Jahresbericht 2014
(CoE Communication on Engagement Policy)
der Fachhochschule Düsseldorf
über die auf den UNGC bezogenen Aktivitäten in den Bereichen
Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und
Korruptionsbekämpfung, zugleich auch Bericht gemäß der HESIVerpflichtung vom 20. Juni 2012
vorgelegt von dem Arbeitskreis UNGC der Fachhochschule
Düsseldorf
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Seit dem Beitritt der Fachhochschule Düsseldorf (FH D) zum UNGC United Nations
Global Compact am 24. September 2010 sowie zur HESI Higher Education
Sustainability Initiative am 20. Juni 2012 berichtet die FH D kontinuierlich über die
verschiedenen Aktivitäten mit Bezug auf UNGC und HESI. Seit dem 31. Oktober
2013 besteht darüber hinaus eine Verpflichtung des UNGC, im zweijährigen
Rhythmus über die Aktivitäten der Hochschule zu berichten.
Wie in den Vorjahren möchte der Arbeitskreis UNGC der Fachhochschule
Düsseldorf, in dem alle sieben Fachbereiche, das Zentrum für Innovative
Energiesysteme, die Verwaltung, das Präsidium und die Studierenden vertreten sind,
hiermit den Bericht über die verschiedenen Aktivitäten im Jahr 2014 abgeben.
Im Folgenden werden ferner einige Projekte der verschiedenen Fachbereiche
exemplarisch dargestellt.
Fachbereich / Einheit
Seite
Fachbereich Design
Fachbereich Elektrotechnik
Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Fachbereich Medien
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Fachbereich Wirtschaft
Zentrum für Innovative Energiesysteme
LUST – ein fachbereichübergreifendes Forschungsprojekt
Energiewandler – eine Umsetzung des Prinzips 9
Verwaltung (inklusive Neubau)
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Fachbereich Design
Der Fachbereich Design beschäftigt sich in Forschung und Lehre traditionell mit
ressourcenschonenden Verfahren und nachhaltigen Themenstellungen. Im Rahmen
seiner Social-Design-Seminare macht Professor Wilfried Korfmacher, CCO
Sustainability Strategy and Design, regelmäßig explizite Studienangebote in Hinblick
auf soziale Nachhaltigkeit.
HERZKIDS
In einer Kooperation mit dem Bundesverband für herzkranke Kinder führte Professor
Wilfried Korfmacher einen Wettbewerb für eine nationale Plakatkampagne durch. Der
preisgekrönte Entwurf von Issa El-Zein wurde realisiert und plakatiert. Weitere
Entwürfe werden ebenfalls vom Verband für Imagewerbung und Fundraising
verwendet.
DIVERSITY
Bei dem Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks schnitten Studierende
aus einem Kurs von Professor Wilfried Korfmacher hervorragend ab. Das Thema
Diversity passte perfekt zur Ausrichtung auf Nachhaltigkeit der Fachhochschule
Düsseldorf. Der 1. Preis ging an Nam Do Hoai, den 2. Preis holte Thomas Stralek.
Zusammen mit den Entwürfen weiterer Kommilitonen erreichen sie damit auch den
Spitzenplatz der ausgezeichneten Entwürfe für eine Wanderausstellung.
OPTIMAHL
Gemeinsam mit Professor Dr. Rolf Nagel veranstaltete Professor Wilfried Korfmacher
erneut eine kooperative Lehrveranstaltung der Fachbereiche Design und Wirtschaft.
Um das UNGC-Engagement breitenwirksam publik zu machen, entwickelte der Kurs
ein Symposion über nachhaltige Ernährung. Die Veranstaltung wurde zusammen mit
dem Studentenwerk Düsseldorf sowie zahlreichen weiteren Partnern durchgeführt. In
der Folge wurde außerdem eine Dokumentation als Film im Düsseldorfer
Filmmuseum vorgeführt und nach der Vernissage ins Internet gestellt.
RHEUMA ALARM
In einem Social-Design-Seminar beschäftigten sich Studierende von Professor
Wilfried Korfmacher mit der Vermittlung der Volkskrankheit Rheuma. Sie
entwickelten verschiedene Kommunikationskonzepte, die im Rahmen des
Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie vorgestellt wurden.
