Gastprofessor Dr. Árpád v. Klimó
Grundkurs Österreichische Geschichte
(mit Berücksichtigung der Methoden
„Archivierung und Musealisierung sowie der
Analyse bildlicher und dinglicher Quellen“)
GK Österreichische Geschichte
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Vorlesungsteil:
C. 2. Epoche 2: Babenberger – Habsburger – Österreich im
Hoch- und Spätmittelalter (11.-15. Jh.) (13.00-14.00)
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1. Allgemeines
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2. Fünf Perioden der Herrschaftsgeschichte
Diskussion: Die Darstellung des Mittelalters bei Luschin von
Ebengreuth und bei Reinhard Pohanka (14.00-15.00)
Referate: (15.00-16.00)
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Jasmin Graf: Herzog Leopold III. d. Hlg.
Katharina Aigner: Steiner Tor in Krems
GK Österreichische Geschichte
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Vorlesungsteil:
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C. 2. Babenberger – Habsburger – Österreich im Hoch- und
Spätmittelalter (11.-15. Jh.) (13.00-14.00)
1. Allgemeines
Problem: wie merkt man sich die Daten und Personen?
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Fünfhundert Jahre – verschieden Perioden
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Geschichte fokussiert auf zwei Dynastien:
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Babenberger, die ersten dreihundert Jahre/Hochmittelalter (9761278), 12 Herrscher

Habsburger/Spätmittelalter (1278-1493), 14 Herrscher
GK Österreichische Geschichte
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1. Allgemeines: Prozesse 11.-15. Jahrhundert
Politisch: Prozess der „Landwerdung“ / Unabhängigkeit von
baiuwarischen Herzögen / Abgrenzung zu Böhmen/Mähren
Ungarn: wie Böhmen, Polen um 1000 zu Königreichen geworden /
Christianisierung
Spätere österreichische Gebiete noch Teil des Römischen Reiches
der Franken: Marken
GK Österreichische Geschichte
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1. Allgemeines: Prozesse 11.-15. Jahrhundert
seit 950 (Ende der Awarenkriege, Sieg über Ungarn
955, Christianisierung): Bevölkerungswachstum
Siedlungsausbau ab 1200
Pestwellen 1348/9, 1381, 1399, 1410/11
Bevölkerung von ca. 0,7 Mio. (um 1348) auf 1,5 Mio. (1527)
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Wirtschaft: Entstehung von Wirtschaftsräumen / Märkten
aufgrund politischen Entscheidungen (Privilegien, Schutz)
GK Österreichische Geschichte
Dynastische Zäsuren
Markgrafschaft unter Babenbergern ab 976
Herzogtum ab 1156 (Heinrich III. „Jasomirgott“) – „Privilegium Minus“
Erstmals römischer König: Albrecht I. Habsburg (1298), dann wieder
1437: Albrecht V.
„Goldene Bulle“ (1356) – sieben Kurfürsten des Römischen Reiches
(wählen röm. König)
„Privilegium Maius“ (1358/59): Österreichische Erzherzöge
(hervorgehobene Stellung unter den Reichsfürsten) (1453 bestätigt)
Erster Habsburger Kaiser: Friedrich V. (1440)
GK Österreichische Geschichte
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2. Fünf Perioden
ERSTE PERIODE: 11. Jahrhundert (976-1096) Aufstieg der
Babenberger
ZWEITE PERIODE: 12. Jahrhundert (1096-1194): Erhebung
zum Herzogtum
DRITTE PERIODE: 13. Jahrhundert (1194-1308) Aussterben
der Babenberger – Ottokar II. von Böhmen – Albrecht I. erster
Habsburgerherrscher
VIERTE PERIODE: 14. Jahrhundert (1308-1396):
Länderteilungen, Konflikte unter Habsburgern – gegen
Luxemburger
FÜNFTE PERIODE: 15. Jahrhundert (1397-1493) Aussterben
der Österreichischen und Tiroler Linie – Steirische Linie
bleibt
GK Österreichische Geschichte
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Herrschafts- und Ereignisgeschichte der Fünf Perioden
(1) 11. Jahrhundert (976-1096) Aufstieg der Babenberger
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Babenberger:
profitieren von Streit zwischen Kaiser Otto II. (973-983) und
Herzog Heinrich von Baiern
einflussreiche Familie (Herzog v. Schwaben, Bischof v. Mainz in der
Familie)Heinrich I. (996-1018)
996 „Ostarrichi“ – Urkunde – NÖ östlich der Enns (seit 10. Jh.)
Grenzen ungefähr: westl. Enns, nördl. Donau, östl. Wienerwald, südl.
