Junge Flüchtlinge der
Jugendsozialarbeit Zugänge zu Bildung und Qualifizierung
Projekt ProFil II: „Für Chancengleichheit und Partizipation – Sprache
als Schlüssel zur Bildung“ *
Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Carmen Guerra
Stand: 14.10.2014
* Diese Veröffentlichung wurde mit finanzieller Unterstützung der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung erstellt. Die darin
zum Ausdruck kommenden Rechtsauffassungen geben nicht deren offizielle Rechtsauffassung wieder.
©Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., Dr. Barbara Weiser
Übersicht
1. Schulpflichtige Flüchtlinge
 Regelungen zur Schulpflicht
 Sprachförderung während des Schulbesuchs
 Bildungs- und Teilhabepaket (BUT)
2. Nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge
a) Qualifizierung
- Freiwilligendienste
- Praktika
- Berufliche Weiterbildung
- Qualifizierungsangebote im Rahmen der Jugendberufshilfe
a) Bildung
- Sprachkurse
- Nachholung Schulabschlüsse
c) schulische Berufsausbildung
d) Studium
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Regelungen zur
Schulpflicht
 Besteht bei Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Niedersachsen
unabhängig von der Staatsangehörigkeit (§ 63 Abs. 1 Nds. Schulgesetz).
 Bei Asylsuchenden beginnt der gewöhnliche Aufenthalt nach Nds.
Erlasslage erst nach dem Wegfall der Verpflichtung, in einer
Erstaufnahmeeinrichtung zu wohnen, damit spätestens nach 3
Monaten nach der Asylantragstellung.
 Die Schulpflicht endet 12 Jahre nach ihrem Beginn.
 Schulpflicht bei Kindern, die in Deutschland ohne Papiere leben:
- Nach wohl überwiegender Auffassung besteht nach Nds. Schulgesetz
keine Schulpflicht,
- aber nach höherrangigem Recht (z.B. Art. 28 UN-Kinderrechtskonvention):
Recht zum Schulbesuch.
- Schulen sind nicht verpflichtet, die Ausländerbehörde über die
aufenthaltsrechtliche Illegalität zu informieren (§ 87 Abs. 1 AufenthG).
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Regelungen zur
Schulpflicht

„Die Nichtbeherrschung der deutschen Sprache stellt keinen
Verweigerungsgrund für die Aufnahme in die Schule dar“ (Nds. Erlass
„Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nicht - deutscher
Herkunftssprache“, RdErl. d. MK v. 1.7.2014 -25 -81 625 - VORIS 22410 – 2.2).


„Sollte es Gründe dafür geben, den Schulbesuch an einer anderen Schule
zu empfehlen, benennt die Schulleitung eine wohnortnahe Schule, die vom
Schulprofil her im Hinblick auf die individuellen Bildungsvoraussetzungen
und den angestrebten Schulabschluss angemessen und zur Aufnahme
bereit ist“ (ebd. 2.2).
„Zugewanderte Jugendliche, die das 15. Lebensjahr bereits vollendet
haben, können ihre Schulpflicht je nach Bildungsvoraussetzung und
Bildungsziel in einem allgemein bildenden oder berufsbildenden
Bildungsgang erfüllen. Sollten sie keine allgemein bildende Schule
besuchen, müssen sie sich umgehend bei der für ihren Wohnort vom
Schulträger bestimmten berufsbildenden Schule anmelden" (ebd. 2.3).
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Sprachförderung
Sprachförderung vor und während der Einschulung
Nds. Erlass Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von
Schülerinnen und Schülern nicht - deutscher
Herkunftssprache
RdErl. d. MK v. 1.7.2014 -25 -81 625 - VORIS 22410 –
 Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung
 Sprachkurs
 Sprachlernklassen
 Deutsch als Zweitsprache
 Förderunterricht
 Besondere Sprachförderkonzepte
 Sprachförderklasse (BVJ-A).
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Sprachförderung
vor der Einschulung
Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung (§ 64 Abs. 3 Nds.
Schulgesetz, NSchG)
 Grundschulen richten im Schuljahr vor der Einschulung für Kinder
verpflichtende Sprachfördermaßnahmen ein.
 Hierzu erfolgt im Schuljahr zuvor eine Sprachstandsfeststellung (vom
Kultusministerium festgelegtes landesweit einheitliches Verfahren),
Ergebnismitteilung bis 1. Juni an Nds. Landesschulbehörde.
