Bildung
Berufspraxis:
Bausteine für ein gutes Studium
Beitrag für die Veranstaltungsreihe des hib – freiburg
29. Juni 2005
Bildung
Gliederung
 Vorbemerkung
 Bezugspunkt Arbeit
 Leitbilder zur Reform der Ingenieurausbildung
 Konflikte um Akkreditierung
 Baustellen für Studienreform
 Instrumente für Studienreform
 Fazit
Funktionsbereich Gewerkschaftliche Bildungsarbeit / Bildungspolitik
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Bildung
Vorbemerkung
 Nicht Alles was bisher getan wurde ist schlecht
 Nicht Alles was künftig kommt ist gut
 Der Beitrag kommt aus der Sicht von Berufspraxis, nicht aus
Fachwissenschaft oder Didaktik
 Der Beitrag bezieht sich auf den engeren Bereich der
Ingenieurwissenschaften ohne diese zum Maßstab nehmen zu
wollen
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Bildung
Bezugspunkt Arbeit
 Erwerbsarbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren besitzt einen
hohen überfachlichen Anteil.
 Ingenieurinnen und Ingenieure werden zu „Unternehmern/innen
ihrer selbst“
 Ingenieurinnen und Ingenieure besitzen eine besondere
Verantwortung gegenüber der Qualität von Prozessen,
Dienstleistungen und Produkten
 Sie benötigen technische, soziale und methodische Kompetenzen,
Selbst- und Gestaltungskompetenzen
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Bildung
Leitbilder zur Reform der Ingenieurarbeit I
 Technik und technisches Handeln müssen in ihren sozialen,
ökologischen und ökonomischen Dimensionen dargestellt
werden
 Die berufliche und die gesellschaftliche Praxis müssen in das
Studium einbezogen werden
 Das Studium muss den Prinzipien einer „lernenden
Organisation“ gehorchen
 Die Beteiligung von Frauen muss durch eine ganzheitliche
Studiengestaltung und durch die Integration studentischer
Bedürfnisse erhöht werden
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Bildung
Leitbilder zur Reform der Ingenieurausbildung II
 Der methodische Anteil des Studiums soll zum beruflichen
Handeln befähigen und sich an den aktuellen und erwarteten
Tätigkeiten orientieren
 große Teile des Studiums müssen in problemorientierten und
selbstorganisierten Lehr- und Lernformen organisiert werden
 Das Studium muss studierbar werden
(nach Wolfgang Neef, Thomas Pelz 1997)
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Bildung
Konflikte um Akkreditierung I
Für kritische Hochschulpolitik waren in den Sechzigern „die
Konservativen der Hauptgegner, seit den späten Achtzigern
sind es die Neoliberalen“
„... Auch wenn es mitunter scheint, als würden linke und
konservative Positionen gar nicht so weit auseinander liegen,
sobald es um den marktliberalen Mainstream geht. Beide
argumentieren gegen die Verkürzung der Hochschule auf eine
Ausbildungsanstalt ...
....Doch verhält es sich durchaus komplizierter.“
(nach Peer Pasternak 2004)
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Bildung
Konflikte um Akkreditierung II
 Die konservative Linie verfolgt einen engen, status- und
eliteorientierten Bildungsansatz, indem die Universität von der
Fachhochschule, der ausgewählte Kreis der Studierenden von
anderen in Ausbildung befindlichen Menschen deutlich
unterschieden wird.
 Die wirtschaftsorientierte Linie verfolgt eine strikte und
funktionale Anpassung der Ausbildung an den Anforderungen
des aktuellen Arbeitsmarktes, qualitativ in Bezug auf die
Einführung der gestuften Studiengänge, quantitativ durch
Erhöhung des Anteil der Absolventen/innen.
 Gewerkschaftliche Politik orientiert sich an einem Begriff
reflektierter beruflicher und gesellschaftlicher Praxis und
nimmt die Chancen des Bologna – Prozesses aktiv auf.
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Bildung
Baustellen im Prozess
 Bachelor - Absolventen/innen auf dem Arbeitsmarkt
 Praxisbegriff / Praxissemester / Projektstudium
 Studierbarkeit / Workload
 Durchlässigkeit BA / MA
 Durchlässigkeit zum dualen System und zur beruflichen
Weiterbildung
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Bildung
Bachelor – Absolventen/innen auf dem
Arbeitsmarkt
 Die HIS – Studie kommt zu differenzierten Ergebnissen
 Im Bergen – Communique nimmt die Arbeitsmarktproblematik
eine besondere Rolle ein
 Tarifverträge nehmen die neuen Abschlüsse erst in Ansätzen
auf
 Unternehmen haben einen großen Beratungsbedarf in Bezug
auf den adäquaten Einsatz von BA –Absolventen/innen
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Bildung
Praxisbegriff
 Praxis ist in weiten Teilen technische Praxis, das Erlernen
sozialer Praxis ist in informelle Lernprozesse gedrängt
 Fachliche und überfachliche Anteile werden nicht integriert
behandelt
 Das Praxissemester gerät zunehmend in Gefahr
 Projektstudium findet nur in Ausnahmefällen statt
 Praxis taucht inhaltlich als technische, im besten Fall als
funktional an den Arbeitsprozess angelehnte, nicht aber als
reflektierte und gestaltbare Praxis im Studium auf
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Bildung
Workload / Studierbarkeit
 Die „Workload“ ist nicht auf die klassischen Lehrformen der
Hochschule festgelegt; sie umfasst vielmehr auch Elemente
des selbstorganisierten Lernens
 Die „Workload“ ist gerade in Deutschland so hoch, dass sie ein
ideales, durch keinerlei Probleme getrübtes, traditionelles
Vollzeitstudium voraussetzt.
 Die „Workload“ wird in Semesterzahlen, nicht in ECTS
umgerechnet. ECTS als Maßstab würde zu einer größeren
Flexibilität der Studienzeiten führen (z.B. berufsbegleitendes
Studium)
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Bildung
Durchlässigkeit
 Das deutsche System schränkt entgegen den Intentionen des
Bologna – Prozesses die Durchlässigkeit zwischen BA und MA
ein
 Es ist nicht in der Lage, die Übergänge aus dem beruflichen
System (duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung) neu
zu definieren.
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Bildung
Strukturelle Instrumente aus dem Bologna Prozess
 Die Einführung des Europäischen Qualifikationsrahmens und des
Nationalen Qualifikationsrahmens kann den Druck auf
Durchlässigkeit erhöhen
 Die Debatte um Input / Output / Outcomes wird die
Inputorientierung der meisten Kriterienkataloge relativieren und
neue Wege zulassen
 Programm- / Institutionen- / Prozessakkreditierung
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Bildung
Fazit
 Qualitativ gute Studiengänge in der neuen Struktur sind
möglich, werden aber durch Bürokratie erschwert
Neue Erfahrungen müssen sichtbar gemacht und zum Anlass
für Erfahrungsaustausch werden (national und europäisch)
 Studienreform bedarf der regionalen und gesellschaftlichen
Einbettung
 Die widerstreitenden Kräfte in dem Gesamtsystem lassen ein
endgültiges Urteil nicht zu
 Am Ende könnte das Urteil lauten: wir kommen zu neuen
Studienreformbemühungen nicht wegen der Akkreditierung,
sondern gegen die zunehmende Bürokratisierung der Prozesse
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PowerPoint-Präsentation - DGB