Stadt-Umland-Regionen Entwicklungsdynamik und
Steuerungsprobleme
Von Karin Broscha, Gerald Hanzlik und Andreas Rath
Ein Blick zurück
„Vor
der Stadt“ zu wohnen bedeutete
Ausgliederung und Diskriminierung!

„Besiedelung des Umlandes“ der
Kernstädte

Befestigungsanlagen verloren Bedeutung
Zunächst nur bestimmte soziale Gruppen

Selektiver Dezentralisierungsprozess


Ansiedelung an zuvor scharf abgegrenztem
Stadtrand bewirkte Aufweichung desgleichen
Suburbanisierung – Was ist das?


Es existiert keine unumstrittene Definition
des Begriffes Suburbanisierung!
Daher: Prozessbeschreibung –
Gesamtheit der
Wirkungszusammenhänge und
Prozesse nennen wir
Suburbanisierung!
Suburbanisierung – Was ist das?



Wir verwenden die Begriffe vorläufig intuitiv.
Vorstellung: „innerregionale Dekonzentration“
Wir differenzieren sie zusätzlich hinsichtlich ihrer
Wirkungsbereiche aus.
Wir behandeln jeweils:

Merkmale:

Gründe:
beobachtbare „Fakten“
beziehungsweise „Vorgänge“
„Ursachen“ und
„Vorraussetzungen“ davon!
Modell der Stadtregion
nach BOUSTEDT (1970)
Stadttypen
außerhalb des
Kerngebiets
Nebenstadt
Satellit
Trabant
Selbständige
Nachbarstadt
Kerngebiet:
Kernstadt
Ergänzungsgebiet
Umlandzonen:
Verstädterte
Zonen
Engere
Randzonen
Weitere
Randzonen
Umland
Bevölkerungssuburbanisierung

Umverteilungs- und Segregationsprozesse
der Bevölkerung:


„Bevölkerungsverschiebung von der Kernstadt
in das Umland“
Ermöglicht durch:


Verbesserungen der
Telekommunikationsmöglichkeiten
Verbesserungen der Verkehrsmittel und
Verkehrswege
Merkmale der
Bevölkerungssuburbanisierung

Ausweitung der Siedlungsflächen


Landwirtschaftliche Nutzfläche, Erholungsund Freiraum sowie ökologische
Ausgleichsflächen gehen verloren!
Demographische Entwicklung



Wanderungsverluste der Kernstädte
Zuzüge in den suburbanen Raum von
außerhalb und aus der Kernstadt
Daher: Umlandgemeinden wachsen stärker
Merkmale der
Bevölkerungssuburbanisierung

Demographische und sozioökonomische
Segregation

Friedrichs, 1977: „Soziale Ungleichheit bedingt
räumliche Ungleichheit.“



„Entmischung“ der Bevölkerungsgruppen
Wohngebiete mit vergleichbarem Status,
Lebensstil und Verhalten entstehen
Probleme zwischen Neuansässigen und
Altbewohnern
Merkmale der
Bevölkerungssuburbanisierung

Unausgewogene Infrastrukturauslastung





Überkapazitäten – Unterversorgung
Bereiche: Kindergärten, Schulen, Sportanlagen,
Versorgungseinrichtungen
Steigende Investitionen sind von Nöten
Zunahme der Pendlerwege, des Verkehrs- und
Transportvolumens
Unausgewogene Finanzausstattung

Kernstädte verlieren – suburbane Räume gewinnen
Gründe der
Bevölkerungssuburbanisierung

Gründe für den Fortzug aus der Kernstadt:

Unzureichendes Wohnungsangebot
Veränderter Wohnungsbedarf: hinsichtlich Größe,
Ausstattung, Lage – Wunsch: „Wohnen im Grünen“
 Menge und Art des Wohnungsangebot decken
Nachfrage schlecht ab.


Mängel der Bausubstanz und Wohnumwelt
Unzureichende Instandhaltung
 Verkehr, Ausländer, Umwelt, keine Grünflächen, …

Gründe der
Bevölkerungssuburbanisierung

Gründe für Zuzug in suburbane Gebiete:

Wohnungsangebot


Günstige Bodenpreise (eventuell Förderungen)
Einkommensentwicklung
Anspruche verändert: Lage, Größe, Ausstattung
 Höhere Einkommen: Wünsche werden leistbar
 Gestiegene Motorisierung: Distanzen leichter
überwindbar

Gründe der
Bevölkerungssuburbanisierung

Bindung an Verdichtungsraum
„Eine Wohnung im suburbanen Raum ist ein
Kompromiss.“ (Gaebe, 1987)
zwischen: Wohnungsangebot – Erreichbarkeit –
Infrastruktur – räumliche Bindungen
 Der Makrostandort wird meist beibehalten.


