BWL III – Rechnungswesen/
Kosten- und Leistungsrechnung
Ak. OR Dr. Ursel Müller
Kosten- und Leistungsrechnung
Funktionen der Kosten- und Leistungsrechnung
(1)
(2)
(3)
Lenkungsrechnung (Schwerpunkt: Informationsund Entscheidungsaspekt)
Dokumentationsrechnung (Schwerpunkt:
Abrechnungsaspekt)
Kontrollrechnung (Schwerpunkt: Soll-Ist-Vergleich)
2
Kosten- und Leistungsrechnung
Drei wichtige Begriffe
Kosten
Erlös
Rechenelement
Pagatorischer vs.
wertmäßiger Kostenbegriff
Einsatz von Faktoren
(Güter/sonstige
Leistungen i.S.v.
Verbrauch/Gebrauch/Inanspruchnahme) muss
einen Preisbetrag
erhalten. Der Zweck der
Rechnung bestimmt, ob
AK, WBK, Planpreise oder
andere Daten
verwendet werden
Rechenelement
Pagatorischer vs.
wertmäßiger Erlösbegriff
Leistung
Ausdruck für die
realökonomische
Betriebsleistung, die
planmäßig in einem
Transformationsprozess
erstellt wurde
Der Zweck der Rechnung
legt fest, ob IstPlanpreise oder andere
Daten verwendet werden
3
Kosten- und Leistungsrechnung
Kostenkategorien als Gestaltungselemente von Systemen der
Kostenrechnung
(1)
(2)
Fixe und variable Kosten
Fragen nach dem Verhalten von Kosten bei der Änderung eines
Kostenbestimmungsfaktors (z.B. die Beschäftigung = Ausbringungsmenge)
Einzel- und Gemeinkosten
Hier ist die mögliche – nicht mögliche Zurechnung von Kosten auf ein
Bezugsobjekt das Unterscheidungsmerkmal
(3)
Voll- und Teilkosten
Der Umfang der Verteilung von Kosten auf ein Bezugsobjekt führt zu dieser
Unterscheidung
(4)
Ist- Prognosekosten
Der Zeitbezug ist relevant: bereits entstandene Kosten, geplante Kosten
(5)
Relevante / irrelevante Kosten
Gefragt wird nach der funktionalen Abhängigkeit von Kosten in bestimmten
Entscheidungen
4
Kosten- und Leistungsrechnung
Relevante Kosten
Irrelevante Kosten
Entscheidungsrelevante Kosten:
Kosten, die von einer bestimmten
Entscheidung betroffen sind. Sie sollen
Entscheidungsalternativen (zuk.
Handlungsmöglichkeiten) kostenmäßig
kennzeichnen.
Def.: Horngren/Forster (1987) ... „
expected future costs that differ under
alternatives ...“
... Relevant sind genau die Kosten, die
hinzukämen, wenn man eine geplante
Aktion ausführte bzw. die wegfielen oder
nicht entstünden, wenn man eine
erwogene Maßnahme nicht ergriffe
Kosten, die in einer bestimmten
Entscheidungssituation nicht betroffen
sind, von der Handlungsmöglichkeit
unabhängig sind und durch diese nicht
beeinflussbar sind (z.B. Vertriebskosten,
wenn es um die Wahl eines
Fertigungsverfahrens geht)
Speziell: sunk costs
Ausgaben und Einnahmen, die heute und
in der Zukunft nicht mehr beeinflussbar
sind
Relevante / irrelevante Kosten sind nicht gleich den fixen / variablen Kosten!!!
5
Kosten- und Leistungsrechnung
Gliederung von Systemen der Kostenrechnung
Die Art der Erfassung
der Objekte
Der Verrechnungsumfang
Der Zeitbezug
Kostenartenrechnung
Kostenstellenrechnung
Kostenträgerrechnung
Kostenträgerzeitrechnung
Vollkostenrechnung
Teilkostenrechnung
Istkostenrechnung
Plankostenrechnung
Normalkostenrechnung
 Kostenrechnung zur
Unterstützung von
operativen Entscheidungen
6
Kosten- und Leistungsrechnung
(1)
Gliederung nach der Art der Erfassung der Objekte

