Drey ding gehören zusammen:
Glauben, bekennen vnd leiden.
Datenbanktechnologien für Untersuchungen zur
historischen formelhaften Sprache
Communicating eHumanities:
Archives, Textcentres, Portals
<philtag n=7> 14. Oktober 2008
Natalia Filatkina und Ane Kleine
Universität Trier
[email protected]
[email protected]
AG VIII, 01:
Historische Formelhafte Sprache und Traditionen
des Formulierens (HiFoS)
Sofja-Kovalevskaja-Projekt
Leitung: Dr. Natalia Filatkina
AG VIII, 02:
Gnomisches Wissen im Raum der Bilder.
Die Visualisierung von Sprichwörtern in der Kunst
des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Leitung: Dr. Birgit Ulrike Münch
AG VIII, 03:
Form und Formung sprachkonzeptueller
Wissensräume: Jiddische Phraseologie im
Kontext europäischer Sprachen
Leitung Dr. Ane Kleine
Drey ding gehören zusammen: Glauben, bekennen vnd leiden
Gliederung
1. BEKENNEN
1.1 HiFoS-Projekt: Gegenstandsbestimmung
1.2HiFoS-Projekt: Zielsetzung
1.3Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
2. GLAUBEN: HiFoS-Methodik und Datenbankkonzept
3. LEIDEN: Desiderata und Perspektiven
1.
BEKENNEN
1.1 HiFoS-Projekt: Gegenstandsbestimmung
Nachwuchsforschergruppe
Historische Formelhafte Sprache und Traditionen des Formulierens (HiFoS)
Sofja-Kovalevskaja Projekt, Alexander von Humboldt Stiftung, BMBF
www.hifos.uni-trier.de
01.07.2007-30.06.2011
Prof. Dr. Claudine Moulin
Dr. Natalia Filatkina
Johannes Gottwald M.A.
Monika Hanauska M.A
Patrick Mai
Carolin Rößger
Heiko Dostert
Robert Clees
Hanna Schumacher
„formelhafte Wendung“ oder „Phraseologismus“?
• Polylexikalität
• relative syntaktische
Festigkeit
• Idiomatizität
Kollokation
Paarformel
sich die Zähne putzen
klipp und klar
Idiom
Sprichwort
etwas auf dem Kerbholz haben
Morgenstund hat Gold im Mund!
• kommunikative
Funktion
Routineformel Guten Morgen!
• Reproduzierbarbeit
• kulturelle Gebundenheit
„formelhafte Wendung“
• bezieht sich nicht nur auf das bereits usuell Gewordene, sondern auch auf
Strukturen, die sich auf dem Weg zum Usuellen befinden
• die Merkmale sind nicht auf eine bestimmte Größe festgelegt
(fernim + Sentenzen, Fabeln)
• typisch ist eine starke Funktionalisierung im Kommunikationsprozess
1.
BEKENNEN
1.2
HiFoS-Projekt: Zielsetzung
1.
1.2
BEKENNEN
HiFoS-Projekt: Zielsetzung
- Welche formelhaften Wendungen sind in welchen Texten überliefert?
- Inwiefern hängt Formelhaftigkeit von der Textsorte ab?
- In welchen Kommunikationssituationen und mit welchen Funktionen
werden formelhafte Wendungen verwendet?
- Wie, wann und über welche Varianten entstehen die (relative)
syntaktische und die semantische Irregularität, wenn überhaupt?
- Welche Bereiche (Ausgangskonzepte) der realen bzw. imaginären
Wirklichkeit konstituieren die bildlichen Grundlagen?
- Welche thematischen Bereiche (Zielkonzepte) werden mit ihrer Hilfe
versprachlicht?
1.
BEKENNEN
1.3
Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
1.
BEKENNEN
1.3
Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
linguistisch / sprachhistorisch
Eine natürliche Sprache ist als Mittel der Kommunikation nicht nur auch,
sondern wesentlich idiomatisch
Die Habitualisierung des sprachlichen Handels erfolgt durch den
Mechanismus der idiomatischen Prägung (Feilke 1994, 366)
1.
