Die Sinus-Studie
Zusammengestellt von Birgit Brand
Quellen: Hinaus ins Weite- Gehversuche einer milieusensiblen Kirche (Michael N. Ebert und HansGeorg Hunstig (Hg.))
Pastoraler Studientag des Diözesanrates Würzburg am 18. April 2008
Entstehung und Interesse
Sinus-Studie:
• Auftraggeber deutsche Bischofkonferenz
• Erstellt vom Heidelberger Institut „Sinus
Sociovision“
• Veröffentlichung der Studie Februar 2006
• Referenten wurden bis Ende 2007 zu ca. 400
Veranstaltungen eingeladen
Bausteine der Lebenswelt
Werte
Geld &
Konsum
Freizeitinteressen
Familie &
Partnerschaft
Umwelt &
Technik
Wunsch
& Leitbilder
Lebensstil
Alltagsästhetik
Soziale
Identität
Medien
Arbeit &
Beruf
Gesundheit &
Ernährung
Politik &
Gesellschaft
Rollenbilder
Die Sinus-Milieus® in Deutschland 2005
Soziale Lage und Grundorientierung
Oberschicht/
Obere
Mittelschicht
Sinus B1
1
Sinus
A12
Etablierte
10%
Sinus B12
Konservative
5%
Mittlere
Mittelschicht
2
Postmaterielle
10%
Soziale
Lage
Grundorientierung
Bürgerliche Mitte
16%
Sinus C2
Experimentalisten
8%
Sinus B3
3
Moderne
Performer
9%
Sinus B2
Sinus
AB2
DDRNostalgische
Sinus A23
6%
Traditionsverwurzelte
14%
Untere
Mittelschicht /
Unterschicht
Sinus
C12
Konsum-Materialisten
11%
Sinus BC3
Hedonisten
11%
A
B
C
Traditionelle Werte
Modernisierung
Neuorientierung
Pflichterfüllung, Ordnung
Individualisierung, Selbstverwirklichung, Genuss
Experimentierfreude,Multi-Optionalität, Leben in Paradoxien
Kirchenmilieus
Durschnitt Dt.
Konservative
5%
Traditionsverwurzelte
14%
Bürgerliche Mitte
16%
Summe
35%
Dürrbachtal Dt.
5%
3%
9%
17%
Die Konservativen
Soziale Lage:
•
Altersschwerpunkt: Ab 60 Jahren
•
Viele mit akademischen Abschlüssen oder, bei Frauen, Volkschulabschluss mit qualifizierter
Berufsausbildung
•
Typische (ehemalige) Berufe: höhere Angestellte und Beamte, selbständige und Freiberufler
•
Einkommen: mittleres bis gehobenes, teilweise größeres Vermögen
Lebenswelt:
•
Deutsches Bildungsbürgertum, pflegt bewährte Traditionen, humanistisch geprägte
Pflichtauffassung, gehobene Umgangsformen
•
Engagement richtet sich, noch mehr als früher, auf ehrenamtliche Tätigkeiten
•
Wichtig : Familie und familiärer Zusammenhalt. Distanz zum Zeitgeist und seine Folgen
•
Interessen: Kultur und Kunst, verfolgen Zeitgeschehen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft
•
Sind mit allem Gut ausgestattet und genießen heute nicht-materielle Werte, wichtig sind
Wohlbefinden und Gesundheit
•
Angeschafft werden besondere und wertvollen Dinge
Traditionsorientierte
Soziale Lage:
•
Altersschwerpunkt: über 65, Kriegs und Nachkriegsgeneration
•
Überwiegend Hauptschule und abgeschlossene Berufsausbildung
•
Frühere Berufe: kleiner Angestellte und Beamte, Arbeiter und Facharbeiter, Bauern
•
Einkommen: kleine bis mittlere
Lebenswelt:
•
Sicherheits- und ordnungsliebend
•
Wurzeln in der kleinbürgerlichen Welt oder der traditionellen Arbeiterkultur
•
Sie verstehen sich als Bewahrer der traditionellen Werte: Pflichterfüllung, Bescheidenheit und Moral
•
Wichtig: Pflege von Familie und Nachbarschaftsbanden, Anerkennung im sozialen Umfeld
•
Interessen: Die eigenen vier Wände, Familie, eigene Gesundheit
•
Freizeit: Fernsehen, Basteln, Gartenarbeit, evtl. Ausflüge und Kaffefahrten
•
Nach arbeitsreichen Leben das Ausruhen genießen
•
Konsum: Sehr zurückhaltend da ein Lebenlang gespart wurde. Kinder und Enkel werden gerne
unterstützt
Bürgerliche Mitte
Soziale Lage:
• Altersschwerpunkt: 30-50 Jahre (Mehrpersonenhaushalte, kinderfreundlich
• Qualifizierte und mittlere Abschlüsse
• Einfache und mittlere Angestellte und Beamte, Facharbeiter
• Mittlere Einkommen
Lebenswelt:
• Ziel: Gutgesicherte, harmonische Verhältnisse, gepflegtes Ambiente
• Lebensrahmen: gleichgesinnte und gleichsituierte Freunde, harmonisches familiäres Umfeld
• Leistungsorientiert, zielstrebig, wichtig sind beruflicher Erfolg, gesicherte Position und
Etablierung in der Mitte der Gesellschaft
• Freizeit: Gäste einladen, gemeinsam Kochen, Vereinsengagement, Sport im Verein oder
Gruppe, intensive Beschäftigung mit den Kindern
• Kosnum: Gerne und mit Genuss, ausgeprägtes Verbraucherselbstbewusstsein
• Mischung aus konventionell und modern, aus gediegen und repräsentativ
• Investieren viel in Wohnung/Haus und eigenem Outfit
Vergleich
Kirchenmilieus
Durschnitt Dt.
