Inhaltsübersicht
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Begriff
Erscheinungsformen
Ersatzfähigkeit
Berechnung
Abgeltungsformen
Ausblick in die Zukunft
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Begriff
• Pflegebedürftigkeit = Verlust der
Selbstversorgungsfähigkeit
• Pflegeschaden = Geldwert der als Folge der
Pflegebedürftigkeit unfreiwillig erlittenen
Nachteile
• Pflegeschaden: immer damnum emergens
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Erscheinungsformen
• Die Pflegebedürftigkeit führt zu einem
Dienstleistungs- und/oder Sachleistungsmehrbedarf (Pflegehilfsmittel)
• Je nach Leistungserbringer lässt sich der
Pflegedienstleistungsschaden in drei
Kategorien einteilen:
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Erscheinungsformen
• Spitalpflegeschaden
• Heimpflegeschaden
• Hauspflegeschaden
– Spitexpflegeschaden
– Angehörigenpflegeschaden
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Ersatzfähigkeit
• Entgeltlich erbrachte Dienstleistungen und
erworbene Hilfsmittel sind ersatzpflichtig
(Direktschaden)
• Beispiele:
– BGE 21, 135 ff. (Hilfsmittel)
– BGE 72 II 198 E. 3a (zukünftige Operationskosten)
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Ersatzfähigkeit
• Unentgeltlich erbrachte Dienstleisungen
sind ebenfalls ersatzfähig
• Angehörigenpflegeschaden = normativer
Schaden
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Ersatzfähigkeit
• Beispiele:
– BGE 21, 1042 ff., 1050 (Pflege durch Ehefrau)
– BGE 28 II 200 ff. (Pflege eines Querschnittgelähmten
durch Ehefrau)
– BGE 33 II 594 ff. (Pflege und Betreuung eines 7jährigen Knaben durch Mutter)
– BGE 35 II 216 ff. (Pflege durch Angehörige und
Pflegefachkräfte)
– BGE 57 II 94 ff. (Krankenbesuche des Ehemannes)
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Ersatzfähigkeit
• Beispiele:
– BGE 97 II 259 ff. (Pflege und Betreuung einer
erwachsenen Tochter durch Mutter)
– BGE 108 II 422 ff. (Pflege und Betreuung einer 15jährigen Tochter durch Mutter)
– BGer vom 23.06.1999 i.S. P. St. (4C.412/1998) = Pra
1999, 890 (Pflege und Betreuung eines Knaben durch
Eltern)
– BGer vom 26.03.2002 i.S. I. K. (4C.276/2001/rnd)
(Pflege der erwachsenen Tochter durch Mutter)
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Berechnung
• Spital-, Heim- und Spitexpflegeschaden:
– Kosten, die von den Sozialversicherern nicht
übernommen werden (z.B. Selbstbehalt,
Franchise, Pensionsmehrkosten etc.)
– Kosten von notwendigen Leistungen, die vom
jeweiligen Leistungserbringer nicht erbracht
werden (z.B. heimexterne Betreuung)
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Berechnung
• Angehörigenpflegeschaden:
– Analoge Anwendung der
Aufwandmessmethode (Haushaltschaden)
– Zeitaufwand x marktkonformer Stundenansatz
für die fragliche Dienstleistung (Pflege,
Betreuung, Hauswirtschaft, Präsenz)
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Berechnung
• Zeitaufwand:
– Pflegeaufwandgutachten
– Variabel: verändert sich je nach
Gesundheitsschaden und sozialem Umfeld
– Problem: alterungsbedingte Pflegebedürftigkeit
und pflegebedingt verkürzte Lebenserwartung
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Berechnung
• Stundenansatz:
– Brutto-Brutto-Ansatz: Nettolohn plus Zuschläge
(Sozialversicherungsbeiträge, 13. Monatslohn,
Überstunden, Stellvertretung)
– Lohnsplitting: Pflege- und Haushaltstundenansatz (Ersterer nur für eigentliche Grund- und
Behandlungspflege)
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Abgeltungsformen
• Pflegeschadenkapitalabfindung oder
Pflegeschadenrente
• Wahlrecht des Geschädigten
• Beide Abgeltungsformen weisen Vor- und
Nachteile auf
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Abgeltungsformen
• Pflegeschadenkapital
– Zinssatz: 2,5% (Teuerung und 1%-ige
Reallohnerhöhung)
– Dauer: nach Mortalität oder Aktivität
(Betreuung am Arbeitsplatz) bzw. aufgeschoben
oder temporär je nach Schadenseintritt
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Abgeltungsformen
• Pflegeschadenrente
– Indexierung: Nominallohnindex (hypothetische
Lohnkosten) oder „Gesundheitskostenindex“
– Berücksichtigung anderer zukünftiger
Ereignisse? Revidierbarkeit der
Pflegeschadenrente?
– Sicherstellung
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Ausblick in die Zukunft
• Der Pflegeschaden wurde in der
Vergangenheit stiefmütterlich behandelt
• Der Pflegeschaden wird nicht zuletzt aus
demographischen und sozialen Gründen in
Zukunft eine wichtigere Rolle spielen
• Je weniger der Staat zahlt, desto grösser
wird der Pflegeschaden
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