Standortpräferenzen
Wunsch nach „Wohnen in einer schönen Lage“
 Wohnstandort mit hohem Status

Industriesuburbanisierung

Reorganisation der Industriefaktoren


„Niedrige Informationskosten“


„Innerregionale Dekonzentration der Industrie“
(Gaebe, 1987)
Verbesserungen im Telekommunikationsbereich
„Niedrige Transportkosten“

Ausbau und Weiterentwicklung der
Transportmöglichkeiten
Merkmale der
Industriesuburbanisierung

Tätigkeitssegregation



In Kernstädten: Abnahme des Anteils
sekundärer Tätigkeiten
Anstieg tertiärer Tätigkeiten
Wenn Trends extrem: „Entindustrialisierung“
Funktions- und Branchensegregation

Tätigkeiten mit besonderem Wert für die
Wettbewerbsfähigkeit verbleiben in Kernstadt
an repräsentativen Standorten!
Gründe der
Industriesuburbanisierung

Gründe für die Stilllegung und Verlagerung
aus den Kernstädten:

Neue Produkte und Fertigungsverfahren


Daher: neuartige Anforderungen an Standorte
(Lage, Gebäude, Betriebsorganisation,…)
Hohe Grundstückskosten
Nutzungskonkurrenz (Flächenproduktivität)
 Dekonzentrationsprozesse: Ausdruck der
Bodenknappheit

Gründe der
Industriesuburbanisierung

Steigender Flächenbedarf


Verschlechterte Erreichbarkeit für Kunden,
Lieferanten und Arbeitskräfte


Hohe innerstädtische Verkehrsdichte, enge Straßen
Abnehmender Bedarf an zentralem Standort


Nimmt allgemein pro Beschäftigtem zu (neue
Produktionsweisen, Verkehr, Parkplätze, …)
Neue Verkehrs- und Kommunikationstechnologien
Nutzungs- und Investitionsbeschränkungen
Gründe der
Industriesuburbanisierung

Gründe für Zuzüge und Ansiedlungen im
suburbanen Raum:

Gewerbe- und Industrieflächen


Steuersysteme


Oftmals preisgünstig, gut erschlossen, gut
erreichbar und gut erweiterbar
Gemeinden an Ansiedelungen interessiert
Nähe zum alten Standort

Es wird versucht bestehendes zu erhalten
Gründe der
Industriesuburbanisierung

Abnehmende Bedeutung der Transportkosten


Standortunabhängigkeit durch
Kommunikations- und Informationstechnologie
Transport- und Verkehrstechnologien
Produkt- und Prozessinnovationen
Arbeitsmarkt
Viele qualifizierte Mitarbeiter siedeln sich an
 Breiter und ergiebiger Arbeitsmarkt

Suburbanisierung
des tertiären Sektors

„Innerregionale Dekonzentration des tertiären
Sektors (Gaebe, 1987)“
Tätigkeitsverschiebung in das Umland

„Niedrige Informationskosten“



Verbesserungen im Telekommunikationsbereich
„Niedrige Transportkosten“

Ausbau und Weiterentwicklung der
Transportmöglichkeiten
Merkmale der Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Funktions- und Branchensegregation

In Kernstädten:

Citybildung: hier werden höherrangige Tätigkeiten
konzentriert
informations-, kontakt-, beratungsund flächenintensiv
Nutzungsvielfalt nimmt ab
commercial blight
Unterschiede Tag- Nachtbevölkerung
Merkmale der Suburbanisierung
des tertiären Sektors

In suburbane Räumen:
Angebot für kurz- und mittelfristigen Bedarf wird
immer breiter
 Flächenextensive und verkehrsintensive
Tätigkeiten orientieren sich an Verkehrsachsen
 Funktions- und Branchensegregation
 Verlagerung von Kunden- und Kaufkraftströmen
 Umverteilung der Arbeitskräfte im tertiären Sektor