 Für jedes Kind, das an der Sprachförderung teilnimmt, steht als
Zusatzbedarf eine Lehrerstunde zur Verfügung.
 Sprachfördermaßnahmen finden vorrangig in der Tageseinrichtung des
Kindes statt.
 Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme (vorgelagerte Schulpflicht)
(§ 71 Abs. 1 NSchG).
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Sprachförderung
1.


Sprachkurs (§ 70 Abs. 1 NSchG)
Die Schulbehörde kann das Ruhen der Schulpflicht für die Dauer
der Teilnahme an den erforderlichen Sprachkursen anordnen
- für schulpflichtige Jugendliche,
- die eine Schule im Ausland besucht haben und
- einer besonderen Förderung in der deutschen Sprache bedürfen.
Finanzierung der Sprachkurse ungeklärt:
- Bei Schulpflicht keine Teilnahme an einem Integrationskurs.
- Kostenfreie Sprachkurse nicht verfügbar.
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Sprachförderung
während des Schulbesuchs
2. Sprachlernklassen
 Einrichtung soll erfolgen, wenn eine Schule
- von mindestens zehn Schüler/-innen besucht wird,
- die wegen erheblicher Defizite in der deutschen Sprache dem Unterricht
in der Regelklasse noch nicht folgen können.
 Schülerhöchstzahl: 16
 Bei Mindest- und Höchstzahl sind folgende Schüler/-innen doppelt zu zählen:
- ohne Alphabetisierung in der Herkunftssprache
- mit geringer/ oder keine schulische Grundbildung
- bei Alphabetisierungsbedarf in deutscher Sprache im Sekundarbereich I.
 Jahrgangsübergreifend möglich
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Sprachförderung
während des Schulbesuchs
2. Sprachlernklassen
 23 Wochenstunden für Klassen 1 bis 4;
30 Wochenstunden für Klassen 5 bis 10.
 Unterricht ist auch fachbezogen zu erteilen und soll in enger Abstimmung
mit dem Unterricht in den Regelklassen durchgeführt werden.
 Mit kontinuierlich zunehmenden Anteilen soll die Teilnahme am Unterricht
der künftigen Regelklasse erfolgen.
 Dauer
- in der Regel ein Jahr, Verkürzung möglich.
- insbesondere bei hohem Alphabetisierungsbedarf und / oder keiner oder
geringer schulischer Grundbildung Verlängerung auf zwei Jahre möglich
 Zentrale Sprachlernklassen
- auch an zentralen Schulstandorten in einer Region möglich
- jahrgangs- und schulformübergreifend möglich.
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Sprachförderung
während des Schulbesuchs
3. Förderkurs „Deutsch als Zweitsprache“
 Einrichtung möglich, wenn mindestens vier SchülerInnen aus einer
Regelklasse
- erheblichen Förderbedarf in Deutsch oder
- keine nicht ausreichender schulischer Vorbildung haben
jahrgangsübergreifend möglich
 Umfang:
- Primarbereich: 4 - 6 Wochenstunden
- Sekundarbereich I: 5 – 8 Wochenstunden
- höchstens zwei zusätzliche Stunden, Rest zeitlich parallel zum
Unterricht in der Regelklasse
- Grundschulen: an Ganztagsschulen auch im Rahmen von
Nachmittagsangeboten möglich
 Dauer
- in der Regel bis zu einem Jahr
- anschließend Teilnahme ggf. am Förderunterricht.
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Sprachförderung
während des Schulbesuchs
4. 4. Förderunterricht
 Zusätzlicher Förderunterricht in Deutsch und Fremdsprachen.
 nach Möglichkeit Bildung von Fördergruppen
 Umfang:
- 5 Wochenstunden bei Neuzuwandernden ohne Deutschkenntnisse
- sonst 2-5 Wochenstunden
- höchstens zwei zusätzliche Stunden, Rest zeitlich parallel zum
Unterricht in der Regelklasse.
.
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Sprachförderung
während des Schulbesuchs
6. Berufsvorbereitungsjahr in der Sonderform für Aussiedlerinnen
und Aussiedler sowie Ausländerinnen und Ausländer (BVJ) - A
 Für zugewanderte schulpflichtige Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag,
die wegen fehlender Deutschkenntnisse dem Unterricht einer anderen
beruflichen Vollzeitschule nicht folgen können.
