Die Bewertung des Heizenergieverbrauchs
mit den Gradtagszahlen GTZ
Leistungsbestimmung für neue Heizgeräte
Gradtagszahlen vom DWD und IWU
- Rechenverfahren zu den GTZ
- Transmissions- und Lüftungsverluste - Meßgeräte für die Kontrolle
-
kWh
Heizenergie p.a.
Planung, Ausführung und Überprüfung von Verbesserungen
20000
Die Wirksamkeit der
Maßnahmen ist mit
den Gradtagszahlen
objektiv überprüfbar
15000
Ziel: Verbrauchssenkung:  70%
10000
6000
Verschattung
verhindern:
Bäume
entfernen
Raum-Temperatur um 1°C
absenken, falls
noch erträglich
1
2
Jürgen Saatweber - Rev. Q Mai 2011
Fensterlüftung
mit CO2Meßgerät
kontrollieren
Neue
Fenster
mit hohem
Dämmwert
WärmeDämmung
Außenwände
3
4
5
Mit sieben Schritten verbessern > > >
Lüftungsanlage mit
Wärmetausche
BrennwertTherme mit
angepaßter
Leistung
6
7
Inhalt
Die Bewertung des Heizenergieverbrauchs
mit den Gradtagszahlen GTZ
Die Gradtagszahlen GTZ
Definition GTZ und die „Theorie“ zu den GTZ
Die GTZ von 1970 bis 2006 im Vergleich
Der Heizbedarf von Gebäuden 1
Gebäudearten und Heizbedarf 2
Deutscher Wetterdienst DWD
Institut Wohnen und Umwelt IWU
GTZ anwenden mit den Formeln  + 
Beispiele A, B, C
Beispiel A: Einfamilienhaus Baujahr 1978
Kesselleistungen berechnen (zu Beispiel A)
Beispiel B: Niedrigenergiehaus Baujahr 1980
Lüftungsverluste zum Beispiel B
Beispiel C: Die Klima-Fieberkurve
Energieausweis
Meßgeräte für den Haushalt
Multimeter, Energiezähler, Ölzähler
Thermometer, Luxmeter, CO2-Sensor
Seite
1-8
1A + 1B
1B
1C
1D
2
3
4+5
5-8
5A
5B
6A - 7
6B
8
1C
9 - 10
9
10
Auszüge aus dem Buch:
Nützliche Ergänzung zum Energieausweis
Zur Haustechnik
29B + 29C
65A - 72A
Hinweise zu dieser Broschüre
1. Die Broschüre enthält an einigen Stellen Querverweise auf die Seitenzahlen 65A-72A, die hier angefügt sind. Diese Seiten stammen aus
dem Buch des Autors „Der Energieverbrauch und seine Folgen“
(siehe gelber Kasten).
2. Die Sonderzeichen sind verschiedenen TrueType Zeichensätzen
von Microsoft (über Befehl „Einfügen > Symbol...“) entnommen:
Garamond, Symbol, Arial Unicode, OpenSymbol oder Wingdings.
Enthält der PC des Benutzers diese Zeichensätze nicht, werden
eventuell „Hieroglyphen“angezeigt. Auch Umwandlungen in PDFDateien können diesen Effekt zeigen.
3. Der amtliche Begriff „Witterungsbereinigung des Verbrauchs“ wird in
dieser Schrift mit „witterungsbedingter Verbrauch“ bezeichnet.
Autor:
Jürgen Saatweber
Dipl.-Ing.
Güldensöllerweg 69 B
61350 Bad Homburg
Tel. 06172-33854
[email protected]
Schriftart: überwiegend Arial
MS Powerpoint 2003, Windows XP
Dateivolumen 6 MB, 25 Seiten
Rev.Q Mai 2011 (Rev.A März 2004)
Papier: Firma Sihl-Düren, Nr. 0701
beschichtet für Tinte, 120 g/m²
www.sihl-direct.de
Drucker: HP 8000
Der Inhalt dieser Broschüre ist dem Buch des Autors
„Der Energieverbrauch und seine Folgen“ entnommen.
Das Buch ist nicht im Buchhandel erhältlich.
• Teil 1: Bewertung de Heizenergieverbrauchs mit den GTZ
• Teil 2: Der Energieverbrauch und seine Folgen
Teil 2 des Buchs behandelt einerseits die physikalischen Aspekte
zum Thema Energie und Haustechnik mit vielen nützlichen
Tabellen, andererseits werden zu dem Thema Klimawandel
zahlreiche Fragen behandelt:
- Ursachen und Verursacher
- Auswirkungen
- Was ist zu tun ? - was kann der Einzelne tun ?
Gradtagszahl 1-A
Die Bewertung des Heizenergieverbrauchs
mit den Gradtagszahlen
Die Gradtagszahlen (GTZ) sind ein nützlicher Maßstab zur Überprüfung des Heizenergieverbrauchs.
Sie geben in Abhängigkeit von der Außentemperatur sowohl die Heiztage (d) im Monat oder Jahr an
als auch den Heizbedarf zur Sicherung der gewünschten Raumtemperatur. Die Verlustleistung eines
Hauses oder einer Wohnung ergibt sich aus dem Hauskennwert QHspezifisch in W/K, der mit den GTZ
in Kelvin-Tagen (Kd) multipliziert den witterungsbedingten Ziel-Energiebedarf in kWh direkt angibt:
Witterungsbedingter Heizenergiebedarf in kWh = GTZ [Kd]  QHspez. [W/K]
Details
Seiten 4+5
Dieser objektive Ziel-Heizbedarf dient dem Vergleich mit dem tatsächlichen Verbrauch. Der Nutzen
der Gradtagszahlen läßt sich dann voll ausschöpfen, wenn die eigenen Energieverbrauchswerte
dokumentiert wurden (Gas, Heizöl, Elektro, Warmwasser). Dann läßt sich der Erfolg technischer
Verbesserungen oder durch eine Änderung des Verbrauchsverhaltens objektiv überprüfen.
Ab Seite 4 wird der einfache Rechengang anhand von Beispielen gezeigt.
Der Anwender der GTZ muß deren Erfassung und Berechnung nicht selbst vornehmen
Der DWD erfaßt die Witterungsdaten von bis zu 500 Stationen und liefert die GTZ gegen Gebühr.
Das IWU stellt die GTZ von 42 Meßstationen fertig aufbereitet kostenlos im Internet bereit (s. S. 2 + 3).
Für die Planung eines Neubaus sind die lokalen GTZ der Vergangenheit von hohem Nutzen, um den
Wärmeerzeuger richtig zu dimensionieren oder den Wärmeschutz eines Alt- oder Neubaus zu optimieren. Für Zwischenabrechnungen bei einem Mieterwechsel sind die monatlichen Gradtagszahlen
nützlich. Die GTZ sind ortsabhängig stark unterschiedlich, sie gelten nur für jeweils eine Klimazone.
Der Standort des Hauses in dieser Klimazone bedingt u.U. leicht abweichende GTZ.
Die Gradtagszahlen können naturgegeben immer nur für die Vergangenheit angegeben werden.
Der Begriff „Grad-Tag“ [Kd] ist nicht neu. Die VDI-Richtlinie 2067 behandelt die Gradtagszahlen.
Im privaten Bereich werden die Gradtage aber eher selten zur Bewertung des eigenen Heizenergieverbrauchs genutzt. Dies mag mit der ungewohnten Einheit „GradTag“ zusammenhängen, obwohl
wir täglich verknüpfte Einheiten problemlos anwenden, wie z.B. km/h für Geschwindigkeit,
Nm für Drehmomente, kWh für Arbeit oder Gramm CO2/km für Kraftfahrzeuge.
Zur „Theorie“ der GTZ - so berechnen der DWD und das IWU die Tabellenwerte
Die GTZ sind das Produkt aus Temperatur und Zeit, wobei Randbedingungen zu beachten sind.
Temperatur: hier wird nicht die absolute Temperatur in Celsius-Graden sondern die Differenz
zwischen zwei Temperaturen benutzt. Temperaturdifferenzen gibt man in Kelvin (K) an. 1K ≙ 1°C
Zeit: die Zeit wird in Verbindung mit den GTZ in Tagen d (24h) berechnet. Im Fall der GTZ sind es
die Tage, an denen geheizt werden mußte.
Die Gradtagszahl hat die Dimension Kd; sie ist das Produkt aus zwei Faktoren:
Faktor 1 ist die Summe der Heiztage (d).
Faktor 2 wird aus der Differenz zwischen der Innentemperatur der beheizten Räume und
der -Außentemperatur an den Heiztagen berechnet. Ein Heiztag war gegeben, wenn die
-Außentemperatur unter die Heizgrenztemperatur HGT von z.B. 15°C sank - dies bedeutet
aber nicht, daß bei andauernden  15°C Außentemperatur nicht geheizt werden muß.
Die Temperatur (°C) wird hier mit T oder t abgekürzt, Temperaturdifferenzen mit DT in Kelvin (K).
Der Wärmeverlust eines Hauses und der Energieverbrauch steigt mit der Differenz zwischen der
Innentemperatur Tinnen und der Außentemperatur Taußen.
Z.B. Tinnen 20°C, Taußen - 8°C, die Summe der Absolutwerte ergibt die Temperaturdifferenz DT = 28K.
Berechnung der Gradtagszahlen *
n
GTZ =
 HT  (Ti - Ta)
1
* als Gradtag zählen nur die Tage, an
denen die -Außentemperatur kleiner
als die Heizgrenztemperatur HGT war
GTZ
HGT
HT
n
Tinnen
=
=
=
=
=
Gradtagszahl [Kd]
Heizgrenztemperatur [°C]
Heiztag (Taußen  < HGT)
Anzahl der Heiztage
-Innentemperatur (Norm = 20°C
oder tatsächliche Innentemperatur)
Taußen = -Außentemperatur an Heiztagen
TMHZ = Mittelwert der Außentemperatur
an den Heiztagen
ZdHT = Zahl der Heiztage
Mit der Heizgrenztemperatur HGT wird bestimmt, unterhalb welcher Außentemperatur geheizt
werden muß. Für übliche Altbauten ist die Heizgrenztemperatur mit +15°C Taußen im 24-h- sinnvoll.
Für Gebäude mit guter Wärmedämmung reicht eine HGT von 12°C oder auch weniger.
Gradtagszahl
Fortsetzung zur „Theorie“ der GTZ
1-B
Die Heizgrenztemperatur HGT wird in den Normen als fester Wert angesehen, was nicht ganz
richtig ist. Die HGT ändert sich jahreszeitlich tageweise/stundenweise in Abhängigkeit von der
Sonneneinstrahlung, der Wärmestrahlung vom leicht bewölkten Himmel oder auch bei zeitweise
starkem Kaltwind. Zur Berechnung der GTZ wird die HGT aber als fester Wert eingesetzt.
Theoretisch müßten die GTZ einer Heizperiode um die winterliche Sonneneinstrahlung korrigiert
werden, was individuell für jedes Gebäude erfolgen müßte. Unsere Winter unterscheiden sich nicht
nur durch die Temperaturen sondern auch durch die Anzahl der Sonnenstunden, was die GTZ nicht
berücksichtigen können. Die Schwankung der Sonneneinstrahlung von Winter zu Winter kann einige
Prozentpunkte der lokalen GTZ ausmachen. Ein Heizungsregler mit Sonnen- und Windaufschaltung berücksichtigt die regelungstechnischen Störgrößen Sonne und Wind.
Die Berechnung der Gradtagszahl für das Jahr oder einen Monat durch DWD / IWU
Für jeden Tag (24 h) wird die mittlere Außentemperatur Ta aus mehrmaligen Messungen/Tag
berechnet; z.B. bei zweistündlicher Messung :  der 12 Meßwerte : 12 = Ta1 Tag.
Die Tages-Differenz DT ergibt sich aus der Innentemperatur Ti von z.B. 21,5°C und der Außentemperatur Ta z.B. 4,2°C mit 17,3 Kelvin [K]. (21,5°C - 4,2°C = 17,3K) Dieser Tag [d] war ein
Gradtag mit dem Wert 17,3 [Kd], da Ta mit 4,2°C kleiner als die Heizgrenztemperatur HGT von
z.B. 15°C war. Es mußte mit der Leistung geheizt werden, die die Differenz von 17,3K kompensiert.
Die GTZ wird für die Tage = 0, an denen die Außentemperatur über der Heizgrenztemperatur lag,
d.h. zur Berechnung der GTZ muß für jedes Tages-Meßergebnis die Frage: „war Ta 1 Tag kleiner
als die HGT“? positiv beantwortet werden, um als Gradtag zu zählen.
Die Summe der täglichen Gradtagswerte eines Monats ergibt die Gradtagszahl für den Monat.
Lag die Außentemperatur an allen Tagen des Monats über der Heizgrenztemperatur, ist die Gradtagszahl für den Monat = 0 und damit natürlich auch die monatliche Zahl der Heiztage.
Die Gradtagszahlen für das abgelaufene Kalenderjahr oder für ein Heizjahr z.B. von Juli bis Juni
ergeben sich aus der Summe der monatlichen GTZ. Die Zahl der jährlichen Heiztage (ZdHT) wird
ebenfalls aus den monatlichen ZdHT aufsummiert.
Die GTZ und die Temperaturen 1990-2006 im Vergleich zum Zeitraum 1970-1989
DWD-Meßstation Flughafen Frankfurt/Main, Klimazone 12 mit den Einstellungen der IWU-Tabelle:
Heizgrenztemperatur 12°C, Tinnen 21,5°C.
Die Jahreswerte sind hier für den Zeitraum Juli-Juni (Heizperiode) dargestellt.
Zum Vergleich zeigt die linke Spalte den Durchschnitt der Jahre 1970-1989, während die rechte
Spalte den Durchschnitt der Jahre 1990-2006 darstellt.
GTZ 1970-1989 / 1990-2006
GTZ
Kd
3600
3500
19701989
Daten für die Klimazone 12, DWD-Meßstation Frankfurt/M Flughafen
Mittelwerte GTZ
1990-2006 
1970-2006
90/91
91/92
92/93
93/94
94/95
95/96
96/97
97/98
-Außen-T an
den Heiztagen
Jahres--T
Mittlere Temperatur
an den Heiztagen
JahresmittelTemperatur
98/99
99/00
00/01
01/02
02/03
03/04
04/05
05/06
19902006

3581
Kd
°C
12
11
10
9
8
3400

3296
Kd
3300
7
6
5
3200
4
3
3100
2
1

90/91
1970-1989
 3581 Kd
91/92
92/93
93/94
94/95
95/96
96/97
97/98
98/99
99/00
00/01
01/02
02/03
03/04
04/05
Der Mittelwert der GTZ sank von der Periode 1970-1989 zu der Periode 1990-2006 um 8 %.
Die Jahresmitteltemperatur stieg im gleichen Zeitraum um fast 10% bezogen auf die Zeit 1970-1989.
Im Zeitraum 1990-2006 gab es nur drei kalte Winter, davon entsprach der Kälteste (1995/96) dem
langjährigen Durchschnitt der Periode 1970-1989. Der Winter 05/06 war längere Zeit kühl aber normal.
05/06