Veränderungen im Infrastrukturbedarf
Gründe für die Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Gründe für die Stilllegung und Verlagerung
aus der Kernstadt:

Hohe Grundstückskosten
Allgemein steigender Flächenbedarf und steigende
Grundstückskosten bzw. Pacht- und Mietzahlungen
 Sinkende Realumsätze je Flächeneinheit
 Höherrangige, flächenintensivere Tätigkeiten
verdrängen niederrangige, flächenextensive

Gründe für die Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Sinkendes Kunden- Kaufkraftpotential


Verschlechterte Erreichbarkeit für Kunden,
Lieferanten und Arbeitskräfte


Bevölkerungsabnahme bewirkt sinkenden Bedarf
(vor allem kurz- und mittelfristiger Bedarf)
Betrifft vor allem Tätigkeiten mit hohen
Transportkosten (z.B. Speditionen)
Verringerter Bedarf an einem zentralen
Standort

Verkehrs- und Informationstechnologien
Gründe für die Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Gründe für eine Ansiedlung im
suburbanen Raum:

Flächenangebot


Große, günstige Grundstücke gesucht von
flächenextensiven Tätigkeiten (z.B.
Einkaufszentren, Lager, Parkplätze, …)
Steigendes Nachfrage- und Kaufkraftpotential

Einzelhandel, Gastronomie, persönliche
Dienstleistungen
Gründe für die Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Erreichbarkeit
Immer besser erschlossen (Straßennetz und
öffentliche Verkehrsmittel)
 Haltestellen und Ausfallsstraßen bieten die am
besten zu erreichenden Standorte


Neue Angebotsformen


Z.B. Ausrichtung auf PKW, ebenerdige Bauweise
Lage und Umweltqualität

Geringe Umweltbelastung, lockere Bebauung, …
vor allem für F&E – Einrichtungen
Gründe für die Suburbanisierung
des tertiären Sektors

Agglomerationsvorteile
Stärkere Standortunabhängigkeit durch neue
Medien, Kommunikationstechnologien und
Verkehrsmittel und -wege
 Auch für Einrichtungen mit hohem Bedarf an
Information, Kontakten und Erreichbarkeit


