Landeszentrale für politische Bildung
Nordrhein-Westfalen
Förderung und Qualitätsmanagement
Fachtagung des AZK:
Zukunft der politischen Bildung - Ohne politische Bildung ist kein
Staat zu machen
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Qualitätsmanagement bei der Förderung der politischen Bildung
"Schleichendes Gift oder Stabilisator pädagogischer Freiheit?"
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Förderung der politischen Bildung
Einrichtungen der politischen Bildung
Jährliche Förderung
Erweitertes
Qualitätsmanagement
Monitoring, Berichtswesen
Wirksamkeit
Zertifizierung
Auf Basis der Kernfelder,
Förderprogramm-Controlling
Prof. Dr. Ahlheim, Dr. Heger
"Wirklichkeit und Wirkung
politischer Erwachsenenbildung"
Zertifizierung der Einrichtungen
der politischen Bildung
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Die Landeszentrale fördert Einrichtungen der politischen Bildung,
• die nach dem Weiterbildungsgesetz Nordrhein-Westfalen (WbG)
anerkannt sind,
• die - gemessen an der Bildungsleistung - zu mindestens 75 %
politische Bildung durchführen und
• die mindestens 70 % der Veranstaltungen der politischen Bildung
in speziell definierten Kernfeldern anbieten.
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Bei den Einrichtungen der politischen Bildung handelt es sich um
• parteinahe Stiftungen,
• gewerkschaftliche Einrichtungen,
• kirchliche Einrichtungen sowie
• Einrichtungen von Bürgerbewegungen und Initiativen.
Nordrhein-Westfalen verfügt insgesamt über ein plurales, qualitativ
hochwertiges Angebotsspektrum von rd. 50 "Spezialisten" der
politischen Bildung.
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Kernfelder für das Jahr 2013:
• Lebendige Demokratie - Partizipation - Medienkompetenz
• Demographischer Wandel - Flexibilisierung der Lebensentwürfe –
Modelle des zivilgesellschaftlichen Engagements
• Schulisches Engagement - Lebenslanges Lernen –
Bildungsberatung
• Menschenrechte - Politische Kultur - Zeitgeschichte
• Zuwanderung und Integration
• Internationale Politik und europäischer Einigungsprozess
• Globalisierung - Marktwirtschaft - Sozialpolitik
• Klimawandel und Entwicklung - lokale und globale
Handlungsperspektiven
Die Themen "Gender Mainstreaming und Nachhaltigkeit" werden als
Querschnittsaufgaben betrachtet, die in alle relevanten Kernfelder
einfließen können.
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Neues Erkenntnisinteresse:
Bei der Förderung gab es nach den Vorgaben der
Landeshaushaltsordnung schon immer ein Qualitätsmanagement
 inhaltliche und haushaltstechnische Antragsprüfung,
Prüfung des Verwendungsnachweises nach Ablauf der Förderung.
Auch die Einrichtungen betreiben seit Längerem ein internes
Qualitätsmanagement, um dauerhaft hochwertige, zielgruppengerechte Bildung zu gewährleisten und interne Abläufe zu überprüfen
und ggf. zu verbessern.
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Die verstärkte Diskussion über ein externes Qualitätsmanagement
hängt damit zusammen, dass sich in den letzten Jahren auf den
verschiedenen Förderebenen ein deutlich größeres Interesse an einer
Gesamtdarstellung der Förderprogramme herausgebildet hat.
Verwendung öffentlicher Mittel
Ergebnisse von Förderprogrammen
Quantitative und qualitative Elemente
Wirksamkeit
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Förderung der politischen Bildung
Einrichtungen der politischen Bildung
Erweitertes Qualitätsmanagement
Monitoring, Berichtswesen
Wirksamkeit
Zertifizierung
Auf Basis der Kernfelder,
Förderprogramm-Controlling
Prof. Dr. Ahlheim, Dr. Heger
"Wirklichkeit und Wirkung
politischer Erwachsenenbildung"
Zertifizierung der Einrichtungen
der politischen Bildung
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Monitoring, Berichtswesen
Auf Basis der Kernfelder,
Förderprogramm-Controlling
Auf der Basis der Kernfelder wurde gemeinsam mit den Einrichtungen
ein Berichtssystem aufgebaut.
Nach Vollständigkeits-, Vollzähligkeits- und Plausibilitätsprüfungen
werden zusammengefasste Angaben über alle Einrichtungen
ausgewertet.
Anschließend werden die Daten der einzelnen Einrichtungen geprüft.
