Integrationsbeauftragte
Integrationsbeauftragter und
Integrationsmanagement
Werner Hülsmann
Integrationspotenziale in
kleinen Städten
und Landkreisen
25.03.2011
Plauen
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Vortrag
beim 3. Netzwerktreffen des Forschungs-Praxis-Projektes
„Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“ der
Schader-Stiftung in Plauen
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Integrationsbeauftragte
Michael Bommes (1954 - 2010)
Institutionelles Design kommunaler Integrationspolitik
„Kommunen (treten) in Prozesse der Standardisierung ihrer
Integrationspolitik (ein) und (lassen) sich für Integration
mobilisieren... Wir machen hier den Vorschlag, dies als einen Prozess
des
Mainstreaming kommunaler Integrationspolitik
zu begreifen, in dem diese, von außen und innen unter Druck gesetzt,
sich ein neues,
standardisiertes institutionelles Design
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zulegen, das ihnen von außen gewissermaßen alternativlos, aber
positiv sanktioniert angeboten wird, zu dessen Etablierung sie im
Vollzug beitragen können und das ihnen neue Legitimität verschafft.
Der wesentliche Anbieter dieses Designs und Erzeuger des
genannten Drucks ist der Wohlfahrts- und Zuwanderungsstaat…
Michael Bommes, ›Integration findet vor Ort statt‹ – Über die Neugestaltung kommunaler Integrationspolitik, Osnabrück 2011, S. 201 1912 , in IMIS Beiträge 38, Themenheft: Michael Bommes, Migration und Migrationsforschung in der modernen Gesellschaft. Eine
Aufsatzsammlung. Januar 2011, Seite 201
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Integrationsbeauftragte
Kommunen als Moderatoren sozialer Integrationsprozesse
„Prozesse der sozialen Integration erfolgen genauso wenig in ›die
Kommune‹ hinein wie in ›die Gesellschaft‹, sondern stets nur in ihre
differenzierten, lokal je spezifisch kombinierten Zusammenhänge,
also
• in den Arbeitsmarkt,
• die Erziehung und Ausbildung,
• die Familie,
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• die Gesundheit,
• das Recht und die Politik und die darum herum gebauten sozialen
und kulturellen Lebens- und Wohnverhältnisse.
Kommunen fällt in diesem Prozess mit der … veränderten
integrationspolitischen Stellung die Rolle von Moderatoren … zu..
Michael Bommes, Einleitung Kommunen als Moderatoren sozialer Integrationsprozesse, IMIS Beiträge 28, Themenheft
Integrationslotsen, 2006; Aufzählungszeichen W.H.
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Integrationsbeauftragte
Kommunen als Moderatoren sozialer Integrationsprozesse
Kommunen als Moderatoren vermitteln und fördern primär Prozesse
der sozialen Integration in die bezeichneten gesellschaftlichen
Bereiche durch lokalspezifisch zugeschnittene
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• Arbeits- und Wirtschaftsförderungspolitik,
• kommunales Bildungs- und Ausbildungsmanagement,
• adressatenspezifische Wohn- und Stadtteilpolitik
• und Familienförderung sowie
• angemessene und ihre Bürger und Einwohner engagierende
Formen der politischen Beteiligung
Michael Bommes, Einleitung Kommunen als Moderatoren sozialer Integrationsprozesse, IMIS Beiträge 28, Themenheft Integrationslotsen, 2006
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Integrationsbeauftragte
Rolle des Integrationsbeauftragten
• Agent des Mainstreamings kommunaler Integrationspolitik
• advokatorische Aufgaben (direkter Einsatz für Migranten) treten
in den Hintergrund
• Managementaufgaben werden wichtiger
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– Strategien und Konzepte entwickeln
– Ziele setzen und erreichen
– Organisationsentwicklung (interkulturelle Öffnung) unterstützen
– Fachpolitiken unter dem Integrationsaspekt koordinieren
– Monitoring und Evaluation
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Integrationsbeauftragte
Rolle des Integrationsbeauftragten – klassische Aufgaben
Aufgaben des Migrations- und Integrationsbeauftragte des Landes Bremen:
• Ombuds- und Antidiskriminierungsstelle.