Neue geplante Zentren

Für Handel, Verwaltung und Dienstleistung finden
sich dort Ansiedlungsmöglichkeiten
Ursachen und Hintergründe
für die Suburbanisierung
Strukturwandel
Flächenknappheit
Veränderte Raumansprüche
Bodenpreise
Soziale Brennpunkte
Regionale Verflechtungen
Innerregionale Konkurrenz
Strukturwandel
Im Umland entstehen attraktive
Siedlungswohngebiete  Anstieg der
Wohnbevölkerung und der Arbeitsplätze
Städtische Funktionen weichen auf des Gebiet
der Umlandgemeinden aus (Gewerbe,
Industrie, Dienstleistungseinrichtungen) 
„Phänomen des Speckgürtels“
Problem: Enorme Defizite in der Koordination von
Siedlungsentwicklung und Standortplanung auf
regionaler Ebene
Flächenknappheit
Starke räumliche Ausdehnung der funktionalen
Kernstadt  Kernstadt wächst auf dem
Territorium der Umlandgemeinden
 Früher: Wachstum der Städte durch
Eingemeindungen
Heute: Wachstum durch Auslagerung
Veränderte Raumansprüche
Stark gestiegene Raumansprüche für Wohnen,
Produktion, Verkehr, Dienstleistungen und
Einzelhandel Verschärfung des Problems der
Flächenknappheit
Im Raum Salzburg Verdopplung der
Flächenerfordernisse für die Wohnfunktion seit
den 60er Jahren
In den Regionen München, Frankfurt, Dortmund
und Leipzig Siedlungs- und Verkehrsflächenzuwüchse von zwischen 15% und 34% von 1991
bis 2010
Veränderte Raumansprüche
Gründe:
Wohnsiedlungsentwicklung
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur („sperrige
Infrastruktur“)
Entwicklungen im Bereich des Einzelhandels:
 Immer modernere, aufwendigere und riesigere
Einkaufszentren („Einkaufen als Erlebnis“)
 „Factory-Outlet-Centers“ (z.B. in Parndorf)
 Die Kernstadt ist diesen Ansprüchen immer
weniger gewachsen
Bodenpreise
Enorme Anstiege der Bodenpreise in den
Großstadtregionen in den letzten 15 Jahren
 Beispiel Region Stuttgart: Preissteigerungen von
mehr als 50% im Zeitraum 1988 bis 1994,
besonders in peripheren Gemeinden und
Gemeinden mit geringer zentralörtlicher
Bedeutung
 Beispiel Region München: Verdopplung der
Bodenpreise seit 1980
Bodenpreise
Bodenpreise für Wohnbauland auf der Ost-Achse Kirchheim –
Markt Schwaben – Dorfen 1994:
Quelle: Jürgen Aring „Suburbia – Postsuburbia – Zwischenstadt“
Bodenpreise
Bodenpreise für Wohnbauland auf der Nordost-Achse
Oberschleißheim – Freising – Moosburg von 1988-1994:
Quelle: Jürgen Aring „Suburbia – Postsuburbia – Zwischenstadt“
Bodenpreise
Allgemeiner Entwicklungstrend:
Bodenpreisstrukturen und –entwicklungen wirken
sich zentrifugal auf die Wohnsiedlungsentwicklung
aus
Bodenpreise fallen vom Zentrum weg nicht in
einer kontinuierlichen Kurve, sondern eher in
Form von Terrassen auf denen das gleiche
Preisniveau herrscht
Soziale Brennpunkte
Hohe Überalterung in der Kernstadt  relativ
geringe Erwerbsquote
Bevölkerungswachstum in den jüngeren und
mittleren Altersgruppen v.a. im Stadt-UmlandBereich
 Besondere Nachfrage nach sozialer Betreuung
und Pflege in den Stadtzentren
Überdurchschnittliche Ansiedlung sozial
Schwacher
 besondere Lasten im Sozialhilfebereich
Soziale Brennpunkte
Dingende Maßnahme:
 finanzieller Ausgleich zwischen den
unterschiedlich belasteten und unterschiedlich
leistungsfähigen Kommunen eines
Verdichtungsraumes
Konsequenz aus den angesprochenen
Punkten
Schwächung der zentralen Standorte durch die
andauernden Entleerungsprozesse
Einseitige Inanspruchnahme innerstädtischer
Dienstleistungen  erhöhte Finanzbelastung der
Kernstädte
 Langfristige Gefährdung der Funktion der
Kernstädte
Konsequenz aus den angesprochenen
Punkten
Probleme der Freiraumsicherung und Naherholung
Probleme des Naturschutzes
Probleme der Wirtschaftsförderung und des
Standortmarketings
Probleme der Beschäftigungspolitik
Probleme der Steuerung der Siedlungsschwerpunkte
Regionale Verflechtungen
Veränderung der Beziehungen zwischen Wohn- und
Arbeitsplätzen durch:
Stadt-Umland-Wanderung
Einsatz moderner Verkehrsmittel
 Wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Stadt
und Umlandgemeinden
 Intensivierung tagesrhythmischer Interaktionen
zwischen Kernstadt und Umland
 Entwicklung einer neuen Siedlungsstruktur
(„funktionale Kernstadt“)
Regionale Verflechtungen
Beispiel Region Salzburg:
Erhebung der Häufigkeit der privaten Besuche der