3000
0

1990-2006
 3296 Kd
Heizbedarf 1-C
Der Heizbedarf zur Kompensation der Wärmeverluste
1. Der Wärmebedarf eines Gebäudes
Bei Gebäuden bestimmen zwei Verlustarten den Gesamtverlust Qgesamt und damit
die notwendige Heizleistung des Wärmeerzeugers:
der Transmissionsverlust (QT)  die Verluste durch die Wände / Dach und Fensterscheiben
und
der Lüftungsverlust (QL)

die Verluste durch Fenster- und Türfugen oder durch
andere
Qgesamt = QT + QL = QHspezifisch 
Öffnungen sowie der Wärmeverlust durch Fensterlüftung
Nach dieser einfachen Gleichung funktioniert im Prinzip
DT auch der Wärmehaushalt des menschlichen Körpers,
wobei unser Körper eine Wärmeleistung von 50-150W hat.
2. Kennlinien zeigen die Zusammenhänge und erleichtern das Verständnis
Fast alle Autoprospekte enthalten eine Kennlinie zur Leistung oder zum Drehmoment des Motors,
die über der Motordrehzahl aufgetragen wird. Der Kraftstoffverbrauch pro 100 km wird
zu mindestens zwei Fahrsituationen angegeben; das ist langjährige Praxis.
Welche Information zum Wärmebedarf gab oder gibt es für den Interessenten eines Hauses
vor dem Kauf oder vor dem Mieten einer Wohnung? - Kaum eine aussagekräftige, obwohl die
Kennlinien zum Wärmebedarf besonders einfach zu interpretieren sind: es sind gerade Linien
mit linearem Anstieg über der Außentemperatur.
Jahrelang diskutierten die Beamten des zuständigen Ministeriums und die Lobbyisten der
Wohnungswirtschaft über das Thema und „saßen“ eine technisch sinnvolle Lösung aus, bis
die EU-Behörden in Brüssel „Dampf“ machten:
Ab Jan. 2006 muß nach EU-Recht beim Besitzerwechsel eines Hauses oder Mietobjektes vor der Vertragsunterzeichnung dem Interessenten der Energieausweis zu dem Objekt vorgelegt werden, wobei die EU
Form und Inhalt nicht festlegte. Mit über 2 Jahren Verzug verordnete die Bundesregierung eine sehr
dürftige Regelung zum deutschen Energieausweis ohne eindeutige und vergleichbare Effizienzkennzahlen.
Ausweise mit QHspez. (Haus) oder QW spez. (Wohnung) oder QFspez. (pro m² Wohnfläche) wären eindeutig.
Energieausweise mit Angabe des QFspezifisch in W/Km² machen die Gebäude vergleichbar
Warum gab es die Energieausweise nicht früher? Die Antwort ist einfach: 1. die überwiegende Mehrheit der
Käufer / Mieter fragte nicht danach, weil das Grundwissen zu den physikalischen Zusammenhängen fehlte
und heute immer noch fehlt, und 2. die Immobilienverbände suchten die Einführung eines technisch aussagekräftigen Energieausweises zu verhindern. Wer als Mieter oder Käufer QHspez. kennt und die GTZTabellen des IWU der Vergangenheit nutzt, kann nach Vorlage des Ausweises vor dem Kauf ausrechnen,
mit welchem Heizenergieaufwand zu rechnen ist, um die Heizkosten richtig einschätzen zu können, sofern
der Ausweis nach dem technischen Bedarf erstellt wurde. Auf die Aussagen der meisten Hausverkäufer
zum Verbrauch bzw. zu den Heizkosten der vergangenen Jahre sollte man sich nicht unbedingt verlassen.
Beispiel zu einer individuellen Hauskennlinie mit QHspezifisch = 215 W/K
Hausverlust: QHspezifisch = 215 W/K || HGT=12°C
Flächenverlust: QFspezifisch = 0,7167 W/Km²
||
300m² beheizt
Bei Tinnen 21,5°C und Taußen -12°C* beträgt Dt = 33,5 K
Maximalverlust Qges = 215 W/K x 33,5K = 7,2 kW bei -12°C
* Norm-Außentemperatur für Bad Homburg: -12°C
(tiefstes Zweitagesmittel: 10mal in 20 Jahren)
Die alten „Norm-Außentemperaturen“ wurden seit
17 Jahren in Bad Homburg nicht mehr erreicht.
Für unsere Lage würde ich heute -8°C als „Norm-TA“
ansetzen → 6,5 kW Thermenleistung maximal.
Bei andauernder Tages--Temperatur von +12°C ist mit etwa 2 kW
zu heizen. Die HGT gibt nur an, ab
welcher Temperatur zu heizen ist.
+ 20°C
seltenes
Ereignis
im
„Hügelland“
etwa 98%
des Heizbetriebes
meist kein
Heizbedarf
+ 15°C
HGT
12°C
+ 10°C
+ 5°C
0°C
Heizleistung
kW
8
7,2
6
4
2
(Klimazone 8)
- 5°C
- 10°C
- 15°C
 - Tages-Außentemperatur
Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen der Außentemperatur und dem Bedarf an Heizleistung bei
einem sog. Niedrigenergiehaus (s. Seite 1-D). „Normale“ Wohnhäuser (d.h. die Altbauten bis 2002) haben oft
den dreifachen Heizbedarf und mehr. Die Kennlinie verläuft dort mit dreifacher Steilheit.
Das hellrot unterlegte Feld entspricht dem Bedarf zu 98% einer Heizperiode, d.h. eine Heiztherme mit 8 kW
Leistung wäre noch zu hoch dimensioniert. Zwei kaskadierte Thermen von je 3,5 kW wären optimal.
Heizungsanlagen mit optimierter Leistung, d.h. Leistung nicht höher als der Bedarf, sollten während der Heizperiode anläßlich einer Reise nur schwächer eingestellt aber nicht abgeschaltet werden, da das Erwärmen
eines ausgekühlten Hauses (z.B. 10°C unter normaler Zimmertemperatur) mehrere Tage erfordern kann.
Gebäudearten und Heizbedarf
1-D
Wohngebäudearten mit Klassifizierung der Energieeffizienz
Es ist sinnvoll, die Wohngebäude in Verbrauchsklassen ähnlich den Hausgeräten einzuteilen.
Eine eindeutige und allgemein verständliche Angabe zur energetischen Qualität eines Gebäudes
ist die Angabe der spezifischen Flächenlast QFspezifisch in W/Km² mit Angabe der tatsächlichen
-Innentemperatur in °C oder zum „Norm-Wert“ mit Tinnen = 20°C.
Nur die Angabe des QFspezifisch sorgt für eine einfache und eindeutige Vergleichsmöglichkeit der
Gebäude z.B. im Energieausweis - dort wird die Angabe von QFspezifisch aber noch nicht verlangt.
Der Wärmebedarf (Heizlast) und die Heizkosten (2004) verschiedener Wohngebäude
Klassifizierung nach IWU
Tinnen = 20 °C
Taußen = 10°C
Dt = 30K
Verbrauch
stets mit 4 Stellen hinter
dem Komma angeben
Tinnen = 21,5 °C
Heizgrenztemperatur = 12°C
Heizkosten
€ / m²a
(2004)
ohne:
Grundpreis +
Warmwasser
Spezifische
Flächenlast
QFspezifisch
W / Km²
kWh / m² 2004
bei 3203 Kd
Energieeffizienz
Klassifizierung
mit Energie-Label
Altbau, schlecht
150
5,xxxx
384,4
17,11
I
Altbau, Standard
120
4,xxxx
307,5
13,68
H
Altbau, teilweise verbessert
90
3,xxxx
230,6
10,26
G
Altbau, weiter verbessert
75
2,5xxx
192,2
8,55
F
Neubau 80er / 90er Jahre
60
2,xxxx
153,7
6,84
E
Neubau nach EnEV 2002
(Durchschnitt)
45
1,5xxx
115,3
5,13
D
„Niedrigenergiehaus“
30
1,xxxx
76,87
3,42
C
22
0,7167
59,53
2,65
„3 – Liter – Haus“
21
0,7xxx
53,8
2,39
B
„Passiv“- Haus
15
0,5xxx
38,4
1,71
A
Unser Haus Baujahr 1980
*
oder erheblich weniger auch Werte < 15 kWh/m²a
hoher Energiebedarf
geringe Effizienz
W / m² bei
geringer Energiebedarf
hohe Effizienz
Heizlast
Gebäudeart
* Unser Wohnhaus wurde 1979 vom Bauträger „konventionell“ geplant aber so nicht ausgeführt. Das
Ziel unserer Änderungen war die Reduzierung der Wärmeverluste. Hierzu waren Rechnungen zum
Wärmebedarf und die Auswahl geeigneter Maßnahmen notwendig. Fachkenntnisse besaßen wir
nicht - aber einen Taschenrechner, Bleistift, Papier und den Entwurf zu der Norm DIN 4701 (Regeln
für die Berechnung des Wärmebedarfs, März 1978).
Seit August 2003 gilt zur Berechnung der Norm-Heizlast die DIN EN 12831 mit Beiblatt 1, das als
deutscher Zusatz die Defizite der Europanorm überwinden soll.
Die Norm DIN EN 12831 kostet mit Beiblatt 1 etwa € 370.
Für Wärmebedarfsberechnungen gibt es seit längeren Jahren nützliche Programme für den PC.
Unsere Maßnahmen von 1980, die bereits nach 10 Jahren voll amortisiert waren:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Dämmung der Außenwände mit 100 mm Polystyrolplatten (Styropor PS 20 - Selbstmontage)
Dachdämmung min. 130 mm (Selbstmontage - nur teilweise fertig!)
Dreifach-Verglasung der Fenster
Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmetauscher
Eine dem Wärmebedarf angepaßte Gas-Heiztherme - gibt es endlich seit 2005 (Elco)
Wärmespeicher 1000 l mit Wärmetauschern für Heizung und Warmwasser
Vermeidung von Wärmebrücken, z.B. thermisch getrennte Montage der Balkonplatte
Dämmung der Rolladenkästen von der Rauminnenseite
Rolladenantriebe mit lichtgesteuerter Schließfunktion bei Beginn der Dämmerung
Möglichst kein Wohnraum mit Fenster nach Norden
Windfangtür zwischen Hauseingang (Norden) und Diele
Für Notfälle: Einbindung eines Heizkamins in das hydraulische System der Heizung
Eine Dämmung mit
10 cm ist heute veraltet.
Die heutige Anforderung
an einen wirksamen Wärmeschutz: 12-40cm Neopor
oder Vakuum-Verbundplatten
sowie hochdämmende
Fenster und Rahmen.
Das graue Neopor reduziert
durch Graphitpartikel den
infraroten Strahlungsverlust
nach außen.
Gradtagszahl
Wer ermittelt und liefert die Gradtagszahlen für Deutschland ?
1. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ermittelt mit fast 500 Stationen in der Bundesrepublik Deutschland die Witterungsdaten und berechnet hieraus auch die Gradtagszahlen.
Deutscher Wetterdienst
Der DWD bietet seine vielseitigen Wetter- und Klimainformationen in seinem „DWD-Shop“
elektronisch unter der Produktbezeichnung WESTE an: www2.dwd-shop.de/
Auf der Homepage im 2. Abschnitt „Bevorzugte Artikel“ WESTE-Gradtagszahlen anklicken.
Weitere Information auch unter WESTE-Gradtagzahlen
(screenshot)
GTZ vom DWD:
WESTE-Gradtagzahlen
heiztechnische Kenngrößen
Verschiedene heiztechnische Kenngrößen
online von bis zu 500 Stationen. Direkter Zugriff
auf die Datenarchive des DWD. Ergebnis in
Tabellen und Grafiken, jeweils für 1 Station und
1 Monat oder 1 Jahr im DIN A4-Format.
Format / Größe: PDF-Datei, EXCEL-Datei und
ZIP-Datei / variable Größe
Planmäßige Aktualisierung:
Ständig verfügbar. Täglich erweitert.
Preis: je Station und Monat bzw. Jahr
4,46 EUR (2008)
Vor der Leistungsbestimmung eines neuen Heizgerätes ist die Kenntnis der tiefsten Tagesmitteltemperaturen der letzten ca. 20 Jahre nützlich. Die Angaben in der Norm DIN EN 12831
(Aug.2003) sind veraltet. Beim DWD kann eine Auswertung der Langzeitdaten zu allen
Wintertemperaturen z.B. ≤ - 8°C ab 1991 zu der nächstgelegenen DWD-Wetterstation bestellt
werden. Mit den Daten läßt sich die lokale Normaußentemperatur (tiefstes Zweitagesmittel)
überprüfen, s. Seiten 4 und 5-B.
Kosten: € 75+MwSt (2008)
Weitere
Auswertungen
können beim DWD
angefragt werden:
Deutscher Wetterdienst
Klima- und Umweltberatung
Postfach 10 04 65
63004 Offenbach
Tel. 069-8062-2926 oder -2912
Fax 069-8062 2993
email:
[email protected]
Klimafaktoren
Der Deutsche Wetterdienst
stellt die Klimafaktoren
nach PLZ geordnet
kostenlos bereit. Damit
kann ein Energiepass bzw.
Energieausweis für ein
Gebäude erstellt werden.
Wetter und Klima Deutscher Wetterdienst -Klimadaten
Tel. 0201 - 4374 444
Mitteilungen des Bundesministeriums vom Juli 2007
www.bmvbs.de
Die Zuordnung der Postleitzahlen zu den Wetterstationen
Das BMVBS veröffentlichte die Zuordnung in seiner Bekanntmachung
gemäß § 19 Abs. 3 Satz 4 EnEV v. 26. Juli 2007: „Regeln zur vereinfachten Ermittlung von Energieverbrauchskennwerten und zur
Witterungsbereinigung im Wohngebäudebestand“.
Mitteilung des Ministeriums v. 26 Juli 2007:
In Anlehnung an die zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Richtlinie aktuelle
VDI 3807, Blatt 1, Juni 1994, beruht das Verfahren zur Witterungsbereinigung
des Endenergieverbrauchs für Heizung auf der Verwendung von Heizgradtagen G15/15. Mit der Neufassung der VDI 3807, Blatt 1, wird das Verfahren auf die Verwendung von Gradtagen G20/15 * umgestellt.
* G20/15 bedeutet: Gradtagszahlen für 20°C Innentemperatur und 15°C Heizgrenztemperatur (HGT).
Beispiel zur PLZ-Liste des BMVBS
PLZ von
PLZ bis
Stationsname
06000
06999
Leipzig
07000
07330
Meiningen
07331
07336
Erfurt
07337
07380
Meiningen
Durch Eingabe der Postleitzahl des
Hausstandortes in das Eingabefeld
der GTZ-Tabelle des IWU wird die
zugeordnete Station automatisch
ermittelt: s. Seite 3
Hinweis: Der Begriff „Witterungsbereinigung des Verbrauchs“ wird in dieser Schrift mit „witterungsbedingter Verbrauch“
bezeichnet. Bei der Witterungsbereinigung wird der aktuelle Jahresverbrauch mit dem Durchschnitt mehrerer Jahre
verglichen, was nicht sinnvoll ist. Der witterungsbedingte Verbrauch gibt den mit den GTZ berechneten Verbrauch
einer Heizperiode an, der hier als „Zielwert“ bezeichnet wird und mit vorhergehenden Jahren verglichen werden kann.
2
2. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt
Gradtagszahl
stellt sehr komfortable Tabellen kostenlos im Netz zur Verfügung. Dort können individuelle
Parameter wie Innentemperatur und Heizgrenztemperatur sowie die Postleitzahl des Haustandortes eingestellt werden. Das System wählt die passende Wetterstation (unter 42) des DWD
(500 Stationen) aus und zeigt neben den GTZ die -Außentemp. und die -Temp. an den
Heiztagen sowie die Zahl der Heiztage. Die GTZ für das abgelaufene Jahr sind im Februar
und bis April im Mai abrufbar Die Jahrestabellen können ab dem Jahr 2000 aufgerufen werden.
Die sehr übersichtlich gestaltete Tabelle (MS-Excel) zeigt die Gradtagszahlen für jeweils
12 Monate mit wählbarem Anfangsmonat. Der wählbare Anfangsmonat bietet die Auswahl
beliebiger Betrachtungszeiträume: Kalenderjahr oder Heizjahr z.B. Mai-April oder andere
Perioden wie z.B. der Abrechnungszeitraum des Energielieferanten.
Internetadresse des IWU: iwu.de (homepage)
Auffinden der GTZ-Tabellen: 1. Seite „homepage“links „downloads“ anklicken
Schnellanwahl der Tabelle s. unten
Symbol für die Infos der Hessischen
Energiespar-Aktion, s. unten und S. 71
www.energiesparaktion.de/
2. Seite links: „Ergebnisse / Downloads“ anklicken
3. Seite „Fachinformationen“ anklicken
4. Seite „Werkzeuge für die Energieberatung“ anklicken
es folgt die Themenliste „Berechnungswerkzeuge für EnEV und Energiepass“
hier „Gradtagszahlen in Deutschland“ anklicken
Der eigene PC sollte das Programm Microsoft-Excel enthalten - Kenntnisse zu Excel sind
nicht notwendig. Nach dem Download erscheint die Excel-Tabelle mit den „Gradtagszahlen
Deutschland“ auf dem Bildschirm. Am Bildschirm können die individuellen Parameter
wie PLZ/Ort, Ti, HGT und andere gewählt werden.
Die roten Punkte  in der Tabelle markieren die einstellbaren Parameter.
Alternativ zu den Gradtagszahlen kann durch „Klick“ auch die Tabelle zu den Heizgradtagen ausgewählt werden; deren Nutzwert
ist gering. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entschied 2007: Zur „Witterungsbereinigung“ sind die
Gradtagszahlen G 20/15 zu verwenden (G 20/15 bedeutet: Ti = 20°C, HGT = 15°C). Individuelle Werte: IWU -Tabelle
Die vielseitigen Informationen des IWU vermitteln erstrangige Qualität der Inhalte.
Die Organisation „Hessische Energiespar-Aktion“
bietet mit vielen Broschüren per Download
wertvolle Fachinformationen zu Bauthemen. Hinweise s. Seite 71. www.energiesparaktion.de
Die GTZ - Jahrestabelle
Kurzanwahl der GTZ-Tabelle: http://www.iwu.de/downloads/fachinfos/energiebilanzen/
Dort Link Berechnungswerkzeuge für EnEV und Energiepass anklicken. Es folgt die Seite
mit „Gradtagszahlen in Deutschland“. Nach Anklicken wird die GTZ-Tabelle übertragen.
(screenshot)
Bei Eingabe der PLZ nicht anwählen
eingeben
für Fritzlar