 Dauer: 1 Jahr
 Unterricht
- Deutsch (10 Wochenstunden), sonstige Fächer
- Fachtheorie und Fachpraxis (in 1-2 Berufsfeldern)
 Praktikum von 2-4 Wochen
 Sozialpädagogische Betreuung durch schuleigenen Sozialpädagogen.
 Im Rahmen eines zusätzlichen Förderkonzeptes ist im BVJ auch der
Erwerb des Hauptschulabschlusses möglich.
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Bildung
rechtl. Rahmenbedingungen
Bildungs- und Teilhabepaket
Bildungs- und Teilhabepaket
Inhalt der Leistung:
 Mittagessen in Kitas, Schulen oder Horten (Eigenanteil)
 Persönlicher Schulbedarf (100 € pro Schuljahr)
 Lernförderung, wenn dadurch ein gefährdetes Lernziel
voraussichtlich erreicht werden kann
 Teilnahme an Ausflügen und Klassen-/Kitafahrten
(tatsächliche Kosten)
 Mitmachen in Kultur, Sport, Freizeit (bis 10 € mtl.)
 Schülerbeförderung ab 11. Klasse (ab 3km).
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Junge Menschen
im schulpflichtigen Alter:
Bildungs- und Teilhabepaket
2. Zugang: Ausländerrechtliche Voraussetzungen
a) Bezug von Leistungen nach
 SGB II
 SGB XII
 § 2 AsylblG i.V.m SGB XII
b) Bezug von Leistungen nach § 3 AsylblG
Ermessensentscheidung nach § 6 AsylblG:
Sonstige Leistungen können insbesondere gewährt werden,
wenn sie (….) zur Deckung besonderer Bedürfnisse von
Kindern geboten sind.
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Qualifizierung
rechtliche
Rahmenbedingungen
1. Freiwilligendienste
Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ),
Bundesfreiwilligendienst
2. Praktika
Beschäftigungserlaubnis erforderlich
Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit?
Regelfall: Zustimmung erforderlich
Ausnahme: keine Zustimmung erforderlich, u.a. bei
 gesetzlich gefördertem Freiwilligendienst: (§ 14 Abs. 1 Nr. 1 BeschV).
 Praktika im Rahmen eines von der Europäischen Gemeinschaft
finanziell geförderten Programms (§ 15 Nr. 2 BeschV),
z.B. ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung
für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge.
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Qualifizierung
rechtliche
Rahmenbedingungen
3. Berufliche Weiterbildung (§§ 81 ff SGB III)
Bildungsgutschein wird ausgestellt
4. Qualifizierungsangebote im Rahmen der Jugendberufshilfe
 Angebot geeigneter sozialpädagogisch begleiteter Ausbildungsund Beschäftigungsmaßnahmen nach SGB VIII, etwa in Jugendwerkstätten
 Zugang für alle jungen Menschen unter 27 Jahren im Asylbewerberleistungsbezug (§§ 6 Abs. 2; 13; 7 Abs. 1 Nr. 4 SGB VIII)
„Grundsätzlich richten sich die Leistungen der Jugendhilfe auch an
geduldete Migrantinnen und Migranten sowie Asylbewerberinnen
und Asylbewerber“ (Walter Hirche, Nds. Landtag, 25.04.2007,
Drucksache 15/3772).
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
Sprachkurse
1. Integrationskurse
 Basis- und Aufbausprachkurs von je 300 Stunden zur Erlangung
ausreichender Sprachkenntnisse und
 Orientierungskurs von 60 Stunden zur Vermittlung von Kenntnissen
der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland.
 Beendigung des Integrationskurses mit Test: Erwerb des
Sprachniveau B1 GER möglich.
 Integrationskurse für spezielle Zielgruppen (bis zu 960 Stunden)
- Jugendintegrationskurse (bis 27 Jahre)
- Eltern- bzw. Frauenintegrationskurse
- Alphabetisierungskurse
- Förderkurse (bei besonderem sprachpädagogischem Förderbedarf).