Darüber hinaus nahmen sie mit Interview-Aktionen und Flash-Mob-Auftritten an der
medizinischen Fachtagung teil und präsentierten das Thema im öffentlichen Raum.
Fachbereich Elektrotechnik
Der Fachbereich Elektrotechnik kommt der Forderung nach nachhaltigen
Entwicklungen, wie sie durch die zehn UNGC-Prinzipien zum Ausdruck gebracht
werden, sowohl in der Lehre als auch in verschiedenen Bereichen der Forschung
nach.
Lehre
In der Lehre wird die Nachhaltigkeit in den beiden folgenden Fächern direkt
thematisiert: „Nachhaltige Technische Systeme“ (Technisches Wahlfach,
Bachelorstudiengänge) und „Nachhaltigkeit – Sustainability“ (Nichttechnisches
Wahlfach, Master-Studiengänge). Die Nachfrage am ersten Fach ist inzwischen so
hoch, dass dieses ab 2015 sowohl im Winter- als auch im Sommersemester
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angeboten wird. Die für die Entwicklung nachhaltiger technischer Systeme
unabdingbare Technikfolgenabschätzung und -bewertung ist weiterhin zentraler
Lehrinhalt des gleichnamigen nichttechnischen Wahlfachs der Master-Studiengänge.
Da auch Bachelorabsolventen Grundkenntnisse über die Methoden der
Technikfolgenabschätzung und -bewertung haben sollten, erscheint es jedoch
sinnvoll, diese bereits in den Bachelor-Studiengängen zu vermitteln. Die für
nachhaltige Entwicklungen dringend gebotene philosophische Auseinandersetzung
wird fachbereichsübergreifend im Lehrmodul Philosophie und Technik der BachelorStudiengänge der Fachbereiche Elektrotechnik und Medien geführt.
Forschung
In der Forschung wird der Idee der Nachhaltigkeit in mehreren unterschiedlichen
Bereichen Rechnung getragen. Hierzu gehören u.a. Strategien der intelligenten
Energieversorgung,
Altersassistenzsysteme
und
die
philosophische
Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse des letztgenannten
Forschungsschwerpunktes wurden 2014 im folgenden 360 Seiten umfassenden
Buch publiziert: Franz, Jürgen H.: Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Scheinheiligkeit.
Philosophische Reflexionen über nachhaltige Entwicklung. München, oekom.
Nach wie vor werden auch im fachbereichsübergreifenden Arbeitskreis PHILOTEC
unter Mitwirkung von Studierenden Themen der Nachhaltigkeit untersucht. Seit
einem Jahr kooperiert PHILOTEC mit dem bundesweiten, interdisziplinären und
bildungsorientierten
Arbeitskreis
philosophierender
Ingenieure
und
Naturwissenschaftler (APHIN) e.V. Hieraus entstanden u.a. zehn Thesen zu einer an
Nachhaltigkeit orientierten philosophischen Grundbildung von Ingenieuren und
Naturwissenschaftlern.
Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik wurden auch im Jahre 2014
Projekte realisiert: Professor Mario Adam aus dem Fachbereich Maschinenbau und
Verfahrenstechnik widmet sich sowohl in Lehre und Forschung dem Prinzip 9 des
UNGC. Das bedeutet, dass rund 40 Semesterwochenstunden pro Jahr in der Lehre
und rund 300.000 € Drittmittelumsatz pro Jahr in der Forschung zu den Themen
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Rahmen der Ausbildung junger
Ingenieure, welche die Energiewende in Deutschland zukünftig kompetent und
engagiert gestalten sollen, investiert werden.
Als fachbereichsübergreifende Aktion lässt sich das Erinnerungs-Mailing zur
„An/Aus-Aktion“ nennen. Die Aktion wurde im Januar 2010 gestartet und wird vom
Team rund um Professor Adam koordiniert. Es geht darum, sich sowohl am
Arbeitsplatz als auch zu Hause energiebewusst zu verhalten und somit die Umwelt
und natürlich auch den Geldbeutel zu entlasten. Seit Beginn der Stromspar-Aktion
sparen die Angehörigen der Fachhochschule rund 300.000 kWh Strom pro Jahr ein!
Der im langjährigen Trend ansteigende Stromverbrauch der FH D ist seither um rund
10 % gesunken. Ende 2014 wurden die Beschäftigten der Fachhochschule erneut an
die Erfolge erinnert und über Möglichkeiten informiert, auch zukünftig Strom zu
sparen und somit die Umwelt zu schonen.