Stadt Salzburg von Bewohnern aus 246 Gemeinden
im weiteren Umland 1994/95:
 Österreichische Staatsgrenze Barriere für häufige Besuche
 Höchste Interaktionsdichte zwischen Umlandgemeinden
und der Kernstadt Salzburg
Regionale Verflechtungen
Beispiel Region
Salzburg:
Erhebung
1994/95
Quelle:
Peter Weichhart,
„Europaregion
Salzburg“
Regionale Verflechtungen
Beispiel Region Salzburg:
Nacherhebung dieses Merkmals 2001:
 Infolge des EU-Beitritts Erhöhung der
Interaktionshäufigkeit
 Besonders stark davon betroffen war der Außenrand und
die bayrischen Gemeinden
 Veränderung der Zwecke der Besuche:
Anstelle von „Bummeln“ und „Ausgehen“ nun
„Einkaufen“ und „kulturelle Aktivitäten“
Regionale Verflechtungen
Beispiel Region
Salzburg:
Nacherhebung
2001
Quelle: Peter
Weichhart,
„Europaregion
Salzburg“
Regionale Verflechtungen
Beispiel Region Salzburg: Zwecke der Besuche
Quelle: Peter Weichhart, „Europaregion Salzburg“
Raumordnung in Österreich
Dezentralisierter Staat
3 Ebenen Bund
Länder
Gemeinden
1954 Verfassungsgerichtsurteil
Zuständigkeit des Bundes
Raumordnung in Österreich
Raumordnung auf Bundesebene
Eisenbahn
Überregionales Straßennetz
Forstwesen
Wasserrecht
Denkmalschutz
Raumordnung in Österreich
Raumordnung auf Länderebe
Raumordnungsgesetze
Instrumente (Steiermark)
Landesentwicklungsprogramm
Regionalentwicklungsprogramm
Entwicklungsprogramm für
Sachbereiche
Raumordnung in Österreich
Raumordnung auf Gemeindeebene
Eigenständige Raumordnung
Instrumente (Steiermark)
Örtliches Entwicklungskonzept
Flächenwidmungsplan
Bebauungsplan
Innerregionale Konkurrenz
Innerhalb der Region konkurrieren Gemeinden und
Städte um:
Zuzug von einkommensstarken Bevölkerungsgruppen
Attraktive Gewerbegebiete
 Können dadurch über ein höheres Gemeindebudget
verfügen (österr. Finanzausgleich)
Österreichischer Finanzausgleich
Vier Gruppen von Steuerabgaben:
 Gemeinschaftliche Bundesabgaben (z.B.
Lohnsteuer, Umsatzsteuer)
 Ausschließliche Bundesabgaben (z.B.
Körperschaftssteuer, Tabaksteuer)
 Ausschließliche Länderabgaben (z.B.
Verwaltungsabgaben der Länder, Feuerschutzsteuer)
 Ausschließliche Gemeindeabgaben (z.B.
Gewerbesteuer, Grundsteuer B, Grundsteuer A)
Österreichischer Finanzausgleich
Ausschließliche Gemeindeabgaben:
Durch zusätzliche Einwohner und Gewerbebetriebe
höhere Einnahmen bei:
 Gewerbesteuer
 Lohnsummensteuer
 Grundsteuer B
Österreichischer Finanzausgleich
Gemeinschaftliche Bundesabgaben:
1. Vertikale Aufteilung auf Bund, Länder, Gemeinden
2. Länderweise Vorverteilung der Gemeindeanteile
3. Horizontale Aufteilung der länderweise vorverteilten
Gemeindeanteile auf die Gemeinden gemäß eines
abgestuften Bevölkerungsschlüssels
 Höhere Einwohnerzahl wirkt sich auch auf gemeinschaftliche Bundesabgaben aus
Österreichischer Finanzausgleich
Abgestufter Bevölkerungsschlüssel:
Gemeindegröße
Gewichtungsfaktor
Gemeinde bis 10 000 Einwohnern
Gemeinde mit 10 001 bis 20 000
Einwohnern
Gemeinde mit 20 001 bis 50 000
Einwohnern, sowie Stadt mit eigenem Statut
und höchstens 50 000 Einwohnern
Gemeinde mit über 50 000 Einwohnern,
sowie die Stadt Wien
Quelle: ÖROK, Schriftenreihe Nr. 98
1 1/3
1 2/3
2
2 1/3
Österreichischer Finanzausgleich
Gemeindeertragsanteile an den gemeinschaftlichen
Bundesabgaben in Österreich 1989:
Quelle: IFIP, TU Wien
Österreichischer Finanzausgleich
Summe der ausschließlichen Gemeindeabgaben in
Österreich 1989:
Quelle: IFIP, TU Wien
Österreichischer Finanzausgleich
Gemeindebudget der Gemeinde Vösendorf
Quelle: Statistik Austria
Österreichischer Finanzausgleich
Gemeindebudget der Gemeinde Phyra im Bezirk St. Pölten
Land
Quelle: Statistik Austria
Innerregionale Konkurrenz
Auswirkungen:
 Widerstände bei der regionalen Wirtschaftsförderung
 Gegenseitige negative Stellungnahmen zu regionalen
Großprojekten
 Regionale Anliegen werden nur auf dem jeweiligen
kleinsten gemeinsamen Nenner realisiert
Raumordnung in Österreich
Ebenenübergreifende Raumordnung
Regionalplanung
Österreichische
Raumordnungskonferenz
( ÖROK)
Bevölkerungsentwicklung von
Salzburg und Umgebung
Quelle: STATISTK AUSTRIA
SAGIS
1951 - 1961
1961 - 1971
1971 - 1981
1981 - 1991
1991 - 2001
1961 - 2001
Europaregion Salzburg

