Adalbert Stifter
in Bildern und Texten
Eine Hommage zum 200. Geburtstag
Die Ausstellung umfasst 25 Tafeln, jede mit
einem Stiftertext mit deutscher OriginalFassung und tschechischer Übersetzung und
einem dazu passenden künstlerischem Foto
in Großformat.
Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit
dem „Centrum Adalberta Stiftera“ in
Oberplan/CZ veranstaltet.
Sie ist ein Beitrag des Landkreises Passau
zum Stifterjahr 2005.
Begleitend zur Ausstellung werden Lesungen
stattfinden. Diese finden jeweils am ersten
Sonntag im Monat um 15.00 Uhr statt:
6. März 2005
Rotthalmünster, Museum Kloster Asbach
3. April 2005
Obernzell, Rittersaal
1. Mai 2005
Salzweg im Gutsbräu Straßkirchen
5. Juni 2005
Neuburg am Inn, Landkreisgalerie
3. Juli 2005
Tittling, Grafenschlössl
7. August 2005
Ortenburg, Schloss/Empfangssaal
4. September 2005
Hauzenberg, Granitzentrum
2. Oktober 2005
Breitenberg, Webereimuseum
23. Oktober 2005
Oberplan/CZ – Stifter - Geburtshaus
Großveranstaltung zu Ehren des Geburtstages
von Adalbert Stifter
Abschlussveranstaltung
am 4. Dezember 2005 im Schloss Kleeberg in
Ruhstorf a.d. Rott
Adalbert Stifter
1805
1818 – 1826
Geboren am 23. Oktober Oberplan
Gymnasiast des Benediktinerstifts
Kremsmünster
1826 – 1848
Wiener Zeit
Einschreibung an der juristischen Fakultät 1826 ff
Vorlesungen über Physik, Mathematik,
Astronomie, Juristisches Studium
nicht vollendet: Tätigkeit als Hauslehrer
in bürgerlichen und adeligen Familien
Liebe zu Fanny Greipel in Friedberg
1827
Heirat mit Amalie Mohaupt
1836
Feldblumen – Der Hochwald –
Die Mappe meines Urgroßvaters
1840 bis 1844
Urgroßvaters – Abdias – Das alte Siegel –
Brigitta – Der Hagestolz – Der Waldsteig –
Der Waldgänger – Der beschriebene
Tännling
1846
4 Bände Studien
1844 und 1847
Wahlmann für die Frankfurter
Nationalversammlung
1848
1848 – 1868
Linzer Zeit
Rückzug nach Linz nach den Wirren der
Revolution
Redakteur der „Linzer Zeitung“
Ernennung zum k.k. Schulrat
1850
Ernennung zum Konservator für
Oberösterreich
1853
Versetzung in den Ruhestand
mit dem Titel eines Hofrates
1865
Aufenthalte in Lackenhäuser und Kirchschlag zur Linderung von physischen
und psychischen Leiden
5. Und 6. Bad der Studien
1850
Bunte Steine
1853
Der Nachsommer
1853 bis 1857
Witiko
1865 bis 1867
Der Waldbrunnen – Nachkommen1864 bis 1868
schaften – Der Kuss von Senze –
Der Fromme Spruch – Aus dem
Bayerischen Walde – Arbeit an der vierten
Fassung der Mappe meines Urgroßvaters
Museum Kloster Asbach
4. März bis 8. Mai 2005
1868 - 28. Januar Tod nach schwerer Krankheit
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Die Ausstellung wird gefördert von der
Euregio Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn
Adalbert Stifter
in Bildern und Texten
Hommage zum 200. Geburtstag
Die Autoren der Ausstellung:
Hermann Fischer, Jahrgang 1952
Ausbildung zum Reproduktionsfotografen beim Süddeutschen
Verlag München; Angestellter an der Zentralen Luftbildstelle –
Kartenherstellung im Vermessungsamt der Landeshauptstadt
München
Edgar Frank, Jahrgang 1937
Studium der Klassischen Philologie und Germanistik
Lehrer an verschiedenen Gymnasien in Bayern und am
Deutschen Gymnasium in Istanbul
Betreibt seit der Versetzung in den Ruhestand ein Literaturbüro