Fachbereich Medien
Der Fachbereich Medien hat im Jahr 2014 das folgende interessante Projekt
realisiert: In einer Kooperation des Fachbereichs Medien mit dem Institut für Musik
und Medien der Robert Schumann Hochschule konzipierte und produzierte der
Studierende Christoph Sapp im Rahmen seiner Bildabschlussarbeit einen 104
minütigen Kurzfilm zum Thema Konsum und persönliche Verantwortung. Aus der
Sicht verschiedener Protagonisten werden alltägliche, aber konfliktbeladene
Entscheidungssituationen dargestellt, in denen es um die Frage geht, inwieweit der
Einzelne mit seinem moralischen Bewusstsein etwas zu einem besseren Ganzen
beitragen kann. Habitualisierte Konsummuster werden in Frage gestellt. Explizit
angesprochen werden hierbei Themen wie prekäre Arbeitsbedingungen und
Umweltschutz. Die Quintessenz besteht in der Erkenntnis, dass wir alle unsere
Verantwortung selbst in die Hand nehmen müssen.
Der Film ist unter anderem abrufbar unter http://www.sappsound.de/iDecide.html.
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften hat im Jahr 2014 einige
Aktivitäten unternommen, die in Einklang mit den ersten beiden Prinzipien des
UNGC stehen.
Lehre
Die vom Fachbereich angebotenen Studiengänge „BA Sozialarbeit/-pädagogik“ und
„MA Empowerment Studies“ vermitteln Kompetenzen, die Absolventinnen und
Absolventen qualifizieren, sich für die Verwirklichung von Menschenrechten
einzusetzen. Im „BA Sozialarbeit/-pädagogik“ gibt es vielfältige Angebote, die den
Studierenden die Situation von benachteiligten Gruppen aufzeigen und
professionelle Handlungsoptionen vermitteln. Der Studiengang beinhaltet darüber
hinaus auch explizit einen Schwerpunkt „Menschenrechte“. Zu den angebotenen
Lehrveranstaltungen im Berichtszeitraum, die der Verwirklichung des ersten Prinzips
des UNGC dienen, gehörten:
- Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession
- Einführung in die Menschenrechte
- Politische Menschenrechtsarbeit
- Empowerment in der Sozialen Arbeit
- Ringvorlesung „Perspektiven des Empowerments“
- Der Herkunft begegnen – Soziale Ungleichheit und Habitus-reflexives Studium
- Einführung in die Behindertenpädagogik
- Soziale Arbeit als Arbeit mit Differenzen
- Wohnungslosenhilfe und öffentlicher Raum
- ‚Geistige Behinderung‘ – theoretischer Diskurs und pädagogische Praxis
- Lebensqualität im Alter verbessern
Zudem hat im Rahmen des Double-Degree-Programms „Empowerment Studies/
Development Education“ mit der University for Development Studies in Tamale,
Ghana eine Spring School mit den ghanaischen Studierenden der Partnerhochschule
und Studierenden der FH D zum Thema „Empowerment and Development“
stattgefunden. In der zweiwöchigen Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Walter
Eberlei diskutieren und bearbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Fragestellungen zu den Themen International Development Policies, Community
Development und Democratic Governance.
Forschung
Im Berichtszeitraum beschäftigten sich einige Forschungsprojekte mit Themen, die
im Einklang mit den Prinzipien des UNGC stehen:
- Das Forschungsprojekt ‚Soziale Ressourcen für altersgerechte Quartiere
(SORAQ)‘ hat das Ziel, anwendungsorientierte Forschungsbeiträge zur
Verbesserung der Lebensqualität, der Wahrung von Selbstständigkeit und
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Würde älterer Menschen zu initiieren. Bei Veranstaltungen im Mai 2014
wurden die Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt.
