Sexuelle Gewalt an Kindern
und Jugendlichen
Was ist sexuelle Gewalt?
„Sexueller Missbrauch oder sexuelle Gewalt ist
immer dann gegeben, wenn ein Erwachsener oder
Jugendlicher ein Mädchen oder einen Jungen dazu
benutzt, eigene Bedürfnisse mittels sexualisierter
Gewalt auszuleben. Der Täter nutzt seine
Machtposition und die Abhängigkeit des Kindes aus
und ignoriert die Grenzen des Kindes. Er sieht das
Kind nur noch als Objekt. […] Sexueller Missbrauch
ist Gewalt.“
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutig
fragen – besonnen handeln. München 2010.
Warum thematisieren wir es?
In der Bundesrepublik Deutschland gilt grundsätzlich
die Sexuelle Selbstbestimmung; das Schutzalter liegt
dabei bei 14 Jahren.
 Sexualität ist Regeln unterworfen
 Kinder sind dabei besonders geschützt
 In der Ev. Kirche gibt es zahlreiche Angebote für
Kinder und Jugendliche, die von ehrenamtlichen
Jugendlichen und Erwachsenen sowie von
Beruflichen angeboten werden.
 Verantwortungstragende müssen sich um den Schutz
von Kindern (und Jugendlichen) kümmern
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Wie oft passiert es und mit wem?
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Für 2009 sind 15.000 Fälle polizeilich verbrieft
Ungefähr jede fünfte Frau und jeder zwölfte Mann ist in
ihrer/seiner Kindheit bzw. Jugend Opfer gewesen
Jungen bzw. Männer neigen eher dazu ihren Missbrauch zu
verschweigen
Jungen bzw. Männer haben einen Anteil von ca. 90% an den
TäterInnen
 Männer werden schneller verdächtigt als Frauen
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Ca. 33% der TäterInnen waren unter 18 Jahre
Ca. 95% der TäterInnen sind Bekannte
Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Mutig
fragen – besonnen handeln. München 2010.
Wer und wo sind die TäterInnen?
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Ziel: die Nähe zu Kinder und Jugendlichen
Zeigen sich engagiert, cool, kreativ usw.
Arbeiten/Engagieren sich in Institutionen, wo es
entweder sehr frei oder autoritär zugeht
Rechtliche Aspekte
Was dürfen wir nicht?  Strafgesetzbuch: §§ 174ff
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§ 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern
„(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter
vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem
Kind vornehmen läßt, wird […] bestraft.“
§ 180 Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger
„(1) Wer sexuellen Handlungen einer Person unter
sechzehn Jahren an oder vor einem Dritten oder sexuellen
Handlungen eines Dritten an einer Person unter sechzehn
Jahren […] 2. durch Gewähren oder Verschaffen von
Gelegenheit Vorschub leistet, wird […] bestraft.“
Rechtliche Aspekte
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§ 174 Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen
„(1) Wer sexuelle Handlungen
1. an einer Person unter sechzehn Jahren, die ihm zur
Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der
Lebensführung anvertraut ist,
2. an einer Person unter achtzehn Jahren, die ihm zur
Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der
Lebensführung anvertraut oder im Rahmen eines Dienst- oder
Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist, unter Mißbrauch einer
mit dem Erziehungs-, Ausbildungs-, Betreuungs-, Dienst- oder
Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit oder
3. […]
vornimmt oder an sich von dem Schutzbefohlenen vornehmen
läßt, wird […] bestraft. […]“
Rechtliche Aspekte
Was müssen wir?  Sozialgesetzbuch VIII
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§ 8a Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
„(1) Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des
Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im
Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte abzuschätzen. […] Hält das Jugendamt zur
Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und
notwendig, so hat es diese den Personensorgeberechtigten oder den
Erziehungsberechtigten anzubieten.
(2) In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die
Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass deren Fachkräfte
den Schutzauftrag nach Absatz 1 in entsprechender Weise wahrnehmen […]. “
Theologische Aspekte
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Kindeswohlgefährdung soll nicht sein:
„Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben,
zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm
ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer
geworfen würde.“ [Mk 9,42]
Verantwortung gegenüber Schwachen:
„Was ihr getan habt einem von meinen geringsten
Brüdern, das habt ihr mir getan.“ [Mt 25,40b]
Sollten wir von Kindern ablassen?
„Und er nahm ein Kind, stellte es mitten
unter sie und herzte es und sprach zu ihnen:
Wer ein solches Kind in meinem Namen
aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich
aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern
den, der mich gesandt hat.“ [Mk 9,36.37]
Was sind also unsere Ziele?
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Kultur der Achtung und des Respekts
Qualifizierte Teams
Sichere „Orte“ für Kinder und Jugendliche
Transparente Regeln und Standards

Sexuelle_Gewalt_GLK