Gefährdungsbeurteilung
Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung
2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400
Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung
2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400
Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung
2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400
Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung
2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400
Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung
2010 TRGS 400 Gefahrstoffverordnung 2010 TRGS 400
Duales Arbeitsschutzsystem
Staat
Selbstverwaltung
Staatl. Amt
für Arbeitsschutz
Gesetzliche
Unfallversicherungen
Gesetze
Verordnungen
Unfallverhütungsregeln
Technische Regeln
Berufsgenossenschaftliche
Regeln
02.12.2015
Annette Wilmes
2
Gefährdungsbeurteilung - Gefahrstoffe
seit 2005 Teil der Gefahrstoffverordnung
seit 1996 eine Forderung des
Arbeitsschutzgesetzes
TRGS 400
TRGS 800
Gefährdungsbeurteilung
bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
Brandschutzmaßnahmen
TRGS 401
TRGS 402
Gefährdungen durch
Hautkontakt und inhalative Exposition
TRGS 720
TRGS 721
TRGS 722 Gefährdungen durch
explosionsfähige Atmosphäre
02.12.2015
Annette Wilmes
3
Gefährdungsbeurteilung…



zusätzliche Aufgabe
bindet Kapazitäten
geringer Nutzen
ODER
Egal wie weit der Weg
ist, man muss
den ersten Schritt tun.
Mao Tse-tung
Mittel zur
kontinuierlichen
Verbesserung?
02.12.2015
Annette Wilmes
4
Gefährdungsbeurteilung – Warum?
Zitat von Weigand Naumann:
Viele machen ein Gefährdungsbeurteilung, viele auch nicht.
Viele können sie, aber sehr viele auch nicht.
Etliche machen Sie, nur um sie gemacht zu haben,
und es soll sogar einige geben, die diese richtig gut machen,
und Nutzen daraus ziehen, indem sie die Gefährdungsbeurteilung
als Mittel für präventive Maßnahmen verwenden.
Sicherheitsingenieur 10/2008
02.12.2015
Annette Wilmes
5
Was sind Gefahrstoffe?




Mit einem Gefahrensymbol oder Gefahrenpiktogramm
gekennzeichnete Stoffe und Gemische
Stoffe oder Gemische die in der TRGS 907 als
sensibilisierend oder
in der TRGS 905 als krebserzeugend, erbgutverändernd oder
fortpflanzungsgefährdend aufgeführt sind.
Stoffe oder Gemische mit AGW oder BGW
02.12.2015
Annette Wilmes
6
Was sind Gefahrstoffe?


Gefährliche Stoffe und Gemische die im Betrieb hergestellt
werden.
Tätigkeiten bei denen gefährliche Stäube, Gase, Dämpf oder
Nebel freigesetzt werden
Beispiele:





02.12.2015
Dieselmotoremissionen die beim Transport mit
einem Gabelstapler entstehen können.
Stäube die beim Schleifen, Sägen und Fräsen z. B.
in der Holzverarbeitung freiwerden.
Recyclingtätigkeiten, bei denen die Gefährlichkeit
der Abfälle nicht bekannt sind.
An Schweißarbeitsplätze entstehende
Schweißrauche.
Kühlschmierstoffe in der spanabhebenden
Metallbearbeitung.
Annette Wilmes
7
Was sind Gefahrstoffe?











Tabakerzeugnisse,
kosmetische Mittel,
Lebensmittel und –zusatzstoffe,
Futtermittel und –zusatzstoffe,
Arzneimittel,
Medizinprodukte,
Abfälle,
Altöle oder
Abwässer im Betrieb
02.12.2015


Annette Wilmes
Tiefkalte und heiße
Flüssigkeiten, Gase oder
Dämpfe (z. B. Flüssigstickstoff)
Erstickende und narkotisierende
Gase (z. B. Kohlendioxid)
Tätigkeiten die zu
Gefährdungen durch
Hautkontakt führen
(Feuchtarbeitsplätze)
Arbeitsstoffe die eine
gefährliche explosionsfähige
Atmosphäre bilden (z. B.
aufgewirbelte brennbare
Stäube)
8
Was sind Tätigkeiten?

