Herbert Michel, Dr. Helmut Ernst
Arbeitsplatzorientierte Qualifizierung:
Wie geht das?
Organisationsentwicklung beim Bildungsdienstleister
Voraussetzung für arbeitsplatzorientierte Qualifizierung
Zunehmende arbeitsplatzorientierte Qualifikation
Verbünde
Entwicklung zum
Bildungsdienstleister
ServiceAus- und
Weiterbildung
Aufbau von Vertrauensketten
Zunehmende Flexibilisierung und Gestaltungsoffenheit
Zunehmende Dienstleistungsorientierung und Kundenorientierung
Modellversuch EPOS
Herr
Schmidt
Geschäftsführer
Anlagentechnik Brüsewitz,
LTA
Als ich das erste Gespräch mit dem SAZ hatte, da hab ich
gespürt, die gehen auf mich ein, die wollen mir nicht ihre
Standardlehrgänge verkaufen, sondern mit mir gemeinsam
das entwickeln, was meine Firma braucht.
Das hat mich neugierig gemacht. Fangen wir erst mal mit
einer Woche an.
Heute sage ich:
„...die Motivation hat eine Dimension erreicht, das
ist unvorstellbar, ich kann Ihnen als Vertreter der
Betriebe nur empfehlen, nehmen sie so etwas
wahr,
eine
Woche,
das
schafft
man
betriebswirtschaftlich und sie werden danach junge
Menschen erleben, die Sie nicht wiedererkennen, so
sehr ist ihre Motivation gewachsen. ...“
Modellversuch EPOS
„...es ist ein tolle Plattform und man sollte die
Chance nutzen, wenn man daran teilnehmen kann.
...“
„... ich habe mich mit dem Thema Berufsausbildung in
unserem Unternehmen intensiv beschäftigt und habe
es als Unrecht empfunden, wenn die Jugendlichen
betriebswirtschaftlich betrachtet als preiswerte
Mitarbeiter gesehen werden,..., wir müssen uns
drehen, wir müssen uns wandeln, das kann es nicht
sein.
Organisationsentwicklung beim Bildungsdienstleister
Voraussetzung für arbeitsplatzorientierte Qualifizierung
Zunehmende arbeitsplatzorientierte Qualifikation
Verbünde
Entwicklung zum
Bildungsdienstleister
ServiceAus- und
Weiterbildung
Aufbau von Vertrauensketten
Zunehmende Flexibilisierung und Gestaltungsoffenheit
Zunehmende Dienstleistungsorientierung und Kundenorientierung
Zunehmende Service-Dienstleistung
Modellversuch EPOS
Frau Krumsee, Ausbildungsleiterin WEMAG AG
..von der Verbundausbildung zur Serviceausbildung
zusammen mit dem SAZ, heute gibt eigentlich
nichts, was wir nicht zusammen machen. ...
Angefangen, dass das SAZ unsere Bewerber testet,
dass ein Ausbilder vom SAZ mit mir zusammen die
Bewerbungsgespräche führt, ... wir borgen uns
regelmäßig Ausbildungsmeister aus und schicken
Jugendliche ins SAZ...Da können wir uns darauf
verlassen, dass das eine mit dem anderen im
Zusammenhang steht... Und es gibt keine
Reibungsverluste...auch die Zusammenarbeit mit der
Berufsschule hat sich verbessert... Beispiele aus
unserem Betrieb haben Eingang in die schulischen
Lernfelder gefunden....
Organisationsentwicklung beim Bildungsdienstleister
Voraussetzung für arbeitsplatzorientierte Qualifizierung
Zunehmende arbeitsplatzorientierte Qualifikation
Verbünde
Entwicklung zum
Bildungsdienstleister
ServiceAus- und
Weiterbildung
Aufbau von Vertrauensketten
Zunehmende Flexibilisierung und Gestaltungsoffenheit
Zunehmende Dienstleistungsorientierung und Kundenorientierung
Zunehmende Service-Dienstleistung
Integration der Service-Ausbildung in den Wertschöpfunggsprozess der
Unternehmen
Modellversuch EPOS
Herr Timm, Betriebsleiter Fertigungstechnik Nord GmbH Gadebusch:
„... wir bilden seit 1995 aus und haben mit 2 Auszubildenden begonnen. In den letzten 6
Jahren haben wir regelmäßig je 4 Jugendliche pro Jahr in der Zerspannung ausgebildet.
Wir haben die Ausbildung mit dem SAZ als Dienstleister begonnen, sonst hätten wir gar
nicht ausbilden können. Mit dem SAZ haben wir den Vorteil, dass wir einen Dienstleister
haben, der uns bei der Arbeit mit den Auszubildenden, zugeschnitten auf unsere
Bedürfnisse, unterstützt. ... man hat drei Ausbildungsorte, den Lernort Schule, SAZ und
den Betrieb, aber so richtig zusammen passt es vor allem für die Belange im Betrieb
nicht. Mit dem Projekt EPOS kam der „Serviceausbilder“, den wir in unserem Betrieb
nutzen. Wir bilden kleinere Gruppen, in denen Auszubildende des gleichen
Lehrjahres zusammengefasst werden. In diesen Gruppen werden dann Aufgaben
abgearbeitet. ... wir nehmen immer Teile aus unsere Produktion,zum Beispiel eine
Welle, ein Gehäuse, ein Zahnrad oder sonstige Bauteile, nichts artfremdes ...“
Modellversuch EPOS
„Der 1. Schritt war ... welche Arbeitspapiere gibt es bei
uns im Betrieb, wie sind wir strukturiert und welche
Informationen bekommt man wo ? Dies mussten die
Jugendlichen mit sehr viel Fleiß recherchieren und mit
einem PC zu einer vorführungsfähigen Präsentation
zusammenstellen. Dies wurde dann anschließend
präsentiert. Und da muss ich ehrlich sagen, Hut ab, da
haben sich die Auszubildenden wirklich viel Mühe
gemacht und Zeit investiert..“
Der 2. Schritt ... welche Qualitätsabläufe haben wir, welche
Messmaschinen besitzen wir, was wird gemessen, wie
funktionieren die Maschinen, speziell die, mit denen sie ihre
Bauteile später fertigen sollen.
Der 3. Schritt ... Erstellen eines Werkzeug- und Ablaufplan
erstellen zur Programmierung einer CNC Maschine. Dazu
gehörte auch, dass NC Handbuch erstellen und immer
wieder vorzustellen und vorzutragen, so dass der
Serviceausbilder erkennen konnte, wo gibt es Probleme oder
Hindernisse, damit er die Fachdefizite ergänzen und
beseitigen kann. ...“
„...
Modellversuch EPOS
…..“die positive Resonanz, die ich von den
Auszubildenden bekommen habe, hat mich
überzeugt, dass wir den richtigen Weg mit
dem Serviceausbilder mit dem SAZ gefunden
haben und weiterhin so durchführen werden.“
Berufliche Handlungskompetenz betriebsbezogen erwerben
Lernen am betrieblichen Arbeitsplatz mit Unterstützung eines Service-Ausbilders als
integratives Gesamtkonzept
Ausbildungsgerechte
Betriebsaufgaben
Betrieblicher
Arbeitsauftrag
Reale
Konfrontation mit
externen und
internen Kunden
Arbeitsplatzbezogene
Leittexte
Kombination von
Lernen am
Arbeitsplatz mit
Lernen an
speziellen
betrieblichen oder
außerbetrieblichen
Lernplätzen
Selbstbewertung
vornehmen
Online-Information über
arbeitsplatzintegrierten
Lerncomputer
Betrieblichen
Arbeitsauftrag kalkulieren
Simulierte und
reale
Fehlersuche
Qualitätskontrolle
Präsentation der
Arbeitsergebnisse
Reflexion der Abläufe und
Ergebnisse durch die
Auszubildenden
Vorbereitendes
Training
Anti-Havarie-Training
Übungen unter
simulierten
Bedingungen
Service-Ausbilder
befähigt
betriebliche
ausbildende
Fachkräfte
Notwendige Belehrungen
zum Arbeitsschutz und
zum vertraulichen
umgang mit betrieblichen
Daten
Selbstständige
Erarbeitung der
Bedienvorgänge an Hand
der
Bedienungsanleitungen
Einbeziehung der
Auszubildenden in
den KVP Projekte
zur Verbesserung
der Abläufe
Erkundungsaufträge
Selbstlerncheck
Selbstbewertung
Selbstlerneinheiten über
e-learning webbasiert
Lernquellenpool zur
Verfügung stellen
(Lehrbücher,Tabellenbüc
her,Betriebsanweisungen,
computergestützte
Lernprogramme,webbasi
erte Lernprogramme,
Internet, Videos)
Präsentationen
vor Kunden und
Vorgesetzten
Expertenbefragungen
u.a.m.
