Suchtberatung im behördlichen Gesundheitsmanagement
Gut aufgestellt für die Zukunft
Impulse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement
Fachtagung der BAG
21.05.2012
Königswinter
Herbert Ziegler
Training & Beratung
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Betriebliches Gesundheitsmanagement:
BGM ist eine Managementaufgabe und umfasst die Steuerung
und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der
Erhaltung und Förderung der Gesundheit, der Motivation und
des Wohlbefindens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Schneider, 2011
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Beispiele für Strukturen und Prozesse:
 Dienstvereinbarung zum Thema Gesundheit
 Strukturen wie z.B. Lenkungskreis, Steuerungsgruppe,
Projektverantwortliche
 Führungskräftebeteiligung
 Klare Verantwortlichkeiten
 Zielvereinbarungen mit inner- und außerbetrieblichen Akteuren
 Personalentwicklungsmaßnahmen
 Betriebliche Sozialberatung (Schulden, Konflikte, Vorbereitung
auf den Ruhestand)
 Betriebliche Suchtberatung
 Arbeitsmedizinischer Dienst
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Stressbewältigungsprogramme
Bewältigung von Konflikten
Bewegungsangebote
Suchtprävention
Ernährung
Psychische,
psychosomatische
Erkrankung, Sucht





Gesundheit
Beispiele für gesundheitsfördernde Maßnahmen:
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Die häufigsten Krankheitsarten bei Arbeitsunfähigkeit 2008
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Wandel des Krankheitsspektrums
Muskel- und Skeletterkrankungen
1976
2008
30 %
26 %
Herz- und Kreislauferkrankungen
Psychische Störungen
1976
2008
1991
2008
12,4 %
4,5 %
Verdauungsorgane
1976
2008
13,1 %
6,6 %
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
6,9 %
10,0 %
Wandel der Belastungen
 Leichte Abnahme:
körperliche
Belastungen
 Kälte bzw. Hitze
 Lärm, Vibrationen
 Schwere Lasten
 Beschwerliche
Körperhaltung
 Staub, Schmutz
 Starke Zunahme:
Stress und psychische
Belastungen
 Hohes Arbeitstempo
 Leistungs- und Zeitdruck
 Erhöhte Flexibilitätsanforderungen
 Veränderte
Organisationsformen
 Soziale Konflikte
(Gruppenarbeit/ Ängste/
Unsicherheit)
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Ansatzpunkte gesunder Mitarbeiterführung
Beanspruchung/Stressfaktoren minimieren wie z. B.
 Störungen im Arbeitsablauf (PC, Telefon)
 Umgebungsfaktoren (Lärm, Gerüche, Chemie)
 Abbau von Unfallgefahren
 Sozialer Stress, Rollenkonflikte, Führungsverhalten
 Mitarbeiterteam
 Umstellungsprozesse, Umlernen, Umorganisation
 Angst vor Arbeitsplatzverlust
 Leistungs-/ Zeitdruck
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Ansatzpunkte gesunder Mitarbeiterführung
Ressourcen maximieren, wie z. B.

Handlungsspielräume (Zeit, Verfahren)

