Wie setze ich meine
Weiterbildungsrechte durch?
Dr. med. Markus Wenning
Geschäftsführender Arzt der
Ärztekammer Westfalen-Lippe
Bewertung einer Abteilung Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Keine Weiterbildungsgespräche
Kein Weiterbildungsplan
Kein Rotationsplan
„Das Haus hat volle Weiterbildung. Für die Fa-Prüfung wird
alles bescheinigt. Ob die Ausbildung tatsächlich umgesetzt
wurde, bleibt offen.“
Bewertung einer Abteilung Innere Medizin
Führungskultur: „Hierarchisches Denken, Assistenten
werden im Entscheidungsprozess keineswegs einbezogen“
Arbeitsklima: „unter Assistenten überwiegend gut,
vergleichbar mit einer Leidensgenossenschaft.“
Welche Rechte
habe ich eigentlich ?
Nur wer seine Rechte kennt,
kann sie auch durchsetzen!
Arbeitsrecht
Rechtsstellung eines Arztes in
Weiterbildung
• Regelungen im Arbeitsvertrag ?
• WB oft nur „Nebenprodukt“ des Arbeitsvertrages
• Verweis auf Tarifverträge ?
§ 44 TVÖD - Besonderer Teil Krankenhäuser
(1) Für Beschäftigte, die sich in Facharzt-,
Schwerpunktweiterbildung oder Zusatzausbildung nach dem
Gesetz über befristete Arbeitsverträge mit Ärzten in der
Weiterbildung befinden, ist ein Weiterbildungsplan aufzustellen,
der unter Berücksichtigung des Standes der Weiterbildung die zu
vermittelnden Ziele und Inhalte der Weiterbildungsabschnitte
sachlich und zeitlich gegliedert festlegt.
(2) Die Weiterbildung ist vom Betrieb im Rahmen seines
Versorgungsauftrags bei wirtschaftlicher Betriebsführung so zu
organisieren, dass die/der Beschäftigte die festgelegten
Weiterbildungsziele in der nach der jeweiligen
Weiterbildungsordnung vorgesehenen Zeit erreichen kann.
§ 44 TVÖD - Besonderer Teil Krankenhäuser
(3) Können Weiterbildungsziele aus Gründen, die der Arbeitgeber
zu vertreten hat, in der vereinbarten Dauer des
Arbeitsverhältnisses nicht erreicht werden, so ist die Dauer des
Arbeitsvertrages entsprechend zu verlängern. Die Regelungen
des Gesetzes über befristete Arbeitsverträge mit Ärzten in der
Weiterbildung bleiben hiervon unberührt und sind für den Fall lang
andauernder Arbeitsunfähigkeit sinngemäß anzuwenden. Absatz 2
bleibt unberührt.
§ 13 TV-Ärzte Uniklinika
Zulage bei Überschreiten der Mindestweiterbildungszeit
Ärzte der Entgeltgruppe Ä 1 in der Weiterbildung zur Fachärztin
beziehungsweise zum Facharzt erhalten eine monatliche Zulage
in Höhe der Differenz zur Stufe 1 der Entgeltgruppe Ä 2, sobald sie
die Mindestweiterbildungszeit nach der Weiterbildungsordnung um
mehr als ein Jahr überschritten haben, ohne dass sie dies zu
vertreten haben.
§ 6 TV-Ärzte/VKA „Qualifizierung“
(2) Vor diesem Hintergrund stellt Qualifizierung nach diesem
Tarifvertrag ein Angebot dar, aus dem für die Ärztinnen und
Ärzte kein individueller Anspruch … abgeleitet, aber das durch
freiwillige Betriebsvereinbarung wahrgenommen und näher
ausgestaltet werden kann.
(3) Qualifizierungsmaßnahmen sind …
b) der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen (Fort- und
Weiterbildung),
Berufsrecht
Pflichten des Weiterbilders (§ 5 M-WBO)
 WB persönlich leiten
 WB zeitlich und inhaltlich
entsprechend der WO gestalten
 Richtigkeit der Dokumentation des
in WB befindlichen Arztes bestätigen
 gegliedertes Programm der WB an
den Assistenten übergeben

Pflichten des Weiterbilders (§ 9 M-WBO)
 Zeugnis erstellen
 auf Antrag grundsätzlich innerhalb
von drei Monaten
 bei Ausscheiden unverzüglich
 Zeugnis muss enthalten
 im Einzelnen die erworbenen
Kenntnisse, Erfahrungen und
Fertigkeiten
 Frage der fachlichen Eignung
 Teilzeit / Unterbrechungen
… und wenn es trotzdem nicht klappt ?
Strategie der Eskalation
 Kommunikation (Vernetzung!!)
 Gespräch mit ebenfalls betroffenen
Kollegen
 Gespräch mit einem erfahrenen
Kollegen (z.B. Mentor)
 Gespräch mit dem Weiterbilder
 Information
 Ärztekammer einschalten
 Vermittlung / Berufsrecht
… trotz aller Schwierigkeiten …
VIEL ERFOLG !

Bewertung einer Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe