K ON J U NKTU R POLITI K
VON B E R N HAR D KÜ LP
D E S I G N:
STE PHAN RAD LE R
B E N JAM I N STE I M LE
Zweck der Vorlesung:
Überblick über den Gesamtbereich der Konjunktur- u.
Wachstumspolitik.
Voraussetzungen zur Teilnahme:
Voraussetzungen zum Verständnis der Vorlesung:
 Kenntnisse in Makroökonomie,
 insbesondere in Beschäftigungs- Inflations- und
Wachstumstheorie,
 Grundlagen der Wirtschaftspolitik.
Literatur:
 J. Siebke, H. J. Thieme, Einkommen, Beschäftigung, Preis





niveau,
D. Kath, Geld und Kredit,
D. Cassel, Inflation,
G. Gabisch, Konjunktur und Wachstum,
D. Cassel, H. J. Thieme, Stabilitätspolitik,
alle in:
Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Bd. 1 und 2, 9. Aufl., München 2007
Vertiefende Literatur: in den Literaturverzeichnissen der genannten Artikel
Gliederung:
01. Einführung
02. Das Ziel der Vollbeschäftigung
03. Das Ziel der Geldwertstabilität
04. Das Ziel eines angemessenen wirtschaftlichen Wachstums
05. Die theoretischen Grundlagen der Beschäftigungspolitik
06. Die theoretischen Grundlagen der Stabilisierungspolitik
07. Die theoretischen Grundlagen der Wachstumspolitik
08. Die geld- und außenwirtschaftspolitischen Mittel
09. Die finanzpolitischen Mittel
10. Die einkommenspolitischen Mittel
11. Institutionelle Maßnahmen
12. Die Träger der Konjunktur- und Wachstumspolitik
Gliederung:
01. Einführung
02. Das Ziel der Vollbeschäftigung
03. Das Ziel der Geldwertstabilität
04. Das Ziel eines angemessenen wirtschaftlichen Wachstums
05. Die theoretischen Grundlagen der Beschäftigungspolitik
06. Die theoretischen Grundlagen der Stabilisierungspolitik
07. Die theoretischen Grundlagen der Wachstumspolitik
08. Die geld- und außenwirtschaftspolitischen Mittel
09. Die finanzpolitischen Mittel
10. Die einkommenspolitischen Mittel
11. Institutionelle Maßnahmen
12. Die Träger der Konjunktur- und Wachstumspolitik
Kapitel I: Einführung
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 01: Was versteht man unter Konjunktur- und
Wachstumspolitik ? (1)
Alle Maßnahmen und Einrichtungen, die den Zweck verfolgen, die Konjunktur zu stabilisieren und das wirtschaftliche
Wachstum zu fördern, zählen zur Konjunktur- und Wachstumspolitik.
Träger sind:
 der Staat i. w. S.: Bund, Länder, internationale Zusammenschlüsse,
 aber auch die Notenbanken.
Das Ziel wird i. S. einer Rechtfertigung verstanden,
 nicht die eigentlichen Motive der Politiker zählen.
 Die politische Einflussnahme auf Konjunkturverlauf und
Wachstum steht im Vordergrund der Ziele.
 Der tatsächliche Einfluss auf die Konjunktur reicht nicht
aus, um von Konjunkturpolitik zu sprechen.
Frage 01: Was versteht man unter Konjunktur- und
Wachstumspolitik ? (2)
Mit dem Begriff "Konjunktur" werden drei Merkmale
verbunden:
 periodisch wiederkehrende Auf- und Abwärtsbewegungen,
 Beschränkung auf makroökonomische Größen,
 Schwankungen um das makroökonomische Gleichgewicht.
Y
Gleichgewicht
t
Fazit: (1)
Unter dem Begriff "Konjunktur- und Wachstumspolitik" werden
alle Maßnahmen und Einrichtungen zusammengefasst, die den
Zweck verfolgen, die Konjunktur zu stabilisieren und das wirtschaftliche Wachstum zu fördern.
Unter dem Begriff “Konjunktur“ versteht man periodische
Schwankungen in gesamtwirtschaftlichen Größen wie Inlandseinkommen, Preisniveau und Beschäftigung und zwar als Bewegungen um das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 02: In welche Phasen lässt sich der Konjunkturzyklus untergliedern ? (1)
Es gibt unterschiedliche Kriterien der Untergliederung:
 das Zweiphasenschema: Auf- und Abschwung, sowie
 das Vierphasenschema:
 Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung,
Depression
Diese Vierteilung ergibt sich einmal aus der Frage, ob die
gesamtwirtschaftlichen Größen fallen oder steigen,
zum andern aus der Frage, ob eine Bewegung zum oder weg
vom gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht stattfindet.
Konjunkturzyklus
Y
HOCHKONJUNKTUR
makroökon.
Gleichgewicht
(N > A)
Zeit
Konjunkturzyklus
Y
REZESSION
(N > A) 
Zeit
Konjunkturzyklus
Y
DEPRESSION
(A > N)
Zeit
Konjunkturzyklus
Y
AUFSCHWUNG
(A > N) 
Zeit
Frage 02: Wodurch zeichnet sich ein Aufschwung aus? (2)
Die allgemeine Charakteristik eines Aufschwungs besteht
aus folgenden Merkmalen:
 Die Produktion steigt an.
 Angebotsüberhänge werden abgebaut.
Als Symptome gelten:
 ein Rückgang der Arbeitslosenziffern,
 das Ansteigen der Güterproduktion bei noch relativ stabilen Preisen,
 hohe Produktivitätszuwächse,
 Lohnsteigerungen unterhalb der Produktivitätszuwächse,
 deshalb hohe Gewinne.
Frage 02: Wodurch zeichnet sich eine Hochkonjunktur
aus? (3)
Zwei Merkmale bestimmen die allgemeine Charakteristik:
 die Aufwärtsbewegung, sowie
 Das Entstehen von Nachfrageüberhängen;
Frage 02: Wodurch zeichnet sich eine Hochkonjunktur
aus? (4)
Symptome einer Hochkonjunktur bestehen in folgenden
Merkmalen:
 Bei anhaltend hohen Aufträgen finden generelle Preissteigerungen statt,
 die Kluft zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen steigt
an,
 die Lohnforderungen der Gewerkschaften nehmen ebenfalls zu,
 übertarifliche Lohnzuschläge werden gewährt,
 es kommt zu Zinssteigerungen aufgrund einer Geldverknappung.
Frage 02: Wodurch zeichnet sich eine Rezession aus ? (5)
Die allgemeine Charakteristik einer Rezession liegt in folgenden zwei Merkmalen:
 dem Abschwung, sowie
 inem Abbau der Nachfrageüberhänge.
Als Symptome gelten:
 Zunächst kommt es noch zu anhaltend hohen Lohnforderungen,
 die Preissteigerungsrate verringert sich,
 die Auftragseingänge gehen zurück und mit ihnen die
Zahlen der offenen Stellen,
 aufgrund zunehmenden Wettbewerbs kommt es zu einer
Zunahme der Konkurse.
Frage 02: Wodurch zeichnet sich eine Depression aus ? (6)
Als Symptome der Depression lässt sich feststellen:
 Die Arbeitslosenziffern steigen an,
 es findet eine Stagnation in den Aufträgen und in der
Güterproduktion statt,
 eventuell werden sogar negative Wachstumsraten der
Güterproduktion festgestellt,
 es kommt aber nur zu relativ geringen Preissteigerungen,
eventuell sogar zu Preissenkungen;
 Auch die Löhne steigen nur geringfügig, es findet ein Abbau der „wage drift“ statt.
 Unter „wage drift“ versteht man die Kluft zwischen Effektivverdiensten und Tariflöhnen.
 Die Zinsen sind niedrig, die Liquidität jedoch hoch.
Frage 02: Wodurch zeichnet sich eine Depression aus? (7)
Zwei Merkmale bestimmen die allgemeine Charakteristik:
 die Abwärtsbewegung, sowie
 Das Entstehen von Angebotsüberhängen;
Fazit: (2)
Es
werden 4 Konjunkturphasen unterschieden, je nachdem, ob
eine Aufwärts- oder eine Abwärtsbewegung und ob eine Bewegung weg oder hin zum Gleichgewicht stattfindet (Aufschwung,
Hochkonjunktur, Rezession, Depression).
Im Aufschwung steigen die gesamtwirtschaftlichen Größen ausgehend von einem Angebotsüberhang an, es findet eine Bewegung
zum Gleichgewicht statt.
In der Hochkonjunktur steigen die gesamtwirtschaftlichen Größen an, obwohl bereits ein Gleichgewicht erreicht ist,
es entstehen Nachfrageüberhänge.
Die Rezession besteht in einem Fallen der gesamtwirtschaftlichen
Größen; da sie von einem Nachfrageüberhang ausgeht, werden
Ungleichgewichte abgebaut.
Die Depression besteht in einem Fallen der gesamtwirtschaftlichen Größen; das Fallen geht über das gesamtwirtschaftliche
Gleichgewicht hinaus;
es entstehen Angebotsüberhänge.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 03: Welche Konjunkturzyklen werden im allgemeinen unterschieden ?
Empirisch wurden drei unterschiedliche Konjunkturzyklen
nachgewiesen:
 die kurzen, nach J. Kitchin benannten Konjunkturwellen
(circa 2 - 3 Jahre),
 die mittleren, nach C. Juglar benannten
Konjunkturwellen (circa 8 - 9 Jahre),
 die langen, sogenannten Kondratieff-Konjunkturwellen
(circa 50 - 60 Jahre).
Schumpeter hat folgende These aufgestellt:
 Innovationen lösen Juglar- und Kondratieff-Zyklen aus.
 Eine Innovation alimentiert mehrere Juglarzyklen,
 Die Stoßkraft des Aufschwunges wird mit jedem Zyklus
immer schwächer,
 die Kitchin-Wellen entstehen durch Lagerdispositionen
des Handels.
Y
T
Kondratieff-Zyklus
Y
T
Kondratieff- /Juglar-Zyklus
Y
T
Kondratieff- / Juglar- / Kitchin-Zyklus
Y
T
Kondratieff- + Juglar- + Kitchin-Zyklus
Fazit: (3)
Man unterscheidet zwischen kurzfristigen Kitchin-Wellen (2 - 3
Jahre), mittelfristigen Juglar-Wellen (8 - 9 Jahre) und langfristigen Kondratieff-Wellen (50 - 60 Jahre).
Die Kitchin-Wellen werden durch Lagerdispositionen des Handels,
die Juglar-Wellen durch innovative Tätigkeit der Unternehmer
und
die Kondratieff-Wellen durch den Umstand, dass Schlüsselerfindungen mehrere Aufschwünge alimentieren, hervorgerufen.
Allerdings alimentieren die Schlüsselerfindungen die JuglarWellen in immer geringerem Umfang.
Unter Konjunkturbewegungen ohne nähere Angaben werden im
allgemeinen die Juglar-Zyklen verstanden.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 04: Gibt es heute noch immer das Phänomen der
Konjunktur ? (1)
Es werden Zweifel in der Öffentlichkeit laut, ob man seit
dem Ende des zweiten Weltkrieges überhaupt noch von Konjunkturen mit konjunkturellen Gesetzmäßigkeiten reden
kann.
Mögliche Gründe für den Zweifel sind:
 Für die Konjunkturbewegungen ist vorwiegend privatwirtschaftliches Verhalten verantwortlich.
