„Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer“
- warum eigentlich?
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Besonderheiten des „Arbeitsplatzes Schule“
•
Bürokratisch verfasst, aber nur wenig direkte
Steuerung in die konkrete Arbeit von Lehrkräften
•
Schule als lose gekoppeltes System
•
Isoliertes Arbeiten im Klassenzimmer („self
contained classroom“)
•
„Autonomie-Paritätsmuster“ als lehrertypisches
Verhaltensmuster
Terhart, E. (1995). Lehrerprofessionalität. In H.-G. Rolff (Hrsg.), Zukunftsfelder
von Schulforschung (S. 225-266). Weinheim.
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Arbeitsplatzbezogene
Verhaltens- und
Erlebensmuster von
LehrerInnen
(Schaarschmidt et al.):
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Typ G „Gesundheit“
•
Hohes, aber nicht überhöhtes Engagement,
Mittleres Perfektionsstreben
•
Erfolgserleben im Beruf
•
Aktive Problembewältigung
•
Fähigkeit zur Distanz
•
Ausgeglichenheit und innere Ruhe
•
Belastbarkeit und Zufriedenheit
(Quelle: Schaarschmidt/Fischer 1996)
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Typ S „Schonung“
•
Wenig beruflicher Ehrgeiz
•
Geringes Perfektionsstreben
•
Hohe Fähigkeit zur Distanz, Ruhe und Gelassenheit
•
Wenig Resignation
•
Ausgeglichenheit, Relative Zufriedenheit
•
Erlebt soziale Unterstützung
(Quelle: Schaarschmidt/Fischer 1996)
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Risiko-Typ A „Selbstüberforderung“
•
Hohe Bedeutsamkeit der Arbeit
•
exzessive Verausgabung, hohes Perfektionsstreben
•
Geringe Distanzierungsfähigkeit
•
Kaum innere Ruhe
•
Verminderte Erholungsfähigkeit
•
Einschränkung der Belastbarkeit und Zufriedenheit
•
Erlebt kaum soziale Unterstützung
(Quelle: Schaarschmidt/Fischer 1996)
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Risiko-Typ B „Resignation“
•
Reduziertes Engagement
•
Geringe Erholungs- und Widerstandsfähigkeit
•
Unzufriedenheit und Niedergeschlagenheit
•
Arbeit wenig bedeutsam, kaum Erfolgserleben im
Beruf
•
Hohe Resignation
•
Geringste Problembewältigung
•
Erlebt kaum soziale Unterstützung
(Quelle: Schaarschmidt/Fischer 1996)
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Ergebnisse der Untersuchungen:
•
Für den Lehrerberuf charakteristische Musterverteilung
•
Wenig Typ G (unter 20%)
•
Viele A- und B-Muster (jeweils etwa 30%)
•
Höchster Anteil des kritischen Musters B
(„Resignation“) im Vergleich zu anderen
Berufsgruppen mit ebenfalls erhöhter psychosozialer
Beanspruchung (Pflege, Polizei, Strafvollzug, ...)
•
Ungünstige Muster verbessern sich nicht im Zeitverlauf
(Wiederholungsuntersuchung nach 3 Jahren)
(Quelle: Schaarschmidt/Fischer 1996)
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Die zwei am häufigsten genannten
Belastungsfaktoren in der Schule:
•
Verhalten schwieriger Schülerinnen und Schüler,
Klassenstärke
•
„soziales Klima vor Ort“: Zusammenarbeit mit der
Schulleitung, Verständigung im Kollegium begünstigt
positive Musterverteilungen
Schaarschmidt, U. (Hg.) (2004): Halbtagsjobber? Psychische
Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern. Weinheim.
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Anforderungen/Belastungen
Berufsspezifisch
(und extern verursacht)
Unterrichtsverpflichtung,
Klassengröße, Schülerverhalten,
mangelnde Unterstützung durch
Eltern
Berufsunspezifisch
(und organisationsintern
gestaltet)
kaum Kooperation, fehlendes
Feedback, fehlende Anerkennung,
fehlende Unterstützung,
Ungewissheit über den Erfolg der
eigenen Arbeit; Konflikte mit
Kollegen oder Schulleitung,
Unsicherheit und fehlende
Ressourcen im Umgang mit
extern bedingten Anforderungen
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Interventionsmöglichkeiten
Bedingungsbezogene
Maßnahmen
•
Gesamtgesellschaftliche
Rahmenbedingungen des Lehrerberufs
(Umgang mit Erziehung, Ansehen des
Lehrerberufs, mehr Ruhe und Kontinuität)
•
Gestaltung der Arbeitsbedingungen „vor Ort“
Personenbezogene Maßnahmen
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•
Kompetenzentwicklung
•
Entspannen, Kompensieren, emotionale
Stabilisierung
•
Qualifizierung (Professionalität im Fach und
im Umgang mit Belastungen)
Interventionsmöglichkeiten
Bedingungsbezogene
Maßnahmen
•
Gesamtgesellschaftliche
Rahmenbedingungen des Lehrerberufs
(Umgang mit Erziehung, Ansehen des
Lehrerberufs, mehr Ruhe und Kontinuität)
•
Gestaltung der Arbeitsbedingungen „vor Ort“
Organisations- und Personalentwicklung
Schulentwicklung
Personenbezogene Maßnahmen
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•
Kompetenzentwicklung
•
Entspannen, Kompensieren, emotionale
Stabilisierung
•
Qualifizierung (Professionalität im Fach und
im Umgang mit Belastungen)
Herausforderungen an die Gestaltung des
Arbeitsplatzes Schule
•
Positive Beeinflussung des Sozialklimas
•
Überwindung des isolierten Arbeitens
•
Förderung von Kooperation
•
Entwicklung einer Feedback-Kultur (auf Organisationsebene und auf
Individualebene)
•
Entwicklung von gemeinsamen und individuellen Arbeitszielen
•
Überprüfung von Zielerreichung und Erkennen von Gründen der
Nicht-Erreichung von Zielen
•
Entwicklung einer gemeinsamen Professionssprache
•
Institutionalisierung gemeinsamen Lernens der Lehrkräfte;
gegenseitige Unterstützung
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Literatur
Schaarschmidt, U. & Fischer, A. W. (1966). AVEM – Arbeitsbezogenes Verhaltensund Erlebensmuster. Frankfurt/M. Swets & Zeitlinger. Computerversion im
Rahmen des Wiener Testsystems. Mödling: Schuhfried Ges.m.b.H.
Schaarschmidt, U. (2005). Halbtagsjobber? Psychische Gesundheit im Lehrerberuf
– Analyse eines veränderungsbedürftigen Zustandes. Weinheim: Beltz.
Terhart, E. (1996). Lehrerprofessionalität. In H.-G. Rolff (Hrsg.), Zukunftsfelder von
Schulforschung. (S. 225-266). Weinheim: Deutscher Studien Verlag.
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(IfE) Westfälische Wilhelms-Universität Münster