Kostenartenrechnung
Behandlung in

Kostenstellenrechnung
BWL II

Kostenträgerrechnung

Kostenträgerzeitrechnung (= Kurzfristige
Erfolgsrechnung), dazu Beispiel 1
7
Kosten- und Leistungsrechnung
(2)
Nach dem Verrechnungsumfang


Vollkostenrechnung
Teilkostenrechnung
a)
fixe/variable Kosten (Deckungsbeitragsrechnung)
Beispiele 2-4
b)
relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung
Beispiel 5
8
Kosten- und Leistungsrechnung
(3)
Nach dem Zeitbezug

Istkostenrechnung

Plankostenrechnung

Normalkostenrechnung
(4)
KLR zur Unterstützung von operativen Entscheidungen
Beispiele 6-9
9
Kosten- und Leistungsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung als Gegenüberstellung
objektspezifischer Kosten und Erlöse
E* - K* = DB


Der Deckungsbeitrag trägt zur Deckung der dem
Bezugsobjekt nicht zurechenbaren Kosten bei
Zwei Grundtypen:
a)
b)
Basierend auf der Trennung der fixen / variablen Kosten
Entscheidungsorientierte relative DBR (Riebel)
10
Kosten- und Leistungsrechnung
a)
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)


Einstufiges/mehrstufiges Direct Costing
Allein relevante Einflußgröße auf die Kosten ist die Beschäftigung
Sämtliche Kosten lassen sich eindeutig in fix und variabel in Bezug
auf die Beschäftigung bestimmen
Die variablen Kosten sind eindeutig zurechenbar
Die Erlöse sind mengenproportional und den Leistungseinheiten
eindeutig zurechenbar
Die fixen Kosten sind konstant und der Periode eindeutig
zurechenbar
Kritik (insbes. Paul Riebel) : wenig wirklichkeitsnah
Für viele Fragestellungen sind die variablen Kosten nicht relevant,
dafür können Teile der fixen Kosten relevant sein, deren
Abbaubarkeit/Disponierbarkeit nicht beachtet wird
11
Kosten- und Leistungsrechnung
b)





Die relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung
Keine Verteilung echter Gemeinkosten
Den einzelnen Objekten sind nur die damit eindeutig verbundenen
Kosten und Erlöse zuzurechnen (Einzelkostenprinzip)
Die jeweiligen Gemeinkosten sind aus den Deckungsbeiträgen
aller Leistungen, für die sie in Kauf genommen wurden,
gemeinsam zu decken
Die Unterscheidung zwischen Einzelkosten, Gemeinkosten, fixen
Kosten und variablen Kosten ist zu relativieren
Die relative DBR soll die Änderungen des Erfolges und seiner
Komponenten zeigen, die infolge von Entscheidungen für
bestimmte Maßnahmen erwartet werden
12
Kosten- und Leistungsrechnung
Die Periodenerfolgsrechnung (Kostenträgerzeitrechnung)

Verbindet die Kosten und Erlöse für einen bestimmten Zeitraum
(für einen Monat oder ein Quartal z.B.)

Ausgestaltung als
- Vollkosten- und Erlösrechnung
- Teilkosten- und Erlösrechnung
jeweils

als Absatzerfolgsrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren
oder

als Ausbringungserfolgsrechnung nach dem
Gesamtkostenverfahren
13
Kosten- und Leistungsrechnung
Betriebsergebniskonto beim Gesamtkostenverfahren
Gesamtkosten der Periode
Periodenerlöse
gegliedert nach den Kostenarten
Herstellkosten der
Bestandsminderungen aus
Zwischen- und Endprodukten
Herstellkosten der
Bestandsmehrungen an
Zwischen- und Endprodukten
Betriebsgewinn
Betriebsverlust
14
Kosten- und Leistungsrechnung
Betriebsergebniskonto beim Umsatzkostenverfahren
Gesamtkosten der in einer
Periode abgesetzten Produkte
nach Produktarten
(Kostengliederung nach
Funktionsbereichen)
Periodenerlöse nach
Produktarten
Betriebsgewinn
Betriebsverlust
15
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 1
a)
Beispiel 1: Periodenerfolgsrechnung (VK/TK)
Folgende Planwerte sind gegeben:
Herstellkosten [€]
800.000 davon fix
200.000
Vertriebsgemeinkosten [€]
200.000 davon fix
120.000
Verwaltungsgemeinkosten [€] 160.000 davon fix
160.000
Herstellungsmenge (Stück) 10.000
Stückerlös 140 [€ / Stück]
Berechnen Sie den Periodenerfolg nach dem Umsatz- und dem
Gesamtkostenverfahren bei Vollkosten- und Teilkostenrechnung, wenn
alle hergestellten Produkte auch abgesetzt wurden
Tutorium
b)
Berechnen Sie den Periodenerfolg nach dem Umsatz- und dem
Gesamtkostenverfahren bei Vollkosten und Teilkostenrechnung, wenn nur
8.000 Stück abgesetzt wurden. Worauf ist die Gewinndifferenz
zurückzuführen? Empfehlen Sie unter kurzfristigen Gesichtspunkten die
Produktion?
16
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 2
Beispiel 2: Deckungsbeitragsrechnung
Die Geschäftsleitung der AB-KG bittet Sie um die Durchführung einiger
Analysen und die Beurteilung der rechnerischen Ergebnisse. Die KG fertigt
sie Produkte A, B und C.
Produkte
A
B
C
Verkaufspreise
[€/Stück]
33,-
32,-
26,-
Produktions- und
Absatzmengen
[Stück]
6.000
16.000
12.500
Selbstkosten [€]
156.000
508.800
285.000
17
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 2
a)
b)
c)
Wie hoch ist für das abgelaufene Geschäftsjahr das Ergebnis pro
Stück, pro Sorte und das Gesamtergebnis, wenn alle produzierten
Erzeugnisse auch abgesetzt wurden?
Für das kommende Jahr rechnet man bei unveränderten
Absatzpreisen und gleicher Kostenstruktur mit einem
mengenmäßigen Absatzrückgang um 10 % bei jeder Sorte. Wie
verändert sich das Ergebnis pro Stück, pro Sorte und insgesamt,
wenn sich die Selbstkosten auf € 143.640 (A), € 478.080 (B) und €
261.000 (C) belaufen?
Worauf führen Sie die Veränderung des Gewinns zurück?
Tutorium
d)
e)
Die GL schlägt vor, das Produkt B aus dem Produktionsprogramm
zu streichen. Was halten Sie davon? (Zur Beurteilung berechnen
Sie die Deckungsbeiträge pro Stück, je Sorte und den Gewinn der
Periode für diesen Fall)
Nach welchen Gesichtspunkten würden Sie eine solche
Entscheidung treffen. Was würden sie entscheiden?
18
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 3
Beispiel 3: Einfach und mehrfach gestufte Deckungsbeitragsrechnung
Eine Brauerei produziert vier Sorten Bier, „Export“, „Pils“, „Alt“ und „Weizen“. Die
hergestellten Mengen, Kosten und Verkaufspreise sind in der nachstehenden
Tabelle ausgewiesen
Erzeugnisse
Einheit
untergärig
obergärig
Export
Pils
Alt
Weizen
Hergestellte Menge
Verkaufte Menge
Fertigungslöhne
Rohstoffe
Fixe FGK u. MGK
Var. FGK u. MGK
Var. Vw- u. VK
SEK Vertrieb
[hl]
[hl]
[€]
[€]
[€]
[€]
[€]
[€]
24.000
20.000
180.000
120.000
200.000
300.000
120.000
80.000
16.000
18.000
160.000
80.000
150.000
240.000
126.000
54.000
12.000
10.000
102.000
72.000
100.000
162.000
50.000
40.000
8.000
9.000
60.000
48.000
80.000
124.000
54.000
45.000
Verkaufspreis
[€/Stück]
60
90
80
70
19
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 3
a)
b)
Bestimmen Sie die variablen Kosten je hl (100 Liter)
und die Deckungsbeiträge je hl für die 4 Biersorten
Führen sie eine einfache und eine mehrfach gestufte