 Jedoch ist der Anteil des Staates heute am Inlandsprodukt sehr hoch.
Aber trotzdem lassen sich zumindest die langen Konjunkturzyklen weiter beobachten.
Frage 04: Gibt es heute noch immer das Phänomen der
Konjunktur ? (2)
Allerdings lässt sich kein klassischer Verlauf der Konjunktur
mehr feststellen.
 Es lassen sich Stagflationserscheinungen beobachten, die
sich dadurch auszeichnen, dass gleichzeitig Stagnationsund Inflationserscheinungen stattfinden.
 Außerdem trat das Phänomen der Hysterese auf, das
darin besteht, dass sich der Arbeitsmarkt vom Gütermarkt abkoppelt.
Walter Eucken vertrat sogar die These, dass jeder Konjunkturzyklus einmalig sei und dass es deshalb keine allgemeinen
Konjunkturtheorien geben könnte.
Fazit: (4)
Nach
wie vor kann beobachtet werden, dass konjunkturelle
Gesetzmäßigkeiten insoweit auch heute noch auftreten, als sich
Bewegungen weg vom Gleichgewicht eine gewisse Zeit verstärken
und dass deshalb die Gleichgewichtstendenz der Märkte erst
nach einer gewissen Zeit einsetzt.
 Walter Eucken ging davon aus, dass jeder Konjunkturzyklus
einmalig sei.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 05: Was versteht man unter wirtschaftlichem
Wachstum?
Als möglichen Maßstab kann man wählen:
 die Wachstumsrate des realen Inlandsproduktes
(Nationaleinkommen);
weitere Maßstäbe sind:
 das reale Pro-Kopf-Einkommen,
 die Arbeits- oder Kapitalproduktivität,
 das Erwerbsvermögen.
Fazit: (5)
Der
Begriff Wachstum bezieht sich auf das Inlandsprodukt
(Nationaleinkommen), und zwar auf das reale Nettoinlandsprodukt pro Kopf.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 06: Welches sind die Ziele der Konjunkturpolitik ?
Wir kennen vor allem zwei Ziele der Konjunkturpolitik:
Beseitigung der gesamtwirtschaftlichen Arbeitslosigkeit:
 Arbeitnehmer können und wollen erwerbswirtschaftlich
arbeiten, finden aber keinen Arbeitsplatz.
 Diese Gefahr besteht vor allem in den Zeiten der Depression.
Bekämpfung der Inflation:
 Es findet ein allgemeiner Anstieg der Güterpreise statt,
 diese Gefahr besteht vor allem in den Zeiten der Hochkonjunktur.
Fazit: (6)
Konjunkturschwankungen
werden vor allem deshalb bekämpft,
weil Abschwünge mit Arbeitslosigkeit und Aufschwünge mit
Inflationen verbunden sind.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 07: Worin unterscheiden sich Konjunktur- und
Wachstumspolitik ?
Der Hauptunterschied zwischen Konjunktur- und
Wachstumspolitik besteht in einer anderen Zielsetzung.
Das Ziel der Wachstumspolitik besteht in der
 Einflussnahme auf den langfristigen Trend,
das Ziel der Konjunkturpolitik hingegen in einer
 Dämpfung der kurzfristigen Schwankungen.
Fazit: (7)
Die
Trennung zwischen Wachstum und Konjunktur erfolgt
dadurch, dass sich das Wachstum auf den langfristigen Trend,
die Konjunktur jedoch auf die Bewegungen um diesen Trend bezieht.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 08: Was haben Konjunktur- und Wachstumspolitik
gemeinsam ? (1)
Gemeinsamkeiten zwischen Konjunktur- und Wachstumspolitik ergeben sich aus folgendem Zusammenhang:
Die langfristigen Bewegungen des Wachstumstrends werden
überlagert von den kurzfristigen Konjunkturbewegungen.
Y
Tatsächliche Entwicklung
T
Y
Trendermittlung
T
Y
Idealtypischer Konjunkturverlauf
T
Frage 08: Was haben Konjunktur- und Wachstumspolitik
gemeinsam ? (2)
Die Wachstumsrate hängt auch vom Ausmaß der Schwankungen ab:
 Ein Wachstum setzt nämlich eine gewisse Stabilität
voraus.
Die Konjunkturpolitik dient als Mittel der Wachstumspolitik:
 Durch Abbau freier Ressourcen kann das Wachstumsniveau gesteigert werden.
Frage 08: Was haben Konjunktur- und Wachstumspolitik
gemeinsam ? (3)
Es findet eine gemeinsame Einflussnahme von Wachstum
und Konjunktur über das Investitionsvolumen statt:
 Im Rahmen des Keynesianismus wird sowohl die Konjunktur als auch das Wachstum vorwiegend über das
Investitionsvolumen gesteuert.
Es bestehen aber auch Zielkonflikte zwischen Wachstum
und Stabilität:
 Eine keynesianische Wachstumspolitik kann zu Inflation
führen,
 eine Stabilitätspolitik kann kurzfristig Wachstumseinbußen auslösen.
Fazit: (8)
Verbindungen
zwischen Wachstum und Konjunktur entstehen
daraus, dass die tatsächlichen Schwankungen dadurch erklärt
werden können, dass in der Realität immer eine Überlagerung
unterschiedlich langer Zyklen stattfindet,
dass Wechselwirkungen zwischen Wachstum und Konjunktur
bestehen,
dass im Rahmen des Keynesianismus die Investition für Wachstum wie Konjunktur verantwortlich gemacht wird
und dass in der Neoklassik Preisstabilität als Voraussetzung für
ein starkes Wachstum angesehen wird.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 09: Worin unterscheiden sich KonjunkturBeschäftigungs- und Stabilisierungspolitik?
Nicht jede Beschäftigungspolitik ist Konjunkturpolitik:
 Es gibt eine Bekämpfung saisonaler, friktionaler, und
struktureller Arbeitslosigkeit,
 andere Ursachen bedingen aber auch andere Maßnahmen.
Nicht jede Inflation ist konjunkturbedingt:
 Es gibt bei Goldwährung säkular bedingte In- und Deflationen,
 eine Übersteigerung der Einkommens-Ansprüche der einzelnen Interessengruppen kann langfristig Inflation auslösen.
Fazit: (9)
Nicht
nur die Konjunktur ist für Arbeitslosigkeit und Inflation
verantwortlich, es gibt auch saisonale und säkulare Arbeitslosigkeit;
auch die Inflation kann durch nicht konjunkturelle Elemente (z.
B. durch die Geld- und Währungsverfassung) bedingt sein.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 10: Wie hat sich die Konjunkturpolitik im Laufe der
Zeit verändert (1)
Konjunkturbewegungen sind auf Marktwirtschaften beschränkt.
Vor der Weltwirtschaftskrise fand keine Konjunkturpolitik
in einem engeren Sinne statt.
 Es wurden nur bereits eingetretene Krisen bekämpft;
 hierbei spielte die Diskontsatzpolitik eine überragende
Rolle,
 weiterhin beschränkte sich der Staat weitgehend auf die
Gewährung von Arbeitslosenunterstützungen
 sowie die Durchführung von Notstandsarbeiten, um auf
diese Weise den Arbeitslosen eine Beschäftigung zu ermöglichen.
Frage 10: Wie hat sich die Konjunkturpolitik im Laufe der
Zeit verändert (2)
Ein grundlegender Wandel in dieser Frage fand während
der Weltwirtschaftskrise statt:
 Sowohl Heinrich Brüning (Kanzler in der Weimarer
Republik, 1930 – 32) als auch Herbert Clark Hoover
(Präsident der USA, 1929 – 33) versuchten die
Weltwirtschaftskrise durch eine Deflationspolitik zu
bekämpfen.