Konservative
5%
Traditionsverwurzelte
14%
Bürgerliche Mitte
16%
Summe
Postmaterielle
32%
946 Personen
35%
Etablierte
38%
1069 Personen
Dürrbachtal Dt.
5%
3%
9%
17%
Moderne
Performer
9%
262 Personen
Postmaterielle
Soziale Lage:
• Breites Altersspektrum (20- Generation d. jungen Alten)
• Größere Haushalte mit Kindern
• Hohe Formalbildung: Abitur, Studium
• Qualifizierte und leitende Angestellte und Beamte, Freiberufler, Studenten
• Hohes Einkommen
Lebenswelt:
• Hoch gebildet, kosmopolitisch, tolerant, global denkend. Höchster Wert ist die Lebensqualität
des einzelnen
• Hohes Vertrauen in eigene Fähigkeiten, souverän bei beruflichen Herausforderungen. Sie
wollen Erfolg im Beruf aber nicht um jeden Preis
• Postmaterielle Ansprüche
• Freizeit: Literatur, Kunst, Kultur
• Weiterbildung ist lebenslanges Thema
• Lebensstil: Umwelt und Gesundheitsbewusst, Überflüssiger Konsum wird abgelehnt
• Kaufverhalten: selektiv mit hoher Kennerschaft
Etablierte
Soziale Lage:
• Alter : Ab 30 – Schwerpunkt 40-60 Jahren
• Bildungsniveau: überdurchschnittlich
• Viele leitende Angestellte und Beamte, Selbständige, Unternehmer und Freiberufler
• Hohe und höchste Einkommensklassen
Lebenswelt:
• Gebildete, gutsituierte und selbstbewusste Elite
• Hohe Ansprüche und entsprechende Kennerschaft
• Bewusste Abgrenzung von anderen
• Wichtig: Beruflicher Erfolg, klare Karriere Strategien, übernehmen Verantwortung und Führung,
sind sich sicher ihre hohen Ziele zu erreichen
• Pragmatische Lebensphilosophie, Flexibilität
• Engagement in Vereinigungen, Verbänden und Clubs, nicht zuletzt um soziale Ziele zufördern
• Lebensgenuss: Kunst, Kultur, Individualreisen, Beschäftigung auch mit Politik und Wirtschaft,
aufgeschlossen gegenüber technologischen Fortschritt
• Konsum: Edel, sicheres Gespür für das Besondere, genießen den Luxus den sie sich leisten können
Moderne Performer
Soziale Lage:
• Altersschwerpunkt: Unter 30
• Hohes Bildungsniveau (noch viele Schüler und Studenten teilweise mit Jobs)
• Kleine Selbständige, Freiberufler, qualifizierte und leitende Angestellte
• Hohes Einkommen, gutsituierte Elternhäuser
Lebenswelt:
• Junge unkonventionelle Leistungselite
• Intensives Leben, ausleben ihrer Möglichkeitsvielfalt und ihrer Flexibilität
• Berufliche und sportliche Leistungsgrenzen erfahren
• Ausgeprägter Ehrgeiz richtet sich auf das eigene Ding
• Nicht nur materieller Erfolg wichtig ebenso treibende Motive: Experimentieren, Spontan
Chancen zu nutzen, eigene Fähigkeiten zu erproben
• Nutzung der vollen Breitbande der Kommunikationstechnologien beruflich wie privat
• Freizeit: Sport, Kino, Kneipe, Kunst
• Konsum: Lust auf das Besondere, Integrieren von Einflüssen aus anderen Kulturen und
Szenen.

Die Sinus