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
Sprachkurse
1. Integrationskurse (§ 44 Abs. 1 AufenthG)
a. Anspruch auf Teilnahme bei folgenden Aufenthaltstiteln aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen:
 Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 1 AufenthG:
anerkannte Asylberechtigte
 Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 2 S. 1 Alt. 1 AufenthG:
nach der GFK anerkannte Flüchtlinge
 Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 2 S. 1 Alt. 2 AufenthG:
subsidiär Schutzberechtigte
 Aufenthaltstitel nach § 23 Abs. 2 AufenthG
Aufnahme bei besonders gelagerten politischen Interessen.
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
Sprachkurse
1. Integrationskurse
b. Zulassung möglich bei freien Kursplätzen bei
 rechtmäßigem und
 dauerhaften Aufenthalt, i.d.R., wenn der Ausländer
- seit über 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis hat oder
- deren Geltungsdauer mehr als ein Jahr beträgt.
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
2. ESF-BAMF-Kurse
Inhalt
Berufsbezogene Sprachförderung: Sprachunterricht ggf. mit
arbeitsmarktrelevanten oder berufsspezifischen Qualifizierungselementen.
Förderungsdauer
bei Vollzeitmaßnahmen: höchstens sechs Monate.
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
2. ESF-BAMF-Kurse
Zugang
 Bei dauerhaftem und beständigem Aufenthalt in Deutschland:
- Niederlassungserlaubnis oder
- Aufenthaltserlaubnis seit über 18 Monaten oder mit Geltungsdauer
von mehr als einem Jahr
- Ausschluss bei Aufenthalt von vorübergehender Natur oder
 Bei Teilnahme am ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen
Unterstützung von Bleibeberechtigten und Flüchtlingen mit Zugang zum
Arbeitsmarkt II.
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
Kostenfreie Vorbereitung auf die Nachholung von Schulabschüssen
 Berufsbildende Schulen
möglich auch nach Erfüllung der Schulpflicht
 Angebote der Jugendberufshilfe
 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (§ 53 SGB III)
Zugang für den ganz überwiegenden Teil der Zielgruppe
(§§ 52 Abs. 2; 59 SGB III)
 Berufliche Weiterbildung (§ 81 Abs. 3 SGB III)
Zugang, wenn die Voraussetzungen für eine berufliche
Weiterbildung erfüllt sind.
 Studienkolleg bei ausländischer Hochschulzugangsberechtigung.
Finanzierung des Lebensunterhalts
Ggf. Berufsausbildungsbeihilfe oder BAföG:
Zugang zu BAföG wie zu Berufsausbildungshilfe (§ 8 BAföG).
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Nachholung von Schulabschlüssen
Ausländerrechtliche Rahmenbedingungen
 Für Schulbesuch keine Beschäftigungserlaubnis notwendig
 Für Praktika im Rahmen des Schulbesuchs ggf.
Beschäftigungserlaubnis erforderlich (Rücksprache mit
Ausländerbehörde ratsam)
 Vereinbarkeit mit ausländerrechtlichen Nebenbestimmungen, z.B.
Wohnsitzauflage.
Sozialrechtliche Rahmenbedingungen
 Insbesondere beim AsylblG-Bezug:
Finanzierung von evt. Schulgeld/Kursgebühren, Fahrtkosten und
Unterrichtsmaterialien problematisch.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Vorbereitung auf die Nachholung von Schulabschüssen
 Berufsschule
- ggf. möglich auch nach Erfüllung der Schulpflicht
 Abendschulen/Abendgymnasien
 Studienkollegs
Vorbereitung auf die Feststellungsprüfung (ggf. erforderlich für ein
Studium).
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb durch Bildungsträgern
(§ 53 SGB III).
Allgemeine Voraussetzungen
für Teilnahmeanspruch gegenüber der Agentur für Arbeit
 in der Regel unter 25 Jahren
 Hauptschulabschluss kann voraussichtlich erreicht werden.
 Erfüllung der Vollzeitschulpflicht
 Keine vorrangigen Leistung Dritter vorhanden (z.B. schulische
berufsvorbereitende Angebote, in denen ein Schulabschluss erworben
werden kann); nicht vorrangig sind berufsbegleitende und
kostenpflichtige Angebote.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Ausländerrechtliche Voraussetzungen
 Wie bei Berufsausbildungsbeihilfe (§§ 52 Abs. 2; 59 SGB III)
 Ausnahme: keinen Zugang haben Personen mit Duldung und 4
Jahren Voraufenthalt. (vgl. § 59 Abs. 2 SGB III)
Finanzierung des Lebensunterhalts
 Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (§ 56 SGB III)
 Fahrtkosten können von der Agentur für Arbeit übernommen werden
(§ 63 SGB III).