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Einige Auswertungsergebnisse für das Jahr 2011:
• Insgesamt wurden 48 Einrichtungen der politischen Bildung
gefördert (2010: 47).
• Diese Einrichtungen haben rd. 8.400 Veranstaltungen mit
rd. 186.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt
(2010: rd. 8.100 VA mit rd. 181.400 TN).
• Die meisten Veranstaltungen bezogen sich auf die Kernfelder
Globalisierung - Marktwirtschaft - Sozialpolitik (rd. 41 %) und
Lebendige Demokratie - Partizipation - Medienkompetenz (rd. 23 %).
• Knapp 50 % der Veranstaltungen fanden in nordrhein-westfälischen Bildungsstätten (Heimvolkshochschulen und Akademien)
statt. Hier zeigt sich erneut, dass diese Einrichtungen unverzichtbarer Bestandteil der politischen Bildung in NRW sind.
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Einige Auswertungsergebnisse für das Jahr 2011:
• Auch bei den Zahlen der Teilnehmenden nach Altersgruppen gibt
es keine Verschiebungen. Die Einrichtungen der politischen Bildung
erreichen in der Gesamtbetrachtung am stärksten Jugendliche
und junge Erwachsene sowie 28-40-Jährige. Beide Gruppen
zusammen machen ebenso wie im Jahr 2010 rd. 57 % aller
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus.
• Die Einrichtungen haben im Jahr 2011 in starkem Maße neue
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht (rd. 37.600 „Neueinsteiger“ oder rd. 31 % der zu diesem Punkt ausgewerteten
Teilnehmerzahlen).
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Einige Auswertungsergebnisse für das Jahr 2011:
• Die Einrichtungen der politischen Bildung haben in den Jahren
2008 bis 2011 jeweils mehr als 8.000 Veranstaltungen durchgeführt. In den Jahren 2008, 2009 und 2011 waren jeweils mehr
als 185.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verzeichnen.
Diese stabilen Zahlen deuten auf die große Leistungsfähigkeit der
Einrichtungen der politischen Bildung hin.
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Wirksamkeit
Prof. Dr. Ahlheim, Dr. Heger
"Wirklichkeit und Wirkung politischer Erwachsenenbildung"
- Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, 2006 -
Bei der Studie handelt es sich um eine quantitative und
insbesondere auch qualitative Bewertung von Angebot, Nachfrage
und Wirkung politischer Bildung in Nordrhein-Westfalen.
Da das Land über eine ausgeprägte Tradition und Vielfalt in der
politischen Bildung verfügt, lassen sich - laut Studie - Aussagen
gewinnen, die auch für die Situation der politischen
Erwachsenenbildung in der Bundesrepublik insgesamt von
Bedeutung sind.
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Klaus Ahlheim, Bardo Heger:
Wirklichkeit und Wirkung politischer Erwachsenenbildung,
Eine empirische Untersuchung in Nordrhein-Westfalen;
Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2006
Die Untersuchung setzt sich aus 4 Erhebungsschritten zusammen:
• Analyse der Programme von 27 ausgewählten Einrichtungen der
(politischen) Erwachsenenbildung,
• 15 Experteninterviews in leitfadengestützter Fragetechnik,
• Fragebogen, der an 142 Einrichtungen versandt wurde,
• 25 Interviews mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern an politischen
Bildungsveranstaltungen (leitfadengestützt, autobiografisch-narrativ).
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Als Ergebnis der gesamten Untersuchung wird festgestellt, dass
• das politische Bildungsangebot eine Vielfalt an Inhalten und
Arbeitsformen bietet,
• sich ein hohes Maß an Professionalität in der Erwachsenenbildung
etabliert hat und
• politische Bildung biographisch von großer Bedeutung sein kann,
wobei sich die Wirkung nicht genau bestimmen lässt.
Alles in allem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass politische
Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen ein Erfolgsmodell mit
doch beachtlicher Reichweite ist.
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Zertifizierung
Zertifizierung der Einrichtungen der politischen Bildung
Alle Einrichtungen, die nach dem Weiterbildungsgesetz NordrheinWestfalen gefördert werden, müssen sich zertifizieren lassen.
