Bianchi (Foto/dpa) seiner schweren Kopfverletzung erlegen. Bianchi lag 285 Tage im Koma. Der Franzose wäre am 3. August 26 Jahre alt geworden. Zum ersten Mal seit mehr als
20 Jahren und dem tragischen Verlust
von Ayrton Senna trägt die Königsklasse wieder Trauer. Bianchi wird
morgen in Nizza beigesetzt. Sport
Rostock – FußballDrittligist FC Hansa
Rostock hat am Sonnabend sein letztes Testspiel vor dem Saisonauftakt mit 2:1 (1:0)
gegen den dänischen
Zweitligisten Silkeborg IF gewonnen. Der erst tags zuvor
verpflichtete Michael Gardawski
(Foto/Andy Bünning, 43.) und Christian Bickel (65.) erzielten vor rund
600 Zuschauern im heimischen Volksstadion die Tore für das Team von Trainer Karsten Baumann. Sport
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ohne Gewähr
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