Fallbearbeitung in der
Eingliederungshilfe
Erfahrungen aus der Praxis am
Beispiel der Stadt Emden
Stadt Emden Fachdienst Sozialhilfe
Gliederung:
• Verfahrensablauf in der Stadt Emden
• Beispiel aus der Praxis
Stadt Emden Fachdienst Sozialhilfe
Verfahrensablauf Neuantrag
• Antragsaufnahme und Erstberatung
- beim Sachbearbeiter oder bei der
Fachstelle Eingliederungshilfe (EGH)
- Sichtung und Prüfung des Antrags auf
Vollständigkeit, örtliche und sachliche
Zuständigkeit gegeben?
- Information der Fachstelle EGH zur
Einleitung eines Hilfeplanverfahrens (HPV)
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Hilfeplanverfahren
• Erhebungsbogen „A“ zu Stammdaten an
den gesetzlichen Betreuer bzw. die
betreuende Einrichtung
• Anforderung einer amtsärztlichen
Stellungnahme
• Terminabsprache/Einladung für das
Hilfeplangespräch
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• Einbeziehung der amtsärztlichen Stellungnahme
(ggf. weiterer ärztlicher Gutachten) und des
Erhebungsbogens „A“ in die Hilfeplanung
(Prüfung, Abgleich)
• Durchführung des Hilfeplangespräches
• Teilnehmer: Fachstelle EGH, Antragsteller, ggf.
gesetzlicher Betreuer, Vertrauensperson
(Einrichtung nur, wenn bereits eine Betreuung
durch eine solche erfolgt)
Stadt Emden Fachdienst Sozialhilfe
Abschluss des Hilfeplanverfahrens
• Hilfebedarfsfeststellung treffen (geeignete
Maßnahme, Stundenbedarf usw.)
• Formulierung von Zielen (gemeinsam mit
allen Beteiligten)
• Festlegung, ob und wann der Erfolg der
Maßnahme überprüft wird
• Abgabe der Empfehlung samt ärztlicher
Gutachten an den Sachbearbeiter
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Entscheidungsfindung der
Sachbearbeitung
• Überprüfung der Einkommens- und
Vermögensverhältnisse
• Einbeziehung der ärztlichen Stellungnahmen sowie der
Empfehlung aus dem Hilfeplanverfahren in die inhaltliche
Entscheidung
- Feststellung des Vorliegens einer Behinderung im Sinne
des Gesetzes
- Geeignetheit und Notwendigkeit der Maßnahme
- Antragsbegehren und Ergebnis: konform oder
abweichend?
- Subsumtion unter die einschlägigen Vorschriften
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Hinweis:
Der Sachbearbeiter trifft nach
Prüfung aller Unterlagen die
endgültige Entscheidung über die
Hilfegewährung!
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Abschluss des Verfahrens
• Bei Vorliegen aller Voraussetzungen: Bewilligung
der Leistung durch Kostenübernahmebescheid
(Frist!)
• Bei Nichtvorliegen der Voraussetzungen:
Ablehnung der Leistung durch Bescheid
• Erfassung des Falles im System
• Anlegen der kompletten Akte
• Ggf. Unterhaltsüberprüfung einleiten
• Statistische Arbeiten
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Beispiel aus der Praxis
Frau Müller, 32 Jahre alt, geistige
Behinderung
Besucherin einer Werkstatt für Menschen mit
Behinderung
Bislang bei den Eltern wohnhaft, nach Tod
des Vaters sieht sich die Mutter überfordert
Antrag auf stationäres Wohnen
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Allgemeine Situation:
• Fallzahlenanstieg
• Zunehmende Zahl alt gewordener
Menschen mit Behinderung
• Kostenentwicklung aufgrund gestiegener
Fallzahlen sowie aufgrund gestiegener
individueller Bedarfe
• Wechsel von Fürsorge zu selbstbestimmtem
Leben
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Erfolgte Umstrukturierungen in
der Stadt Emden:
• Hilfekonferenzen und Hilfeplanung für
psychisch behinderte Menschen im
ambulanten Bereich seit 01.01.2005 unter
Federführung des Sozialpsychiatrischen
Dienstes
• Erweiterung auf teil-/stationäre Angebote
und für Menschen mit Suchterkrankungen
seit 01.01.2006
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• Hilfekonferenzen und Hilfeplanung für
Menschen mit geistigen bzw. körperlichen
Behinderungen unter Federführung des
Fachdienstes Sozialhilfe seit 01.05.2006
(Besetzung mit ½ Stelle Sozialpädagogin
sowie ½ Stelle Verwaltungsfachkraft,
Einbindung in das Team
Eingliederungshilfe)
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Ziele der Hilfeplanung:
• Passgenaue, individuelle Hilfen
• Bedarfsorientiertheit statt