Führungsverhalten

Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufe

Soziale Kompetenzen

Fachliche Kompetenzen

Soziale Unterstützung

Sinngebung, Wertschätzung
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Im Gesundheitsmanagement spielt die ganzheitliche Betrachtung des
Menschen mit all seinen Beanspruchungen und Ressourcen eine
entscheidende Rolle:
Biographie
Lebensalter
Soziales Umfeld
Fähigkeit der Stressbewältigung
Motivation für die Arbeit
(Quelle: IG Metall Bayern, 2001)
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Gesundheit
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
5. Marketing für die
Angebote betreiben
4. Gesundheitsfördernde
Angebote aufbauen
3. BGM integrieren in
Unternehmenskultur
2. Gesundheitsfördernder
Führungsstil
1. Vorbildfunktion,
Selbstmanagement
Erfolgsfaktoren für das Betriebliche Gesundheitsmanagement
Handlungsfelder
Erfolgreiches Marketing gestalten
Drei Basisfähigkeiten sind nötig:
1. Für Systemklarheit sorgen
Wer sind meine Partner
Wie gestalte ich die Beziehung
2. Zwischen Innen- und Außenperspektive wechseln
Wie sehen mich die anderen
Wer bin ich, was kann ich, was sind meine Stärken, was unterscheidet
mich von den anderen, meine Identität ist klar für die Zielgruppe
3. Veränderungen wahrnehmen und prüfen
Sind sie zieldienlich, dienen sie der Zielgruppe
passen sie zu unseren Maßnahmen
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Ziel und Leitsatz für das
Betriebliche Gesundheitsmanagement
Für die Menschen spürbar
Für die Dienstelle messbar erfolgreich
Draxler, 2010
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Was ist Stress?
• Stress wird definiert als ein Ungleichgewichtszustand zwischen den gestellten
Anforderungen und den individuellen
Leistungsvoraussetzungen, Zielen und
Bedürfnissen einer Person.
Der Mensch gerät in eine Art Alarmzustand.
Auslöser bezeichnet man als Stressoren.
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Psychisch-mentale Stressoren
• Überforderung durch die Leistungsmenge, das
Arbeitstempo oder die Informationsflut
• Unterforderung, Monotonie
• Unübersichtlichkeit, unvollständige Informationen
• Widersprüchliche Arbeitsanweisungen
• Ständige Unterbrechungen
• Mangelhafte Rückmeldungen
• Mangelnde Einflussmöglichkeiten
• Leistungs- und Zeitdruck
• Angst vor Misserfolg und Kontrolle
• Hohe Verantwortung für Personen und Werte
• Gratifikationskrisen
• Fehlende Einarbeitung
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Soziale Stressoren
• Fehlende Anerkennung und Unterstützung durch
Kollegen / Vorgesetzte
• Schlechtes Betriebsklima
• Konflikte
• Konkurrenzdruck
• Isoliertes Arbeiten
• Geringe Entwicklungsmöglichkeiten
• Diskriminierung oder Benachteiligung
• Kollision der Arbeitsbedingungen mit
Familienerfordernissen
• Angst vor Arbeitsplatzverlust
• Mangelhafte Information und Beteiligung am
Betriebsgeschehen
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Körperliche Stressoren
•
•
•
•
•
•
•
Staub, Schmutz
Lärm, Vibrationen
Kälte bzw. Hitze
Nacht- und Schichtarbeit
Falsche Beleuchtung
Dampf, Rauch
Beschwerliche Körperhaltung
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Folgen für das Unternehmen
Wenn das Wohlbefinden leidet, hat dies Folgen:

Eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kreativität
 Sinkende Arbeitsproduktivität
 Mangelhafte Arbeitsqualität
 Hoher Krankenstand
 Innere Kündigung/“Dienst nach Vorschrift“
 Schlechtes Betriebsklima
(Quelle: IG Metall Bayern, 2001)
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
V om schädlichen Gebrauch bis zur Sucht
25
2 1 ,7
20
AUD IT
> = 8
in Prozent
15
1 1 ,8
10
8 ,7
> 20 - 40 g
Re in a lk o h o l
5
C AG E
pro T ag
5 ,0
> = 2
3 ,0
D S M -IV
D S M -IV
0
R is k a n te r G e b r a u c h
R is k a n te r u n d
S c h ä d lic h e r G e b r a u c h
s c h ä d lic h e r G e b r a u c h
u n d Ab h ä n g ig k e it
Sucht, 44., 1-1998
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
M iß b r a u c h
Ab h ä n g ig k e it
Alkohol und Konsumverhalten
Abstinenz
Normalkonsum
Mißbrauch
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Abhängigkeit
Missbrauchsverhalten
1. Konsum zu unpassender Gelegenheit
(Autofahren, Arbeit, Sport, Schwangerschaft....)
2. Konsum bis zum Rausch
3. Konsum als „Seelentröster“,
zur Veränderung einer psychischen Befindlichkeit
4. Langfristig übermäßiger Konsum
z.B. von Alkohol – bei Männern mehr als 40 gr. reiner Alkohol
und bei Frauen mehr als 20 gr. reiner Alkohol
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
ABHÄNGIGKEIT
ICD 10 (1991)
1. Starker WUNSCH oder ZWANG zum KONSUM.
2. Verminderte KONTROLLFÄHIGKEIT bezüglich:
• BEGINN
• BEENDIGUNG
• MENGE
des Substanzkonsums.
3. Konsum zur Milderung von körperlichen und psychischen
ENTZUGSERSCHEINUNGEN.
4. TOLERANZENTWICKLUNG
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
5. Eingeengtes Verhaltensmuster im UMGANG mit der SUBSTANZ
6. Fortschreitende VERNACHLÄSSIGUNG anderer INTERESSEN
zugunsten des SUBSTANZKONSUMS
7. Anhaltender SUBSTANZKONSUM trotz des NACHWEISES
eindeutig schädlicher FOLGEN
(z.B. Leistungsabfall, Arbeitsplatzverlust, Depressionen,
körperliche Folgeerkrankungen)
DIAGNOSE ABHÄNGIGKEIT =
Vorliegen von mindestens 3 KRITERIEN
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Alkoholmißbrauch/-abhängigkeit - Typisierung
Konflikttrinker
Süchtiger Trinker

