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ELEKTRONISCHE
DOKUMENTE NACHWEISEN
SCHREIBEN
Welche elektronischen Dokumente darf ich verwenden?
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Grundsätzlich gelten für elektronische Dokumente die gleichen Anforderungen
wie für klassische Print-Publikationen. Für den wissenschaftlichen Gebrauch
müssen sie also sowohl zitierfähig sein als auch zitierwürdig. Zitierfähigkeit
besitzt ein elektronisches Dokument dann, wenn es veröffentlicht wurde,
wenn es also nicht auf einem einzelnen unzugänglichen Rechner/Speicherplatz
liegt, sondern zum Beispiel in einer im Netz zugänglichen Datenbank (eine
Bezahlschranke stellt dabei kein Hindernis für die Zitierfähigkeit dar).
Zitierwürdig ist ein elektronisches Dokument dann, wenn es denn üblichen
Anforderungen an eine wissenschaftliche Publikation genügt. Anhaltspunkte
für die Zitierwürdigkeit können sein:
 Der Server wird von einer offiziellen Institution betrieben (z.B. Universität,
Forschungsinstitut, Regierungsinstitution)
 Der/die AutorIn ist als WissenschaftlerIn ausgewiesen
 Die Seite richtet sich eindeutig an ein wissenschaftliches Publikum
 Der/die AutorIn gibt seine Quellen in einer wissenschaftlich üblichen Form
an/es existiert ein Anmerkungsapparat und ein Quellenverzeichnis
Darüber hinaus können je nach Untersuchungsziel natürlich auch eigentlich
nicht zitierwürdige Dokumente oder Seiten sinnvoll zitiert bzw. verwendet
werden. Z.B., wenn es sich um eine Arbeit über eine im Netz aktive Subkultur
handelt, deren Foreninhalte als Material der Arbeit dienen.
Wie kann ich elektronische Dokumente nachweisen?
Grundlegend
Für elektronische Dokumente gelten zunächst die gleichen Vorgaben wie für
Print-Dokumente. Es sind also soweit wie möglich die gleichen Angaben
(Autorname, Titel, Erscheinungsdatum) zu machen. Unabhängig von der
konkreten Struktur der Angaben, dem Zitationsstil, ist wesentlich, dass die
Angaben nachvollziehbar und einheitlich gestaltet sind. Das verwendete Werk
muss dadurch eindeutig identifizierbar und auffindbar werden.
Besonderheiten
Ergänzt werden muss die Adresse (in der Regel die URL) unter der das
entsprechende Dokument aufgefunden werden kann sowie der Zeitpunkt des
letzten Aufrufs (zumindest das Tagesdatum, mitunter auch die Uhrzeit). Die
Angabe des Zeitpunkts ermöglicht es, falls ein Dokument nicht mehr unter der
entsprechenden Adresse aufzufinden ist, zumindest zu prüfen, ob es zu einem
früheren Zeitpunkt dort verfügbar war.
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ELEKTRONISCHE
DOKUMENTE NACHWEISEN
„Standort“
Während klassische Printpublikationen zumeist in einer Vielzahl von Exemplaren
an ganz unterschiedlichen Standorten (z.B. in Bibliotheken) auffindbar sind,
befinden sich zitierfähige elektronische Dokumente „irgendwo“ im Netz. Ihr
Nachweis muss daher stets eine nachvollziehbare Adresse enthalten, da die
verbreitete URL dabei nur die Seite bezeichnet, auf der ein Dokument abgelegt
wurde, aber diese Seite später möglicherweise nicht mehr existiert oder aber das
Dokument nicht länger enthält, wurden spezielle Identifizierungsschlüssel für
elektronische Dokumente entwickelt, die sog. Persistent Identifier.
Persistent Identifier sind eindeutig und unveränderlich und beziehen sich
unabhängig vom jeweiligen Speicherort unmittelbar auf das elektronische
Dokument. Persistent Identifier bestehen aus Zeichenkombinationen und können
je nach System Buchstaben, Zahlen und weitere Zeichen enthalten. Verbreitete
Systeme sind: doi (Digital Object Identifier), URN (Uniform Ressource Name), PURL
(Persistent URL) und das Handle-System. Ist für ein Dokument ein solcher Identifier
verfügbar, sollte er in jedem Fall bei einem Nachweis aufgeführt werden.
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Seitenzahlen
Unsicherheit im Umgang mit elektronischen Dokumenten bestehen insbesondere
dann, wenn keine Seitenzahlen im Dokument existieren – sei es bei einem E-Book,
dass nur mit speziellen Geräten oder einer Anzeigesoftware lesbar ist (z.B. im
epub-Format), sei es bei Texten, die unmittelbar auf einer Webseite nur im HTMLFormat vorliegen. Manche E-Book-Formate zeigen Ihnen auch je nach
Anzeigegerät unterschiedliche Seitenzahlen an, da der Text an die Größe des
jeweiligen Geräts angepasst wird.
Wollen Sie auf eine wörtliche Formulierung oder einen Gedanken in einem
solchen Text hinweisen (für ein Zitat, eine Paraphrase oder einen Beleg) müssen
Sie also eine andere Methode wählen, um die entsprechende Stelle
nachvollziehbar anzugeben. Es empfiehlt sich hierbei auf Abschnitts- oder
Kapitelüberschriften oder hinsichtlich ihrer Textposition stabile Nummerierungen
(Absatznummern, Kapitelnummerierungen) zurückzugreifen. Im Zweifel kann
auch – sofern diese gut zu erkennen sind – eine eigene Nummerierung der
Absätze zur Orientierung im Text genutzt werden.
Weitergehende Informationen zum Thema
finden Sie beispielweise bei im Informationsportal: LOTSE (Library Online Tour &
Self-Paced Education) der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, online
unter: https://lotse.sub.uni-hamburg.de/ [letzter Aufruf am 11.09.2015], dort
insbesondere die Handreichungen „Zitieren elektronischer Quellen“
[http://lotse.sub.uni-hamburg.de/toolbox/00035270.pdf] und „Bewerten von
Internetquellen“ [http://lotse.sub.uni-hamburg.de/toolbox/00035191.pdf].
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