Deckungsbeitragsrechnung durch
20
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 4
Tutorium
Beispiel 4: Mehrfach gestufte Deckungsbeitragsrechnung
In einer Unternehmung besteht der Fertigungsbereich aus den beiden
Kostenstellen I und II. In der Kostenstelle I arbeiten die Maschinen 1
und 2. Auf der Maschine 1 wird das Produkt A gefertigt, auf der
Maschine 2 die Produkte B und C, in der Kostenstelle II das Produkt D.
In der letzten Abrechnungsperiode sind folgende Kosten angefallen
Einzelkosten
Produkt A
Produkt B
Produkt C
Produkt D
Fertigungslöhne [€/Monat]
Fertigungsmaterial [€/Monat]
SEK Vertrieb [€/Monat]
Erzeugnisfixkosten [€/Monat]
4.000
8.000
990
1.350
3.500
4.000
437
---
3.350
4.000
345
2.200
4.050
12.000
826
1.350
21
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 4
Gemeinkosten
Kostenstelle I
Kostenstelle II
Materialstelle
Verwaltungs- und Vertriebsstelle
Maschine 1
Maschine 2
Rest
Variabel [€]
fix[€]
2.850
3.000
1.700
1.250
16.500
2.300
1.050
2.717
11.000
1.050
16.000
Aus den Aufzeichnungen über die Maschinenbelegung ergibt sich, dass die
Maschine 2 doppelt so lange mit der Fertigung des Produkts C beschäftigt war
wie mit der Fertigung des Produkts B. Die hergestellten bzw. verkauften
Mengen sowie die Verkaufspreise entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle
22
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 4
Produkt A
Produkt B
Produkt C
Produkt D
Hergestellte Menge [Stück]
Abgesetzte Menge [Stück]
400
480
200
160
175
175
300
315
Verkaufspreis [€/Stück]
80
125
120
100
a)
Welche Zerlegungskriterien liegen der mehrfach gestuften
Deckungsbeitragsrechnung zugrunde?
b)
Führen Sie eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung für die
Abrechnungsperiode durch und bestimmen Sie den Periodenerfolg
c)
Welche Vorschläge für die Sortimentspolitik würden Sie aus dem Ergebnis
ableiten? Welche Anpassungsmöglichkeiten sehen Sie?
d)
Wie beurteilen Sie generell die Aussagefähigkeit der mehrstufigen
Deckungsbeitragsrechnung?
23
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 5
Beispiel 5: Mehrfach gestufte Deckungsbeitragsrechnung und
Preisuntergrenze
In einer Unternehmung werden die Produkte A, B, C und D
hergestellt. Für die kommende Periode sind folgende Planwerte
ermittelt worden:
Produkt
A
B
C
D
Herstellungs-, Absatzmenge [Stück]
Stückpreis [€/Stück]
Variable HK der Periode [€]
Fixe HK der Periode [€]
Variable VK der Periode [€]
10.000
5
10.000
20.500
1.000
20.000
3
20.000
15.000
500
5.000
6
10.000
12.000
1.500
30.000
1
10.000
2.200
800
24
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 5
Kostenstelle
Werkstatt 1
(Herstellung von A + B)
Werkstatt 2
(Herstellung von C + D)
Variable HK [€]
Fixe HK [€]
18.000
20.000
12.000
1.500
€
5.000
Variable Kosten der Unternehmensführung
€
5.000
Fixe Kosten der Unternehmensführung
€
10.000
Fixe Herstellkosten der Produktion:
(Werkstatt 1 und 2 zusammen)
25
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 5
a)
b)
c)
d)
e)
Die variablen Herstellkosten der Werkstätte 1 und 2 werden im Verhältnis
der den Produkten direkt zurechenbaren variablen HK auf die in jeder
Werkstatt bearbeiteten Produkte verteilt. Die variablen Kosten der
Unternehmensführung werden im Verhältnis der variablen Herstellkosten
auf die Produkte verteilt.
Berechnen Sie den Periodengewinn über eine mehrstufige
Deckungsbeitragsrechnung.
Bestimmen Sie für jedes Produkt die absolute Preisuntergrenze
Welche Maßnahme schlagen Sie zur Verbesserung des Gewinns vor?
Geben Sie an, wie sich diese Maßnahme auf den geplanten
Periodengewinn auswirken würde.
Zeigen Sie an diesem Beispiel die erhöhte Aussagefähigkeit der
mehrstufigen gegenüber der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung.
Wie würde sich eine Deckungsbeitragsrechnung auf der Grundlage der
relativen Einzelkostenrechnung (Riebel) von der hier durchgeführten
Rechnung unterscheiden.
26
Kosten- und Leistungsrechnung