Voralpen
GK Österreichische Geschichte
(2) 12. Jahrhundert (1096-1194): Erhebung zum Herzogtum
Erster Kreuzzug (1096-1099) – Eroberung Jersualems – über Donau
nach Konstantinopel – Wien als Verkehrsknotenpunkt
Leopold III. der Heilige (1096-1136) (seit 1485 Landespatron NÖ)
Sohn: Bischof Otto von Freising (1112?-1158):
„Gesta Friderici“ (Zeit Friedrich Barbarossas, 1152-58), hierin:
Umwandlung Österreichs in ein Herzogtum (1156)
Investiturstreit: Leopold von Heinrich IV. (1056-1106) zu dessen Sohn
Heinrich V. (1106-1125) übergegangen – Sieg des Sohnes, Belohnung:
Agnes v. Schwaben – familiäre Bindung an Hohenstaufen (bis Mitte 13.
Jh. Könige/Kaiser)
GK Österreichische Geschichte
Leopold IV. (1136-1141)
Stiefsohn von Leopold III.: Konrad v. Schwaben seit 1138 römischer
König – Konflikt mit Welfen, die über Baiern herrschen
Leopold IV. wird von Konrad zum Herzog von Baiern ernannt
Heinrich II. Jasomirgott (1141-1177) ab 1156 Herzog von Österreich
älterer Bruder von Leopold IV. –auch Baiernherzog
1147-49 Zweiter Kreuzzug – Heinrich II. heiratet in Konstantinopel
Prinzessin Theodora Komnena (weibliche Thronfolge byzant.
Tradition)
Kaiser Friedrich Barbarossa (1152-90) – Versöhnung Hohenstaufen
– Welfen – Baiern an Welfen zurückgegeben, Babenberger mit
Erhebung Österreichs zum Herzogtum entschädigt – Privilegium
Minus 1156
GK Österreichische Geschichte
(3) 13. Jahrhundert (1194-1308) Aussterben der Babenberger – Ottokar
II. von Böhmen – Albrecht I. erster Habsburgerherrscher
Leopold VI. (1198-1230) „der Glorreiche“
1221 Stadt- und Stapelrecht für Wien – „goldene Periode“
Friedrich II. „der Streitbare“ (1230-1246)
Mongolensturm – Ungarn unter Béla IV. geschlagen – Krieg mit Friedrich
II. – Schlacht an der Leitha 1246 – Tod des Herzogs
Erbfolgestreit – österreichische Stände wählen Ottokar II. Przemysl von
Böhmen (1251-1278) zum Landesherrn
1278 Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen: Rudolf I. v.
Habsburg, röm. Kg. besiegt Ottokar II. - Sohn Albrecht wird Herzog
von Ö. (1282)
GK Österreichische Geschichte
(4) 14. Jahrhundert (1308-1396): Länderteilungen, Konflikte unter
Habsburgern – Konflikt mit den Luxemburgern
Habsburger: Friedrich III., Albrecht II. - „Hausmachtpolitik“, da die
Kaiser ihren Besitz seit Mitte 13. Jh. verloren (Hohenstaufen)
1335 Kärnten an Hzg. Albrecht II. gefallen
Rudolf IV. „der Stifter“ (1358-1365)
1365 Universität Wien
PRIVILEGIUM MAIUS: Erzherzöge von Österreich – wegen: „Goldener
Bulle“ (1358) (ab 1453 Rechtsgültigkeit – Ksr. Friedrich III.)
Österreichische Linie (bis Albrecht III. +1395)
Tiroler Linie (bis Leopold III. +1386)
Steirische Linie (dazu auch: Leopold III.)
GK Österreichische Geschichte
(5) 15. Jahrhundert (1397-1493) Aussterben der Österreichischen und
Tiroler Linie – Steirische Linie bleibt bestehen
1415 Jan Hus auf dem Konzil v. Konstanz verbrannt
Kaiser Sigismund Schwiegervater v. Hzg. Albrecht V. - Anspruch auf
böhmische (und ungarische) Erbfolge – Husitenkriege 1431-32 in
Böhmen, NÖ
1437 starb Sigismund, der letzte Luxemburger – Versöhnung der
Kirche mit gemäßigten Husiten (Ultraquisten) gegen radikale Taboriten
Albrecht V. wird als Albrecht II. römischer König, König v. Böhmen u.
Ungarn
1453 Fall von Konstantinopel – Beginn der osmanischen Eroberungen
1440 Friedrich III. v. schwacher Habsburger Kaiser; in Tirol/Vorlande
bis 1496 noch Sigismund “der Münzreiche” auf dem Thron

Konrad v. Schwaben seit 1138 römischer König