BEKENNEN
1.3
Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
linguistisch / sprachhistorisch
über 2100 ahd. Belege
Bibelübersetzungen und Kommentare:
gelehrte Texte für den Schulunterricht:
pastorale Literatur, Predigten und
Gebetstexte:
Heldenepik:
765
400
162
51
1.
BEKENNEN
1.3
Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
phraseologisch
„Rückwärtsperspektive“
1.
BEKENNEN
1.3
Warum HiFoS? Forschungsstand und Desiderata
korpus- und computerlinguistisch, EDV-philologisch
“The lexicon of a language available to speakers in everyday situations
contains at least as many multi-word expressions as single words”
(Jackendoff 1995, 156)
Hector Corpus: auffällige Frequenz der verbalen Phraseologismen in types
und in tokens (Moon 1998)
verbale Phraseologismen und Kollokationen machen 40% des Wortschatzes
im Korpus der englischen Nachrichten aus (Cowie 1992, 1-12)
DWDS-Korpus, Projekt „Kollokationen im Wörterbuch“ (Fellbaum 2007, 2)
Fragenkomplex der Koprus- und Computerlinguistik
im Bereich der Formelhaftigkeit
1) die Größe der Korpora
2) ihre Komposition
3) die Annotation und
4) die Korpustools für das Retrieval der formelhaften Wendungen
1) Größe der Korpora
ein Korpus vom 100 Mio. Wörtern reicht für Untersuchungen der
Formelhaftigkeit nicht (Geyken u.a. 2004)
1) Größe der Korpora
ein Korpus vom 100 Mio. Wörtern reicht für Untersuchungen der
Formelhaftigkeit nicht (Geyken u.a. 2004)
2) Komposition der Korpora
“[...] genres may be marked by their phraseology, and at the same time
phraseologies may be determinants of those genres” (Moon 2007, 1052f.)
1) Größe der Korpora
ein Korpus vom 100 Mio. Wörtern reicht für Untersuchungen der
Formelhaftigkeit nicht (Geyken u.a. 2004)
2) Komposition der Korpora
“[...] genres may be marked by their phraseology, and at the same time
phraseologies may be determinants of those genres” (Moon 2007, 1052f.)
3) Annotation der Korpora
Annotation > Morphologie, Syntax # Phraseologie > Semantik
4) Korpustools für Retrieval
- Extrahieren mit Hilfe der association measures (mutual information,
t-score, log-likelihood)
- Extrahieren auf Grund der formalen Merkmale (und der Frequenz)
- Extrahieren mit Hilfe der Distributionssemantik
2. GLAUBEN: HiFoS-Methodik und Datenbankkonzept
Dr. Ane Kleine, University of Trier, Yiddish studies
„Form and formation of space of knowledge of linguistic
conceptualization: Yiddish phraseology in context with
European languages“
15.08.2008, 10:00 o‘clock
2. How do we understand the historical
phraseology of German in the HiFoS-project?
Goals of the HiFoS-project
- linguistically: investigation into different types of formulaic
expressions in historical German texts of different genres from
750 to 1700 in their textual (or social) dynamics and variation
- computer linguistically: development of a MSQL/php-database
- online bibliography with the secondary literature on historical
formulaic language (http://www.hifos.uni-trier.de/Bibliographie)
What does it mean for the „phraseology-regional“
approach?
way 1:
Research on variation in the usage of one formulaic
expression in different text types of a given
historical region
3. LEIDEN: Desiderata und Perspektiven
•
Anbindung an ein Textkorpus sowohl im Rahmen eines Konsultationsparadigmas als auch im Rahmen eines Analyseparadigmas
•
Optimierung der Belegverwaltung
•
Kriterien der Textauswahl
•
Verlinkung mit anderen Datenbanken
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Natalia Filatkina
[email protected]
http://www.hifos.uni-trier.de
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Präsentation zum Vortrag - Historische Formelhafte Sprache und