Jede Tätigkeit bei der Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse
verwendet werden oder Stoffe oder Gemische entstehen.
z. B.: herstellen, mischen, ge- und
verbrauchen, lagern, be- und
verarbeiten, entfernen, entsorgen,
vernichten, innerbetrieblicher
Transport, Bedien- und
Überwachungstätigkeiten




An- und Abfahrvorgänge von Prozessen
Wartungs-, Instandsetzungs-, Aufräum- und Abbrucharbeiten
Lagerung, Beförderung, Entsorgung sowie mögliche
Betriebsstörungen
Bedien- und Überwachungstätigkeiten
02.12.2015
Annette Wilmes
9
Inhaltsverzeichnis

Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der







GefStoffV 2010
TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung“ (Dez. 2010)
Kerngedanken der Gefährdungsbeurteilung
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
Auswirkung der CLP-Verordnung
Neue Möglichkeit, Expositions-Risiko-Beziehungen für
krebserzeugende Stoffe
Expositionsszenarien nach REACH, ein standardisiertes
Arbeitsverfahren?
02.12.2015
Annette Wilmes
10
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
Anlass:
In Kraft getreten:
01.12.2010
Anpassung an das neue EU-Chemikalienrecht


REACH-Verordnung
CLP-Verordnung
Weiterentwicklung der GefStoffV


Erfahrungen aus GefStoffV 2005
aktuelle Diskussionen im AGS
Integration von Tätigkeiten mit
explosionsgefährlichen Stoffen
und organischen Peroxiden
02.12.2015
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11
Änderungen durch REACH
EU-weite Beschränkungen –
Anhang XVII REACH-VO


zusätzlich zu beachten neuer Anhang II
GefStoffV:
nur noch wenige nationale „Herstellungs- und
Verwendungsbeschränkungen“
z.B. zu
Korrosionsschutzmitteln und
Kühlschmierstoffen, Asbest,
biopersistente Fasern
02.12.2015
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Gefährdungsbeurteilung ist keine
Risikobewertung
Gefährdungsbeurteilung
Risikobewertung
Rechtsbasis
Arbeitsschutzgesetz
Chemikaliengesetz
Wer macht´s ?
fachkundige Person
Wissenschaftler
Ergebnis
Maßnahmen für
sicheres Arbeiten
Risikoaussagen für
Tätigkeitsszenarien
Grundlage
vorhandene, leicht
zugängliche Daten
verfügbare, bewertete
Daten
02.12.2015
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Fachkundig für die
Gefährdungsbeurteilung ist …
… wer eine entsprechende
Berufsausbildung,
Berufserfahrung oder zeitnah eine
entsprechende berufliche Tätigkeit ausübt und an
spezifischen Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt.
… wer die Arbeitsbedingungen beurteilen und die
Schutzmaßnahmen bewerten und überprüfen kann.
Ergänzung in der TRGS 400:
www.gy-waldstraße.de
Umfang und Tiefe der notwendigen Kenntnisse können in
Abhängigkeit der zu beurteilenden Tätigkeit unterschiedlich sein.
Fachkunde ist auch erforderlich

bei Lagerung und Tätigkeiten mit T-, T+-, und
CMR-Stoffen

Arbeitsplatzmessungen
02.12.2015
Annette Wilmes
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Abgrenzung der Begriffe Fachkunde,
Sachkunde
Sachkundig ist …
wer seine bestehende Fachkunde durch
einen behördlich anerkannten Lehrgang
erweitert hat. Teilweise sind diese mit einer
erfolgreichen Prüfung abzuschließen.
Sachkundig ist …
wer über eine von der zuständigen Behörde
anerkannte oder über in dieser Verordnung
als gleichwertig bestimmte Qualifikation
verfügt.
Sachkunde ist z. B. erforderlich bei
 Abbruch-, Sanierungs- und
Instandsetzungsarbeiten mit Asbest
 Schädlingsbekämpfung
02.12.2015
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Welche Informationen werden benötigt?
Leicht zugängliche und wichtige
Informationsquellen nutzen.