automatische Wahl ohne Suche nach der Wetterstation
Die roten Punkte markieren einstellbare Parameter
beim Anlegen
des Cursors an
das Dreieck werden
Erläuterungen
angezeigt.
3
3. Die beste Lösung: eine eigene Meßstation
Gradtagszahl
Nur mit einer eigenen Meßstation lassen sich die exakten lokalen Gradtagszahlen unmittelbar am Haus
ermitteln. Mit einem Programm für Excel (heute nicht käuflich) lassen sich die Rechenoperationen zur
Bestimmung der GTZ für einen Monat automatisieren und im PC speichern. In der Schweiz und in Österreich
stellen zahlreiche Gemeinden mit eigenen Meßstationen ihren Einwohnern die lokalen Gradtagszahlen
kostenlos bereit. Und in Deutschland? - Fehlanzeige!
Conrad.de
Beispiel zur Meßtechnik für eine eigene Meßstation:
Art.-Nr.100727
USB-Temperatur-Logger DL-100T
€ 44,95
Kompakter Temperatur-Datenlogger mit eingebauter Lithiumbatterie
für die Aufzeichnung von 32 000 Temperatur-Meßwerten
Aufzeichnungsintervall von 2 s bis 24 h einstellbar.
Die gespeicherten Meßwerte können per USB-Schnittstelle ausgelesen
und mit der mitgelieferten Software grafisch ausgewertet werden.
Hinweis: Menüführung und „Software“ sind unzulänglich – die „Hardware“ ist gut.
Ein Programm zur Berechnung der GTZ ist nicht lieferbar → selbst programmieren!
Lieferumfang:
Software für Windows®98 / 2000 / XP / Windows VistaTM / WIN 7
Lithium-Batterie (Lebensdauer 1 Jahr)
USB-Schutzkappe
Zur Direktanwahl im Conrad-Katalog:
Wandhalterung
http://www.conrad.de/goto.php?artikel=100727
Bedienungsanleitung.
weitere Meßgeräte: s. Seiten 9 + 10
Zur Bestimmung der GTZ sind
zwei Geräte erforderlich:
Außen- und Innenmessung
Ist Ti konstant, reicht 1 Außengerät
Anwendung der GTZ zur Bewertung des Heizenergieverbrauchs
Mit den Monats- oder Jahres- Gradtagszahlen läßt sich der witterungsbedingte Heizbedarf für einen
Monat oder Jahr berechnen, wenn der spezifische (individuelle) Hausverlust QHspezifisch in W/K
bekannt ist. Dieser Wert gibt an, welche Heizleistung pro K Differenz zwischen T innen und Taußen zu
erbringen ist, damit die gewünschte Innentemperatur konstant bleibt. Die Angabe in W/K (Leistung/K)
ist dem Leistungsgewicht eines Fahrzeugs in W/kg vergleichbar. Die notwendige Leistung eines Heizkessels läßt sich mit QHspez. und der für den Hausstandort geltenden niedrigsten Außentemperatur
bestimmen und als individuelle Heizkennlinie über der Außentemperatur darstellen (s. Heizkurve Seite 6-A).
Die spezifische Hauskenngröße QHspez. ergibt sich aus der Wärmebedarfsberechnung, die den Wärmebedarf
DTmax = Ti + |Ta min*|
des Gebäudes bei der „Norm-Außentemperatur“ angibt: QHspez. [W/K] = QHgesamt : DTmax * ≙ Normaußentemperatur
QHspez. berücksichtigt die Transmission- und die Lüftungsverluste. Da Wärmebedarfsberechnungen für ältere
Häuser meist nicht vorhanden sind und auch bis vor wenigen Jahren oft nur „mit dem großen Daumen“ erstellt
wurden, läßt sich QHspez. in W/K hilfsweise aus dem Heizenergieverbrauch eines Jahres und der für das
Jahr angegebenen GTZ bestimmen.
Dieses Jahr kann man im ersten Ansatz als „Standard-Jahr“ oder „Referenz-Jahr“ festlegen und die späteren
Verbrauchsjahre oder Monate darauf beziehen - s. auch Hinweis auf der Folgeseite oben.
Der Heizenergieverbrauch eines Hauses oder einer Wohnung wird meist in kWh/m² pro Heizjahr angegeben,
eine Größe, die nur für eine Heizperiode Gültigkeit hat. Nicht die Wohnfläche verbraucht Heizenergie sondern
die Hüllfläche des Gebäudes. Deren thermische Qualität bestimmt die Verluste, was der Wert zu QH spez. in W/K
eindeutig ausdrückt. QHspezifisch ist heizperiodenunabhängig und rechnerisch mit den GTZ leicht verknüpfbar.
Um den Leistungsbedarf für die Wohnfläche sinnvoll anzugeben, ist der Wert QHspez durch die Wohnfläche
in m² zu teilen, man erhält den spezifischen Wohnflächenbedarf QFspez. in W/Km².
QFspez. wäre die beste Kenngröße in den Energieausweisen zur Vergleichbarkeit der Gebäude.
Mit QHspez. läßt sich in Verbindung mit den GTZ die Grenz-Heizlast QGH bestimmen, die den
Jahresverbrauch zeigt, der aufgrund der GTZ bzw. witterungsbedingt notwendig gewesen wäre,
um die Innentemperatur auf dem gewünschten Niveau zu halten. Man kann die Grenz-Heizlast
auch als „Ziel-Heizlast“ bezeichnen.
Vergleicht man die Grenz-Heizlast mit dem tatsächlichen Verbrauch der Vorjahre und den Folgejahren - ohne Energie für Warmwasser - so läßt sich erkennen, ob adäquat geheizt wurde, ob zu
viel Heizenergie im Vergleich zum Grenz-Wert verbraucht wurde oder eine Reduzierung durch eine
bessere Wärmedämmung, einen technisch besseren Wärmeerzeuger, durch andere Maßnahmen
oder durch eine Änderung des Verbrauchsverhaltens erreicht werden konnte. (s.Tabelle Seite 7)
Die Grenz-Heizlast QGH (Jahr) eines Hauses oder einer Wohnung läßt sich mit den GTZ für ein
abgelaufenes Heizjahr leicht bestimmen, wenn der spezifische Verlust QHspez. in W/K bekannt ist:

Grenz-Heizlast (Jahr):
QGH [kWh p.a.] = GTZJahr [Kd] x QHspez. [W/K] x 24 [h] x 10-3
Die Gleichung kann ohne Änderung auch für eine Monatsbetrachtung angewendet werden.
Hierzu ist die GTZ des Monats und der Verbrauch dieses Monats einzusetzen.
Ist der spezifische Hausverlust QHspez. nicht bekannt, wird dieser nach der Gleichung 
(s. Folgeseite) als „Referenz-Größe“ nach dem Verbrauch eines Jahres hilfsweise bestimmt.
4
Gradtagszahl Beispiel A
5-A
Die Berechnung des QHspez. als „Referenz-Größe“, wenn QHspez. nicht bekannt ist:
 QHspez.Referenz [W/K] =
QVerbrauch Referenz-Jahr [kWh im Referenz-Jahr] x 103
GTZJahr
[Kd] x
24 [h]
Der Referenz-Hausverlust als QHspez.Referenz kann in die Formel  eingesetzt werden, um andere Jahresverbrauchswerte mit dem Referenzjahr vergleichen zu können. Die -Innentemperatur muß für das Referenzjahr
und die späteren Vergleichsjahre bekannt sein, um die entsprechende GTZ (IWU-Tabelle) auszuwählen.
Die hilfsweise Bestimmung des Referenz-Hausverlustes QHspez.Referenz sollte nach einem Jahr überprüft und
nach einem neuen, realistischen Verbrauchsjahr erneut bestimmt werden. Auf diese Weise kann man sich dem
genaueren QHspez. des Hauses schrittweise annähern. Ein „realistisches“ Verbrauchsjahr erfordert die vorherige
Wartung und Reinigung des Heizgerätes, die Optimierung der Reglereinstellung (Heizkurve) und ev. einen
hydraulischen Abgleich des Heizungssystems - und natürlich diszipliniertes Verhalten beim Lüften im Winter.
Die sinnvolle Alternative: nachträglich eine exakte Wärmebedarfsberechnung für das Haus erstellen, was die
Kenntnis der Baumaterialien und der Konstruktion des Hauses voraussetzt.
Beispiel A
Ein freistehendes Einfamilienhaus (Baujahr 1978) mit 155m² Wohnfläche steht in Langen (südl. Frankfurt/M),
es wird von 4 Personen bewohnt. Während der Heizperiode beträgt die Innentemperatur im  21°C.
Zu dem Haus gab es keine Wärmebedarfsberechnung, die Hauskenngröße QHspezifisch ist nicht bekannt.
Am 1.7.02 wurde ein neuer Ölheizkessel, Leistung wie der Vorgänger: 24 kW (kein Brennwertgerät) aber mit
Öl-Durchflußmesser in Betrieb genommen. Nach einem Jahr, am 30.6.03, zeigte der Ölmengenzähler einen
Verbrauch von 3.154 Litern inkl. Warmwasserbereitung für das abgelaufene Heizjahr.
Der Warmwasserverbrauch (kein Zähler) konnte nur geschätzt werden: 30 l / Person und Tag
Gesamtverbrauch Warmwasser geschätzt: 43,8 m³ p.a.  4.380 kWh (s. Seite 9 „Wasserzähler/Warmwasser).
Die Tabelle des IWU mit den Einstellungen: Flughafen Frankfurt, T i 21°C, HGT 15°C, Zeitraum Juli 2002 bis
Juni 2003 zeigt die GTZ mit 3354 Kd an. Die Heizperiode 02/03 soll als „Referenzjahr“ dienen.
1. Bestimmung von QHspezifisch als Referenzgröße mit Formel 
abgeleitet aus dem ersten Verbrauchsjahr mit dem neuen Heizkessel: Heizölverbrauch 02/03 gesamt:
31.792 kWh, für die Beheizung: 27.352 kWh, für Warmwasser: 4.380 kWh
QHspez.Referenz [W/K] =
QVerbrauch Ref.-Jahr [kWh im Referenz-Jahr] x 103
GTZJahr [Kd] x 24 [h]
=
27.352 kWh x 103
3354 Kd x 24h
=
340 W/K
Die spezifische Flächenlast QFspez. = QHspez. : Fläche = 340 W/K : 155m² = 2,1935 W/Km²
Bei 155 m² beheizter Fläche wurden in der Heizperiode 02/03 27.352 kWh für die Beheizung verbraucht.
Der Jahres-Flächenverbrauch ergibt sich aus 27.352 kWh : 155 m² = 176,5 kWh/m² für 2002/03.
Es war das Ziel der Eigentümer, im Folgejahr 5% weniger zu „verheizen“, d.h. etwa 1300 kWh weniger zu
verbrauchen. Die Einsparung sollte durch diszipliniertes Lüften (Fenster) erreicht werden. Nach einem Jahr
werden die Eigentümer anhand der GTZ überprüfen, ob die Einsparung tatsächlich witterungsbedingt
erreicht wurde.
2. Überprüfung des Verbrauchs mit den GTZ für das Folgejahr Juli 03 - Juni 04
Der Öldurchflußmesser zeigte am 30.6.04 einen Verbrauch von 2.773 Liter  27.950 kWh ohne
Warmwasserbereitung, also 598 kWh Mehrverbrauch anstelle der erhofften Einsparung. Die Enttäuschung
war groß. Die Erklärung wurde aber mit der Tabelle des IWU gefunden:
GTZ 02/03: 3354 Kd und GTZ 03/04: 3.492 Kd. Änderung der GTZ 03/04: + 138 Kd (+ 4,11%).
Mit der neuen GTZ 03 / 04 wurde die Grenzheizlast nach Formel  neu berechnet:
 Grenz-Heizlast 03/04 [kWh p.a.] = GTZJahr [Kd]  QHspezifisch [W/K]  24 [h] 10-3
|
F*
↑
= 3492 Kd  340 W/K  24 h  10-3 = 8,160 (* Faktor F)
|
= 28.495 kWh  2.827 Liter Öl für die Beheizung
Verbraucht wurden demgegenüber 27.950 kWh. D.h. trotz des kälteren Winters 03/04 wurde witterungsbedingt
eine Einsparung von 545 kWh erreicht. Die kleine Einsparung betrug 2% bezogen auf die Grenz-Heizlast.
Sie basierte auf einer Einsparung durch „gefühlsmäßige“ Änderung des Lüftungsverhaltens, was ohne eine
kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage nur schwerlich zu erreichen ist.
Hinweis: Die Genauigkeit von GTZ-bezogenen Berechnungen des Zielverbrauchs beträgt wegen
der jährlich unterschiedlichen Sonnen- und Windaktivität etwa  3%.
* Faktor F: Eine Normierung der Gleichung für dieses Haus: solange QHspezifisch nicht geändert wird, verkürzt
sich die Rechnung: witterungsbedingte Ziel-Heizlast bzw. Grenz-Heizlast in kWh = GTZ x 8,16
Vereinfachte Leistungsberechnung Heizkessel 5-B
Berechnung der Leistung eines neuen Heizkessels (zu Beispiel A)
Die Norm DIN EN 12831 dient zur Berechnung der Norm-Heizlast
Die Norm gilt seit August 2003 als europaweit gültige Nachfolgenorm der deutschen DIN 4701. Der Zweck der
Anwendung der Norm ist eine qualifizierte Wärmebedarfsberechnung (Heizlast) und damit auch die geeignete
Methode zur Bestimmung der richtigen Leistung des Wärmeerzeugers.
Die neue Norm DIN EN 12831 wurde um das nationale Beiblatt 1:2008-07 (D) ergänzt, da die DIN EN 12831
teilweise unbefriedigende Ergebnisse im Vergleich zur alten DIN 4701 lieferte.
Die normgerechte Berechnung der Heizlast und damit die Bestimmung der Leistung eines Heizkessels ist für
einen Neubau oder vor einer umfangreichen Gebäudesanierung zwingend notwendig.
Für die Berechnung der Leistung eines neuen Heizkessels als Ersatz für ein altes Gerät ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 recht zeitintensiv, deshalb wird hier ein einfacheres Verfahren beschrieben und
zum Beispiel A gezeigt. Das einfache Verfahren eliminiert die Unsicherheiten einer Schätzung.
Für den Ort Langen (Beispiel A) wird die Normaußentemperatur mit -12°C
in den Normen angegeben, d.h. die Heizleistung der Anlage muß ausreichen,
die gewünschte Innentemperatur von 21°C bei Ta -12°C zu erhalten.
3%
mehrmehr
als 11
Abgasverlust 3%
als%11% Abgasverlust
20%
Oberflächenverlust
alt
24 kW
68%
Veralteter
Heizkessel
1%
neu
9,5 kW
genutzte Energie
96%
Moderner
Heizkessel
Notwendige Kesselleistung = QHspez.  DTmax
bei Zweitagesdurchschnitt mit Ta = -12°C: DTmax = 21°C + |-12°C| = 33K
Die angepaßte Leistung für das Haus in Langen: 340 W/K  33K = 11,22 kW
Eine Heiztherme mit 11 kW Leistung ist für dieses Haus ausreichend.
Der neue Kessel in dem Beispiel wurde mit 24 kW 114% überdimensioniert.
Folge: hohe Stillstandsverluste. Die Heizungsbauer empfehlen zur eigenen
Absicherung gerne leistungsstärkere Heizkessel als nötig.
Die oft empfohlene „Leistungsreserve“ wäre nur dann notwendig, wenn die
Heizung während eines längeren Winterurlaubs völlig abgestellt wird, was
nicht zu empfehlen ist. Eine Absenkung der Raumtemperatur um etwa 3°C
ist sinnvoll. Dann sind die Räume ohne eine „Leistungsreserve“ des Kessels
in wenigen Stunden (bei FB-Heizung länger) wieder erwärmt.
Untersuchungen nach Wolff/Jagnow in Deutschland ergaben, daß die Heizkessel im 1,8 mal (180%) größer
dimensioniert wurden als notwendig. Neben höheren Anschaffungskosten hat dies erhebliche Effizienzeinbußen und damit höhere Kosten im Betrieb zur Folge.
Die „Norm-Außentemperatur“
Wie in der Gleichung zur Kesselleistung gezeigt, bestimmen zwei Faktoren das Ergebnis: 1. die energetische
Qualität des Gebäudes (QHspez.) und 2. die Differenz zur tiefsten zu erwartende Außentemperatur DTmax.
Die Norm DIN EN 12831 zeigt für die Orte >20.000 Einwohner in Deutschland die gleichen Normaußentemperaturen (tiefstes Zweitagesmittel der Lufttemperatur in °C, 10mal in 20 Jahren) wie die alte Norm DIN 4701.
Die Angaben in der DIN 4701 zur Normaußentemperatur stammten aus einer Statistik des DWD für die Zeit
1951 bis 1970 (20 Jahre). Sie wurden für die Norm DIN EN 12831 von 2003 offenbar ungeprüft übernommen.
Seit 17 Jahren treten die alten Tiefsttemperaturen wegen des Klimawandels nur noch selten auf.
Der DWD erstellte 2008 eine Liste für die drei Meßstandorte Frankfurt/M-Flugh., Kassel und Bad Nauheim als
Beispiel für den Zeitraum 1991-2007 (17 Jahre). Nach der Norm hätten in diesen 17 Jahren 17 Tage mit „NormAußentemperatur ≤ -12°C auftreten können. Die Ereignisse traten im Zeitraum 1991-2007 erheblich seltener
auf, wie das Balkendiagramm zeigt. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) ist gefordert, beim DWD aktuelle
Klimadaten zu bestellen und in die DIN EN 12831 zu den
0 100%≡17 Tage ≤ -12°C 17 1991- 2007: 17 Tage
nach DIN EN 12831
„Norm-Außentemperaturen“ einzuarbeiten sowie den bisherigen
10 Tage
0
4
23,5%
Kassel tatsächlich
Erwerbern nachzuliefern, denn die Heizungsbauer müssen sich
1991-2007
0
3
17,6%
Bad Nauheim
zwecks Rechtssicherheit an die Norm halten, und sie sind damit
0
2
gezwungen, neue Heizkessel höher als nötig zu dimensionieren.
Frankfurt/Main
11,8%
Anzahl Tage mit ≤ -12°C in 17 Jahren
Eine Alternative: Die Auftraggeber vereinbaren mit den Erstellern
der Wärmebedarfsberechnungen und den Heizungsbauern vertraglich eine individuelle Tiefst-Außentemperatur, wobei die Bauherren das Risiko tragen müssen. Solange die Norm nicht sinnvoll korrigiert ist, sollten
die Bauherren beim DWD zu dem Standort des Gebäudes und der passenden Meßstation des DWD eine
Aufstellung der -Tagestemperaturen von z.B. ≤ -12°C und ≥ -12°C ≤ -8°C während der letzten ca. 20 Jahre
bestellen. Die Kosten von ca. € 75 + MwSt (2008) sind niedrig im Vergleich zu einem überdimensionierten
Heizkessel, der mindestens 2 Jahrzehnte lang unnötig Energie verschleudert.
Ich würde heute eine Tiefst-Temperatur von - 8°C im 24h-Mittel (in der Klimazone 8 wie Bad Nauheim) für
die Dimensionierung eines neuen Heizgerätes planen.
Das Risiko erheblich tieferer Temperaturen an wenigen Tage ist gering. Sollte dies eintreten, was immer
wieder geschehen kann, läßt sich die Temperatur unwichtiger Räume für ein paar Tage einfach reduzieren.
Der neue Heizkessel im Beispiel A wurde mit 24 kW 114% überdimensioniert. Wie die Rechnung mit
QHspez. zeigt, reichen 11 kW. Wäre die Klimaänderung mit einer Tiefsttemperatur von - 8°C berücksichtigt worden, hätte eine Leistung von 9,5 kW ausgereicht.
Gradtagszahl Beispiel B 6-A
Beispiel B
Anwendung der Gradtagszahlen als Meßlatte für den Heizenergieverbrauch
Seit unserer Haushaltsgründung 1968 notierte ich die monatlichen Zählerstände für den elektrischen
Energieverbrauch und seit 1981 auch für Gas und Wasser. Das sieht vordergründig nach „Buchhalterei“ aus. Meine Dokumentation verfolgt aber den Zweck, Störungen der Haustechnik zu erkennen.
Aus dem „Logbuch“ läßt sich eine Verbrauchsänderung z.B. nach technischen Änderungen oder der
längeren Abwesenheit eines Bewohners ablesen. Die „Leerlaufverluste“ des Hauses während einer
längeren Urlaubszeit lassen sich anhand der Aufzeichnungen leicht feststellen.
Ein weiterer Nutzen der Aufzeichnungen zeigte sich in den letzten Jahren bei den rasanten Preissteigerungen für Energie. Ich teilte den Versorgern vor der Rechnungsstellung meine monatlichen
Zählerstände für das Abrechungsjahr mit, denn die Energieversorger berechnen die Verteilung der
Monatsverbräuche nach einem statistischen Schlüssel, wobei des öfteren Teil-Verbräuche aus einer
niedrigeren Preisperiode der nächsten, teureren zugerechnet wurden - ganz zufällig natürlich.
Die Tabelle auf Seite 7 zeigt den Heizenergieverbrauch unseres Hauses mit den Heizperioden
mehrerer Jahre vom Juli bis Juni und ab 2007/8 von Mai bis April des Folgejahres.
Die IWU-Kalkulationstabellen erlauben beliebige Starttermine für den Betrachtungszeitraum.
Meine private Tabelle enthält einige Zusatzspalten mit Kosten und Daten zu dem Verbrauch
elektrischer Hilfsenergie für die Heizungsanlage.
In der Tabelle auf S. 7 erkennt man in der Spalte 7 (Abweichung) gut, daß wir bis 2002 sehr sorglos
geheizt hatten; es ist ja auch angenehm, im Winter in leichter Strandkleidung am Schreibtisch zu
arbeiten. Die Normen legen 20°C für Wohnräume fest, die EnEV von 2002 läßt sogar 19°C zu.
Da wir die „Normtemperaturen“ als zu kalt empfinden, bevorzugen wir 21,5 °C. Selbst bei 21,5°C
kann bei sitzender Tätigkeit ein Pullover empfehlenswert sein.
„Über den Daumen“ gerechnet lassen sich mit jedem °C Temperaturabsenkung etwa 6% Energie
einsparen - oder bei einer Temperaturanhebung 6% mehr verbrauchen.
Die Auswahl der richtigen Leistung des Heizkessels hat einen erheblichen Einfluß auf den Verbrauch.
Die Installationsfirma sah bei der Planung unserer Heizanlage einen Heizkessel mit mind. 30 kW vor,
was die richtige Leistung nach meiner Bedarfsberechnung mit 9,6 kW um das 3-fache überschritten
hätte. Selbst die 9,6 kW-Anlage war noch überdimensioniert (s. Heizkurve).
Wenn eine ordentliche Wärmebedarfsberechnung vorliegt, sollten keinerlei „Sicherheitszuschläge“
zur Heizleistung des Kessels zugelassen werden, denn jedes Watt Überdimensionierung erhöht die
Verluste - aber nicht den Komfort. Die 9,6 kW Therme leistet parallel auch die Warmwasserbereitung.
Wichtig ist die Selbstregelung der Leistung der Therme in einem möglichst großen Bereich unterhalb
der Nennleistung (100%  10%, „Modulationsbereich“ genannt). Die Firma Elco-Kloeckner bietet derartige Konstruktionen für Gas an (s. Seite 69). Ölkessel können m. W. diese Forderung nicht erfüllen.
Jedes technische Gerät, dessen Leistung überdimensioniert ist, verschleudert Energie, d.h. Verlustwärme und CO2. Zahllose Beispiele dafür „beheizen“ täglich unsere Straßen: PKW‘s mit geradezu
abartig überdimensionierten Motoren. Die derzeit beliebten „SUV‘s“* zum „Brötchenholen“ sind ein
drastisches Beispiel für die Mißachtung der physikalischen Zusammenhänge durch die Käufer.
* (SUV = „Sports Utility Vehicle“ - die „Brötchenholvehikel“ aus den USA, seit einigen Jahren auch in Europa)
Hauskennlinie zu diesem Haus mit QHspezifisch = 215 W/K
Hausverlust: QHspezifisch = 215 W/K || HGT=12°C
Flächenverlust: QFspezifisch = 0,7167 W/Km²
||
300m² beheizt
Bei Tinnen 21,5°C und Taußen -12°C* beträgt Dt = 33,5 K
Maximalverlust Qges = 215 W/K x 33,5K = 7,2 kW bei -12°C
* Norm-Außentemperatur für Bad Homburg: -12°C
(tiefstes Zweitagesmittel: 10mal in 20 Jahren)
Die alten „Norm-Außentemperaturen“ wurden seit
17 Jahren in Bad Homburg nicht mehr erreicht.
Für unsere Lage würde ich heute -8°C als „Norm-TA“
ansetzen → 6,5 kW Thermenleistung maximal.
Bei andauernder Tages--Temperatur von +12°C ist mit etwa 2 kW
zu heizen. Die HGT gibt nur an, ab
welcher Temperatur zu heizen ist.
+ 20°C
seltenes
Ereignis
im
„Hügelland“
etwa 98%
des Heizbetriebes
meist kein
Heizbedarf
+ 15°C
HGT
12°C
+ 10°C
+ 5°C
0°C
Heizleistung
kW
8
7,2
6
4
2
(Klimazone 8)
- 5°C
- 10°C
- 15°C
 - Tages-Außentemperatur
Die „Norm-Außentemperatur“ von ≤ -12°C trat im Zeitraum 1991-2007 nur noch an 3 Tagen in 17 Jahren auf. In der Klimazone 8
(Bad Homburg) ist als Folge des Klimawandels für die nächsten 20 Jahre wahrscheinlich nur noch mit einer „Norm-Außentemperatur“
von -5°C bis max. -8°C zu rechnen. Eine Heiztherme mit 6,5 kW Leistung wird den Anforderungen gerecht werden.
Der Lüftungsverlust QL
Gradtagszahl Beispiel B / Lüftung
6-B
Das Wohnhaus nach Beispiel B hat ein beheiztes Volumen V von 750 m³ bei  21,5°C Tinnen.
Die Wärmebedarfsberechnung für das Haus erfolgte nach DIN 4701 (Entwurf von 1978).
Der „Norm-Lüftungsverlust“ war mit 0,5V/h anzusetzen, d.h. es war bei durchschnittlicher Windstärke
mit einem natürlichen, stündlichen Luftwechsel von 375 m³/h zu rechnen - also unsinnig hoch mit der
Folge von hohen Wärmeverlusten und Zugluft im Haus.
Der durchschnittliche Lüftungsverlust im Gebäudebestand wird mit 30% von Qgesamt angenommen.
Die Fenster- und Türfugen und andere Lecks verursachen den Lüftungsverlustverlust QL in Abhängigkeit von der Windstärke. Die Verluste durch die Fensterlüftung kommen hinzu.
Der Gesamtverlust eines Hauses setzt sich aus dem Transmissionsverlust QT und dem Lüftungsverlust QL zusammen: Qgesamt = QT + QL und damit QL = Qgesamt – QT.
Die Erwärmung von 375 m³/h Außenluft auf Zimmertemperatur hätte im Heizjahr 2005/06 (Haus Beipiel B) bei der Gradtagszahl von 3894 Kd, 214 Heiztagen mit der -Außentemperatur an den Heiztagen von 3,3 °C (s. Seite 7) einen Gasverbrauch allein für die Lüftungsverluste QL von 12.619 kWh
erfordert. Der Energiebedarf für die Erwärmung von 1 m³ Luft um 1K beträgt 0,36 Wh/m³K.
Berechnung dieses Lüftungsverlustes: QL = 214 d  24 h  (21,5°C - 3,3 °C)  375 m³/h  0,36 Wh/m³ K = 12.619 kWh
Der tatsächliche Verbrauch Qgesamt betrug in der Heizperiode 05/06 20.441 kWh.
Nach „Norm-Lüftung“ hätte der Lüftungsverlust von 12.619 kWh 61% von Qgesamt betragen.
Die Wärmebedarfsberechnung zum Haus B orientierte sich nicht am zulässigen „Norm-Lüftungsverlust“ mit 0,5V/h sondern an der Berechnung der voraussichtlichen Fugenverluste durch die Fenster,
Außentüren, Rolladenkästen und andere Öffnungen. Danach hätte sich ein theoretischer Lüftungsverlust von etwa 4.500 kWh (22 % für 2005/06) ergeben - theoretisch wegen der noch unsicheren
Wirksamkeit der Dichtungen.
Die Dichtigkeit eines Gebäudes hängt nicht von der Berechnung sondern von der handwerklichen Sorgfalt der
Ausführung ab. Die Tür- und Fensterdichtungen sind heute „gut“. Nicht nur der unkalkulierbare Wind bestimmt
die Verluste, sondern besonders das Lüftungsverhalten der Bewohner beeinflußt während der Heizperiode die
Verluste. Die Lüftungsverluste werden nach der Durchführung eines „Blower-Door“-Tests bezüglich der Dichtigkeit des Gebäudes besser kalkulierbar (s. Seite 66).
Die Berechnung der tatsächlichen Lüftungsverluste ist nach dem Verbrauch eines
Heizjahres mit den GTZ ungefähr bestimmbar.
Hierzu benötigt man den mit der Wärmebedarfsberechnung berechenbaren Transmissionsverlust QT.
Die Berechnung ergab für das Haus Beispiel B einen zu erwartenden Transmissionsverlust von 6,6 kW.
Der Transmissionsverlust im Heizjahr 05/06 betrug rechnerisch damit QT = 18.416 kWh.
Mit QL = Qgesamt  QT ergibt sich für QL1 = 20.441 kWh  18.416 kWh = 2.025 kWh  10% von Qgesamt.
Dieser Wert ist auch als theoretischer Wert anzusehen, denn die Rechenergebnisse von QT nach der Norm sind
mit Unsicherheiten behaftet, geschätzt +5%, da z.B. die Kennzahlen zu den Baustoffen von den amtlichen Prüfämtern stets auf der „sicheren“ Seite liegen.
Im Haus B wurde eine zusätzliche Wärmedämmung der Rolladenkästen in der Rauminnenseite eingebaut, die
erheblich zur Minderung der Lüftungsverluste beitrug, was aber nicht hinreichend genau berechnet werden
konnte und nicht in der Bedarfsberechnung berücksichtigt wurde.
Das Maß der notwendigen Lüftung
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe zum Lüften einer Wohnung oder eines Hauses. Eine sehr gute Orientierung
gab Dr. Max v. Pettenkofer vor etwa 150 Jahren mit seiner Empfehlung, den CO 2-Gehalt der Raumluft nicht
über 1000 ppm (0,1%) steigen zu lassen, um Wohlbefinden zu sichern. Dieser Wert wäre einfach kontrollierbar,
wenn je Wohnung ein CO2-Meßgerät installiert wäre (s. S. 10 und 70-72).
Die zwei Bewohner des Hauses Beispiel B betreiben die Lüftungsanlage mit Wärmetauscher (WT) im  mit
10 m³ Frisch- bzw. Abluft/h und Person. Für die Heizperiode 2005/06 ergibt dies den Lüftungsverlust QL2:
QL2 = 210 m³/h214d24h18,2 K (21,5°C - 3,3 °C)0,36 Wh/m³K1,43* = 962 kWh. *1,43 = 1 :  │  = 0,7 des WT
Der Wärmetauscher dieser Be- und Entlüftungsanlage (1981) hat bei 0°C TA einen Wirkungsgrad  von 70%; heute gelten ≥ 95% als Standard.
Der Verlust von 962 kWh würde sich ergeben, wenn das Haus luftdicht wäre. Die tatsächliche Undichtigkeit des
Hauses wurde bisher durch einen „Blower-Door“-Test nicht untersucht. Es erscheint sinnvoll, QL1 und QL2 zu
addieren, solange keine exaktere Bestimmung der Lüftungsverluste auf einfache Weise möglich ist.
QL1 + QL2 = 2.025 kWh + 962 kWh = 2.987 kWh Lüftungsverluste im Heizjahr 05/06 ≙  15% von Qgesamt.
Der Wert gilt nur angenähert. Nach dieser Betrachtung betrug der Transmissionsverlust 05/06 18.214 kWh.
Die Lüftungsverluste folgen wegen der unberechenbaren Winde der Außentemperatur nicht proportional wie der
Transmissionsverlust.
Die Berechnung der Lüftungsverluste ist bis heute eine eher „luftige“ Angelegenheit
Empfehlenswert, auch für Privatzwecke, ist das Buch von C. Aschoff und H. Grotjan
„Frischlufttechnik im Wohnungsbau“ Gentner Verlag Stuttgart, ISBN 3-87247-616-5, € 39,80.
Ausführliche Information: www.frischlufttechnik.de
Gradtagszahl Beispiel B
Anwendung der Gradtagszahlen als Meßlatte für den Heizenergieverbrauch
Die Tabelle zeigt den Heizenergieverbrauch mehrerer Jahre (Spalte 6) und im Vergleich dazu
den witterungsbedingten Grenzwert gemäß den Gradtagszahlen (Spalte 5). Spalte 7 zeigt die
Abweichungen in %. Gerechnet mit QHspez. = 215 W/K
Normiert für dieses Haus: witterungsbedingte Grenz-Heizlast in kWh = GTZ  5,16
Die Umrechnung der m³ Gas in kWh erfolgt mit der jährlichen Angabe zum Gas-Brennwert des
Gaslieferanten. Die Angaben zum Brennwert erscheinen gelegentlich fragwürdig.
2
3
4
5
6
7
8
9
10
GTZ D %
Heiztage