 Im Gegensatz hierzu versuchten Franklin Delano
Roosevelt (Präsident der USA, 1933 – 45) und die Nationalsozialisten in Deutschland die Konjunktur durch expansive Maßnahmen anzuregen.
 Weiterhin wurde in der Weimarer Republik die Mindestreservepolitik eingeführt, zunächst zur Verhinderung von
Bankenkrisen, in der Nachkriegszeit auch als Steuerungsinstrument der Notenbank.
Frage 10: Wie hat sich die Konjunkturpolitik im Laufe der
Zeit verändert (3)
 Schließlich findet nun eine Einflussnahme der Konjunktur vor allem durch eine staatliche Fiskalpolitik statt;
Die Stabilitätspolitik nach dem 2. Weltkrieg war geprägt von
einem neuen geldpolitischen Instrument: Offenmarktpolitik
Die keynesianische Fiskalpolitik wurde auch zur Inflationsbekämpfung eingesetzt.
In den 60er Jahren wurde eine Konzertierte Aktion eingeführt, um inflationäre Auswirkungen der Lohnpolitik zu verhindern.
Neue Schwierigkeiten traten jedoch auf durch:
 das Entstehen von Stagflationserscheinungen,
 dem Phänomen der Hysterese,
 und einem Zwang zu internationaler Koordination der
Konjunkturpolitik aufgrund fester Wechselkurssysteme.
Fazit: (10)
Die
Konjunkturpolitik hat sich in den letzten 100 Jahren entscheidend gewandelt.
Der Wandel bezieht sich auf die wechselnde Rolle von Notenbank
und Staat, auf die Ausweitung des Instrumentariums der Notenbank,
auf das unterschiedliche Gewicht von Beschäftigungssicherung
und Inflationsbekämpfung,
auf Änderungen in der Charakteristik der Konjunktur (Auftreten von Stagflation und Hysterese), und
auf die zunehmende Bedeutung internationaler Beziehungen.
Gliederung:
01. Definitionen
02. Unterscheidung unterschiedlicher Konjunkturphasen
03. Unterscheidung unterschiedlich langer Konjunkturzyklen
04. Aktualität des Konjunkturbegriffes
05. Definition "wirtschaftliches Wachstum"
06. Wichtigste Gründe für eine Konjunkturpolitik
07. Unterschiede zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
08. Gemeinsames zwischen Konjunktur- u. Wachstumspolitik
09. Beschäftigungs- versus Stabilisierungspolitik
10. Die Entwicklung der Konjunkturpolitik
11. Die Entwicklung der Wachstumspolitik
Frage 11: Wie hat sich die Wachstumspolitik im Zeitablauf gewandelt ?
 Wachstumspolitik findet sich
vorwiegend in Planwirtschaf-
ten.
 Eine Wachstumspolitik i. e. S. lässt sich erst seit der Nachkriegszeit feststellen.
 Eine Wachstumspolitik wurde vor allem wegen des
Wettbewerbs der Systeme notwendig;
 Neuerdings finden sich Ansätze zu einer qualitativen
Wachstumspolitik, in der es weniger um ein Mengenwachstum als um Verbesserungen der Umwelt geht.
Fazit: (11)
Die
Wachstumspolitik der Nachkriegszeit war vorwiegend vom
Wettbewerb der Systeme bestimmt.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden diese Probleme zurückgedrängt zugunsten der Frage, wie angesichts der
Ressourcenknappheit ein langfristiges Wachstum auch für künftige Generationen gesichert werden kann.
Hierbei spielt die Umweltpolitik eine zentrale Rolle.
Fragen zu Kapitel 1: (1)
01. Zählt nur der Staat als Träger der Konjunkturpolitik?
02. Werden politische Maßnahmen bereits deshalb der Konjunkturpolitik zugerechnet, weil von ihnen Einflüsse auf die Konjunktur
ausgehen?