02.12.2015
Sicherheitsdatenblatt
Technische Regeln Gefahrstoffe
Angaben auf Verpackungen,
Gebrauchsanweisungen
Standardisierte Arbeitsverfahren
Einfaches Maßnahmenkonzept
Gefahrstoffe (EMKG)
Einstufungs- und
Kennzeichnungsverzeichnis
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16
Vollständigkeit
der toxikologischen Daten
TRGS 400
Prüfung auf akute Toxizität
R23, R24, R25
Prüfung auf Reizung
R38
Prüfung auf
erbgutveränderndes Potential
R68
Prüfung auf
Hautsensibilisierung
R43
Prüfung auf Vollständigkeit,
gilt für Stoffe und
Zubereitungen.
Bewertung der Toxizität bei
wiederholter Applikation
02.12.2015
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17
Anforderungen an die Dokumentation
Gefährdungsbeurteilung
Die strukturierte Anforderung an
die Dokumentation der
Gefährdungsbeurteilung wurde
aus der TRGS 400 übernommen.
Gefahrstoffverzeichnis
1. Verweis auf
Sicherheitsdatenblätter
2. Bezeichnung des
Gefahrstoffes
3. Einstufung, gefährliche
Eigenschaften
4. Mengenbereiche (EMKG)
5. Bezeichnung der
Arbeitsbereiche
Sicherheitsdatenblätter müssen allen
betroffenen Beschäftigten und ihren
Vertretern zugänglich sein.
02.12.2015
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Gefährdung Gesundheitsgefahren
Gefahrstoff
Tätigkeit
Gefährdung
©
FOX
©
FOX
©
FOX
©
FOX
Maßnahmen
Wirksamkeit der
Maßnahmen
Befund
Schutzmaßnahmen
nicht ausreichend
02.12.2015
Schutzmaßnahmen
ausreichend
Annette Wilmes
19
Gefährdung Brand- und
Explosionsgefahren
Gefahrstoff
Einflüsse der Umgebung
+Tätigkeit
Gefährdung
Maßnahmen
Wirksamkeit der
Maßnahmen
02.12.2015
Annette Wilmes
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Inhaltsverzeichnis

Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der







GefStoffV 2010
TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung“ (Dez. 2010)
Kerngedanken der Gefährdungsbeurteilung
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
Auswirkung der CLP-Verordnung
Neue Möglichkeit, Expositions-Risiko-Beziehungen für
krebserzeugende Stoffe
Expositionsszenarien nach REACH, ein standardisiertes
Arbeitsverfahren?
02.12.2015
Annette Wilmes
21
Schutzstufenkonzept unter EU-GHS



02.12.2015
Annette Wilmes
Keine Kompatibilität
zwischen dem
kennzeichnungsbezogenen
Ansatz des Schutzstufenkonzeptes der GefStoffV
2005 und dem EU-GHSEinstufungs- und
Kennzeichnungssystem
Aufhebung der Kopplung
der Schutzstufen an Kennzeichnung
komplette Umstellung auf
gefährdungsbezogenen
Ansatz
22
GefStoffV 2010 – Gestuftes
Maßnahmenkonzept
NEU
ALT
TMaßnahmen
Schutzstufe 4
CMR-Stoffe
Maßnahmen
hohe
T, T+
Schutzstufe
3
Gefährdung
Schutzstufe 2
Xn, Xi, C
Grundmaßnahmen
Xn,
Xi, C
Grundsätze
02.12.2015
Schutzstufe 1
G
E
F
Ä
H
R
D
U
N
G
G
R
U
N
D
P
F
L
I
C
H
T
E
N
Maßnahmen
CMR-Stoffe
Zusätzliche
Maßnahmen
Allgemeine
Schutzmaßnahmen
Annette Wilmes
23
Schutzstufen waren …
... eine Orientierungsgröße, aber kein Maß für die aktuelle
Gefährdung durch Einatmen oder Hautkontakt !
Die Festlegung der
Maßnahmen ist ausschließlich
das Ergebnis der
Gefährdungsbeurteilung.
Das gilt auch für die geringe Gefährdung
02.12.2015
Annette Wilmes
24
TRGS 400- Welchen Stellenwert haben
die Schutzstufen?
Kapitel 6.6 Festlegung von Schutzmaßnahmen
(1)
Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind die
entsprechenden Schutzmaßnahmen festzulegen …
(2)
… Die endgültige Festlegung der konkreten Schutzmaßnahme ist
das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall. Es wird
daher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ableitung der
„Schutzstufe“ nur ein Hilfsinstrument zur Ableitung
geeigneter Maßnahmen, nicht jedoch das Ergebnis der
Gefährdungsbeurteilung ist. …
02.12.2015
Annette Wilmes
25
Schutzstufen ade …
… was bedeutet das für die Gefährdungsbeurteilung?
Die formale Zuordnung der Schutzstufe entfällt.
Wurde die Gefährdungsbeurteilung
mit dem
Einfachen Maßnahmenkonzept
Gefahrstoffe + Schutzleitfäden
oder anderen standardisierten
Arbeitsverfahren
durchgeführt,
werden die Änderungen durch die
GefStoffV 2010 minimal sein.
02.12.2015
Annette Wilmes
26
Maßnahmenkatalog der GefStoffV 2010