Verbrauch
Abweichung
taußen
GrenzHeizlast
[°C]
[kWh/Jahr]
JahresFlächenlast
kWh/m²a
vom
Ist-Verbrauch
WarmWasser
m³
kWh Gas
für WarmWasser
1
Heizjahr
1. Juli bis
30. Juni
gerechnet
mit
[Kd]
Station
Kassel
Ti: 21,5°C
HGT: 12°C
GTZ
zum
Vorjahr
[d]
an
Heiztagen
[kWh/Jahr]
D%
(Spalte 5 zu 6)
Ziel-Wert
Ist-Wert
Gr.Heizlast =
GTZ  5,16
nur Heizung
rot: zu viel
blau: OK
 10,7 m³
Gas
pro 1 m³
Warmwasser
(Spalte 6)
Verbraucher:
2 Personen
+
Spülmaschine
+ 22,27 %
76,5
20,6
2.261
21.117
+ 15,25 %
70,4
22,6
2.463
19.433
20.143
+ 3,65 %
67,1
22,1
2.409
4,8
19.897
18.737
- 5,83 %
62,5
20,3
2.212
04 / 05 3832 - 0,85 225
4,5
19.773
17.536
- 11,31 %
58,5
19,6
2.071
05 / 06 3894 + 1,86 214
3,3
20.093
20.441
+ 1,73 %
68,1
18,3
1.972
06 / 07 2862 - 26,5 189
6,4
14.768
15.011
+ 1,65 %
50,0
17,6
1.897
QHspez =
215 W/K



222
5,1
18.662
22.941
01 / 02 3551 - 2,33 215
5.0
18.323
02 / 03 3766 + 6,05 215
4,0
03 / 04 3856 + 2,4
231
00 / 01 3636 + 5,6

(bis + 5%)
Umstellung des Betrachtungszeitraums ab 07/08: 1. Mai bis 30. April Meßstation: Fritzlar
07 / 08 3653 + 27,4 223
5,2
18.849
17.989
- 4,56 %
60,0
15,13
1.621
08 / 09 Ti3802
+ 4,08 232 5,4
= 21,8°C
19.618
20.215
+ 3,05 %
67,7
15,59
1.668
+ 3,8
09 / 10 Ti3948
= 22,4°C
73,5
15,22
1.628
74,6
15,20
1.626
211
3,7
20.372
22.069
+ 2,33 220
10 / 11 Ti4040
= 22,4°C
4,0
20.846
22.399
+ 8,3 %
Der Wärmetauscher der
Therme war nicht gereinigt
+ 7,4 %
 Die DWD-Station PLZ 34560 Fritzlar gilt seit Juli 07 auch für die Postleitzone 61350 Bad Homburg
Die GTZ sind den Tabellen des IWU Darmstadt entnommen.
Tinnen = 21,5°C (für 08/09: 21,8°C), Heizgrenztemperatur HGT: 12°C.
 Meiner Wärmebedarfsberechnung (1980) lag die Zielgröße zum QHspezifisch mit max. 300 W/K (beheizbare
Fläche 380 m² inklusive ausgebautem Dach) zugrunde. Der Dachraum wurde nicht ausgebaut, die beheizte
Fläche beträgt 300 m² mit QHspez. = 237 W/K.
Ich setzte den spezifischen Hausverlust QHspezifisch für Vergleichszwecke mit 215 W/K fest, zumal einige
Verbesserungen zum Wärmeschutz rechnerisch nicht in der Wärmebedarfsberechnung berücksichtigt waren.
Voraussichtliche Entwicklung der zukünftigen Gradtagszahlen und Wintertemperaturen
Läßt sich aus der Entwicklung der Gradtagszahlen und der „Norm-Außentemperatur“ der Vergangenheit die
zukünftige Entwicklung vorhersagen? Wettervorhersagen können nur sehr kurzfristig sein, klimatische Veränderungen lassen sich aber über längere Zeiträume beobachten und bewerten. Die Klimaforscher gehen von
einer weiteren Erderwärmung in den nächsten 20 Jahren aus, die auch Deutschland betreffen wird, wobei mit
Schwankungsbreiten der GTZ von etwa  500 Kd jährlich zu rechnen ist.
Die Gradtagszahlen 1990-2008 ( 3224 Kd im Jahr) sanken in 18 Jahren gegenüber der Periode 1970-1989
( 3568 Kd im Jahr) um 344 Kd, fast -10%, im Durchschnitt um 19 Kd pro Jahr. Die Veränderung verlief natürlich
nicht linear. Es gab 3 kalte und 15 milde Winter unterschiedlicher Ausprägung in der Periode 1990-2008.
Die Anzahl der sehr kalten Tage mit „Normaußentemperatur“ nahm stark ab; z.B. seit der Meßperiode 1951-1970
in Kassel um 75%. Wir können davon ausgehen, daß dieser Trend anhält und im Mittel der nächsten 20 Jahre mit
etwa 3500 Kd zu rechnen sein wird.
Die alten „Norm-Außentemperaturen“ mit -12°C und tiefer werden nur noch selten gemessen werden können.
Im Jahr 2020 wird die „Norm-Außentemperatur“ für die ehemaligen „-12°C-Gebiete“ mit -5°C bis -10°C zutreffen.
7
Gradtagszahl / Klimaentwicklung
Beispiel C
- ein Anwendungsbeispiel „zwischen den Zeilen“ der IWU-Tabellen -
Ist der Klimawandel an den Tabellenwerten zur Außentemperatur erkennbar?
Die verkleinerte IWU-Tabelle (hier eingestellt für die
HGT von 15°C) zeigt neben den aktuellen Werten ab
1990 (linker Block) rechts die Vergleichszahlen zum
langjährigen Mittel von 1970 bis 2006 (37 Jahre),
was mich zum „Nachgraben“ durch Interpolation animierte. Ich wollte herausfinden, ob sich der vielbeschriebene Klimawandel in dem kurzen Zeitraum von
37 Jahren an einer Änderung der durchschnittlichen
Temperatur im Raum Frankfurt/Main erkennen läßt.
Das Beispiel soll nur die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der IWU-Tabellen aufzeigen.
Daten für Frankfurt/M
bei HGT = 15°C / Ti = 21,5°C
1970-2006 = 37 Jahre
1970-1989 = 20 Jahre

Heiztage
 p.a.
253
260

1990-2006 = 17 Jahre
244,7 (- 5,9%)
-Daten von 1970-2006: 3801 253 10,4 6,5
Außentemp.
 °C
10,4
9,98