In einer Studie untersuchte Prof. Dr. Walter Eberlei mit einem Team von
Wissenschaftlerinnen
und
Wissenschaftlern
den
wachsenden
zivilgesellschaftlichen Einfluss auf politische Prozesse in den Staaten SubSahara Afrikas. Untersucht wurden über 20 Fallbeispiele für
zivilgesellschaftliche Interventionen in unterschiedlichen Ländern. Wirkungen
können demnach vier Kategorien zugeordnet werden: Kampf gegen Krieg und
Gewalt; Beeinflussung von gesellschaftlichen Leitbildern; Mitgestaltung der
Transitionsprozesse in Richtung Demokratie sowie die Einforderung
entwicklungsorientierter Politik. In der vergleichenden Studie wurden
Erklärungsansätze für zunehmende Wirkungen entwickelt. Die Ergebnisse der
Studie wurden in dem Sammelband „Zivilgesellschaft in Subsahara Afrika“ im
Juli 2014 veröffentlicht.
Weitere Projekte mit Bezügen zu den Prinzipien des UNGC
Neben den Aktivitäten in Forschung und Lehre existieren am Fachbereich einige
Projekte, die an die Prinzipien des UNGC anknüpfen:
- Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Studienpioniere – Ein inklusives
Hochschulkonzept zur Studierendenförderung“ möchte herkunftsbezogener
Ungleichheit im Studium entgegenwirken. Ziel des 2014 begonnen Projektes
ist es, Menschen aus Familien ohne akademische Tradition mit und ohne
Migrationshintergrund (Studienpioniere) beim Zugang zur Hochschule, im
Studienverlauf und beim Übergang in den Beruf oder in ein weiterführendes
Masterstudium zu unterstützen. Das Projekt findet unter der Leitung von Prof.
Dr. Veronika Fischer und Prof. Dr. Lars Schmitt und unter wissenschaftlicher
Mitarbeit von Sabine Evertz (M.A.) statt.
- "Mind Puzzle" ist ein auf drei Jahre angelegtes soziokulturelles Projekt zum
Thema "Demenz", das von Fabian Chyle (MA) in Kooperation mit der Tanzund Theaterwerkstatt Ludwigsburg realisiert wird. Das Projekt verfolgt das
Ziel, mit künstlerischen Aktionen und Interventionen unterschiedliche
gesellschaftliche Zielgruppen für das Thema Demenz zu sensibilisieren und
durch künstlerische Medien einen nicht vom Defizit geprägten Diskurs über
Demenz anzuregen.
- Die Düsseldorfer jüdische Gemeinde erhält schon seit Jahrzehnten
regelmäßig antisemitische Zuschriften. Der Erinnerungs- und Lernort „Alter
Schlachthof“ hat sich an die jüdische Gemeinde gewandt und ein Projekt
vereinbart. Die Zuschriften werden gescannt und dokumentiert, nach
verschiedenen Kriterien kategorisiert und inhaltlich analysiert. Ziel des
Projektes ist eine differenzierte Verortung älterer wie aktueller antisemitischer
Diskurse und Haltungen in der Bevölkerung, die Dokumentation und
Sicherung dieser Quellen und nicht zuletzt die Verwendung ausgesuchter
Zuschriften in der Dauerausstellung oder der pädagogischen Arbeit des im
Entstehen begriffenen Erinnerungs-und Lernortes.
Veranstaltungen im Einklang mit den Prinzipien des UNGC
Am Fachbereich wurden in vielfältigen Veranstaltungen die Themen des UNGC
aufgegriffen:
- Mit Formen des Antiziganimus sowie mit den gegenwärtigen
Migrationsbewegungen aus Südosteuropa in deutsche Kommunen
beschäftigte sich die Fachtagung „Zuwanderung und Antiziganismus. Aktuelle
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-
Herausforderungen und Perspektiven“, die der Forschungsschwerpunkt
„Rechtsextremismus/Neonazismus“ (FORENA) im April 2014 organisiert hatte.
Die Teilnehmenden nutzten die Chance, sich über historische und
gegenwärtige Erscheinungsformen des Antiziganismus sowie über aktuelle
Anforderungen an und Herausforderungen für Kommunen, Schule und
Soziale Arbeit zu informieren. Gemeinsam wurden politische und
pädagogische Handlungsstrategien diskutiert, die zivilgesellschaftliches
Handeln,
Selbstorganisation
und
Partizipation
stärken
sowie
Diskriminierungen, Rassismus und Antiziganismus entgegenwirken.