Die Einführung des Auszubildenden an den betrieblichen
Arbeitsplatz durch Service-Ausbilder und/oder ausbildende
Fachkraft:
(1) Organisation betrieblicher Arbeitsaufträge unter Beachtung, dass die betrieblichen Arbeitsprozesse nicht beeinträchtigt werden dürfen
(2) Überprüfung, ob der vorgesehene Arbeitsauftrag den Vorraussetzungen und Anforderungen an die Auszubildenden gerecht wird
(3) Für Zielklarheit bei der Einteilung des Arbeitsauftrages sorgen
(4) Die Auszubildenden für die bevorstehenden Arbeitsaufgaben motivieren
(5) Den Arbeitsablauf (z.B. durch mündliche und/oder schriftliche Instruktionen) festlegen bzw. je nach entwickelten Fähigkeiten und
Fertigkeiten von den Auszubildenden erarbeiten lassen
(6) Reflexionen des Arbeitsauftrages durch die Auszubildenden – Rückmeldung durch die Serviceausbilder, ob die Auszubildenden den
optimalen Arbeitsablauf (unter Beachtung der arbeitsschutz- und sicherheitstechnischen Bedingungen) verstanden bzw. gefunden
haben
(7) Die Arbeit durch die Auszubildenden selbstständig vorbereiten lassen und die Arbeitsbereitschaft kontrollieren
(8) Bei der erstmaligen Ausführung des Arbeitsauftrages die praktische Arbeitsausführung beobachten und überwachen.
(9) Die Auszubildenden selbstständig Qualitäts- und Zeitkontrollen durchführen lassen und selbst die Kontrolle durchführen
(10) Die Arbeitsergebnisse abnehmen, zunächst selbst bewerten lassen und dann bewerten
(11) Durch Vergleich von Selbst-und Fremdkontrolle den Auszubildenden die Lern- und Arbeitsergebnisse bewusst machen
Kontinuum selbstorganisierten Lernens im betrieblichen
Arbeitsprozess
Selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten
stark ausgeprägt
Lern- und Arbeitsziele
Arbeitsauftrag,
Arbeitsaufgabe, Inhalte
Ressourceneinsatz
Materialien
Methoden
Arbeitsauftrag wird vom Betrieb
erteilt.
Auszubildende formulieren Problem
und Ziele selbstständig
Auszubildende bestimmen z.B. im
Rahmen des KVP das Thema,
leiten die Ziele ab und bestimmen
die Inhalte
Arbeitsauftrag wird vom
Betrieb erteilt.
Auszubildende und
Ausbilder legen
gemeinsam Ziele und
Inhalte fest fest
Arbeitsauftrag wird vom Betrieb
erteilt.
Daraus abgeleitete Ziele und
Aufgaben werden vom Betrieb
bzw. vom Serviceausbilder
vorgegeben. Auszubildende
strukturieren die Inhalte und
erarbeiten selbst die Abläufe
Auszubildende planen den
Materialeinsatz, beschaffen bzw.
bestellen die Materialien
Auszubildende und
Ausbilder beschaffen
zusammen das Material
Auszubildende wählen aus
vorgegebenem Material
Material liegt aufbereitet und vollständig vor
Freie Lernwegwahl durch die
Auszubildenden, Arbeit auch
außerhalb des
Ausbildungszentrums
Gemeinsame Beratung
über die besten Lernund Arbeitsmethoden,
Entscheidung wird vom
Auszubildenden getroffen
Gemeinsame Beratung über die
besten Lern- und
Arbeitsmethoden Letztlich
Empfehlung oder Entscheidung
durch durch den Ausbilder
Ausbilder schreibt die Lern- und Arbeitswege
vor. Vorgabe von Algorithmen
Gruppen werden auf
Vorschlag der
auszubildenden gebildet
Ausbilder und ausbildende
Fachkraft nehmen Einfluss auf
Gruppenbildung
Ausbilder und ausbildende Fachkraft stellen
das Team zusammen, legen die Beteiligten
fest
Stark strukturierend, verbindliche
Anweisungen gebend
Forderungen und klare Anweisungen,
kontrollierend und überwachend
Vorgabe von Selbstlerneinheiten
in Form von CBT
e-learning ist noch nicht integriert
Teambildung
freie Wahl nach Interessen und
Neigungen
Rolle des
Serviceausbilders bzw.
der ausbildenden
Fachkraft
e-learning
noch nicht möglich
Integrativ; auf Wunsch beratend;
fast ganz zurücktretend
Auszubildende gehen souverän mit
dieser Lernform um. www wird
umfassend integriert. Sie
bestimmen selbst, inwieweit sie auf
andere Lernformen zurück greifen
Azubi gestalten blended learning
selbst
Zurückhaltend,
Vorschläge und Hinweise
gebend,
beratend
Ausbilder als Tutor
unterstützt den elearning-Prozess
Arbeitsauftrag wird vom Betrieb erteilt,
Ausbilder legt Aufgabe allein fest, gibt Ziele,
Inhalte und Abläufe vor
Die Unternehmen sind zunehmend an
ganzheitlichen Personaldienstleistungen interessiert.