• berät in rechtsexemplarischen Einzelfällen,
• Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit
– im Interesse der Migrant/inn/en
– im Interesse der Verständigung zwischen Deutschen und Nichtdeutschen.
• unterstützt die Bekämpfung von
– Diskriminierung,
– Rechtsextremismus und
– Fremdenfeindlichkeit,
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• entwickelt Initiativen zur Verbesserung der Integrationssituation und
• nimmt Stellung zu politischen Vorhaben in Angelegenheiten der zugewanderten
Bevölkerung.
•fachliche Konzeptionierung der Integrationspolitik und
•Fachmonitoring zur ´Konzeption zur Integration von Zuwanderinnen und
Zuwanderer im Lande Bremen 2007 – 2011´.
•(nach Bildungsserver.de Integrations- und Ausländerbeauftragte)
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Integrationsbeauftragte
Rolle des Integrationsbeauftragten – Mainstreaming-Aufgaben
Aufgaben des Migrations- und Integrationsbeauftragte des Landes Bremen:
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• Ombuds- und Antidiskriminierungsstelle.
• berät in rechtsexemplarischen Einzelfällen,
• Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit
– im Interesse der Migrant/inn/en
– im Interesse der Verständigung zwischen Deutschen und Nichtdeutschen.
• unterstützt die Bekämpfung von
– Diskriminierung,
– Rechtsextremismus und
– Fremdenfeindlichkeit,
• entwickelt Initiativen zur Verbesserung der Integrationssituation und
• nimmt Stellung zu politischen Vorhaben in Angelegenheiten der zugewanderten
Bevölkerung.
•fachliche Konzeptionierung der Integrationspolitik und
•Fachmonitoring zur ´Konzeption zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderer im
Lande Bremen 2007 – 2011´.
•(nach Bildungsserver.de Integrations- und Ausländerbeauftragte)
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Integrationsbeauftragte
Integrationsmanagement in den 90er Jahren
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•
•
•
•
•
Organisationale Kompetenz im Handlungsfeld
Integration durch Erfahrungen in der
Aussiedlerintegration z. B.
Kooperative Aussiedlerberatungsstelle
Projekt Ost-West-Integration …
Arbeitskreis Aussiedlerintegration
Runder Tisch Aussiedlerintegration
…
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Integrationsbeauftragte
Chronologie / Meilensteine seit 2005
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• Februar 2005: Der Landkreis richtet die Stelle
eines Integrationsbeauftragten ein.
• Projekt Integration I + II
– I 3/2005 – 6/2006, II 7/2006 – 12/2007
– Erneuerung und Aufbau von Strukturen
– Erprobung von Arbeitsweisen
– Bestandsaufnahme und Analyse in
verschiedenen Handlungsfeldern
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Chronologie / Meilensteine
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• Integrationslotsen - Modellprojekt mit Stadt
Osnabrück und Land Niedersachsen:
Ausbildung und Einsatz von Integrationslotsen 5/2005 – 12/2006 (seit 2007
Landesrichtlinie)
• Erfassung der Integrationsaktivitäten in den
Kommunen des Landkreises Osnabrück in
Zusammenarbeit mit dem IMIS, Universität
Osnabrück 9/2006 -5/2007
• Interkulturelle Öffnung des Landkreises
Osnabrück 1/2008 – 12/2010
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Chronologie / Meilensteine
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• Ergebnisse der interkulturellen Öffnung des
Landkreises Osnabrück 1/2008 – 12/2010:
– mehr als 300 TN – Tage Schulungen Interkultureller
Kompetenz
– Schulungskonzept (u. a. als Ergebnis von
Modellprojekten mit dem Land Niedersachsen)
– Projekt LIMA Landkreis Initiative Migranten in die
Ausbildung
– Empfehlungen zur interkulturellen Öffnung der
Dienstleistungen (Schulungskonzept,
Dolmetschereinsatz, Broschüren)
– Dauerhafte Verpflichtung auf den Prozess
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Chronologie / Meilensteine
• Kooperatives Integrationsmanagement KIM
Koordination der Integrationskurse seit 2006
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– Beratung der Interessent/inn/en zum I-Kurs oder anderen
Sprachlernmaßnahmen
– Hilfe bei der Antragsstellung
– Management des Antragsverfahrens in Kooperation mit
MaßArbeit, Ausländerbehörde, BAMF und Kursträgern
– Vorbereitung von homogenen Lerngruppen (nach
Sprachstand und Wohnort) in Kooperation mit den
Kursträgern.