KLR zur Unterstützung von operativen Entscheidungen
Entscheidungen betreffend den Potentialfaktorbestand
strategische Entscheidungen, z.B Kauf einer Maschine
Rechensparte zur Lösung: Investitions- und
Finanzierungsrechnung
Hier: Entscheidungen bei gegebenem Potentialfaktorbestand
operativ-kurzfristig, z.B Nutzung der vorhandenen
Maschine
27
Kosten- und Leistungsrechnung
3 Möglichkeiten
(1)
alle Produktionsfaktoren sind frei verfügbar
(2)
ein Engpass
(3)
mehrere Engpässe
28
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 6
Beispiel 6: Die Produktionsprogramm-Planung
Die Fusel-AG verarbeitet reinen Alkohol zu den Marken „Familienschluck“
(F), „Alte Dame“ (A) und „Junggeselle“ (J). Von der staatlichen
Monopolstelle kann die Fusel-AG in der betrachteten Periode 12.000 l
Alkohol beziehen, die auch in der gleichen Periode verarbeitet und verkauft
werden. Die Abfüllkapazität beträgt 90.000 Flaschen pro Periode. Der
Betrieb arbeitet mit konstanten variablen Kosten pro Flasche. Welche
Mengen sollen in dieser Periode produziert werden?
29
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 6
F
A
J
Kv [€/Flasche]
10
8
9
p [€/Flasche]
12
9,50
10,40
Alkoholbedarf [l/Flasche]
0,5
0,3
0,7
XA,max [Flasche/Periode]
30.000
20.000
20.000
30
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 7
Beispiel 7: Eigenfertigung/Fremdbezug
In einer Unternehmung wird neben anderen Produkten eine
Salathäckselmaschine produziert (Produkt S). Die Maschine soll in
verbesserter Form angeboten werden. Dazu ist ein zusätzliches Teil
nötig, das in der Dreherei hergestellt oder zugekauft werden könnte.
Die Dreherei war bisher mit der Bearbeitung folgender anderer
Produkte ausgelastet:
31
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 7
Produkt
A
B
C
D
Maximale Menge [Stück]
500
400
600
350
Verkaufspreis [€/Stück]
18
25
15
20
Gesamte Kosten [€]
30.000
Gesamte variable Kosten [€]
2.800
5.200
2.100
2.450
Fertigungszeit [min/Stück]
8
15
5
10
Kapazität der Dreherei [min]
16.500
32
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 7
Daten des zusätzlichen Teils S
Bedarf [Stück]
Kaufpreis [€/Stück]
Gesamte variable Kosten [€]
Fertigungszeit [min/Stück]
700
23
6.300
10
a)
Soll das zusätzliche Teil eigengefertigt oder zugekauft werden? Wie würde
bei Eigenfertigung das optimale Produktionsprogramm aussehen? Wie viel
wird bei diesem Programm gegenüber dem ursprünglichen Programm mit
Zukauf des Zusatzteils eingespart?
b)
Berechnen Sie, wie viel das Zusatzteil im Zukauf maximal kosten dürfte,
damit sich eine Fertigung nicht lohnt?
33
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 8
Tutorium
Beispiel 8: Programmplanung und Preisuntergrenze
Der Spartenleiter der Sparte „Mechanische Kleinteile“, zu der die Produkte
A,B,C und D gehören, ersucht Sie, für die kommende Planungsperiode das
gewinnmaximale Produktionsprogramm zu erstellen.
Die Vertriebsleitung geht von einem maximalen Absatz von 1.000 Stück je
Produkt in der nächsten Periode aus. Hierbei erwarten Sie die folgenden
Nettoerlöse [€/Stück]: für Produkt A € 90, Produkt C € 56, Produkt B € 42
und Produkt D € 22. Die Kalkulationsabteilung ermittelt die Einzelkosten pro