10,9 (+ 0,92°C)
-Außentemp.°C
an den Heiztagen
6,5
6,3

6,73 (+ 0,43°C)
Die -Außentemperatur ist in den letzten 17 Jahren um 0,92°C gestiegen = +9,22 %
Die -Temperatur an den Heiztagen stieg „nur“ um 0,43°C = +6,8% (im Winter „heizt“ im Norden kein Treibhausdach).
Der absolute Anstieg in den letzten 17 Jahren um 0,92 °C bzw. 0,43 °C klingt harmlos, die Auswirkungen sind aber gravierend. Wäre der Temperaturanstieg auf den Frankfurter Raum begrenzt,
könnten wir uns freuen. Der Anstieg betrifft aber den gesamten Globus, sowohl Festland als auch
Meere und die Eisregionen. Die Temperatur der Nordsee stieg seit 1962 um 1,5°C.
2005
2006
2006
Globale-Durchschnittstemperatur
Die Weltmitteltemperatur beträgt 15°C
0,6
Quelle: www. Hadley centre.uk  Climate monitoring and data sets 
Das Hadley Centre (UK) veröffentlicht
Climate indicators
0,4
die jährlichen Abweichungen:
0,2
1990 + 0,31 K
0,0
1991 + 0,25 K
1992 + 0,12 K
1993 + 0,18 K
1994 + 0,23 K
1995 + 0,37 K
1996 + 0,23 K
1997 + 0,41 K
1998 + 0,58 K bis dahin wärmstes Jahr
Die Zeitreihe der Globaltemperaturen wird in Zusammen1999 + 0,34 K
arbeit der Climate Research Unit der University of East
2000 + 0,29 K
Anglia, Norwich mit dem UK Met. Office Hadley Centre
2001 + 0,42 K
erstellt. Der kombinierte Land-See-Datensatz enthält
Lufttemperaturmessungen an Landstationen und Wasser2002 + 0,47 K
oberflächentemperaturen von Schiffen und Bojen. Er besteht
2003 + 0,47 K
seit 1856 und dient zur Klimaüberwachung. Das Jahr 2003
2004 + 0,43 K
war zusammen mit dem Vorjahr 2002 das zweitwärmste der
2005 + 0,48 K
Zeitreihe.
2006 + 0,44 K
Die Klima-Fieberkurve
Die globale Erwärmung schreitet fort. Ursache?
Die Intensität der Sonneneinstrahlung nahm nicht zu. Bleibt also nur eine Ursache:
Mehr anthropogene (von den Menschen erzeugte) Treibhausgase CO2 und Methan in der
oberen Troposphäre und dadurch eine „Verdichtung“ der Treibhausglocke über uns.
8
Nützliche Meßgeräte für Hausfrauen und Hausmänner
Meßgeräte I
Über den Zustand und über die optimale Betriebsweise einer technischen Einrichtung lassen sich nur
dann fundierte Aussagen machen, wenn die wichtigen Parameter gemessen werden können.
Jedes Auto enthält heute ein Vielfaches der Meßtechnik unserer Häuser. Trotz Raumfahrt und GigaHertz-Mobiltelefonie: Die Ausstattung der Haustechnik mit Meßtechnik entspricht in nahezu allen
Wohnhäusern der technischen Steinzeit. Zahlreiche Meßgeräte lassen sich im Conrad-Katalog finden
(www.conrad.de). Die Anwendung der Gradtagszahlen GTZ setzt voraus, daß Meßeinrichtungen für
den Verbrauch vorhanden sind, was bei Gasheizungen gegeben ist.
Der Gaszähler des Gaslieferanten mißt den Gasdurchfluß in m³. Mit einem Umrechnungsfaktor
wird das Gasvolumen in die verbrauchten kWh umgerechnet. Die Faktoren der Gaslieferanten
„streuen“ ortsabhängig.
Der Gasversorger Mainova, Frankfurt, gibt für das Jahr 2005 an: 1 m³ Erdgas = 10,776803 kWh
Öl-Verbrauchsanzeiger fehlen an den meisten Öl-Heizkesseln. Selbsthilfe kann das
Problem lösen: Die Firma Conrad-Electronic liefert einen kleinen Zähler, der parallel zur
Ölförderpumpe angeschlossen wird. Der Verbrauch kann in kg oder in Litern (Auflösung
10 ml) am LCD-Display angezeigt werden (Conrad Best.-Nr. 120990, € 19,95).
Die Messung der Tankfüllstandshöhe mit dem Peilstab liefert dagegen nur grobe Ergebnisse, auch die Differenz zwischen zwei Tankfüllungen ist als Verbrauchswert für die Berechnungen mit den GTZ zu ungenau.
Wichtig ist die Kenntnis des Äquivalents: 1 Liter Heizöl EL  10 kWh.
Separate Wasserzähler messen den Warmwasserverbrauch in der Zuleitung zur Therme.
Der nachträgliche Einbau ist für einen Installateur meist kein Problem.
Die Autoren der Normen bzw. der EnEV (Energieeinsparverordnung) halten dies offenbar
für unnötig: dort wird der Warmwasserverbrauch auf die Wohnfläche bezogen, was absurd
ist, denn Wohnfläche verbraucht kein Warmwasser. Nur die Zahl der Bewohner und deren
Verbrauchsverhalten bestimmt den Verbrauch. Der damit verbundene Energieverbrauch liegt zwischen 10%
bis 30% des Energieverbrauchs für die gesamte Wärmeerzeugung - bei Passiv-Häusern auch 80%.
Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung
Zur Erwärmung von 1 m³ Wasser um 1K werden 1,163 kWh bei  = 100% des Wärmeerzeugers benötigt.
 der Gas-/Ölthermen  80%,  der Elektroboiler  97%. Beispiel: Die Erwärmung von 1m³ Kaltwasser von
10°C auf 60°C (Dt=50K) erfordert mit der Gas-/Öltherme bei  = 80% ca. 73 kWhGas/Öl mit einem
Elektroboiler bei  = 97% ca. 60 kWhel. Die Leitungsverluste zur Zapfstelle sind stark unterschiedlich, sie
betragen etwa 30% der Heizenergie. Für Überschlagsrechnungen: 1m³ W.W. benötigt ca. 100 kWh.
Die meßtechnische Erfassung der elektrischen Hilfsenergie für die Heizungsanlage
mit einem kWh-Zähler fehlt in fast jedem Haus. Insbesondere Pumpen herkömmlicher Bauart sind „Stromfresser“, sie laufen während der Heizperiode rund um die Uhr.
Energiefressende Einrichtungen sind darüber hinaus Zirkulationspumpen für Warmwasser. Wer sinnvoll investieren will, läßt Pumpen neuer Bauart einbauen, denen bei
gleicher Pumpenleistung ein Bruchteil elektrischer Energie genügt. Es gibt gute und preisgünstige
„Energiekostenzähler“, deren primäre Funktion das Erfassen der verbrauchten kWh ist. Ein derartiges Gerät
sollte auch für die Messung der Leistung in W eines Verbrauchers umschaltbar sein. Intelligentere, kaum
teurere Geräte dieser Art können sowohl die Wirkleistung als auch die Blindleistung eines Verbrauchers
anzeigen. In der Wohnhaustechnik interessiert die elektrische Wirkleistung (W) bzw. die Wirkarbeit (kWh).
Elektrische Multimeter zum Messen der elementaren elektrischen Größen wie Spannung, Strom
und Widerstand gehören zur meßtechnischen Grundausstattung. Jeder Haushalt ist vollgestopft
mit Elektrogeräten, Batterien und Akkus. Da tritt häufig mal ein Fehler auf, der vorab einer einfachen Diagnose bedarf - aber in den meisten Haushalten fehlt ein Multimeter. Oft sind es nur
Kleinigkeiten: z.B. Batterie- oder Akkuspannung 1/10 Volt unter dem Limit, oder ein Netzsteckeranschluß bzw. ein Kabel ist defekt. Vielfachmeßgeräte gibt es in allen Varianten, s. Conrad.de
Für den normalen Hausgebrauch reichen Geräte, die zwischen 9 und 20 Euro kosten.
Ein Betriebsstundenzähler kann die Brennerlaufzeiten des Heizkessels erfassen.
Die Geräte geben Aufschluß über die Betriebszeiten der Heizgeräte und damit über die
richtige oder falsche Dimensionierung des Wärmeerzeugers. Wenn der Heizkessel überdimensioniert ist und ständig ein- und ausschaltet, entstehen hohe Stillstandsverluste.
QHspezifisch war bei der Planung der Haustechnik in diesem Fall eine unbekannte Größe.
Die Natur stattete uns zwar mit einigen Sinnesorganen aus, deren Sensoren reichen für
das Überleben im technischen Zeitalter aber nicht aus. Deshalb benötigen wir Meßgeräte.
9
Meßgeräte II 10
Unerläßlich sind genaue Thermometer. Am besten sind immer noch
Glasthermometer hoher Genauigkeit und Auflösung - aber die gibt es nicht einmal beim Optiker.
Laborthermometer sind die Instrumente der Wahl - erhältlich im Handel für Laborbedarf.
Die üblichen Digitalthermometer täuschen Genauigkeit vor. Präzisions-Digitalthermometer
(Fehler 0,1%) sind sehr teuer. Ich testete ein Digitalgerät ausreichender Genauigkeit, s. Foto links.
Laborthermometer
Einschlussform, Ø 8 bis 9 mm.
Richterverschluss mit Knopf.
Prismatische Messkapillare
blauleuchtend, eichfähig
Länge 420 mm
Mit Hg-Füllung.
Meßbereich 0 bis +50 °C
Auflösung 0,1 °C
€ 42,57 brutto
Glaswarenfabrik Karl Hecht KG
97647 Sondheim
(keine Direktlieferung)
DIGITAL-THERMOMETER
LOUIS, Hamburg Internet: louis.de
Temperaturbereich -20° bis +50°
Auflösung: 0,2 °C, Ziffernhöhe 19 mm
Fehler:  0,2°C -- ist „gut“ (eigene Erprobung)
Größe: 55x33x10 mm, Zelle: LR 43 oder
Renata Nr. 386, 11,6 x 4,2 mm
mit Aufstellbügel und Klebepad
Best. Nr. 10034851 € 9,95
Temperatur-DatenLogger DL-100 T
mit USB-Ausgang
Conrad-Electronic
Art.-Nr.: 100727
€ 44,95
bis 32000 Meßwerte
Meßrate: 2s - 24h
mit Software
mit Lithium-Batterie
-40 bis +70°C
Auflösung: 0,1 °C
Details: siehe S. 4
Temperatur- u. Feuchtelogger siehe unten
Luxmeter sind zwar als Belichtungsmesser in jeder Kamera enthalten, in den
Haushalten zur Messung der Beleuchtungsstärken sind Luxmeter aber fast unbekannt, obwohl die richtige Beleuchtung für das Wohlbefinden ebenso wichtig
ist wie die richtige Zimmertemperatur. Einige empfohlene Lux-Werte:
Treppen, Keller, Dachboden
30 Lux
Diele, Garderobe, WC, Bad
720 Lux
Garagen, Flur, Abstellraum
60 Lux
Kinderzimmer, Vorratsraum
720 Lux
Küche, Hobbyraum, Wohn- und
Speisezimmer, Hausarbeitsraum 250 Lux
Lesen, Schreiben, Handarbeiten, Malen, Kosmetik
750 Lux
Küchen- Hobbyarbeiten,
Büro- und Laborarbeiten
Techn. Zeichnen, Präzisionsarbeiten, genaues Prüfen und
Farbbeurteilung
7000 Lux
500 Lux
Das Gerät MS-1300
hat einen Meßbereich
von 0,1 bis 50.000 Lux
Genauigkeit  5% < 10.000 Lux
 10% > 10.000 Lux
LUXMETER MS-1300
Artikel-Nr.: 128800
€ 35,95
Conrad-Electronic
CO2-Sensor mit Steuerausgang (s. S. 70)
Infrarotthermometer
Meßbereich 500-5000 ppm
Auflösung min. 150 ppm, Genauigkeit  150 ppm
Diese Geräte dienen zur berührungslosen
Messung von Oberflächentemperaturen.
Die Messung zeigt z.B. die Oberflächentemperatur einer Wand, einer kalten Raumecke im Zimmer oder einer Kochplatte.
Wichtig ist das D:S-Verhältnis (Meßabstand
zu Meßfleck) der Optik (z.B. 30:1) und
ein einstellbarer Emissionsgrad.
CO2 Raumluftmonitor/
Transmitter LN 401
CHF 490,-Mosway Electronics GmbH
Industrie-Elektronik
Gas- Sensorik
Gebäudetechnik
Binzholzstrasse 33
CH-8636 Wald / ZH
www.mosway.ch/de/ln401.html
Messprinzip:
Genauigkeit:
Temperaturabhängigkeit:
Messbereich:
Max. CO2 - Konzentration:
Abmessungen:
Stromversorgung:
Ausgang:
Analogausgang
Umgebungstemperatur:
Rel. Luftfeuchtigkeit:
Physikalisch (IR-Absorption durch CO2)
5% d. Messwerts +/- 150 PPM (@25 °C, 1013hPa)
< 5 ppm pro °C
0 – 5000 ppm CO2
100% CO2 ohne Überlastung der Messzelle
70x70x26mm
8..15 VDC 0.2A (nominal 12 VDC)
3 potentialfreie Kontakte max. 48V/0.5A
0-5V == 0-5000ppm CO2 (Ri = 100 Ohm)
10 – 35 °C
0 - 95% (nicht kondensierend)
Temperatur- / Feuchte Datenlogger
DL-120 TH mit USB-Adapter
Conrad-Electronic
Art.-Nr.100040 € 59,95
bis 2 x 16.000 Meßwerte
Meßrate: 2s - 24h
-40 bis +70 °C // 0 -100 % rF
Auflösung: 0,1 °C // 0.1% rF
Genauigkeit: Temp. ± 1 °C,
Luftfeuchte ± 3% rF
Beispiel: IR 900-30S € 99,95
Conrad Electronic, Artikel-Nr.: 100920
Technische Daten (Auszug)
Temperatur: -50 bis +900 °C
Genauigkeit: ±1.5%
Auflösung Temperatur: 0.1 °C
Optik: 30:1
Ansprechzeit: < 1 s
Emissions-Grad: 0.1 - 1.0
Zuschaltbarer Ziel-Laser
Spannungsversorgung: 9 V Block
Abm.: (B x H x T) 56 x 230 x 100 mm
Gewicht: 290 g
CO2-Meßgerät CO-10 Conrad Electronic
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Art.-Nr. 101313-33 € 99,95
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Meßwerte
Spannungsversorgung
Meßbereich CO2
Meßbereich Temperatur
Auflösung
2-zeiliges LC-Display
Kohlendioxid und Temperatur
100 – 240 V/AC, Steckernetzteil
0 – 3000 ppm CO2
0 – 50 °C
1 ppm (0 – 999 ppm)
5 ppm (1000 – 1999 ppm),
Genauigkeit CO2
 70 ppm /  5% der Ablesung
Genauigkeit Temperatur  1°C
Alarmpegel
fix 1000ppm oder einstellbar
Alarmsignal
Summer und LED-Anzeige
Es gibt noch viele weitere nützliche Geräte für den Haushalt, die nicht nur das Herz des Meßtechnikers
erfreuen können wie z.B. ein Hygrometer, ein Schallpegelmesser, ein Anemometer zur Luftmengenmessung
und Einstellung in Lüftungskanälen, eine Feinwaage 50 mg-250 g, eine Stoppuhr, eine präzise Schieblehre
und natürlich Taschenrechner mit mathematischen / technischen und kaufmännischen Funktionen.
Man sollte nur die Meßgeräte kaufen, deren Fehlergrenzen mit ± x % (Genauigkeit) zu allen Meßbereichen
spezifiziert sind - im Datenblatt oder in der Bedienungsanleitung zu finden.
Wir leben in einer von Technik bestimmten Welt, deren Zusammenhänge und Folgen wir nur
verstehen, wenn die physikalischen Hintergründe bewußt werden - dabei helfen Meßgeräte.
Bei allem Messen sollte man aber an den „Innungsspruch“ der Meßtechniker denken:
„Wer mißt, mißt Mist, man muß nur wissen, welchen Mist man mißt“
Diese Aussage bezieht sich auf die Betrachtung und Bewertung der möglichen Meßfehler
der Meßanordnung.
Nützliche Ergänzung zum Energieausweis: Qspezifisch
29-B
Die Energieausweise sollten um die spezifische Kenngröße QFspezifisch
der Wohnfläche ergänzt werden, um die energetische Qualität der
Häuser untereinander einfach vergleichen zu können.
Die übliche Angabe zum Verbrauch in kWh/m²a gilt nur für 1 Heizjahr.
Der Wert eignet sich auch nicht zum Vergleich mit anderen Häusern.
Die „Klimafaktoren“ liefern keine individuelle Information zu Gebäuden.
Ein Kauf- oder Miet-Interessent könnte die Angebote leichter und
genau vergleichen, wenn die spezifische Heizlast in W/K für das
Gebäude oder in W/Km² für die Wohnfläche angegeben würde.
Diese spezifischen Größen sind unabhängig vom Heizjahr, sie gilt,
solange das Gebäude oder der Wärmeerzeuger nicht verändert wird.
Die spezifische Hauskenngröße QHspezifisch ergibt sich aus einer
fachgerecht erstellten Wärmebedarfsberechnung.
QHspez. [W/K] = Verlustleistung Haus Qgesamt : Normaußentemperatur
Die -Innentemperatur wird bei der Bedarfsberechnung meist mit
20°C angesetzt. Zur späteren Überprüfung des Verbrauchs setzt man
in die Tabelle des IWU die tatsächliche Innentemperatur ein.
Die „Normaußentemperatur“ gibt die lokal zu erwartende Tiefsttemperatur an, die nach den alten
Statistiken des DWD 10 Mal in 20 Jahren für 2 Tage auftreten kann. Die noch heute in den Normen
geltenden Werte stammen aus dem Zeitraum 1951-1970. Der Klimawandel überholte die Daten.
Liegt keine Bedarfsberechnung vor, kann QHspez. hilfsweise anhand des Heizenergieverbrauchs
eines Referenz-Jahres und der für dieses Jahr gültigen Gradtagszahl (GTZ) bestimmt werden, siehe
hierzu Broschüre Saatweber zu den GTZ Seiten 4/5A und Kasten unten.
Die spezifische Kenngröße für die Wohnfläche QFspez. läßt sich aus QHspez. einfach bestimmen:
QFspez. in W/Km²Wohnfläche = QHspez. : Wohnfläche
Qgesamt =TransmissionsQT ++ Lüftungsverluste
QL = QHspez.DT
QFspez. ist mit 4 Stellen hinter dem Komma anzugeben
Ein Vergleich zum heutigen Energieausweis mit einem um Qspez. ergänzten Ausweis zeigt den Vorteil
Beispiel: Ein Hauseigentümer aus Düsseldorf, für dessen Haus im Energieausweis ein Verbrauch
von 180 kWh/m²a ausgewiesen ist, sucht ein Wohnhaus in München. Er findet dort ein gleichgroßes
Objekt mit 160m² Fläche, für das ebenfalls 180 kWh/m²a ausgewiesen sind. Wäre der spezifische
Verlust in W/K bekannt, könnte der energetische Mehrwert des Münchner Hauses erklärt werden:
-GTZ* Düsseldorf = 3525 Kd, -GTZ* München = 4662 Kd, d.h. in München sind die Winter im
 32% kühler als im Raum Düsseldorf. * Gradtagszahlen, -GTZ → hier:  der letzten 7 Jahre.
Die spezifischen Hauskennwerte: Düsseldorf 295 W/K bzw. 1,8375 W/Km²,
München 223 W/K bzw. 1,3938 W/Km², also energetisch
deutlich besser, was die Energieausweise nicht aufzeigen. Mit den Zahlen wird ein Vergleich
und eine wirtschaftliche Betrachtung leicht möglich, siehe Kasten.
Vergleich zu den Häusern in Düsseldorf (D) und München (M), GTZ für 07/08
GTZ D = 3391 Kd, 256 HT, -TA an den HT 7,8°C, Ti 21°C, HGT 15°C
GTZ M = 4471 Kd, 293 HT, -TA an den HT 5,7°C, Ti 21°C, HGT 15°C
GTZ = Gradtagszahl Kd, HT = Heiztage, HGT = Heizgrenztemperatur
Der Grenz-Flächenverbrauch QGF in kWh/m², Heizperiode Mai 07-April 08
Haus Düsseldorf: 3391 Kd  1,8375 W/Km²  24h  10-3 = 150 kWh/m²07/08
Haus München:4471 Kd  1,3938 W/Km²  24h  10-3 = 150 kWh/m²07/08
Das Haus Düsseldorf hätte am Standort München einen Verbrauch von
198 kWh/m² gezeigt, 32% mehr als das Haus München.
Der Jahresverbrauch 07/08: Haus München: 24.000 kWh. Würde das Haus
Düsseldorf in München stehen, wären dort 31.680 kWh benötigt worden.
Spezifische Verluste und Ziel-/Grenzverluste
Haus
Fläche
Spezifischer Hausverlust
QVerbrauch Referenz-Jahr [kWh im Referenz-Jahr] x 103
QHspez.Referenz [W/K] =
GTZJahr [Kd] x 24 [h]
Zulässiger Grenzverbrauch Haus
QHGrenz [kWh] = GTZ [Kd] x QHspez. [W/K] x 24 [h] x 10-3
Wenn keine
Heizlastberechnung vorliegt
Spezifischer Flächenverlust
QFVerbrauch Referenz-Jahr [kWh/m²] im Referenz-Jahr] x 103 Wenn keine
HeizlastberechQFspez.Referenz [W/Km²] =
GTZJahr [Kd] x 24 [h]
nung vorliegt
Zulässiger Grenzverbrauch Fläche
QFGrenz [kWh/m²] = GTZ [Kd] x QFspez. [W/Km²] x F [m²] x 24 h x 10-3
Zusatz-Angaben in einem nützlichen Energieausweis
Wohnhaus, Standort PLZ 61350
Klimazone 8, Normaußentemperatur -12°C
Beheizte Fläche: 300 m² Baujahr 1980
Gastherme für Heizung und W.-Wasser 9,6 kW
W.-Wasserverbrauch über W.W.-Zähler gemessen
El. Hilfsenergie Heizung mit kWh-Zähler gemessen
Kennwerte:
Der aussagekräftige,
orts- und witterungsunabhängige
Kennwert QFspezifisch
in W/Km² für den
Gebäudevergleich
QHspezifisch (Haus):
215 W/K
QWspezifisch (Wohnung): entfällt hier
QFspezifisch (Fläche):
0,7167 W/Km²
Die Werte zu QHspezifisch wurden ermittelt:
Beispiele zu typischen
Kennwerten QFspezifisch
verschiedener Gebäude
Seite 1-D
Durch Berechnung
nach:
• DIN 4701
X