Grundpflichten
gelten immer (wenn relevant)

aus den §§ 8 – 11 der GefStoffV 2005
zusammengefasst

Substitutionsgebot

Minimierungsgebot

Rangfolge der Schutzmaßnahmen

Einhaltung der AGW, Ermittlung, Messung
02.12.2015
Annette Wilmes
27
Maßnahmenkatalog der GefStoffV 2010

Allgemeine Schutzmaßnahmen
 Gestaltung Arbeitsplatz
 Arbeitsmethoden und Verfahren
 Begrenzung der Exposition und der Anzahl der
Beschäftigten
 Hygienemaßnahmen
 innerbetriebliche Kennzeichnung, Lagerung
 Erfordernis der Fachkunde und Zuverlässigkeit bei
Lagerung und Tätigkeiten mit T-, T+-, und CMR-Stoffen, …

weitgehend identisch mit den Maßnahmen
des § 8 GefStoffV 2005
02.12.2015
Annette Wilmes
28
Maßnahmenkatalog der GefStoffV 2010

Zusätzliche Maßnahmen
bei Tätigkeiten mit erhöhter inhalativer und
dermaler Gefährdung, wenn

AGW nicht eingehalten

bei Stoffen ohne AGW auf Grund der zugewiesenen
Gefährlichkeitsmerkmale und der vorhandenen inhalativen
Exposition eine Gefährdung angenommen werden kann

bei haut- oder augenschädigenden Stoffen eine
Gefährdung durch Haut- oder Augenkontakt besteht

Regelungen aus §§ 9 und 10 der GefStoffV 2005
zusammengeführt
Überschneidungen und Doppelregelungen entfallen
02.12.2015
Annette Wilmes
29
Zusätzliche Maßnahmen
Wird der AGW nicht eingehalten …
INSBESONDERE BEI
ABBRUCH-, SANIERUNGS- UND
INSTANDSETZUNGSARBEITEN
IST UNVERZÜGLICH
PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG
ZUR VERÜFGUNG ZU STELLEN!
02.12.2015
Annette Wilmes
30
Zusätzliche Maßnahmen
Besteht trotz aller technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen
eine Gefährdung durch Haut- oder Augenkontakt
SIND UNVERZÜGLICH PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG
ZUR VERÜFGUNG ZU STELLEN
02.12.2015
Annette Wilmes
31
Maßnahmenkatalog der GefStoffV 2010

Besondere Schutzmaßnahmen
bei Tätigkeiten mit cmr- Stoffen der Kat. 1 oder 2
(Umsetzung der Maßnahmen der KrebsRL)


Verknüpfung mit Bestimmungen für besonders gefährliche
krebserzeugende Stoffe im Anhang II (Geschlossenes
System)
Erleichterungen nach AGS- und Praxis-Vorschlägen, dass
neben Arbeitsplatzmessungen bei Tätigkeiten mit CMRStoffen auch Expositionsermittlung durch andere
geeignete Methoden möglich sind.
02.12.2015
Annette Wilmes
32
Maßnahmenkatalog der GefStoffV 2010

Besondere Schutzmaßnahmen gegen
physikalisch-chemische Einwirkungen i. V. m.
Anhang I Nr. 1