Angebotsorientiertheit
• Bürgerorientiertheit
• Dämpfung des Kostenanstiegs
• Vernetzung
• Transparenz
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Zusammensetzung der
Hilfeplanung:
•
•
•
•
Antragstellung
Bedarfserhebung
Hilfekonferenz und Hilfeplanung
Fortschreibung
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Teilnehmer an der
Hilfekonferenz/-planung:
• Antragsteller
• Ggf. gesetzlicher Betreuer (bei Kindern
Sorgeberechtigte)
• Vertreter der Fachstelle Eingliederungshilfe
• Sachbearbeiter (im Ausnahmefall)
• Vertreter der bereits betreuenden
Einrichtung
• Weitere Personen bei Bedarf
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Kooperation und Dialog:
• Mitarbeit in landesweiten Arbeitsgruppen
zur Entwicklung von Leitfäden zur
Hilfeplanung und zum Persönlichen Budget
• Kooperation und Dialog aller Beteiligten
vor Ort zur Entwicklung einer guten
bedarfsorientierten Angebotsstruktur
• Teilnahme an Fortbildungen und
Arbeitskreisen regional und überregional
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Beispiele aus der Praxis
Stadt Emden Fachdienst Sozialhilfe
Frau Brigitte M., körperbehindert
• Antrag auf Wohnassistenz aufgrund der
schweren Körperbehinderung
• Hilfekonferenz/-plan vereinbart mit Frau M.
ein Persönliches Budget (pro Stunde 8,00 €)
für Betreuungszeiten (8 Stunden wö.) und
zur Freizeitgestaltung (3 Stunden wö.)
• Zielvereinbarung: Nachweis über
Betreuungszeiten, Freizeitgestaltung frei
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Frau Norma K., psychische
Erkrankung
• Ambulant Betreutes Wohnen wird gewährt
• Persönliches Budget für ABW
• PB für Studienassistenz z.B. durch Mitstudenten
für das geplante fortgesetzte Studium
• Hilfekonferenz/-plan vereinbart mit Frau K. ein
PB (pro Stunde 36,00 €) für ABW (8 Stunden wö.)
und zur Studienassistenz (2 Stunden wö., pro
Stunde 8,00 bis 10,00 €)
• Zielvereinbarung: Nachweis über ABW,
Studienassistenz frei
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Ines W., 9 Jahre, körperliche
Behinderung
• Antrag auf pädagogische Unterstützung als
Persönliches Budget
• Bessere Integration in die Klassengemeinschaft an
der Grundschule, Stärkung der Zusammenarbeit
mit der Schule, Freizeitgestaltung
• Großmutter übernimmt die Unterstützung
• Zielvereinbarung: Nachweis über 5 Stunden wö.,
215 € monatlich
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Manuel T.; geistige Behinderung
• Beschäftigung in einem Kindergarten über
Agentur für Arbeit, Integrationsamt
• Antrag auf Persönliches Budget zur
Teilhabe am Arbeitsleben
• Zielvereinbarung: Förderung des
Arbeitsplatzes auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt durch Aufstockung der
Förderung durch das Integrationsamt
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Ute C., geistige Behinderung
• Beschäftigung in einem Kindergarten über
Agentur für Arbeit, Integrationsamt
• Antrag auf Persönliches Budget zur
Teilhabe am Arbeitsleben
• Zielvereinbarung: Förderung des
Arbeitsplatzes auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt durch Aufstockung der
Förderung durch das Integrationsamt
Stadt Emden Fachdienst Sozialhilfe
Herr Robert K., psychische
Behinderung
• Langjähriger Bezug von
Grundsicherungsleistungen, keinerlei
Krankheitseinsicht
• Persönliches Budget für ABW 3 – 4 Stunden wö.
zur Integration am gesellschaftlichen Leben
• HPK oft wegen fehlender Mitwirkung ausgefallen
• Zweckentfremdete Verwendung der Mittel,
Rückkehr zur Sachleistung
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Budget für Arbeit
• Modell des Landes Niedersachsen für
Besucherinnen und Besucher von Werkstätten für
Menschen mit Behinderung
• Vermittlung durch WfbM auf allgemeinen
Arbeitsmarkt
• Förderung durch Budget über die Stadt Emden
• Jederzeitige Rückkehr in die Werkstatt möglich
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Ausblick:
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Die Herausforderung annehmen.
Den Weg gemeinsam beschreiten.
Chancen nutzen.
Lösungen entwickeln.
Ein neues Ziel erreichen.

Fallbearbeitung EGH ppt. (Frau Szag Stadt Emden