Seit 2011 vergibt der „Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/
Neonazismus“ (FORENA) den Sonderpreis „Demokratie und Zusammenhalt in
der Vielfalt“ an junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Dieser
Sonderpreis würdigt Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler und
Wissenschaftlerinnen, die sich mit Fragen gesellschaftlicher Inklusion und
Integration, der Wahrnehmung und Interpretation von Rassismus,
Ausgrenzung sowie nationalistischer oder fundamentalistischer Entwicklungen
seitens migrantischer Gemeinschaften und Akteure befassen. Auch in diesem
Jahr wurde der Preis im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums und
einer öffentlichen Abendveranstaltung verliehen.
Im November 2014 fand eine Zukunftswerkstatt (ZKW) zum Thema „Inklusive
Hochschule“ statt. Die Idee zur Zukunftswerkstatt ist in verschiedenen
Diskussionszusammenhängen entstanden, sowohl im Diversity-Ausschuss
des Fachbereichs als auch im Projekt Studienpioniere, die beide im
gesamtstrategischen Organisationsentwicklungsprozess der Hochschule unter
dem Thema Diversity verankert sind. Die ZKW knüpfte thematisch an der
häufig geäußerten Kritik an den Strukturen der Hochschule und den Lern- und
Rahmenbedingungen des Studiums an. Die ZKW gab Gelegenheit, die
Barrieren zu identifizieren, die ein produktives Studium am Fachbereich
behindern. Sie lud dazu ein, Ideen für eine Hochschule zu entwickeln, die
Raum für die Entfaltung der persönlichen Kräfte und des intellektuellen
Potenzials jedes Einzelnen bietet, die sich kritisch mit sich selbst als
gesellschaftlicher Institution auseinandersetzt und eine Kultur gegenseitiger
Wertschätzung pflegt. Nach einem Kurzvortrag von Prof. Dr. Ruth Enggruber
zum Thema „Inklusion“ und einem Input der Studierenden zum Konzept der
Zukunftswerkstatt, debattierten die Teilnehmenden in den verschiedenen
Phasen der Zukunftswerkstatt – Kritik-, Utopie- und Verwirklichungsphase –
über das Thema. Zum Schluss wurden konkrete Veränderungsvorschläge
gemacht.
Fachbereich Wirtschaft
Im Fachbereich Wirtschaft werden unverändert die Themenfelder Wirtschaftsethik,
Unternehmensethik,
Corporate
Social
Responsibility
und
Nachhaltige
Unternehmensführung auch in Pflichtveranstaltungen vermittelt. Bei Aufnahme ihres
Studiums werden die Prinzipien des UNGC allen Studierenden des Fachbereichs
Wirtschaft sowohl zu Beginn des Sommersemesters als auch zu Beginn des
Wintersemesters systematisch in einem kurzen Vortrag vermittelt. Auch im Jahr 2014
beschäftigten sich Studierende des Fachbereichs Wirtschaft wiederum intensiv im
Rahmen des Transferable Skill Modules „Corporate Responsibility und Sustainable
Management“ von Prof. Dr. Rolf Nagel mit den Grundlagen von Wirtschafts- und
Unternehmensethik, Corporate
Social Responsibility sowie
nachhaltiger
Unternehmensführung.
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Anknüpfend an die guten Arbeitsergebnisse des Wintersemesters 2012/2013 erbat
die METRO AG für das Wintersemester 2013/2014 eine Fortsetzung der
Konzeptentwicklung für ein weiteres drängendes Themenfeld der METRO AG. In
dem von Prof. Dr. Nagel geleiteten Seminar wurde das Themenfeld „Food Waste
Reduction bei Obst und Gemüse“ intensiv durchleuchtet. Die Studierenden entwarfen
auch in diesem Seminar erneut innovative Lösungskonzepte, die der METRO AG im
Januar 2014 vorgestellt wurden.
Im Sommersemester 2014 erarbeiteten Studierende des Fachbereichs Wirtschaft
gemeinsam mit Studierenden des Fachbereichs Design unter der Leitung der
Professoren Korfmacher und Nagel in einer interdisziplinären Lehrveranstaltung ein
Symposion zu dem Thema „Nachhaltige Ernährung“. Partner dieser Veranstaltung
waren neben dem Studentwerk Düsseldorf auch eine Vielzahl von Lieferanten des
Studentenwerkes. Im Verlaufe eines festlichen Abends am 25. Juni 2014
präsentierten
die
Studierenden
in
einem
innovativen
Format
ihre
Rechercheergebnisse zu dem Themenfeld Nachhaltige Ernährung, jeweils verankert
an den Speisen und Getränken des siebengängigen nachhaltigen Menüs. Das
Symposion trug den Namen OPTIMA(H)L.