Bezugnahme auf Gefährlichkeitsmerkmale
zusätzlich Bezug hergestellt zur Eigenschaft
„explosionsfähig“ (z.B. Mehlstaub)
redaktionelle Anpassungen
Tätigkeiten mit explosionsgefährlichen Stoffen
und organischen Peroxyden

Aufnahme eines neuen Paragrafen für Tätigkeiten mit
explosionsgefährlichen Stoffen und organischen
Peroxyden
02.12.2015
Annette Wilmes
33
Inhaltsverzeichnis

Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der







GefStoffV 2010
TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung“ (Dez. 2010)
Kerngedanken der Gefährdungsbeurteilung
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
Auswirkung der CLP-Verordnung
Neue Möglichkeit, Expositions-Risiko-Beziehungen für
krebserzeugende Stoffe
Expositionsszenarien nach REACH, ein standardisiertes
Arbeitsverfahren?
02.12.2015
Annette Wilmes
34
Rechtsgrundlage
Einstufungselemente
Kennzeichnungselemente
02.12.2015
Stoff- bzw.
Zubereitungsrichtlinie
CLP-Verordnung
(EG) Nr. 1272/2008
Gefährlichkeitsmerkmale
Gefahrenklassen und
- kategorien
Risiko -Sätze
(R-Sätze)
Gefahrenhinweise
(H-Sätze)
Gefahrensymbole und
Gefahrenbezeichnung
Gefahrenpiktogramme
Signalwort
Risiko-Sätze
(R-Sätze)
Gefahrenhinweise
(H-Sätze)
Sicherheitsratschläge
(S-Sätze)
Sicherheitshinweise
(P-Sätze)
Risiko-Sätze
(R-Sätze)
Ergänzende
Gefahrenmerkmale
(EUH-Sätze)
Annette Wilmes
35
Gefährdungsbeurteilung – Einfluss der CLPVerordnung
Die Gefahrstoffverordnung schafft bis zum 1.6.2015 für beide Einstufungsund Kennzeichnungssysteme eine funktionierende rechtliche Grundlage.
Die TRGS 400 berücksichtigt das alte und das neue
Einstufungs- und Kennzeichnungssystem.
Die Ableitung von Maßnahmen nach CLP-Verordnung kann zu
zusätzlichen Maßnahmen führen.
http://ecb.jrc.ec.europa.eu/classification-labelling/clp
02.12.2015
Annette Wilmes
36
Beispiel: Akute Toxizität
z.B. oral – LD50 [mg/kg]
EU
Very toxic
< 25
toxic
> 25 - 200
harmful
> 200 - 2000
200 - 300
Category 1
<5
Category 2
> 5 - < 50
Category 3
> 50 - < 300
GHS
02.12.2015
Not classified
> 2000
2000 - 5000
Category 4
> 300 - < 2,000
Category 5 - optional
> 2,000 - < 5,000
Kein Piktogramm
Annette Wilmes
37
Übergangsbestimmung nach CLP-VO
Sicherheitsdatenblatt,
Kapitel 2 „Mögliche Gefahren“
Alte und neue Einstufung
EU-Regelung alt
CLP-VO neu
zwingend bis
1.6.2015
erlaubt ab 20.1.2009
zwingend ab
1.12.2010
Gemische zwingend bis
erlaubt ab 20.1.2009
zwingend ab
1.6.2015
Stoffe
1.6.2015
02.12.2015
Annette Wilmes
38
CLP - Verordnung und EMKG
Zuordnung der
Gefährlichkeitsgruppe auch
nach H-Sätzen möglich.
PROBLEM:
Durch neue Einstufungskriterien
kann es zu einer Verschärfung der
Maßnahmen kommen.
Gemische
02.12.2015
Annette Wilmes
39
CLP – Verordnung und EMKG
Stoffe und Gemische
Akute Toxizität:
in einem Bereich von:
LD50
200 - 300 mg/kg (oral),
LD50
400 - 1000 mg/kg (dermal)
LC50
2 - 10 mg/l (Dämpfe)
auch: Gase, nicht: Aerosole
LD50 – Angabe unter Kapitel 11 im Sicherheitsdatenblatt
02.12.2015
Annette Wilmes
40
CLP – Verordnung und
Gefährdungsbeurteilung
Die CLP-Verordnung hat
zunächst keine
Auswirkung auf die
Schutzmaßnahmen der
Gefährdungsbeurteilung.
Es sei denn …
eine neue Bewertung einer
gefährlichen
Eigenschaften liegt vor.
Das alte Einstufungs- und
Kennzeichnungssystem
kann weiter genutzt
werden.
Z. B.: Neue toxikologische
Daten führen zu einer
neuen Einstufung.
02.12.2015
Annette Wilmes
41
Was ist zu tun?
Ein Vergleich des neuen und alten Sicherheitsdatenblattes:

Hat sich die Zusammensetzung des Produktes geändert
(Sicherheitsdatenblatt Kap. 3)?

Wenn nein
Gefährdungsbeurteilung muss nicht
angepasst werden
Wenn ja
Anpassung der Gefährdungsbeurteilung

Der Hersteller ist verpflichtet bei
neuen Erkenntnissen die alte und
neue Einstufung anzupassen!
02.12.2015
Annette Wilmes
42
Inhaltsverzeichnis

Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der







GefStoffV 2010
TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung“ (Dez. 2010)
Kerngedanken der Gefährdungsbeurteilung
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung
Auswirkung der CLP-Verordnung
Neue Möglichkeit, Expositions-Risiko-Beziehungen für
krebserzeugende Stoffe
Expositionsszenarien nach REACH, ein standardisiertes
Arbeitsverfahren?
02.12.2015
Annette Wilmes
43
Expositions-Risiko-Beziehung (ERB)
… neuer Bestandteil der TRGS 400
Ein gestuftes Maßnahmenkonzept für krebserzeugende
Gefahrstoffe, beschrieben durch Expositions-Risiko-
Beziehungen.
hohes Risiko
Toleranzschwelle: 4:1 000
mittleres Risiko
Akzeptanzschwelle: 4:10 000
2018: 4:100 000
niedriges Risiko
02.12.2015
Annette Wilmes
44
Integration der BekGS 910
in die TRGS 400
Festlegung von Schutzmaßnahmen
hohes Risiko
unverzüglich Risikominderungsmaßnahmen
umsetzen
mittleres Risiko
Maßnahmenplan erstellen
niedriges Risiko
keine weiteren zusätzlichen
Schutzmaßnahmen
02.12.2015
Annette Wilmes
45
Bekannte Risiken für die
Allgemeinbevölkerung
Tödliche Unfälle bei einer Arbeitslebenszeit von 40 Jahren.
Landwirtschaft:
3:1000
Bauwirtschaft:
2:1000
Bergbau:
3:1000
Einzelhandel:
4:10000
Risiko an den sieben häufigsten
Umweltkarzinogenen zu erkranken:
Stadtbevölkerung:
1:1000
Landbevölkerung:
2:10000
02.12.2015
Annette Wilmes
46
Integration der BekGS 910
in die TRGS 400
Maßnahmenplan
1. Administration
2. Technik
3. Organisation
4. Arbeitsmedizin
5. Substitution
Die Einzelmaßnahmen werden
detailliert in der BekGS 910 Kap. 5.2
beschrieben.
02.12.2015
Annette Wilmes
47
Integration die BekGS 910
in die TRGS 400
Der Maßnahmenplan wird in die
Dokumentation der
Gefährdungsbeurteilung integriert.



Beschreibung der Maßnahmen
Höhe der Expositionsreduzierung nach
Umsetzung
Auf Anfrage sind Maßnahmenplan und
Gefährdungsbeurteilung an die zuständige
Aufsichtbehörde zu übermitteln.
02.12.2015
Annette Wilmes
48
Unterrichtung und Unterweisung der
Beschäftigten
Bei Tätigkeiten mit CMR-Stoffen


40jährige Aufbewahrungsfrist des Verzeichnisses der
exponierten Beschäftigten
bei Beschäftigungsende: Aushändigung eines Auszugs
an den Beschäftigten
Neuregelung in Absprache mit Sozialpartnern in Diskussion
02.12.2015
Annette Wilmes
49

GefStoffV_Teil_1