Nach Schätzung 
• DIN EN 12831 + Beiblatt
X


X zur Überprüfung 2008
• Nach Verbrauch und GTZ * 
für die Heizperiode: Mai 07 - April 08 siehe unten
Meßstation für die PLZ 61350:
Tinnen:
HGT:
GTZ*:
Anzahl d. Heiztage*
-TA an den Heiztagen*
Fritzlar
21,5°C
12°C
3653 Kd
223
5,2 °C
Mai 07 - April 08
"
"
* Bestimmung der Werte mit der Tabellenkalkulation des IWU
Überprüfung der Heizperiode 07/08
Gemessener Heizenergieverbrauch: 17.989 kWhGas
- ohne Warmwasserbereitung -
Die Hauseigentümer
sollten die eigenen
Daten jährlich zur
abgelaufenen Heizperiode dokumentieren,
berechnen und
bewerten.
Witterungsbedingter Grenzverbrauch: 18.849 kWhGas
Ergebnis: Verbraucht wurden 860 kWhGas weniger (-4,5%) als
der witterungsbedingte Grenzverbrauch ergab.
Warmwasser: 15,13 m³ W-Wasser  1.621 kWhGas
El. Hilfsenergie: 440 kWhel
CO2 aus Gas und Elektro 07/08
Gas: 19.610 kWhGas x 200g CO2/kWh = 3.922 kg CO2
Elektro: 440 kWhel, lt. EVU: 649 g/kWh → 285 kg CO2
Summe CO2: 4.207 kg CO2  14 kg CO2/m² (07/08)
Die in den Energieausweisen geforderte Angabe des Primärenergieverbrauchs hat eher
statistischen oder belehrenden Wert - die Verbraucher verheizen und bezahlen Endenergie.
Primärenergie Strom in kWh  gemessene Endenergie kWhel x 3 (bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken)
Zur Stromerzeugung in Kernkraftwerken werden zum CO2-Ausstoß der Primärenergie Uran stark abweichende
Angaben gemacht. Der Uran-Abbau erfordert einen hohen Primärenergieeinsatz. Die Angaben streuen zwischen
30g und 200g CO2/kWhel für Strom aus Kernkraftwerken.
Primärenergie Gas / Heizöl / Benzin  Endenergie kWh x 1,1
29-C
Was ist zu tun?
65-A
Heizenergieverbrauch – die 7 Schritte zur Senkung
17 Millionen Wohngebäude in Deutschland mit 33,8 Millionen Wohnungen verbrauchen für die
Heizung 600 Milliarden kWh und damit 51% der Gesamtenergie der Haushalte inklusive Privatverkehr.
Diese Seite beschreibt den Weg zur Energie-Effizienzsteigerung der Altbauten in 7 Schritten.
Die Schritte 1 – 3 kosten nur wenig, sie können aber den Verbrauch bereits um etwa 20 % senken.
Die Schritte 4 – 7 können nacheinander gegangen werden, rationeller ist ein großer Schritt „in einem
Rutsch“. Hinweis: Einige der unten genannten Seiten sind in dieser Broschüre nicht enthalten.
kWh
Heizenergie p.a.
Planung, Ausführung und Überprüfung von Verbesserungen
20000
Die Wirksamkeit der
Maßnahmen ist mit
den Gradtagszahlen
objektiv überprüfbar
15000
Ziel: Verbrauchssenkung: 70%
10000
6000
Verschattung
beseitigen:
Bäume
entfernen
Raum-Temperatur um 1°C
absenken, falls
noch erträglich
1
2
Fensterlüftung
mit CO2Meßgerät
kontrollieren
Neue
Fenster
mit hohem
Dämmwert
WärmeDämmung
Außenwände
3
4
5
Mit sieben Schritten verbessern > > >
Lüftungsanlage mit
Wärmetauscher
BrennwertTherme mit
angepaßter
Leistung
6
7
Schritt 1 dient der Beseitigung der Verschattung von Häusern durch Bäume. Dieses Thema wird auf
den Seiten 31BI des Buchs behandelt. Zu dem Problem der Verschattung schreibt Prof. Dr. Ing. Gerd
Hauser, München: „Über das ,Kraftwerk Fenster' können allein in Deutschland jährlich im Durchschnitt
83 TWh geerntet werden.“(= 83 Milliarden kWh oder 1000 kWh / Bundesbürger).
Schritt 2 ist altbekannt: Die Absenkung der Raumtemperatur um 1°C senkt den Verbrauch um ca. 6%.
Die Absenkung sollte nicht übertrieben werden, denn in Altbauten mit kalten Außenwänden strahlt der
menschliche Körper relativ viel Körpetrwärme ab, was zur Unterkühlung führen kann.
Schritt 3 dient der Reduzierung der Lüftungsverluste der Fenster durch die Kontrolle der Raumluftqualität mit einem CO2-Meßgerät. Siehe Seiten 10, und 7072E.
Schritt 4 ist kostenintensiv aber sehr lohnend. Neben der Reduzierung der Wärmeverluste tragen
Dreifachscheiben erheblich zum Wohlbefinden bei: geringere Abstrahlung von Körperwärme und ein
erhöhter Schallschutz. Idealerweise werden die Schritte 4 – 6 kombiniert, da hier nicht nur Schmutz
anfällt sondern auch Doppelarbeiten vermieden werden können. Siehe Seite 68 zu Fenstern.
Schritt 5 senkt den Energieverbrauch drastisch, wenn eine Außendämmung von mindestens 12 cm
montiert wird. Hinweise hierzu: Seiten 2831A und 65B67.
Schritt 6 sollte heute auch bei der Sanierung von Altbauten möglichst in Kombination mit den Schritten
4 und 5 eine Selbstverständlichkeit sein. Bei Neubauten ist der Einbau der Luftleitungen in den Decken
und Wänden einfach, während die Luftleitungen in Altbauten einer Verkleidung bedürfen. Die Firma
Helios, Villingen-Schwenningen, bietet verschiedene Kanalsysteme z.B. das System „RenoPipe“ an.
Hinweise zu Be- und Entlüftungsanlagen: Seiten 7072E.
Schritt 7 sollte erst nach Ausführung der vorhergehenden Schritte geplant werden, damit das neue
Heizgerät dem geringeren Wärmebedarf entspricht. Mit einer sorgfältigen Wärmebedarfsberechnung
ist die Bestimmung der Leistung der neuen Therme natürlich auch vorher möglich – oder s. Seite 5-B.
Ist ein Gasanschluß vorhanden, sind Gas-Brennwertgeräte die Geräte der Wahl. Holzpellet-Heizungen
nutzen erneuerbare Energie. Das Versprechen „CO2-neutral“ klingt gut, es ist aber nicht richtig, da die
entlaubten Bäume in der Heizperiode kein CO2 aufnehmen. Das Abgas verweht im Winter - wie bei
allen fossilen Brennstoffen - von der Vegetation ungenutzt irgendwohin in die Troposphäre.
Was ist zu tun?
Wärmeschutz Gebäude
66
Vor der Ausführung von Maßnahmen zum Wärmeschutz
ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll
1. Wärmebedarfsberechnung zum derzeitigen Gebäudebestand erstellen
Hierzu ist die Kenntnis der verwendeten Baumaterialien wichtig wie z.B. Material des Mauerwerks.
Seit August 2003 gilt zur Berechnung der Norm-Heizlast (Wärmebedarf) die DIN EN 12831.
Vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) und der „Hessischen Energiesparaktion“
können
sehr nützliche Informationen per download abgerufen werden; Internetadressen s. Seiten 3 + 71.
2. Eine Thermografie zeigt die Schwachstellen
Die Thermographie zeigt die Oberflächentemperaturen von Bauwerken. Beim örtlichen Bauamt
oder im Internet lassen sich die Anschriften von
Ing-Büros finden, die diese Leistung anbieten.
Der Termin für die thermische Aufnahme muß
in die Heizperiode gelegt werden, möglichst an
einem Tag mit niedriger Außentemperatur.
Die obere Aufnahme zeigt ein gesamtes Wohnhaus, Detailsaufnahmen sind aufschlußreicher.
Die roten Bildteile offenbaren die Schwachstellen.
Das untere Bild zeigt die Innenaufnahme einer
Raumecke zum Nachweis des Taupunktes mit
den blau markierten Bereichen unterhalb des
Taupunktes. In den entsprechenden Bereichen
war bereits Schimmelpilzbefall vorhanden.
Anhand der Thermografie kann die Auswahl der
Sanierungsmaßnahme gezielter getroffen werden:
Teildämmung oder komplette Dämmung des
Objektes. Infrarotthermometer (s. S. 10) ersetzen
keine Thermografie - sie geben aber eine Orientierung.
3. „Blower-Door“-Test zur Dichtheitsprüfung
Mit diesem Verfahren kann der Nachweis der Luftdichtheit von Wohngebäuden geführt werden, Schwachstellen lassen sich finden.
Die Wärmebedarfsrechnung zum Lüftungsverlust folgt den Vorgaben
der Norm. Zahlreiche Faktoren können die Dichtigkeit eines Hochbaus unkontrolliert beeinflussen, positiv aber auch negativ. Nur ein
Bunker läßt sich luft- und winddicht ausführen.
Zur exakten Blower-Door-Messung werden alle Türen im Gebäude geöffnet. Anschließend müssen alle möglichen Öffnungen nach
außen geschlossen werden, wonach die Eingangstür mit der sogenannten „Blower-Door“ verschlossen wird. Nun wird über einen vorgegebenen Zeitraum ein Luftstrom in das Gebäude gedrückt oder
abgesaugt und ein Über- oder Unterdruck von 50 Pa gehalten.
Mit geeigneten Meßsystemen werden die Meßwerte erfaßt.
Die anschließende Auswertung gestattet eine detaillierte Aussage
über die Luftdichtigkeit des Wohngebäudes.
Überschreiten die Werte die vorgegebene DIN-Richtlinie, wird eine
Leckageortung mittels Thermografiekamera oder Luftströmungsmessgeräten durchgeführt.
Auf diese Weise erhält man eine exakte Auswertung über eventuelle
Undichtigkeiten in der Gebäudehülle und den Ansatz für eine Nachbesserung.
Prüfstellen, die das Blower-Door-Verfahren anbieten oder Unterstützung geben, findet man über das zuständige Bauamt bzw. im
Internet unter dem Suchbegriff „Blower-Door“.
Was ist zu tun? Heizung
„Wenn es Pflicht wäre, die Heizkessel für jedermann
sichtbar im Vorgarten oder an der Straße aufzustellen, hätten wir in Deutschland nicht nur moderne
Autos sondern auch Hightech-Heizungssysteme“,
sagte mir unser Schornsteinfeger vor längeren Jahren. Er
hatte recht, Heizkessel sind keine Vorzeige-Prestige-Objekte;
sie benötigen aber 51% der Gesamtenergie der Haushalte.
Die Seiten 2-8 zu den Gradtagszahlen geben Hinweise zur
Heizung. Diese Seite faßt einige Punkte mit Ergänzungen
zusammen.
Ein hoher Energieverbrauch einer Heizung ist ein Symptom,
dessen Ursachen tiefer liegen:
1. Zu dem Haus wurde keine exakte Wärmebedarfsbedarfsberechnung erstellt. Die Dämmung ist unzureichend.
2. Der Heizungsbauer konnte die Leistung des Kessels nur
schätzen, weil ihm der spezifische Hausverlust QHspez. in
W/K nicht bekannt war (s. Seite 4 und folgende).
3. Der Architekt oder Bauträger kümmerte sich nicht darum,
„das ist Sache des Heizungsbauers“.
Ab 2002 muß eine Wärmebedarfsberechnung erstellt und
dokumentiert werden, was für die statischen Berechnungen
schon immer galt.
4. Die Bauherren kümmerten sich weder um die Bestimmung
des Wärmebedarfs noch um die Auswahl des Kessels oder
um die Dimensionierung der Wärmeverteilung.
5. Die Herstellerfirmen gaben und geben dem Verbraucher nur
dürftiges Informationsmaterial, das über das Versprechen
„wohliger Wärme“ meist nicht hinausgeht.
6. Die Hersteller versäumten lange Jahre die Entwicklung von
Geräten mit kleiner Leistung und breiter Regelbarkeit des
Leistungsbereiches der Wärmeerzeuger.
Abgasverlust
mehr als
%
Abgasverlust
mehr
als1111%
Ein Heizkessel oder eine Therme sollte nicht „zur Sicherheit“
mit einer höheren Leistung als der spezifische Hausverlust angibt (QHspez), installiert werden. Der Maßstab für die Dimensionierung ist die Wärmebedarfsberechnung.
Für das Warmwasser sollte ein Speicher mit Wärmetauschern
vorgesehen werden. Eine heute lohnende Einrichtung können
thermische Kollektoren auf einem nach Süden ausgerichteten Dach
sein. Die Kollektoren versorgen - bei Solarstrahlung - in der Übergangszeit die Heizung neben der Warmwasserbereitung.
20%
68%
Veralteter
Heizkessel
genutzte Energie
1%
96%
Moderner
Heizkessel
Kaminofen mit Einspeisung in den
Heizkreislauf - nur für Notfälle
wegen der giftigen Abgase (s.S.75)
Bei den Gasgeräten gibt es einen Durchbruch:
Nach jahrelanger Suche auf Messen und in Zeitschriften fand ich
ein neues Produkt der Firma ELCO-KLÖCKNER: Das Gerät heißt
THISION mit herausragenden technischen Merkmalen. Die Besonderheit ist eine fein abgestufte Leistungspalette und insbesondere
das breite Modulationsverhältnis der Geräte von 1:10 (z.B. 0,9 - 9 kW).
Damit hat endlich ein Hersteller den Bedarf des „Marktes“ erkannt und
eine Geräteserie entwickelt, die auch kleine Wärmemengen ohne den
ständigen Ein-Aus-Betrieb liefern kann. Das Bild zeigt eine „traditionelle“ Pumpe mit Kondensatormotor, die durch
Elco-Kloeckner GmbH
eine effiziente Pumpe zu ersetzen ist.
Vertriebs- und Servicezentrum
Für Neuanlagen und für den Austausch
alter Kessel gilt: Nur Brennwertkessel
entsprechen dem Stand der Technik.
Oberflächenverlust
3%
3%
Frankfurt Dreieichstraße 10
64546 Mörfelden-Walldorf
Tel. 0 61 05/2 87-205, -206, -207
Fax 0 61 05/2 87-145
www.elcokloeckner.com
69
Luft
Was ist zu tun? Luft + Lüften
70
Luft, Wasser, Licht, Energie und Nahrung sind die Voraussetzungen für unsere Existenz. Ist nur
eins der fünf Elemente nicht ausreichend vorhanden, nehmen wir gesundheitlichen Schaden.
Wir atmen mit 14-16 Atemzügen/Minute im  7,5 l Luft/min ein und wieder aus, pro Stunde 450 l,
pro 24 h 10,8 m³ - bei körperlicher Anstrengung auch mehr; im Schlaf weniger: 8-10 Luftzüge/min.
In einem Jahr atmet der Mensch 3.942 m³ Luft und bläst hierbei 173 m³ CO2 bzw. 343 kg CO2 aus.
Das Luftvolumen enthält neben Stickstoff beim Einatmen: 20,8% Sauerstoff und 0,04% CO2 *
* 0,4 l in 1000 l Luft, in Städten ~ 0,07% = 0,7l/m³ Ausatmen: 16,4% Sauerstoff und 4,4% CO2
In 24 h blasen wir neben Feuchtigkeit 0,475 m³ CO2 wieder aus.
Dichte CO2: 1,98 kg/m³
Die Berechnungen gehen von der in der Literatur noch benutzten CO2-Konzentration von 400ppm aus, die heute nicht mehr zutrifft.
Wieviel CO2 verträgt der Mensch in der Atemluft?
Dr. med. Max von Pettenkofer setzte vor etwa 150 Jahren mit seinen Untersuchungen zur Innenluftqualität den noch heute gültigen Maßstab: bei einer Konzentration ≤ 0,1% CO2 = 1000 ppm
(parts per million → 1 Teil pro 1 Million Teilen) fühlten sich die Versuchspersonen wohl, bei Werten über 0,2%
unbehaglich. Diese Erkenntnisse haben noch heute in der DIN 1946-2 (Raumlufttechnik) Gültigkeit.
Unsere Atemluft enthält heute mit rund 700ppm CO2 300ppm mehr als die „Standard-Luft“ auf dem
Mauna Loa (Hawai). Bei dem Basiswert von 700ppm ist der Grenzwert 1000ppm schnell erreicht.
Beispiele zur CO2-Anreicherung in Wohnräumen Das Beispiel rechnet mit der Normalluft von 400 ppm CO2.
In der deutschen -Wohnung mit 86,7m² Fläche, 217 m³ Volumen mit  2,21 Bewohnern (s. S. 30) sind im
Volumen der Wohnung nach 24 Stunden Nutzung zusätzlich zum Normalgehalt an CO 2 von 0,087 m³ durch
den Atem der Bewohner 1,05 m³ CO2 hinzugekommen:  1,137 m³ CO2. Bezogen auf das Wohnungsvolumen
sind dies 0,5283 % CO2 = 5283 ppm. Dieser Wert würde sich einstellen, wenn die Wohnung luftdicht wäre.
In einem Schlafzimmer der Größe 4,5x4,5 m, Höhe 2,5 m, Volumen 50 m³, reichert sich die Luft bei 8 h Schlaf