Im Wintersemester 2014/2015 konnten Studierende des Fachbereichs ein
Nachhaltigkeitsthema,
das
angesichts
eines
nicht
zufriedenstellenden
Testergebnisses für ein auf Bio-Produkte spezialisertes Unternehmen akut wurde,
bearbeiten. Thema war die Erarbeitung glaubhafter Sozialkriterien und sozial
vertretbarer Preissysteme für Plantagen- und Kleinbauernkaffees eines
niedersächsischen Herstellers sowie ökonomische, ökologische und soziale
Auswirkungen auf Produzenten, Handel, Konsumenten und Gesellschaft. In diesem
Zusammenhang setzten sich die Studierenden intensiv mit den Teilbereichen der
Menschenrechte, Arbeitsnormen und der Anforderungen an „living wages“
auseinander. Ergänzt wurde die Arbeit durch einen Gastvortrag eines Experten von
Fairtrade International. Die Studierenden erarbeiteten überzeugende Konzepte,
einschließlich der Entwürfe von Code of Conducts für das deutsche Unternehmen
und für die Produzenten in den Anbauländern der verschiedenen Kaffees. Die
Präsentationen der Studierenden fanden im Januar 2015 statt. Angesichts der sehr
guten Leistungen wurde das aus Sicht des niedersächsischen Unternehmens beste
Konzept mit einem Preis prämiert.
Schließlich werden auch am Fachbereich Wirtschaft unverändert eine Vielzahl von
Thesisarbeiten vergeben, die sich explizit mit den Themenfeldern Corporate Social
Responsibilty und Sustainable Management und damit mit Kernproblemen der
Prinzipien des UNGC beschäftigen.
Im Rahmen der vielfältigen Unternehmenskontakte werden auch die mit dem
Fachbereich Wirtschaft freundschaftlich verbundenen Unternehmen bei den sich
bietenden Gelegenheiten ermuntert, dem UNGC beizutreten.
Zentrum für Innovative Energiesysteme
Am Zentrum für Innovative Energiesysteme (ZIES) wird der Idee der Nachhaltigkeit
in den Bereichen Forschung und Lehre Rechnung getragen.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind Wirtschaftlichkeitsberechnungen für ein
nachhaltiges Energieversorgungssystem unter Berücksichtigung des Wärmemarktes.
Durch eine Kopplung des Strom- und Wärmemarktes wird eine Erhöhung des Anteils
erneuerbarer Energien an der Wärmebereitstellung vorangetrieben. Dies dient der
Nachhaltigkeit durch Substitution von fossilen Energieträgern und der Ausweitung
einer CO2-freien Wärmeversorgung. Stromerzeugungskosten von Photovoltaikanlagen liegen bereits unterhalb des Strombezugspreises, weshalb der
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Eigenverbrauch aktuell der Netzeinspeisung vorzuziehen ist. Es wird untersucht,
inwieweit sich im Einfamilienhaus der Eigenverbrauchsanteil durch Kopplung von
Photovoltaikanlagen mit der Wärmeerzeugung weiter erhöhen lässt. Des Weiteren
gibt es bereits Photovoltaikanlagen, die der Besitzer selbst in Betrieb nehmen kann
und die ohne EEG-Vergütung auskommen. Der Besitzer profitiert von einem
verringerten Strombezug vom Energieversorger. Ein Forschungsschwerpunkt ist eine
optimale Auslegung dieser Anlagen für eine CO2-freie Strom- und
Wärmeversorgung.
In den Vorlesungen zur Energiewirtschaft wird den Studenten die Ausgestaltung
eines nachhaltigen Energieversorgungssystems vermittelt. In den fachbereichsübergreifend angebotenen Projektarbeiten zur Energie- und Stadtentwicklung stehen
Möglichkeiten zum effizienten Umgang mit Energie im Fokus.