Die Lernenden werden zum selbstständigen
Planen, Durchführen und Kontrollieren befähigt
Die Aus- und Weiterbildner stellen die von den Unternehmen
konkret zu lösenden Produktionsaufgaben
in den Mittelpunkt der Bildungsdienstleistung
Die Aus- und Weiterbildner erbringen Dienstleistungen für die
Kunden und erreichen dabei eine hohe Servicequalität
Die Aus- und Weiterbildung ist flexibel und gestaltungsoffen
Die berufspädagogischen Vor-Ort-Kompetenz
•Aus- und Weiterbildung
unmittelbar am betrieblichen
Arbeitsplatz .
•Übernahme des betrieblichen
Aus- und
Weiterbildungsmanagements von
der Auswahl bis zur Prüfung.
•Coaching für ausbildende
Fachkräfte
•Gestaltungsoffenheit und
Flexibilität
•Einbeziehung von
Betriebsaufgaben in die Trainings
•Präsenzphasen beim
Bildungsdienstleister mit
gecoachten Selbstlernphasen und
e-learning
Verknüpfung von betrieblichem Lernen mit den Lernprozessen
beim Bildungsdienstleister durch Kompetenzerweiterung
Die Wartung, Fehlerbehebung und Instandhaltung gehören mit zum
Trainingspaket.
Der Mehrkomponentenspritzguss ist eine Zukunftstechnologie. An
der Engel ES 200 H holen sich Auszubildende, Facharbeiter,
Einrichter und Schichtführer dazu das notwendige Rüstzeug.
Der Spritzgießmaschinenpark setzt neue Maßstäbe in der
wirtschaftlichen
Formteilproduktion.
Betriebstypische
Maschinen und -anlagen unterschiedlicher Hersteller lösen
auch anspruchsvolle Aus- und Weiterbildungserfordernisse
individuell und kundenorientiert.
Gelernt wird vorwiegend an der Maschine. Dabei steht individuelles
betriebsbezogenes Lernen im Vordergrund. Seminare im
Unterrichtskabinett gehören weitestgehend der Vergangenheit an.
In den Trainigskabinetten für Elektronik, Informations- und
Steuerungstechnik sowie Mechatronik wird verfahrenstechnisches
Grundlagen- und Spezialwissen für die Beherrschung und
Steuerung des gesamten Systems einschließlich der Peripherie
vermittelt.
Sowohl Kunststofferzeugnisse als auch Werkzeuge können mit
der modernen Lasertechnik exakt vermessen werden.
Lernen am Modell und arbeiten an realen Maschinen und Anlagen
bilden im SAZ eine Einheit. Nur wer betriebliche Anwendungsfälle
auch theoretisch durchdringt, kann im Unternehmen praktische
Probleme lösen.
Moderne Laborgeräte ermöglichen eine DIN-gerechte
Werkstoff- und Formteilprüfung von der Eingangskontrolle
bis hin zur Qualitätsprüfung des fertigen Erzeugnisses. Die
Lernenden werden befähigt, die Produktion mit System zu
optimieren
Ist die Unterstützung betrieblichen Lernens mittels e-learning
realistisch?
Externes Ausbildungsmanagement und Ausbildungsverbünde
fördern betriebliches Lernen
Herbert Michel, Geschäftsführer SAZ:
Es gibt keine allgemeingültigen Rezepte. Wichtig ist die berufspädagogische VorOrt-Kompetenz. Nur gemeinsam mit den Unternehmen können wir die erforderliche
Dienstleistungsqualität erreichen.
Das ist ein komplizierter Lernprozess, in dem folgende Schritte zu gehen sind:
Von der klassischen Berufsausbildung
zum Umgang mit der
gestaltungsoffenen Berufsausbildung
Vom traditionellen Lehrgang zur
komplexen Lernsituation
Vom Lernen für den künftigen Arbeitsprozess – zu einem
Lernen im Arbeitsprozess
Von der standardisierten zur arbeitsprozessorientierten
Aus- und Weiterbildung
Von der Lehrkraft zum Service Aus- und Weiterbildner

Herbert Michel, Dr. Helmut Ernst Arbeitsplatzorientierte Qualifizierung