Köszönöm szépen (vielen Dank), Debrecen!
Anfang Mai durfte die Klasse 3IS der Kantonsschule Sargans nach Debrecen
(Ungarn) fahren. Das Projekt wurde mit Geldern aus dem kantonalen
Lotteriefonds unterstützt. Das Ziel dieser Austauschwoche besteht darin, das
Verständnis für fremde Kulturen zu fördern. Die Kontakte tragen zudem zu
einem vertieften historischen Verständnis bei und zeigen der jungen
Generation die Entwicklung Europas in den vergangenen Jahrzehnten auf, die
in vielen Ländern durch die bitteren Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und
dessen politischen Folgen gekennzeichnet ist. Die Jugendlichen erhalten
zudem einen Einblick in unterschiedliche volkswirtschaftliche, politische,
kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge.
Seit dem Jahr 1995 gibt es Kontakte des Kantons St.Gallen mit dem Komitat HajdúBihar. Im Jahr 1996 wurde eine „Gemeinsame Erklärung“ über die Zusammenarbeit
zwischen den beiden Gebietskörperschaften unterzeichnet. Gegenstand dieser
Erklärung
bildete
vorwiegend
ein
Gedanken-
und
Erfahrungsaustausch
in
verschiedenen Verwaltungsbereichen (insbesondere Steuerwesen, Polizei, Kultur)
sowie im Schüler- und Lehrlingsaustausch. Diese Zusammenarbeit ist an
verschiedenen Treffen, in St.Gallen oder in Debrecen, auf Regierungsebene
weiterentwickelt worden. Als Ergebnis wurde im Juli 2002 zwischen den Regierungen
die „Vereinbarung des Komitats Hajdú-Bihar und des Kantons St.Gallen über
regionale Zusammenarbeit“ unterzeichnet.
Am Sonntag ging unsere Reise los. Wir flogen von Zürich nach Budapest. Wir fuhren
mit einem Bus in unser Hotel, welches sehr zentral lag. Nachdem wir uns eingerichtet
hatten, gingen wir alle zusammen in den McDonalds, wo die Lehrer uns unser
Abendessen spendierten. Danach gingen wir zurück in unsere Unterkunft und legten
uns schlafen.
Am nächsten Tag nach dem Frühstück fuhren wir mit der Metro in die Nähe des
Parlaments, wo wir eine Führung auf Deutsch hatten. Nach der Besichtigung gingen
wir der Donau entlang bis zur wunderschönen Kettenbrücke, welche wir überquerten
und somit von Pest nach Buda gelangten. Nun machten wir uns auf den Weg, hinauf
ins Burgviertel, von wo wir einen wunderschönen Ausblick auf Pest genossen. Nach
der Besichtigung der Matthiaskirche fuhren wir mit der Metro zum Heldenplatz und
von dort aus zurück zum Hotel. Dort wurden wir von einem Bus abgeholt und nach
Debrecen gebracht, wo unsere Gastfamilien auch schon auf uns warteten. Den
Abend verbrachten wir alle zusammen bei einer ungarischen Schülerin.
Am Dienstag besuchten wir das Höhlenbad in Miskolc-Tapolca. Die Höhlen
bestanden aus natürlichem Tropfstein. Nach dem Aufenthalt im Bad fuhren wir mit
dem Bus weiter nach Lillafüred, wo wir das Schloss und die Umgebung besichtigen
konnten. Spontan entschieden wir uns, einige Bötchen zu mieten, um auf dem
kleinen See zu rudern.
Am Mittwochmorgen besuchten wir die ungarische Schule unserer Gastgeber. Wir
wurden freundlich vom Schuldirektor begrüsst. Wir besuchten eine Schulstunde der
ungarischen Schüler und danach mussten wir ein kleines Projekt vorbereiten. Am
Mittag fuhren wir dann in die Puszta, wobei wir einen Zwischenhalt in einem
ungarischen Restaurant machten. Wir assen traditionelles Gulasch und eine Art
Strudel und traten dann die Weiterreise an. In zwei Kutschen fuhren wir durch die
schöne Landschaft der Puszta. Am Abend waren alle zu einem Gartenfest
eingeladen.
Am Donnerstag stiegen wir ins Tram und fuhren in Richtung Universität Debrecen.
Dort führte uns unsere Gastgeberin durch das Universitätsgebäude und die
eindrucksvolle Bibliothek. Darauf kehrten wir ins Stadtzentrum zurück, wo wir die
Great Church besichtigten. Wir konnten sogar auf den Kirchturm steigen und die
wunderbare Aussicht über Debrecen geniessen. Anschliessend spazierten wir zum
Reformierten Kollegium, wo uns eine Führung auf Deutsch geboten wurde. Danach
hatten wir eine zweistündige Mittagspause, die wir auch zum Shoppen nutzen
konnten. Am Nachmittag fanden die Präsentationen in der Schule statt. Der Rest des
Tages konnte selbständig gestaltet werden. Ein Grossteil der Gruppe traf sich am
Abend dann in einem Pub.
Am folgenden Tag besichtigten wir die Stadt Eger. Am Morgen hatten wir eine
Führung in einer Burgruine, wo wir mehr über die geschichtlichen Hintergründe
erfahren konnten. Nach der Mittagspause fuhren wir wieder zurück nach Debrecen.
Dort wurden wir zu der traditionellen Zeremonie der Abschlussklassen eingeladen.
Unseren Lehrern wurde eine Krawatte als Dank für die langjährige Freundschaft
überreicht. Am Abend fuhren wir alle zusammen zur Puja-Farm. Dort gab es
ungarische Spezialitäten zu kosten sowie eine Vorführung traditioneller Volkstänze
zu bestaunen. Den Abschlussabend feierten wir alle zusammen in der Disco Cool in
Debrecen.
Der Samstag war der Tag des Abschieds. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen,
denn es sind einige enge Freundschaften entstanden.
Einige Schülerstimmen:
“Mir hat das Programm sehr gut gefallen. Sie haben es so gestaltet, dass wir die
schönsten und spannendsten Seiten ihrer Umgebung sehen konnten. Die
Kutschenfahrt durch die Puszta und die gemeinsamen Abende haben mir persönlich
am meisten gefallen. Ungarn ist ein ganz anders Land als die Schweiz. Sie haben
keine richtigen Berge, nur sehr wenige Seen und es war vieles einfach ungewohnt.
Auch musste man auf der Strasse auf die Tasche aufpassen und sie hatten weniger
Komfort in den Häusern. Aber trotzdem fühlte ich mich durch die Offenheit der
ungarischen Leute wie zuhause. ”
“Also die Woche in Ungarn war für mich sehr spannend, weil man ein Land wirklich
kennengelernt hat nicht nur von der Seite eines Touristen. Wie sie dort leben und
ihre Gewohnheiten sind halt schon ein bisschen anders. Auch für uns als Klasse alle
zusammen war das ein unvergessliches Erlebnis. Ich wäre sofort wieder dabei, wenn
wir noch einmal gehen würden.”
“Ungarn hat mich ein bisschen an Italien erinnert, es ist alles so flach da. Die Tage
sind viel länger, da die Sonne nicht einfach hinter einem Berg verschwindet. Was mir
aber in Ungarn fehlt, ist das Meer. Die Städte Budapest und Debrecen waren
wunderschön.”
Universität Debrecen 

Köszönöm szépen (vielen Dank), Debrecen!