Zertifizierungsmodelle:
• Gütesiegelverbund Nordrhein-Westfalen
• Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW)
• ISO 9000 ff
• European Foundation for Quality Management (EFQM)
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Qualitätsbereiche beim Gütesiegelverbund Weiterbildung:
• Bildungseinrichtung, Leitbild und Konzeption, Betriebsorganisation,
• Qualitätsziele und Leitlinien der Qualitätspolitik,
• Schlüsselprozesse, die zur Realisierung des Bildungsprozesses
notwendig sind,
• Qualität der Bildungsarbeit (Überprüfung von Inhalten und Zielen der
Veranstaltungen, Auswahl der Lehrenden usw.),
• Teilnehmendenbezogene Rahmenbedingungen, Teilnehmerschutz,
• Personalentwicklung (Personalplanung, -förderung, -gewinnung),
• Berichtswesen, Auswertung und Verbesserung.
Broschüre "Das Qualitätsmanagement-System nach Gütesiegelverbund
Weiterbildung", Herausgeber: Gütesiegelverbund Weiterbildung e.V. im
August 2010,
www.guetesiegelverbund.de
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Warum ein externes QM?
Haben die Einrichtungen nicht schon genug zu tun?
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Aufgaben der Leitungen von Weiterbildungseinrichtungen und der
hauptberuflichen Pädagoginnen und Pädagogen
• Erarbeitung des Jahresprogramms, Planung und Durchführung von Veranstaltungen
• Akquisition von Projektmitteln (z.B. Europäischer Sozialfonds)
• Personalführung
• Qualitätsmanagement, Berichterstattung und Zertifizierung
• Wirtschaftlichkeit von Bildungsstätten
Die Managementaufgaben verbunden mit betriebswirtschaftlichen Elementen haben in
den letzten Jahren deutlich zugenommen.
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Aufgaben der Leitungen von Weiterbildungseinrichtungen und der
hauptberuflichen Pädagoginnen und Pädagogen
Umsatzsteuer
Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie
?
Echte Zuschüsse ↔ Unechte Zuschüsse
?
Preisauffüllendes Entgelt
?
?
Regelsteuersatz bei Unterkunfts- und Verpflegungsleistungen
Rückwirkende Anwendung des BFH-Urteils
Investitionen
?
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?
?
?
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Aktuelle Fragen in der nordrhein-westfälischen Weiterbildungspolitik
Umsetzung der Evaluation der Wirksamkeit der Weiterbildung
(Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - DIE)
Koalitionsvertrag 2012 – 2017
• Weiterentwicklung der Fördersystematik (Weiterbildungsgesetz - WbG NRW)
• Aufbau eines Berichtswesens für die Weiterbildung in NRW
• Aufbau einer flächendeckenden Weiterbildungsberatung
• Einbindung der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in regionale Bildungsnetzwerke
• Angebote für Bildungsbenachteiligte
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Herausforderungen in der politischen Bildung:
Erreichbarkeit neuer (bildungsferner) Zielgruppen:
• Größerer Vorbereitungsaufwand,
• Kooperationspartner, Brückenmenschen,
Expertinnen/Experten mit Milieukenntnis,
• passende Bildungsformate.
Stichwort: aufsuchende, ganzheitliche Bildungsarbeit
Welche Rahmenbedingungen sind hierfür erforderlich?
 Weiterbildungsgesetz (WbG NRW), Förderung
s. Weiterbildungskonferenz Nordrhein-Westfalen:
Ziele und Empfehlungen für die Entwicklung der Weiterbildung in NRW
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Weitere Herausforderungen:
• Europäischer Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR)
 Vergleichbarkeit / Harmonisierung der einzelstaatlichen Qualifikationssysteme,
8 Niveaustufen zu den Merkmalen „Kenntnisse“, „Fertigkeiten“ und „Kompetenz“
• Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR)
 Nationale Umsetzung des EQR,
8 Niveaustufen zu den Merkmalen „Fachkompetenz (Wissen, Fertigkeiten)“ und
„Personale Kompetenz (Sozialkompetenz, Selbstständigkeit)“
Bisherige Zielgrößen: Formale Bildungsabschlüsse
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Weitere Herausforderungen:
EU-Kommission: Validierung des nicht-formalen und des informellen Lernens
(Validierung, d.h. Feststellung, Dokumentation, Beurteilung und/oder Bestätigung)
 Einbeziehung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen in den DQR
DQR-Matrix (Auszug)
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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Warum ist QM wichtig für die Landeszentrale für politische Bildung?
Darstellung der Ergebnisse des Berichtswesens  Politik
Öffentlichkeitsarbeit
„Anwalt“ der Einrichtungen
Weiterbildungspolitische Weichenstellungen
Mittwoch, 2. Dezember 2015
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QM_Förderung_AZK-Werdin