Press Release
SPACE SYSTEMS
Friedrichshafen, 16. Juni 2015
Erdbeobachtungssatellit bereit für Start von Kourou – Sentinel-2A
bringt Farbe in Europas Copernicus-Programm
 Multispektralbildgeber bietet einzigartige Bildqualität
 Laserbasierte Datenübertragung über neue Weltraum-Datenautobahn
„SpaceDataHighway“
Ingenieure von Airbus Defence and Space, dem zweitgrößten Raumfahrtunternehmen der
Welt, haben den Start von Sentinel-2A vom Weltraumbahnhof Kourou in FranzösischGuayana vorbereitet. Europas nächster Copernicus-Satellit soll am 23. Juni 2015 ins All
starten. Sentinel-2A ist der zweite Satellit, der im Rahmen des europäischen
Umweltüberwachungsprogramms Copernicus in die Umlaufbahn gebracht wird. Das
Copernicus-Programm ist ein operatives Gemeinschaftsvorhaben unter der Führung der
Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation
ESA. Die Sentinel-Satelliten des Copernicus-Programms liefern Fernerkundungsdaten für
wichtige Dienste in den Bereichen Umwelt und Sicherheit.
„Sentinel-2
stellt
die
nächste
bedeutende
Etappe
des
europäischen
Erdbeobachtungsprogramms Copernicus dar, an dessen Umsetzung Airbus Defence and
Space federführend mitwirkt. Wir leisten insbesondere wichtige Beiträge zum
Weltraumsegment von Copernicus. Wir liefern acht Satelliten und vier Instrumente“, sagte
François Auque, Leiter von Space Systems.
Sentinel-2A liefert optische Bilder vom sichtbaren bis zum kurzwelligen Infrarotbereich des
elektromagnetischen Spektrums und bringt damit ‚Farbe‘ ins Copernicus-Programm. Der
1,1 Tonnen schwere Satellit wird aus 786 Kilometern Höhe optische Bilder auf 13 SpektralKanälen mit einer Auflösung von 10, 20 oder 60 Metern bei einer einzigartigen Schwadbreite
von 290 km liefern. Die Optikauslegung des Multispektralbildgebers bietet unübertroffene
Bildqualität über ein sehr breites Sichtfeld. Durch seinen Multispektralbildgeber und die um
mehr als 100 km vergrößerte Schwadbreite stellt Sentinel-2 einen deutlichen Fortschritt
gegenüber der französischen Spot-Mission und der US-amerikanischen Landsat-Mission
dar.
Die Struktur und die Spiegel des Teleskops wurden aus Siliziumkarbid gefertigt, das durch
seine ausgezeichnete optische Stabilität und seine minimale thermo-elastische
Verformbarkeit eine hervorragende geometrische Bildqualität bietet, die in dieser Kategorie
optischer Bildgeber bisher noch nie erreicht wurde. Die gesammelten Daten sollen vor allem
zur
Überwachung
in
den
Bereichen
Landnutzung,
Bodenversiegelung,
Bodenbewirtschaftung,
Landwirtschaft,
Forstwirtschaft,
Naturkatastrophen
(Überschwemmungen, Waldbrände, Erdrutsche, Erosion) und zur Unterstützung humanitärer
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Hilfsmissionen genutzt werden. Umweltbeobachtungen in Küstenbereichen gehören ebenso
zum Aufgabenspektrum wie die Überwachung von Gletscher-, Eis- und Schneeflächen.
Die Sentinel-2-Mission besteht aus zwei identischen Satelliten, die um 180 Grad versetzt in
einer Konstellation im selben Orbit positioniert sind, um eine optimale Abdeckung und
Datenlieferung zu gewährleisten. Die beiden Satelliten werden die Erde alle 100 Minuten
umrunden und die gesamte Landfläche der Erde, alle großen Inseln und alle Binnen- und
Küstengewässer alle fünf Tage neu erfassen. Der Start des baugleichen Sentinel-2B ist für
Mitte 2016 vorgesehen.
Die Sentinel-2-Mission wird in enger Zusammenarbeit zwischen der ESA, der Europäischen
Kommission, der Industrie, Dienstleistern und Datennutzern verwirklicht. An der Entwicklung
des Projekts sind rund 60 Unternehmen unter der Federführung von Airbus Defence and
Space in Deutschland für die Satelliten und Airbus Defence and Space in Frankreich für die
multispektralen Instrumente beteiligt. Airbus Defence and Space in Spanien ist für die
mechanische Satellitenstruktur verantwortlich.
Die französische Raumfahrtbehörde CNES steuerte Fachwissen im Bereich Bildverarbeitung
und -kalibrierung bei und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) lieferte die
laserbasierte Kommunikationsnutzlast, die von Tesat Spacecom entwickelt wurde, einer
Tochtergesellschaft von Airbus Defence and Space in Deutschland. Diese Technologie
gestattet es Sentinel-2-Satelliten, Daten per Laser an geostationäre Kommunikationssatelliten zu übermitteln, die mit dem Europäischen Datenrelaissystem EDRS (European
Data Relay System) ausgestattet sind, das Airbus Defence and Space derzeit für die ESA
entwickelt. Diese neuartige Weltraum-Datenautobahn, auch „SpaceDataHighway“ genannt,
ermöglicht es, große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit zu übermitteln, um den
Nutzern Informationen noch schneller bereitstellen zu können.
Über Copernicus
Copernicus, das bislang ehrgeizigste Erdbeobachtungsprogramm, soll präzise, zuverlässige und
leicht zugängliche Informationen liefern, die dazu dienen, die Umweltbeobachtung zu verbessern,
die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und zu mindern und die zivile Sicherheit zu
gewährleisten. Copernicus ist die neue Bezeichnung für das Programm für globale Umwelt- und
Sicherheitsüberwachung, das bisher als GMES (Global Monitoring for Environment and Security)
bekannt war. Die Initiative der Europäischen Kommission wird in Partnerschaft mit der ESA und
der Europäischen Umweltagentur (EUA) durchgeführt. Die ESA betreibt die Satelliten in
Zusammenarbeit mit Eumetsat und koordiniert die Bereitstellung der Daten von über 30 Satelliten,
während die EUA für die Daten von luft- und bodengestützten Sensoren verantwortlich ist. Die
Europäische Kommission ist im Auftrag der Europäischen Union für das Gesamtprogramm, die
Festlegung von Anforderungen und das Management der Dienste zuständig.
Die Sentinel-Satellitenbaureihe
Die ESA entwickelt sieben Sentinel-Missionen für Copernicus. Der erste Satellit – Sentinel1A mit einem Radar von Airbus Defence and Space – war bereits im April 2014 gestartet.
Die Sentinel-Satelliten bieten ein einzigartiges Spektrum von Beobachtungsfähigkeiten. Die
Radarbilder von Sentinel-1, die witterungsunabhängig Tag und Nacht zur Verfügung stehen,
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werden jetzt durch die optischen Bilder von Sentinel-2A ergänzt. Airbus Defence and Space
ist der wichtigste Partner des Copernicus-Programms und leitet fünf von sieben CopernicusMissionen als Hauptauftragnehmer: Sentinel-2, -4, -5P, -5, -6. Das Unternehmen leistet
außerdem wichtige Beiträge zu Sentinel-1 (Radarinstrument) und Sentinel-3
(Mikrowellenradiometer).
Airbus Defence and Space
Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der
Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military
entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und
Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und
unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit mehr als 38.000
Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 13 Mrd. €.
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