Sprache und Geschlecht
Lingua e Sesso
Gliederung
Sprachsystem
- Lexikon
Spracherwerb
- Dialekt und Standardsprache
Sprachgebrauch
- Diskurs
Sprachsystem: Lexikon
Berufsbezeichnungen
Nomen auf -o
- il cardiologio
Nomen auf -tore
- il direttore
! Ausnahme:
- il dottore
Nomen auf -a sind invariabel
- il giornalista
- il poeta
-a
- la cardiologia
-trice
- la direttrice
- la dottoressa
- la giornalista
! einige enden auf -essa:
- la poetessa
Sprachsystem: Lexikon
Nomen auf -e können
invariabel sein
- il cantante
- il ragioniere
- il professore
- la cantante
oder bilden die weibliche
Form mit -a
- la ragioniera
oder mit -essa
- la professoressa
Sprachsystem: Lexikon
für einige Berufsbezeichnungen wird die
weibliche Form vermieden
- männliche Form: il presidente Maria
Bianchi
- männliche Form mit dem weiblichen
Artikel: la presidente Maria Bianchi
- oder der Zusatz „donna“ vor oder nach
dem Namen: la donna magistrato/ il
magistro donna
Spracherwerb: Dialekt und
Standardsprache
zentrale Frage: Ist die Sprache der Frauen
konservativer als die der Männer?
Ergebnis:
- keine Tendenz zu einem konservativen oder
innovativen Sprachgebrauch
- Verhalten hängt vielmehr von verschiedenen
anderen Faktoren ab (wie etwa die Rolle der
Frauen in der jeweiligen Gemeinschaft, ihrer
sozialen Mobilität, der Möglichkeit Zugang zu
Bildung zu erhalten, etc.)
Spracherwerb: Dialekt und
Standardsprache
- unbestritten ist jedoch die zentrale Rolle der Frauen im
Prozess der Weitergabe der Sprache an die nächste
Generation
Koexistenz von Standardsprache und Dialekt:
- Frauen möchten weniger als die Männer, dass die Kinder
auch den jeweiligen Dialekt sprechen
Gründe dafür:
- Bewusstsein, dass die sprachliche Wahl mit einem
bestimmten sozialen Prestige verbunden ist
- Verantwortungsgefühl für die schulischen Probleme von
Kindern, deren Sprachgebrauch von der
Standardsprache abweicht
Sprachgebrauch: Diskurs
Behauptung 20er/30er Jahre
weibliche Sprache ist charakterisiert von:
- Euphemismen
- Hyperbeln
- Adverbien
- unterbrochenem Syntax
- wenig subordinierenden Konjunktionen
- reduziertem Wortschatz
Sprachgebrauch: Diskurs
neuere Untersuchungen
- Unterschied in der Kommunikation Frau-Frau und
Frau-Mann
- im Diskurs zwischen Mann und Frau kein symmetrisches
Verhältnis
- Männer belehrendes Verhalten, autoritärer Ton, einseitig
verlaufende Informationsweitergabe
Sprachgebrauch: Diskurs
Überlegung
- Frauen haben Schwierigkeiten sich auf den eigentlichen
Zweck der Unterhaltung zu konzentrieren, sehen immer
Notwendigkeit den Zuhörer zu überzeugen
- dadurch ist weiblicher Diskurs eher rhetorisch als logisch
Sprachgebrauch: Diskurs
Ergebnisse Versuch
Frauen:
- parataktischer Stil in niedrigeren Klassen
- anaphorische Hypotaxen in höheren Schichten
Bsp.: ero raffreddato perciò sono restata a casa
- dubitative Füllwörter
Bsp.: no?, va bene?, dico
- Wiederholungen
- Präzisierungen
- intime und persönliche Erzählungen
Sprachgebrauch: Diskurs
Ergebnisse Versuch
Frauen:
- unvollständige Sätze
- häufige Anwendung von direkter Rede
- Emphase nicht sprachlicher Bestandteile des Diskurses
Sprachgebrauch: Diskurs
Ergebnisse Versuch
Männer:
- hypotaktischer Stil
- wenig Wiederholungen
- wenig feststellende Füllwörter
Bsp.: diciamo, dunque, diciamo così
- Auflistungen
- keine unvollständigen Sätze
- Satzstellung eher wie in der geschriebenen Sprache
Fazit
Bibliographie
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Marcato, Gianna. 1988. „Italienisch: Sprache und Geschlechter. Lingua e
sesso“. In: Holtus, Günter; Metzeltin, Michael; Schmitt, Christian (Hg.).
Lexikon der Romanistischen Linguistik (Band IV). Tübingen. S. 237-246.
Grassi, Corrado; Sobrero, Alberto; Telmon, Tullio. 21998. Fondamenti di
dialettologia italiana. Roma; Bari. S. 161-227.
De Giuli, Alessandro; Gustalla, Carlo; Naddeo, Ciro Massimo. 2008. Magari!
Corso di lingua e cultura italiana di livello intermedio e avanzato. Firenze.
Vielen Dank
für
die Aufmerksamkeit

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