03. Welche drei Merkmale werden mit dem Begriff der Konjunktur
verbunden?
04. Worin besteht der Unterschied zwischen einer Rezession und
einer Depression?
05. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Juglar- und Kondratief-Wellen?
06. Wodurch wird eine Kondratief-Welle ausgelöst?
07. Ist es sinnvoll auch heute noch von Konjunkturwellen zu sprechen?
08. Was spricht dafür, das Wachstum an der Veränderung des Erwerbsvermögens zu messen?
Fragen zu Kapitel 1: (2)
09. Worin bestehen die beiden wichtigsten Ziele einer Konjunkturpolitik?
10. Worin bestehen die Unterschiede zwischen einer Konjunkturund einer Wachstumspolitik?
11. Was haben Konjunktur- und Wachstumspolitik gemeinsam?
12. Ist das Ziel der Vollbeschäftigung allein aufgrund der konjunkturellen Schwankungen in der wirtschaftlichen Aktivität bedroht?
Antworten zu Kapitel 1: (1)
01. Neben dem Staat im engeren Sinne wird auch allgemein die
Notenbank als Träger der Konjunkturpolitik angesehen.
02. Um eine Maßnahme der Konjunkturpolitik zuzurechnen, kommt
es weniger darauf an, ob diese Maßnahmen die Konjunktur tatsächlich beeinflussen, sondern darauf, ob diese Maßnahmen das
Ziel verfolgen, die Konjunktur zu stabilisieren. Es gibt erfolglose
Konjunkturpolitik und es gibt Maßnahmen z. B. der Verteilungspolitik, welche die Stabilisierung der Konjunktur behindern.
03. Eine Konjunkturbewegung wird bestimmt durch Auf-und Abwärtsbewegungen in den makroökonomischen Variablen, welche sich zeitweise darin äußern, dass eine Bewegung zum
Gleichgewicht, zeitweise aber auch weg vom Gleichgewicht stattfindet.
Antworten zu Kapitel 1: (2)
04. Beiden Konjunkturphasen ist gemeinsam, dass eine Abwärtsbewegung der makroökonomischen Variablen stattfindet. Während jedoch in der Rezession noch ein Abbau des Nachfrageüberhangs der vorhergehenden Hochkonjunkturphase erfolgt,
werden in der Depression neue Angebotsüberhänge aufgebaut.
05. Die lange Kondratief-Welle besteht aus einer Vielzahl von
Juglarwellen, die sich allerdings immer mehr abschwächen.
06. Folgt man der Theorie Schumpeters, so werden Kondratief-Wellen durch Schlüsselerfindungen wie z. B. die Erfindung der
Dampfkraft oder des Elektromotors ausgelöst.
07. Auch wenn sich die Merkmale der Konjunktur entscheidend
verändert haben, lässt sich auch heute von konjunkturellen Bewegungen der wirtschaftlichen Aktivität sprechen.
08. Nicht das heute erreichte Inlandsprodukt, sondern das Erwerbsvermögen entscheidet über die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten.
Antworten zu Kapitel 1: (3)
09. Die beiden wichtigsten Ziele der Konjunkturpolitik bestehen in
dem Ziel der Vollbeschäftigung sowie der Geldwertstabilität.
10. Im Rahmen der Konjunkturpolitik geht es darum, die Konjunkturausschläge zu vermindern, im Rahmen der Wachstumspolitik hingegen um die Einflussnahme auf den langfristigen
Trend.
11. Das langfristige Wachstum hängt auch vom Ausmaß der Konjunkturschwankungen ab. Andererseits dient die Konjunkturpolitik auch als Mittel der Wachstumspolitik.
12. Arbeitslosigkeit kann auch säkulare Ursachen haben. So ging
Alvin Hansen von der Annahme aus, dass die Bevölkerungsstagnation auch auf lange Sicht Arbeitslosigkeit auslösen könne.
Ende

Kapitel 1: Einführung