LUST– ein fachbereichübergreifendes Forschungsprojekt
LUST (Lebenswerte und Umweltgerechte Stadt) ist ein interdisziplinäres Projekt der
Fachbereiche Architektur, Maschinenbau und Verfahrenstechnik sowie Kultur- und
Sozialwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf. Das Projekt wird vom
Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung gefördert und hat eine
Laufzeit von 4 Jahren (2013 - 2016). Fachübergreifend sollen ganzheitliche, neue
Konzepte für eine lebenswerte und umweltgerechte Stadt entwickelt werden. Durch
disziplinäre Verbesserungen und sinnvolle Abstimmungen sollen langfristige
Planungen für energetische Infrastrukturen, Städtebau und soziologische
Veränderungen zusammengeführt werden. Alle Projektarbeiten werden exemplarisch
für eine Gebietsauswahl im Düsseldorfer Stadtgebiet ausgeführt, das zu
analysierende Gebiet befindet sich im Düsseldorfer Norden in ausgewählten
Sozialräumen der Stadtteile Rath und Unterrath.
Energiewandler – eine Umsetzung des Prinzips 9 des UNGC
Die Entwicklung eines Energiewandlers zur Rückgewinnung von Prozessenergie in
der Massivumformung auf Basis thermoelektrischer Generatoren an der FH
Düsseldorf ist ein Beitrag zur Umsetzung des UNGC-Prinzips 9. Die Branche
Massivumformung mit ihren ca. 250 weitgehend in NRW ansässigen und meist
mittelständischen Unternehmen verarbeitet auf Umformpressen und -hämmern zum
Großteil Stückgüter aus Stahl für die Automotive-Industrie. Prozessbedingt muss der
Stahl für die Verarbeitung auf ca. 1200 – 1300 °C erwärmt werden. Die Prozessenergie wird heute ungenutzt an die Umgebung abgegeben.
Nachfolgend einige Branchenkennzahlen (Quelle: Industrieverband Massivumformung):
• Tonnage: 3 Mio. Tonnen pro Jahr
• Anzahl Mitarbeiter: 31.000
Thermoelektrische Generatoren (TEG`s) bieten prinzipiell die Möglichkeit, Wärme in
elektrische Energie umzuwandeln, sofern die Prozessenergie – abhängig vom
Aufbau des TEG – bei einer definierten und weitgehend konstanten Temperatur zur
Verfügung steht. Diese Bedingung liegt bei Massivumformprozessen allerdings nicht
vor.
Die Innovation dieses Entwicklungsansatzes liegt darin, dass TEG`s in Prozessen
zum Einsatz kommen, für die sie bis heute nicht geeignet sind, und dadurch die
Umwandlung von Prozesswärme in elektrische Energie auch bei instationären
Prozessen mit sehr hohem Temperaturniveau möglich wird.
Die Entwicklung erfolgt auf Basis von Massivumformprozessen. Die Ergebnisse
lassen sich aber auf andere Prozesse mit hoher Prozessenergie übertragen,
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wodurch sich eine Auswirkung nicht nur auf die Arbeitsplätze und
Wettbewerbssituation der gesamten Automobilindustrie sondern auch für andere
Industriebereiche wie z.B. Glas-, Keramik- und Bauindustrie ergibt.
Verwaltung
In der Verwaltung der Fachhochschule Düsseldorf werden unverändert die
Beschaffungsrichtlinien überarbeitet. Hierbei finden die im Fachbereich Wirtschaft im
Sommersemester 2013 erarbeiteten Vorschläge Eingang. Ziel ist es, die Prinzipien
des UNGC in die Richtlinien zur Beschaffung zu integrieren.
Abschließend sei erneut erwähnt, dass der Neubau unserer Hochschule mit seinen
vielen Grünflächen, der Möglichkeiten der interdisziplinären Kommunikation und
Projektrealsierung in Lehre und Forschung sowie einer hohen Energieeffizienz
seinen Beitrag zum Thema „Green our Campus“ eindrucksvoll leistet. So wurde
beispielsweise in den Gebäuden und der Außenanlage auf Granitbelag verzichtet, da
dieser i.d.R. durch Kinderarbeit gewonnen und bearbeitet wird. Die Außenfassade
wird zentralgesteuert nach Licht- und Sonneneinstrahlung. Die Dachflächen sind,
wenn sie nicht bebaut sind, mit Gras bedeckt. Die Bauarbeiten kommen planmäßig
voran. Die Fertigstellung des Bauvorhabens und der Umzug der Hochschule beginnt
während des Jahres 2015.
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Jahresbericht 2014 (CoE Communication on Engagement Policy