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss
Berufliche Weiterbildung
Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb im Rahmen einer
beruflichen Weiterbildung (§ 81 Abs. 3 SGB III).
Allgemeine Voraussetzungen:
für Teilnahmeanspruch gegenüber der Agentur für Arbeit
 Erfüllung der Voraussetzungen für die Förderung der beruflichen
Weiterbildung nach § 81 Abs. 1 SGB III und
 Hauptschulabschluss kann voraussichtlich erreicht werden.
Ausländerrechtliche Voraussetzungen
Keine.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss
Jugendberufshilfe
Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb durch Träger der
Jugendberufshilfe (§ 13 Abs. 2 SGB VIII) im Rahmen von
Angeboten geeigneter sozialpädagogisch begleiteter
Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen.
Ausländerrechtliche Voraussetzungen
Maßnahmen im Bereich der Jugendhilfe stehen allen
Jugendlichen offen, vgl. §§ 13, 7 Abs. 1, Nr. 4 SGB VIII.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss etc.
Volkshochschulen etc.
Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb verschiedener
Schulabschlüsse durch Kurse der VHS oder anderer Bildungsträger
Ausländerrechtliche Voraussetzungen
Keine
Kosten
 Kursgebühren, ggf. Fahrtkosten und Kosten für Unterrichtsmaterialien
 häufig Kostenermäßigung bei Sozialleistungsbezug
 aber: i.d.R. keine kostenfreien Kurse.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Sicherung des Lebensunterhaltes: BAföG
Zugang besteht insbesondere für:
a) Ausländer mit (§ 8 Abs. 1 BAföG)
 Niederlassungserlaubnis
 Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG
b) Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis nach (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 BAföG)
 § 22 AufenthG; Aufnahme aus dem Ausland
 § 23 Abs. 1 AufenthG: Aufenthaltsgewährung aufgrund von Erlassen
 § 23a AufenthG: Härtefallregelung
 § 25 Abs. 1 AufenthG: anerkannte Asylberechtigte
 § 25 Abs. 2 AufenthG: nach der GFK anerkannte Flüchtlinge.
 § 25a AufenthG: Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten
Jugendlichen und Heranwachsenden.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Sicherung des Lebensunterhaltes: BAföG
Zugang besteht für:
c) Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis nach
 § 28 AufenthG: Familiennachzug zu Deutschen
 § 37 AufenthG: Recht auf Wiederkehr
 § 38 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG: ehemalige Deutsche
 §§ 30, 32 - 34 AufenthG: als Ehegatte/ Lebenspartner oder Kind eines
Ausländers mit Niederlassungserlaubnis.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Sicherung des Lebensunterhaltes: BAföG
Zugang besteht für:
d) Aufenthaltserlaubnis nach (§ 8 Abs. 2 Nr. 2 BAföG)
 § 25 Abs. 3 AufenthG: anerkannte Abschiebungsschutzberechtigte
 § 25 Abs. 4, S. 2 AufenthG: Verlängerung wegen außergewöhnlicher Härte
 § 25 Abs. 5 AufenthG: Unmöglichkeit der freiwilligen Ausreise
 § 31 AufenthG: eigenständiges Aufenthaltsrecht des Ehegatten
 §§ 30, 32 - 34 AufenthG: als Ehegatte/ Lebenspartner oder Kind eines
Ausländers mit Aufenthaltserlaubnis
und
vier Jahre ununterbrochener rechtmäßiger, gestatteter oder geduldeter
Voraufenthalt im Inland.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Sicherung des Lebensunterhaltes: BAföG
Zugang besteht insbesondere für:
e) Duldung und
vier Jahren ununterbrochenem rechtmäßigem, gestattetem oder
geduldetem Voraufenthalt im Inland (§ 8 Abs. 2a BAföG).