Psychische Ursachen

Kontrollverlust

Persönliches Krisenmanagement

Abstinenzphasen

Abbau von Hemmungen

Sozial auffällig

Wesensveränderungen
Alkoholabhängigkeit
Alkoholmißbrauch
Gelegenheitstrinker
Spiegeltrinker

Soziale Anlässe


Alkoholnaher Lebens- und
Führungsstil
Kein besonders auffälliger
Kontrollverlust
 Unfähigkeit zur Abstinenz
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn

Sozial unauffällig

Körperliche Folgeerscheinungen
Wie kann sich Abhängigkeit von Alkohol am Arbeitsplatz äußern?
Auffälligkeiten im
Zusammenhang
mit Fehlzeiten




Häufiger einzelne Fehltage
Entschuldigung durch andere (zum Beispiel Ehepartner)
Nachträgliche Aufrechnung von Fehltagen gegen Urlaub
Unbegründete Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Arbeitszeit
Leistungsminderung




Starke Leistungsschwankungen
Abnehmende Lernbereitschaft
Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
Auffallende Unzuverlässigkeit
Verhaltensänderungen




Starke Stimmungsschwankungen
Unangemessen nervös/reizbar
Unangemessen aufgekratzt/gesprächig/gesellig
Großspurig/aggressiv oder unterwürfig/überangepasst
Äußeres Erscheinungsbild/Auftreten





Vernachlässigen der Körperpflege/Kleidung
Händezittern
Schweißausbrüche
Artikulationsschwierigkeiten
Versuch Alkohol zu tarnen (z.B. mit Pfefferminze, Mundwasser u.ä.)
Trinkverhalten