Stück: A: 70 €, B: 32 €, C: 40 €, D: 12 €.Innerhalb der Planungsperiode
fallen für den Betrieb insgesamt fixe Kosten an von € 40.000.
Sämtliche Produkte durchlaufen drei Fertigungsstufen. Die Fertigungsstufe I
(Dreherei) weist eine Periodenkapazität von 20.000 Stunden auf, die
Fertigungsstufe II (Fräserei) eine Periodenkapazität von 21.000 Stunden
und die Fertigungsstufe III (Montage) eine Periodenkapazität von 15.000
Stunden. Die Herstellung eines Stückes A beansprucht Fertigungsstelle I
mit 7 Stunden, Fertigungsstelle II mit 6 Stunden und Fertigungsstelle III mit
8 Stunden. Die Erzeugung eines Stückes der Produktart B belastet Stelle I
mit 3 Stunden, Stelle II mit 3 Stunden und Stelle III mit 2 Stunden.
34
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 8
a)
b)
c)
d)
e)
Die Produktion eínes Stückes der Erzeugnisart C benötigt in Stelle I 5
Stunden, in Stelle II 6 Stunden sowie in Stelle III 4 Stunden. Bei der
Herstellung eines Stückes von Produktart D werden Stelle I 4 Stunden,
Stelle II mit 2 Stunden und Stelle III mit 5 Stunden in Anspruch genommen.
Veranschaulichen Sie die im Text angegebenen Daten in einer Tabelle
Bestimmen Sie die absoluten Preisuntergrenzen
Bestimmen Sie das gewinnmaximale Produktionsprogramm
Errechnen Sie den Periodenerfolg, der bei Realisierung dieses optimalen
Produktionsprogramms erzielt wird.
In der Dreherei und Fräserei fallen durch Umbauarbeiten mehrere
Drehbänke und Fräsmaschinen aus. Dadurch sinken die Kapazitäten der
Fertigungsstufe I um 5.000 Stunden und die Kapazität der Fertigungsstufe
II um 6.000 Stunden.
Erstellen Sie ein lineares Planungsmodell, mit dem das optimale
Produktionsprogramm ermittelt werden kann.
35
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 9
Beispiel 9 /in Anlehnung an Hering, Thomas, Wertmäßige Kosten
Die Prussia GmbH fertigt Kunstartikel aus Bernstein. Der dazu notwendige Rohstoff, das Bernstein ist
allerdings nur begrenzt verfügbar. Für die anstehende Planungsperiode rechnet die Gl mit 1000
Faktoreinheiten (FE). Die auszahlungswirksamen variablen Kosten für den Bezug des Bernsteins betragen
2GE/FE. Das Rahmenprogramm der Fertigung umfasst fünf Artikel, von denen in der Planungsperiode
jeweils bis zu 200 ME abgesetzt werden können. Aus der nachfolgende Tabelle entnehmen Sie Daten über
den Bernsteinverbrauch, die Absatzpreise und die variablen Kosten (ohne Kosten des Bernsteins).
Artikel i
Bernsteinverbrauch
FE/MEi
Variable Stückkosten
ohne Bernstein GE/MEi
Absatzpreis
GE/MEi
1
2
29,-
36,-
2
4
40,-
44,-
3
3
50,-
62,-
4
1
10,-
17,-
5
6
37,-
55,-
36
Kosten- und Leistungsrechnung/Beispiel 9
1.
2.
3.
4.
Ermitteln Sie für die nächste Planungsperiode das
gewinnmaximale Produktionsprogramm und den maximalen
Gewinn der Prussia GmbH unter Berücksichtigung der
Bruttodeckungsspannen.
Berechnen Sie die Höhe der wertmäßigen Kosten einer
Faktoreinheit Bernstein.
Lösen Sie die Aufgabe 1 auch unter Berücksichtigung der relativen
Nettodeckungsspanne
Erklären Sie, warum die pagatorischen Kosten und die daraus
abgeleiteten Brutto- bzw. Nettodeckungsspannen keine
Lenkungsfunktion haben und gehen sie auf die Lenkungsfunktion
der wertmäßigen Kosten ein.
37

Kosten- und Leistungsrechnung