in Wolfratshausen (Bayern)
Das sanfte Gesetz
Die Textstelle aus der Vorrede zu den Bunten Steinen, Bekenntnis
und literarisches Programm, zeigt Stifters Vorstellung vom „Sanften
Gesetz“ im Sinne einer welterhaltenden umfassenden Gesetz mäßigkeit. Anlass zu dieser Vorrede war ein Angriff Friedrich Hebbels,
der Stifter und anderen „Naturdichtern“ in einem Epigramm vorwarf,
sie hätten keinen Sinn für das Große, aber eben deshalb glücke
ihnen das Kleine wie Butterblumen und Käfer so vortrefflich. Als
eine Art Antwort erörtert Stifter die Frage, was in der äußeren
Natur und in der Natur des Menschen wirklich groß ist:
„Ein ganzes Leben voll Gerechtigkeit Einfachheit Bezwingung
seiner selbst Verstandesgemäßheit Wirksamkeit in seinem Kreise
Bewunderung des Schönen verbunden mit einem heiteren
gelassenen Sterben halte ich für groß.“
Die in der Ausstellung gezeigten Tafeln können in dieser Form,
aber auch als Einzelfotos – gerahmt oder ungerahmt – gekauft
werden. Neben der deutsch – tschechischen Fassung stehen
auf Tafeln mit dem deutschen Text allein zu Verfügung. Die
Texte sind mit Siebdruck auf die Passepartouts appliziert. Bei
den Fotografien handelt es sich um Handabzüge auf
Barytpapier. Die Aufnahmen wurden mit Mittelbildkamera
gemacht.
Verkauf und Bestellung:
Hermann Fischer, Schlederleiten 9,
D 92151 Wolfratshausen, Tel.: 0049 – 8171 – 789 49
Edgar Frank, An der Loisach 5a,
D 82515 Wolfratshausen
Tel.u.Fax: 00 49 – 8171 – 204 30
e – mail:
literaturbuero – edgar – frank @ t – online . de
Die Teufelsmauer
Die Moldau
Die beiden Beschreibungen der Moldau im Waldgänger sind beispielhaft für den langen Atem der Prosa Stifters. Satz um Satz, Seite
um Seite vermittelt sie vor allem zu Beginn der Erzählung die Vision
einer einsamen Landschaft, in der nur vereinzelt Spuren von
Menschenwerk sichtbar werden, bis endlich die Person, um die es
gehen soll, auftaucht und wieder verschwindet. Auf diese Weise
wird der Leser die Situation des vereinsamten Menschen ganz
intensiv nachfühlen können. Die zeitgenössische Kritik erkannte
diese Funktion der Landschaft nicht. Einer ihrer Vertreter meinte
diese Teile der Erzählung ironisch als „Topographie Oberösterreichs
und des angrenzenden Teils von Böhmen“ abtun zu können.
Im Waldgänger wird inmitten der ausführlichen Beschreibungen
des Waldes die Legende von der Teufelsmauer unauffällig und
durchaus der Textumgebung entsprechend eingebaut. Erst im
Nachhinein merkt der aufmerksame Leser, dass die Stelle im
Gesamtkontext seine eigene Wirkung besitzt: ein irritierendes
Element von Gefährdung wird spürbar inmitten der Ruhe dieser
gewaltigen Naturlandschaft. Ebenso taucht im hart erkämpften
Glückszustand der Hauptpersonen, eines Ehepaars, ein
geradezu teuflisch anmutender Irrtum auf, der zur Katastrophe
führt. Zugleich ist die Erzählung ein autobiographisch gefärbtes
Dokument einer massiven persönlichen Verstörung
im Leben des Autors.
Info:
Kulturreferat des Landkreises Passau
Kirchensteig 2 – 94034 Passau
Tel.: 0851 / 9496015 – Fax: 0851 / 41043
e – mail: kulturreferat @ landkreis – passau . de
Museum Kloster Asbach
Hauptstraße 52 – 94094 Rotthalmünster
Tel.: 08533 / 2300

Adalbert Stifter