Alkoholkonsum zu unpassenden Gelegenheiten
„Heimliches“ Trinken
Demonstrative Vermeidung von Alkohol/ Tarnung mit Softdrinks
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Wie kann sich Abhängigkeit von Medikamenten am Arbeitsplatz äußern?
Merkmale
 Verstärkte Konzentrationsprobleme
 Nachlassende Arbeitsqualität
 Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit
 Langsames Denken
 Vergessen von wichtigen Informationen, häufiges Wiederholen
derselben Gedanken
 Häufiges unentschuldigtes Fehlen
 Starre Verhaltensmuster, geringe Flexibilität
 Überkorrektes und sich selbst überforderndes Verhalten
 Apathischer und leicht ausdrucksloser Blick
 Mühsamer Gesprächskontakt
 Ängstlichkeit vor eigentlich normalen, belanglosen Problemen
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Wie kann sich Abhängigkeit von Drogen am Arbeitsplatz äußern?
Merkmale
 Abfall der Arbeitsleistung
 Zunehmende Interessenlosigkeit
 Einerseits Leistungseinbrüche, andererseits Leistungssteigerungen in kürzester Zeit
 Wesensveränderungen, ohne erklärbaren Grund
 Verlust von Kritik und Urteilsfähigkeit
 Geringe Belastungsfähigkeit, geringe Frustrationstoleranz
 Wechselnde Stimmungen gehoben – depressiv, ängstlich
 Häufig übermüdet, z. B. Einschlafen während der Arbeit
 Ruhelosigkeit, Konzentrationsprobleme, z. B. Arbeiten werden nicht zu Ende geführt
 Allgemeine Apathie, verlangsamte, schleppende Sprechweise
 Auffälliges Rückzugsverhalten gegenüber Kollegen, zunehmende Isolierung
 Ausleihen von Geld (Drogenbeschaffung)
 Juristische Auffälligkeiten (Vorladungen, Vernehmungen)
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
BGV A 1 Grundsätze der Prävention (UVV)
Drittes Kapitel Pflichten der Versicherten
§ 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten
(1) Die Versicherten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung
und Weisung des Unternehmens für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie für
Sicherheit und Gesundheitsschutz derjenigen zu sorgen, die von ihren Handlungen oder
Unterlassungen betroffen sind. Die Versicherten haben die Maßnahmen zur Verhütung von
Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine
wirksame Erste Hilfe zu unterstützen. Versicherte haben die entsprechenden Anweisungen des
Unternehmers zu befolgen. Die Versicherten dürfen erkennbar gegen Sicherheit und
Gesundheit gerichtete Weisungen nicht befolgen.
(2) Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder
anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch
den sie sich selbst oder andere gefährden könnten.
(3) Absatz 2 gilt auch für die Einnahme von Medikamenten.
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Zweites Kapitel Pflichten des Unternehmers
§ 7 Befähigung für Tätigkeiten
(1) Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte hat der Unternehmer je nach Art der
Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und
den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und
Maßnahmen einzuhalten.
(2) Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage
sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit
dieser Arbeit nicht beschäftigen.
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Vorgehen unter Beachtung des § 7 BGV A1
Aufgaben des Vorgesetzten in der Akutsituation
Die Entscheidung über die Entfernung eines/einer unter Alkoholeinfluss oder Rauschmitteleinfluss
stehenden Mitarbeiters/-in vom Arbeitsplatz ist die Aufgabe des direkten Vorgesetzten.
 Der Vorgesetzte entscheidet nach seiner subjektiven Wahrnehmung, ob der/die Mitarbeiter/-in
nicht mehr in der Lage ist, seine/ihre Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen.
 ggf: Rückversicherung bei dem eigenen Vorgesetzten.
 ggf: Jemanden hinzuziehen, der den eigenen Verdacht bestätigt und als Zeuge gelten kann.
 ggf: Unterstützung anfordern vom betrieblichen Suchtkrankenhelfer oder dem betriebsärztlichen
Dienst.
 Für einen sicheren Heimtransport sorgen: Der/die Mitarbeiter/-in darf nicht einfach nach Hause
geschickt werden.
 Am nächsten Tag oder bei nächster Gelegenheit: Führen eines Gespräches mit dem/der
auffälligen Mitarbeiter/-in.
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Das Dilemma des Vorgesetzten
Mitarbeiter/in
Betrieb
Produktion
Aufträge
Nähe
UVV
Arbeitsordnung
Distanz
Eigene Einstellung
zum Alkohol
Kollegen
Pro
+ zu MA
Contra
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
- zu MA
Das Dramadreieck
Opfer
Retter
Verfolger
Eltern-Ich - Eltern-Ich
Erwachsenen-Ich - Erwachsenen-Ich
Kind-Ich - Kind-Ich
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Was motiviert wie?
Extrinsisch
(von außen)
Intrinsisch
(von innen)
negative
Konsequenzen
Materiell / sozial
Extrinsisch
(von außen)
positive
Konsequenzen
materiell / sozial
Eigene Überzeugung
Eigener Wille
„ich will“
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Das "stages-of-change" - Modell
1. Absichtslosigkeit
Erste Hinweise
6. Rückfall/Vorfall
2. Absichtsbildung
Scham, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit
Wie soll es weitergehen?
5. Aufrechterhaltung
Ambivalenz
3. Vorbereitungsphase
Was nun? Erste Ansätze
Veränderungen im sozialen Umfeld,
in der Alltagsgestaltung
4. Handlungsphase
Nach: Modell von Prochaska & Di Clemente
Lösungsversuche, Umsetzungsschritte,
Unterstützung durch Beratung, Therapie
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Die Rolle der Führungskraft bei Gesundheitsgesprächen
Führungskräfte
als
Gesundheitsfaktor
nutzen
darstellen
sichern
Gesundheitsgespräch
e
soziale Unterstützung
Gesundheitsgespräche sind so ein:



Signal des Vertrauens zwischen
zwei Kooperationspartnern
Signal der pragmatischen
Einflussnahme
Signal der Bedeutsamkeit der
Kooperation
Verbindlich, gesprächsbereit, offen,
empathisch
Kümmernd, interessiert
Zu jedem Anlass, immer
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Gesundheit
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
5. Gesundheitsangebote der ZF
Passau
4. Arbeitsumfeld ergonomisch
gestalten
3. Gesundheitsmanagement
2. Gesundheitsfördernder
Führungsstil
1. Vorbildfunktion,
Selbstmanagement
Gesundheitsorientierte Handlungsfelder der Führungskraft
Handlungsfelder der Führungskraft
Wie erkenne ich Widerstände?
Verbal
aktiv
(Angriff)
passiv
(Flucht)
Non-verbal
Widerspruch
Aufregung
Gegenargumentation
Vorwürfe
Drohungen
Polemik
Sturer Formalismus
Unruhe
Streit
Intrigen
Gerüchte
Cliquenbildung
Ausweichen
Lustlosigkeit
Schweigen
Bagatellisieren
ins Lächerliche ziehen
Unwichtiges debattieren
Unaufmerksamkeit
Müdigkeit
Fernbleiben
innere Emigration
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Konstruktiv mit Widerständen umgehen
Verhaltensänderung findet zuerst im Kopf statt
Werte,
Einstellungen,
Sichtweisen
Widerstand
Z
Verhalten
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Grundsätze zum Umgang mit Widerständen
1. Es gibt keine Veränderung ohne Widerstand!
Widerstand gegen Veränderungen ist etwas ganz Normales und
Alltägliches. Wenn bei einer Veränderung keine Widerstände
auftreten, bedeutet dies, dass von vornherein niemand an ihre
Realisierung glaubt.
Nicht das Auftreten von Widerständen, sondern deren Ausbleiben
ist Anlass zur Beunruhigung!
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
2. Widerstand enthält immer eine verschlüsselte
Botschaft!
Wenn Menschen sich gegen etwas sinnvoll oder sogar notwendig
Erscheinendes sträuben, haben sie irgendwelche Bedenken,
Befürchtungen oder Angst.
Die Ursachen für Widerstand liegen im emotionalen Bereich!
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
3. Mit dem Widerstand – nicht gegen ihn – gehen!
Die unterschwellige emotionale Energie muss aufgenommen –
d.h. zunächst einmal ernst genommen – und sinnvoll kanalisiert
werden.
Druck wegnehmen (dem Widerstand Raum geben)
Antennen ausfahren (in Dialog treten, Ursachen erforschen)
Gemeinsame Absprachen (Vorgehen neu festlegen)
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Mit dem Widerstand gehen
Werte,
Einstellungen,
Sichtweisen
Fokus
Z
Verhalten
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Mögliche Gründe für Blockaden / Widerstände
• Fremdbestimmung
Jede Veränderung, die ein Mensch nicht selbst initiiert hat,
sondern die von außen an ihn herangetragen wird, löst häufig erst
einmal Unwillen aus. Sie wird als Einschränkung der
Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit erlebt.
Betonung der persönlichen
Entscheidungsfreiheit und Selbstkontrolle
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
• Angst vor Gesichtsverlust
Sichtweisen und Verhalten zu verändern wird häufig gleichgesetzt
mit dem Denken, dann war ja alles falsch was ich bisher gemacht
habe. Es kommt zu Selbstabwertung und Schamgefühlen. Durch
Widerstand gegen die Veränderung kann dies verhindert werden.
Fokus verschieben, Umformulieren und
anders beleuchten
„ Wenn Sie das Wissen und die Erfahrung
von heute bereits früher gehabt hätten, bin
ich mir sicher, dass Sie sich auch bereits
damals anders verhalten hätten.“
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
• Verunsicherung
Man weiß nicht was durch die Veränderung genau auf einen
zukommt und verliert die gewohnte Sicherheit. Vertrautes gibt
Sicherheit auch wenn der Verstand weiß, dass es anders besser
wäre.