von 2 Personen (je 10 Atemzüge/min) um 0,211 m³ CO2 an. Das Raumvolumen enthält in der unverbrauchten
Luft 0,017 m³ CO2. In der Summe nach dem Schlaf: 0,228 m³. Bezogen auf das Schlafzimmervolumen sind dies
0,4560 % CO2 = 4560 ppm - bei einem luftdichten Schlafzimmer. Bei Frischluft mit 700ppm → Ergebnisse + ~300ppm !
Der CO2-Gehalt überschreitet in den Beispielen den Pettenkofer-Wert um das rund 5-fache, d.h. die Räume
müssen während der Nutzung mit mindestens 10 m³/h und Person be- und entlüftet werden, was im Idealfall
kontinuierlich mit einer Be- und Entlüftungsanlage erfolgt. Zusätzlich ist Feuchtigkeit mit ca. 5-8 m³/hPerson
abzuleiten. Die natürliche Lüftung durch die Fugen der Fenster, der Zimmertüren und andere Öffnungen mindert
den Bedarf an Zusatzlüftung ein wenig, was aber ohne ein CO2-Meßgerät (s. Seite 10) nicht kontrollierbar ist.
Die Luftqualität ergibt sich jedoch nicht alleine aus der Belastung durch CO2, sondern auch andere
Stoffe belasten die Luft. Dazu gehören:
Stickoxide, Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Lösungsmittel aus Materialien und Baustoffen
Wasserdampf aus Atmung und Transpiration des Menschen, Kochen, Duschen, Waschen,
Abbauprodukte organischer Materialien, menschliche, tierische und pflanzliche Geruchstoffe,
Aerosole, organische und anorganische Stäube wie Textilfasern und Pollen, Viren, Bakterien,
Pilze und Pilzsporen.
Ein meist nicht quantifizierter Faktor ist die Ausdünstung von Methan und anderen Faulgasen
aus dem menschlichen Körper. Aus Wikipedia: „Ein Mensch entläßt im Durchschnitt 0,5 bis 1,5 l
Gase in 12 bis 25 Episoden pro Tag. Eigentlich entstehen im Darm bis zu 15 Liter Gase pro
Verdauungsvorgang. Das meiste Gas diffundiert aber in den Blutkreislauf und wird durch die
Lunge ausgeatmet. Männer und Frauen bilden die gleichen Mengen Gas“.
Die Zahl von 15 Liter/Tag ist im Vergleich zum Ausatemvolumen gering, aber wegen der Geruchsbildung nicht vernachlässigbar.
Dr. Pettenkofer erkannte, daß die CO2-Konzentration mit der Geruchsbelästigung durch menschliche
Geruchsstoffe korreliert. Mit der Einhaltung der CO2-Grenzkonzentration von 0,1% (1000 ppm) ist die
gute Qualität der Raumluft auch bei der geringen Belastung durch die Darmgase gewährleistet.
Lüften
Unser Bedürfnis zum Lüften der Wohnung dient vorwiegend der
Beseitigung von CO2 und Gerüchen, der Reduzierung der Wasserdampfmenge in der Wohnung sowie der Regenerierung des
Sauerstoffgehalts in der Raumluft. Zu diesem Zweck öffnen wir
die Fenster und Türen in der Hoffnung auf den richtigen Luftwechsel, d.h. wir lüften nach Gefühl mit hohen Energieverlusten
im Winter - eine „Methode“ mit weit über 2000-jähriger Tradition.
Der Widerspruch: wir benutzen im Haushalt und Auto 1001 Elektronikgeräte, aber wir besitzen kein Meßgerät zur Gasanalyse
in den von uns bewohnten Räumen (s. Seite 10 zu Meßgeräten).
Was ist zu tun? Lüften
Das Maß der notwendigen Lüftung
71
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe zum Lüften einer Wohnung oder eines Hauses, denn die
Dichtigkeit der Gebäude variiert sehr stark.
Empfohlene Frischluftzufuhr pro Person: im  15-30 m³/Stunde, abhängig von der Tätigkeit.
Die Lufterneuerung dient der Entfernung von CO2 und der Zufuhr
CO2 Konzentration im Raum
[Vol-%]
von Sauerstoff. Die angegebenen Volumenströme der Grafik werden
in erster Linie zur Ableitung der Raumfeuchte benötigt. Zur Entfernung
des CO2 und zur O2-Versorgung reichen 2 m³ Frischluft / Personh
zur Einhaltung des Pettenkofer-Grenzwertes von 1000 ppm CO2.
0,20
0,18
Hausarbeit
Grenzwert DIN 1946-2
0,16
0,14
0,12
Grenzwert Pettenkofer
0,10
0,08
Schlafen
mittlere Tätigkeit
0,06
0,04
10
15
20
25
30
35
40
45
Frischluft / Person - Volumenstrom [m³/h]
Grafik nach C. Aschoff / H. Grotjahn
Die Kurven zeigen den Bedarf nur näherungsweise
50
Ist eine qualifizierte Wärmebedarfsberechnung zu
dem Gebäude vorhanden, kann ihr der berechnete
Lüftungsverlust entnommen werden. Dieser berücksichtigt alle Fugen und Öffnungen des Gebäudes,
insbesondere die Fenster- und Außentürfugen.
Der Wert gibt den „natürlichen“ Luftwechsel des
Gebäudes ohne Lüften durch Fensteröffnung an,
der sich aus der Klimazone des Standortes und der
für diese Zone angegeben -Windstärke ergibt.
Nach der alten Norm war für unser Haus ein natürlicher Luftwechsel von 50% des Hausvolumens/h
anzunehmen: 375m³/h - ein unsinnig hoher Wert.
Dieser hohe Wert basierte auf der vor 30 Jahren
üblichen und tolerierten Undichtigkeit der Gebäude.
Der „Blower-Door“-Test war damals noch unbekannt.
Das Lüftungsvolumen von 17-30 m³ pro Person dient
vorwiegend der Beseitigung von Wasserdampf. Die
Dauerlüftung dieser Größenordnung hat im Winter eine ungesund niedrige Luftfeuchte zur Folge.
Für die Ableitung des CO2 und zur Regenerierung des Sauerstoffs reichen 2 m³ Zu- und Abluft pro Mensch und
Stunde zwecks Einhaltung des Pettenkofer-Wertes von 1000 ppm CO2 aus. Ein höherer Lüftungsbedarf ist beim Kochen,
Duschen, der WC-Benutzung und dem Trocknen der Wäsche in den entsprechenden Räumen zeitweise notwendig.
Die Fensterlüftung ist nicht kontrolliert möglich, sie erfolgt nach Gefühl. Bei der „Gefühlslüftung“ sind Schäden unvermeidbar:
a) zu lange Lüftung: hohe Energieverluste oder b) zu wenig Lüftung: Feuchteschäden in der Wohnung. Eine „kontrollierte
Fensterlüftung“ ist nicht erlernbar, denn wir haben keine Sinnesorgane für Feuchte oder für die CO 2-Konzentration in der Luft.
Empfehlenswert, auch für Privatzwecke, ist das Buch von C. Aschoff und H. Grotjan „Frischlufttechnik im Wohnungsbau“
Gentner Verlag Stuttgart, ISBN 3-87247-616-5, € 39,80. Ausführliche Information: www.frischlufttechnik.de
Der Energiebedarf für die Lufterwärmung
Mit den physikalischen Werten zur Luft: Wärmekapazität cp = 0,279 kWh/TonneK, Dichte = 1,293 kg/m³,
ergibt sich der Energiebedarf für die Erwärmung von 1 m³ Luft um 1K: 0,36 Wh / m³K
Zur Erwärmung von 1m³ 0°C kalter Außenluft auf 20°C werden 7,2 Wh benötigt. Bei jedem Öffnen der Haustür
strömen in etwa 1 Sekunde 4 m³ kalte Luft ins Haus: 29 Wh. Bei 20 Haustüröffnungen am Tag von je nur
5 Sekunden Dauer summiert sich der Monatsverbrauch „Haustür“ auf 88 kWh in einem Wintermonat.
Aus diesem Grund sollte eine Windfangtür zwischen dem Hauseingang und dem Flur selbstverständlich sein.
Das Buch „Frischlufttechnik“ zeigt für Gebäude, die auf Fensterlüftung angewiesen sind, auf Seite 17 verschiedene Kombinationen der Fenster-/Türlüftung mit der ungefähren Dauer der Lüftung für einen Luftwechsel.
Die Lüftungszeit zur Entfeuchtung ist von der Jahreszeit abhängig: im Winter genügen etwa 6 Minuten, im
Sommer mit warmer und feuchter Außenluft sind etwa 30 Minuten erforderlich.
Die Klimawerte Frankfurt Flughafen für die Heizperiode 2004/2005: GTZ= 3207 Kd, 190 Heiztage,
-Temp. an Heiztagen 6,2°C (Dt innen zu außen: 21,5°C - 6,2°C = 15,3K) Für unser Haus hätte der
theoretische Energieaufwand für die Erwärmung der Luft im Heizjahr 04/05 bei „Normlüftung“ mit 375 m³/h
(190 Heiz-Tage = 4.560 h) 4560 h15,3 K375 m³/h0,36 Wh/m³K = 9.419 kWh betragen.
Der Wert weicht erheblich von dem mit der Bedarfsberechnung bestimmten Wert von ca. 4500 kWh p.a. ab.
Beide Werte sind theoretischer Natur, denn wie dicht das Haus wirklich ist, geht daraus nicht hervor.
Für 2 Personen ist ein Luftwechsel/Stunde mit 375 m³/h t völlig überdimensioniert, was sich an den Zahlen zu
der Wohnung und dem Schlafzimmer auf der Vorseite nachvollziehen läßt.
Unser theoretischer Lüftungsbedarf für 2 Personen (60 m³ Frischluft/h) hätte für 04/05 den Energiebedarf
zur Erwärmung: 4560 h15,3 K60 m³/h0,36 Wh/m³ K = 1.507 kWh ohne Wärmerückgewinnung in der
Lüftungsanlage. Deren Wirkungsgrad beträgt bei 0°C im Mittel 70%; benötigt wurden ca. 500 kWh. Dieser Wert
stellt das theoretische Minimum des Lüftungsverlustes dar. Er gilt für ein luftdichtes Gebäude ohne Öffnen der
Fenster oder Türen. Der tatsächliche Lüftungsverlust liegt höher, da die Fugen bei starkem Wind einen nicht
kontrollierbaren Verlust bringen. Der „Blower-Door“-Test dient der genauen Bestimmung der Fugenverluste.
Von der Organisation „Hessische Energiespar-Aktion“ können sehr nützliche
Broschüren zu Bauthemen (z.B. Hefte 8 + 9 zur Lüftung) heruntergeladen werden:
www.energiesparaktion.de Auf der „homepage“ im oberen blauen Querbalken
sitemap anklicken. Die Broschüren und andere Informationen sind auf der sitemap
unter  Altbau zu finden. Die „Hessische Energiesparaktion“ ist beim IWU angesiedelt - s. Seite 3.
Bau-Broschüren
Das gezielte Lüften eines Gebäudes bleibt ohne „Blower-Door“-Test sehr „luftig“
und ohne CO2 - Meßgerät dem Gefühl überlassen
Lüftung mit Wärmetauscher
Was ist zu tun? Kontrollierte Lüftung
Eine Be- und Entlüftungsanlage erlaubt mit zwei Ventilatoren die kontrollierte
Steuerung der Luftvolumenströme durch die Zu- und Abluftkanäle. Die Steuerung kann manuell und/oder automatisch erfolgen.
Zur kontinuierlichen Einhaltung des CO2-Grenzwertes von 1000 ppm fordert
die DIN 1946-6 einen Frischluftvolumenstrom von  30 m³/h pro Person. Ein
Luftwechsel in dieser Höhe übersteigt den menschlichen Luftbedarf erheblich.
Für die Ableitung des CO2 und zur Regenerierung des Sauerstoffs
reichen 6-10 m³ Zu- und Abluft pro Mensch und Stunde im Dauerbetrieb
zwecks Einhaltung des Pettenkofer-Wertes aus (s. S. 70+71).
Zusätzlich ist Transpirationsfeuchte mit 4-8 m³/h abzuführen.
Küche, Sanitärräume und Waschküche erfordern zeitlich begrenzt höhere
Zu- und Abluftmengen (Küche 180, Bad, WC und Waschküche ca. 30-50 m³/h).
72-A
Grafik: IWU
Vorteile einer Lüftungsanlage:
- Allergiker (Pollen und Staub) erfahren durch die Filterung der Außenluft
eine Steigerung der Lebensqualität, der Gesundheit und des Wohlbefindens.
- Steigerung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens durch eine
gleichbleibende hohe Raumluftgüte und ein behagliches Wohnraumklima.
- Langfristige Bausubstanzerhaltung
- Vermeidung von Feuchteschäden (Schimmel)
- Einsparung von Energie (s. Grafik) und damit Senkung der Betriebskosten,
wenn die Anlage über eine effiziente Wärmerückgewinnung (WRG) verfügt.
Die Luftverteilung der Be- und Entlüftungsanlage im Haus
Haus nach
EnEV
Fensterlüftung
Niedrigenergiehaus mit Wärmerückgewinnung
Zwei Haustypen im Vergleich
erfolgt über Flachkanalleitungen in der Decke oder bei nachträglichem
Einbau entlang einer Wand unter der Decke. Moderne Wärmetauscher
Das Prinzip der kontrollierten Lüftung
haben einen Wirkungsgrad von 95% und mehr bei 0°C Taußen.
Die kollektorlosen Gleichstromlüfter sind hoch effizient und leise.
WärmeDie Drehzahl der Gleichstrom-Ventilatoren und damit der Luftvolumentauscher
strom ist in einem weiten Bereich von 5-100% mit einem Potentiometer
oder einer Steuerspannung von 0,5-10 V einstellbar.
Die Anlage kann mit Einzelkomponenten installiert werden: zwei Lüfter,
1 Wärmetauscher, 2 Filter. Umschaltventile für: Sommer-/Winterbetrieb,
Wäschetrockner- und Küchenabzug sowie Zu- und Abluftverteiler für
Raumgruppen und 1 Heizregister für den Betrieb der Anlage bei Frost
oder als fertige Kompaktanlage (Bild unten) vorzugsweise im Dachraum.
SommerWinterbetrieb
betrieb
Zur Minimierung der Strömungsgeräusche und zur Ausschaltung von
Akustikübertragungen zwischen den Räumen sind Dämpfungselemente
lieferbar. Ventilregister für wählbare Strömungsmengen zu oder von einzelnen Räumen steigern die Effizienz und den Komfort der Anlage.
Wärmetauscher als
Im Sommerbetrieb kann nachts kühle Außenluft zugeführt werden. Die BetriebsKomponente
kosten (Lüfterstrom) sind mit etwa 0,2 kWh pro Kühlnacht vertretbar. Ein gut
gedämmtes Haus benötigt in Nordeuropa keine Klimaanlage zur Temperaturabsenkung im Sommer.
Bei Frost unter -3°C besteht die Gefahr, daß die Feuchtigkeit der Abluft im
Wärmetauscher einfriert mit der Folge von möglichen Schäden. Die Hersteller
geben dazu Anleitungen.
Abhilfe schafft ein Heizregister im Zuluftkanal, das die kalte Außenluft auf 0°C
erwärmt. Für die Erwärmung von -10°C kalter Außenluft auf 0°C am Wärmetauschereingang werden bei einem Volumenstrom von 120 m³/h (4 Personen
ohne Stoßlüftung) in 24 h (2880 m³) 10,37 kWh benötigt. Für 8 Stoßlüftungen
à 1 Stunde von 180 m³ Zuluft erhöht sich der Vorwärmbedarf der kalten Außenluft um 5,2 kWh pro Frost-Tag auf 15,5 kWh  650 W Heizleistung.
Beim Lüften mit den Fenstern fällt aber mindestens der dreifache Verbrauch
pro Tag an: 46,6 kWh.
Die Vorwärmung der Frostluft am WRG über elektrische Heizregister erhöht die
Betriebskosten. Eine ökonomische Alternative bietet ein Wasser/Luft-WärmeKomplettanlage
tauscher, der mit dem Heizungswasser an kalten Frosttagen den Wärmetauscher mit Wärme versorgt (Vorlauf z.B. 30°C) und das Temperaturniveau
der winterlichen Zuluft vor dem WRG auf 0°C anhebt. Die notwendige Wärmetauscherleistung hängt von der Klimazone und dem Luftbedarf ab (500-2000 W).
Ein Erdwärmetauscher zur Ansaugung der Frischluft ist eine langfristig wirtschaftliche Investition: frostfreie Zuluft an kalten Wintertagen und kühle Luft
für heiße Sommertage. Der Erdwärmetauscher besteht aus Rohrleitungen,
die in etwa 2 m Bodentiefe ausgelegt werden, was bei einem Neubau kostengünstig realisierbar ist.
Im Winter entzieht der Erdwärmetauscher dem Boden Wärme zur Erwärmung
Fa. Roland Paul
der Zuluft, im Sommer wird wieder Wärme in den Boden aus der Abluft eingeFeldstraße 12
06749 Bitterfeld
bracht. Der Anschluß einer Wärmepumpe an den Erdwärmetauscher für die
Telefon: 03493-402110
Heizung kann sinnvoll sein, insbesondere bei einem Passiv-Haus.
Email: [email protected]
Die Kombination einer Be- und Entlüftungsanlage mit WRG verbunden
Internet: www.paul-lueftung.net
mit einem Erdwärmetauscher bietet eine kostengünstige „Klimaanlage“.

Broschüre Gradtagszahlen Rev.Q Mai 2011