– Moderation des KIM-Netzwerkes
Beauftragte Organisation Caritasverband
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Ergebnisse Projekt KIM
Teilnehmer/innen seit 2006
• 154 Einstufungstests/Profilings mit 1426 TN
• 21 Alphabetisierungskurse mit 167 TN
• 2 Jugendkurse mit 39 TN
• 104 allg. Integrationskurse mit 879 TN
Abschlüsse seit Mai 2009
• 25 TN mit Niveau unter A2
• 50 TN mit A2 –Zertifikat
• 83 TN mit B1- Zertifikat
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Chronologie / Meilensteine
• Projekt „Lernen vor Ort“. Bildungsberatung,
Bildungsmonitoring, Übergangsmanagement,
seit 2009
• Sommercamp für Grundschüler mit
Migrationshintergrund „Sprache und Natur auf
der Spur“, 2008, 2010, 2011
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Chronologie / Meilensteine
• Niedersächsischer Integrationspreis 2008.
– 1. Platz in der Kategorie Kommunale
Integrationskonzepte
• Integrationsmonitoring
– Erfassung und Auswertung von Kennzahlen zum
Stand der Integration. Erstmalig im Bericht
Migration und Integration im Landkreis Osnabrück
April 2009 veröffentlicht.
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• Leitlinien der Integrationspolitik
– Beschluss des Kreistages August 2010
– Gleichzeitig: Beschluss zum Beitritt zur Charta der
Vielfalt
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Chronologie / Meilensteine
• Kompetenzzentrum Migration 2010
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Pilotprojekt des Landes Niedersachsen, gefördert aus Mitteln des
Europäischen Sozialfonds
– Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund,
– Hilfe bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse,
– Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit,
– Vermittlung in geeignete Qualifizierungsmaßnahmen,
– nachhaltige Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt.
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Integrationsbeauftragte
Chronologie / Meilensteine
• Projekt „Gesellschaftliche Teilhabe“ Förderung
gesellschaftlicher Teilhabe von Migranten und
interkulturelle Öffnung von Vereinen und Verbänden
ab 2011
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• EFI Elternarbeit, Frühe Hilfen und
Migrationsfamilien 2011
Projekt des Landes Niedersachsen
• niedrigschwellige Nachmittagsbetreuungsangebote
• und Babybesuchsdienst
• Schulungen in interkultureller Kompetenz
• migrationssensibles Beratungssetting
• Vernetzung mit den Familienservicebüros in den
21 Kommunen des Landkreises Osnabrück
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Arbeitsbereiche Integrationsbeauftragte(r)
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Nach Außen
• Netzwerkarbeit
• Kommunen
• Migranten
-organisationen
• Wohlfahrtsverbände
• Schulen
• Bildungsträger
• Stiftungen
•…
• Projekte initiieren und
begleiten
• Ehrenamt fördern
• Fördermittel einwerben
• Willkommenskultur
• Öffentlichkeitsarbeit
Bestandsaufnahme
und Evaluation
• Interne und externe
Befragungen
• Integrationsmonitoring
• Studien (Examensarbeiten)
Nach innen
• Projektmanagement
• Konzeption
• Koordination
• Finanzmanagement
• Interkulturelle Öffnung
• Organisationsentwicklung
• Personalentwicklung
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Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
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