Veränderung in kleine überschaubare
Schritte unterteilen
Verbindung zu Bekanntem herstellen
„Als Sie vor 5 Jahren in den neuen
Aufgabenbereich gewechselt sind war vieles
neu für Sie. Wie haben Sie das gemeistert?
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
• Ambivalenzen
Veränderung ist ein Prozess. Es gibt immer Gründe, die für eine
Veränderung als auch gegen eine Veränderung sprechen. Je nach
Situation können diese prozentual unterschiedlich gewichtet
werden. (Kosten-Nutzen-Abwägung)
Ambivalenz überprüfen und
widerspiegeln
„Einerseits wollen Sie etwas für sich tun,
andererseits fühlen Sie sich zu einer
Entscheidung gedrängt. Nehme ich das
richtig wahr?“
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Fazit
• Widerstand bietet Chancen für gelingende
Zusammenarbeit
• Widerstand nicht bekämpfen, sondern
wahrnehmen, konstruktiv aufgreifen und
strategisch nutzen
• Eigene Rolle und Auftrag immer wieder
überprüfen
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Interventionsschritte
Gespräch 1
Reaktion ?
6
_
Gespräch 2
Reaktion ?
_
Gespräch 3
Reaktion ?
_
Gespräch 4
Vorgesetzter
Mitarbeiter
Verhalten beanstanden,
Hinweis auf Hilfsmöglichkeiten
erledigt
+
Vorgesetzter
Mitarbeiter
Personalabteilung
Werksarzt
Betriebsrat
Sozialberatung
Fehlverhalten beanstanden,
Aufforderung Hilfsmaßnahmen
anzunehmen,
Persönliche Maßnahmen, Verwarnung
+
Personenkreis
wie bei
Gespräch 2
erledigt
Fehlverhalten beanstanden, Klärung
der Behandlungsbereitschaft;
ERSTE ABMAHNUNG!!
+
Personenkreis
wie bei
Gespräch 3
erledigt
Fehlverhalten beanstanden, Klärung
der Behandlungsbereitschaft;
ZWEITE ABMAHNUNG!!
Kündigung bei weiteren arbeitsvertraglichen Pflichtverletzungen
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Behandlungsphasen bei Abhängigkeitserkrankungen
Phasen
Kontakt/Motivation
Entgiftung
Wo ?
Suchtberatungsstellen
(intern / extern),
Selbsthilfegruppen u.a.
In der Regel
im
Krankenhaus
Wie lange ?
mehrere Wochen bis
Monate
Wer trägt die
Kosten ?
Hilfestellunge
n
innerhalb des
Betriebes ?
Therapie
Nachsorge
Fachklinik oder
ambulant
Beratungsstellen,
Selbsthilfegruppen
8 bis 16 Wochen
nach Bedarf
Rentenversicherung
oder Krankenkasse
Rentenversicherung
oder Krankenkasse
(in anerkannten
Beratungsstellen)
ggf. Besuch oder
Kontakt durch
betriebliche Sozial
beratung, Suchtkrankenhelfer
Eventuell auch:
Kontakt oder Besuch
durch Kollegen,
Vorgesetzte
Beratungsangebote
durch betriebliche
Sozialberatung,
Suchtkrankenhelfer,
u. ä.
Offene und klare
Kommunikationsstrukturen
7 bis max.
21 Tage
Krankenkasse
Gespräch(e) mit
Vorgesetzten, Betriebsrat, ggf. Besuch im
Krankenhaus
Personalabteilung,
Betriebsarzt, SuchtKrankenhelfer
Beratungsgespräche bei
der
betrieblichen
Sozialberatung
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn
Schwer
Ausprägung der Störung
leicht
Behandlung bei psychischen Störungen / Erkrankungen orientiert am
Ausprägungsgrad der Störung
Psychische Störung /
Erkrankung
Versorgung durch
Psychische / psychosoziale Krisen
und Belastungssituationen
Hilfestellung durch soziales
Umfeld, Allgemeinärzte und
Beratungsstellen (z.B.
betriebliche Sozialberatung, Eheund Lebensberatungsstellen)
Länger andauernde psychische
Störungen / behandlungsbedürftige
psychische Erkrankungen (z.B.
Depressionen, Angststörungen,
Zwangserkrankungen, manischdepressive Erkrankungen,
schizophrene Psychosen)
Fachärzte für Psychiatrie /
Psychotherapeuten, Fachkliniken
Chronisch psychische Erkrankungen
mit drohenden oder eingetretenen
Störungen der Funktionsfähigkeit und
der Partizipation
Einrichtungen und Dienste der
psychiatrischen Rehabilitation
Herbert Ziegler - Training & Beratung - Bonn

Betriebliches Gesundheitsmanagement