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Sicherung des Lebensunterhaltes: BAföG
Zugang besteht insbesondere für:
e) Ausländer unabhängig vom Aufenthaltsstatus (§ 8 Abs. 3 BAföG)
 Wenn der Auszubildende sich 5 Jahre im Inland aufgehalten
hat und 5 Jahre rechtmäßig erwerbstätig gewesen ist oder
 wenn zumindest ein Elternteil sich während der letzten 6 Jahre
insgesamt 3 Jahre im Inland aufgehalten hat und
3 Jahre rechtmäßig erwerbstätig gewesen.
Ausnahmen hiervon sind unter bestimmten Voraussetzungen
möglich, vgl. § 8 Abs. 3 Nr. 2, S. 3 BAföG; u.U. sind Zeiten der
Haushaltsführung und Kinderbetreuung der Erwerbstätigkeit
gleichgestellt.
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Nachholung von Schulabschlüssen
Hauptschulabschluss, etc.
Finanzierung des Lebensunterhalts:
Zugang zu Sozialleistungen
 Auszubildende, die eigentlich einen Anspruch auf Leistungen
nach § 2 AsylblG i. V. m. SGB XII oder nach § 19 SGB II
(Arbeitslosengeld II) hätten
und eine dem Grunde nach dem BAföG förderfähige Ausbildung
machen, erhalten außer in Härtefällen
weder Leistungen nach dem BAföG noch
Leistungen nach § 2 AsylblG i. V. m. SGB XII oder
nach § 19 SGB II (§ 7 Abs. 5 SGB II, § 22 Abs. 1 SGB XII.)
 Auszubildende, die Leistungen nach §§ 3 ff AsylblG beziehen,
erhalten weiterhin Leistungen nach dem AsylblG (OVG
Münster).
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Schulische
Berufsausbildung
Beschäftigungserlaubnis erforderlich?
1. Schulische Berufsausbildung, die einem Beschäftigungsverhältnis gleichzusetzen ist:
Beschäftigungserlaubnis notwendig, z.B. für Ausbildung in Berufe der
Kranken- und Altenpflege und zur Hebamme.
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Schulische
Berufsausbildung
Beschäftigungserlaubnis erforderlich?
2. Für Praktika, die
 im Rahmen einer schulischen Ausbildung stattfinden und
 maximal drei Monate pro Jahr dauern
Beschäftigungserlaubnis m.E. wegen § 30 BeschV nicht erforderlich,
aber Klärung mit Ausländerbehörde ratsam.
3. Für längerfristige Praktika, die im Rahmen einer schulische
Ausbildung stattfinden:
Beschäftigungserlaubnis erforderlich, deren Erteilung die Bundesagentur
für Arbeit nicht zustimmen muss (§ 15 Nr. 1 BeschV)
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Schulische
Berufsausbildung
Sicherung des Lebensunterhaltes:
BAföG für schulische Berufsausbildungen (§ 2 BAföG)
Grundsätzlich förderfähige Ausbildungen bieten unter anderem:
 weiterführende allgemeinbildende Schulen ab Klasse 10
 Berufsfachschulen
 Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen,
Abendgymnasien und Kollegs
 Höheren Fachschulen und Akademien
 Hochschulen.
Förderung unter denselben ausländerrechtlichen Voraussetzungen wie
Berufsausbildungsbeihilfe (§ 8 BAföG, § 59 SGB III).
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Bildung
rechtliche
Rahmenbedingungen
Studium





Hochschulzugangsberechtigung (Informationen: Datenbank anabin)
Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (i.d.R. C 1 GER)
Zulassung durch Hochschule
Vereinbarkeit mit Wohnsitzauflage
Anspruch auf BAföG unter bestimmten ausländerrechtlichen
Voraussetzungen, er entspricht dem Zugang zu Berufsausbildungsbeihilfe (§ 8 BAföG).
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Unterstützungsmöglichkeiten
Mögliche Ansprechpartner/-innen
 Anerkennungsberatung des IQ-Netzwerk
 Flüchtlingsberatungsstellen
 Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer/-innen
 Jugendmigrationsdienste
 Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
 Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V.
 Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V..
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Kontakt
Projekt ProFil II
Für Chancengleichheit und Partizipation – Sprache als Schlüssel zur
Bildung
Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Fachbereich Migration/ Flüchtlinge
Dr. Barbara Weiser
Carmen Guerra
Knappsbrink 58
49080 Osnabrück
Tel.: 0541/349698-19
Tel.: 0541/349698-12
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