Arbeitsbezeichnung für ein
„interkommunales Kooperationsmodell“



Mittels freiwilliger Selbstbindung und
privatrechtlichen Verträgen  Konsens
Geeignete Lenkungsinstrumente
Erfolgreich sein  deckungsgleich mit der
aktuellen, potentiellen Funktionalregion
Europaregion Salzburg

November 2000: Initiative Europaregion
Salzburg

Entwicklungskooperativen in Bayern, Salzburg
und Oberösterreich  „Dachverband“
Eigene Teilregion „Salzburg Zentral“ aus Salzburg
und funktional zugehörigen Gemeinden: Kernstadt
 Regionalkonferenz: Leitbildentwicklung & Ziele
 Alle gesellschaftlichen Kräfte darin vertreten
 Regionalmanagement und Regionalmarketing

Europaregion Salzburg

Andere Möglichkeit: Nutzung der EuRegio
„Salzburg – Berchtesgadener Land Traunstein“




Konzeptionelle und organisatorische
Weiterentwicklung notwendig
Erweiterung auf den Gesamtbereich der
Verflechtungsregion
Alle gesellschaftlich relevanten Kräfte einbeziehend,
sowie Marketing- und Managementstrukturen
„Positionierung der Gesamtregion im Konzert der
europäischen Regionen!“
Verband Region Stuttgart
 Zur Region Stuttgart zählen die Stadt Stuttgart, die
Landkreise Böblingen, Ludwigsburg, Rems-Murr,
Esslingen und Göppingen
 Traditionell polyzentrischer Raum
 Funktional stark verflochtene Region
Verband Region Stuttgart
Abbildung der Region Stuttgart: Die Zentralität der Gemeinden
Quelle: IFIP, TU Wien
Verband Region Stuttgart
Abbildung der Region Stuttgart: Gemeindetypen
Quelle: IFIP, TU Wien
Verband Region Stuttgart
 Davor waren verschiedene Zweckverbände für den
planerischen, baulichen und technischen Bereich
zuständig
 Die wichtigsten unter diesen waren:
 Regionalverband Stuttgart (RVS): war für die Regionalund Landschaftsrahmenplanung verantwortlich
 Nachbarschaftsverband Stuttgart (NVS): für die
Flächennutzungsplanung und Landschaftsplanung
zuständig
Verband Region Stuttgart
 RVS hatte nur eine geringe Steuerungswirkung
 Finanzierungs- und Umsetzungskompetenz fehlte
 Zwischen RVS und NVS bestand eine enge
Zusammenarbeit
 RVS und NVS reichten aber für die Lösung der
Probleme in der Region nicht aus
 Zur Verbesserung der regionalen Struktur in der
Region wurde am 1. Oktober 1994 der „Verband
Region Stuttgart“ (VRS) gegründet
Verband Region Stuttgart
Seine Pflichtaufgaben:
 Die Trägerschaft der Regionalplanung,
 Die Aufstellung und Fortschreibung des
Landschaftsrahmenplans,
Die Regionalverkehrsplanung,
Regionalbedeutsamer öffentlicher Personennahverkehr,
Abfallentsorgung,
Trägerschaft und Koordinierung regionalbedeutsamer
Wirtschaftsförderung,
 Trägerschaft und Koordinierung des regionalen
Tourismus-Marketings




Verband Region Stuttgart
Vorteile des VRS:
 Höheres Gewicht des Verbandes durch Bündelung
von Zuständigkeiten
 Erleichterung der Koordination von inhaltlich
zusammengehörigen Arbeitsfeldern
 Ausweitung der Kompetenzen des VRS im Bereich
der Regionalplanung (kann Planungsgebot aussprechen)
 Stärkere demokratische Legitimation durch eine
direkt vom Volk gewählte Regionalversammlung
Verband Region Stuttgart
Finanzierung:
 Erfolgt nach dem Prinzip der ehemaligen
Zweckverbände
 Das bedeutet unter anderem eine Finanzierung
über eine Verbandsumlage
 Ausgangspunkt für ständig neue Reibungen mit
den Kommunen

Stadt-Umland-Regionen - Entwicklungsdynamik und