Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.
dbl Jahresfortbildung 2006
13.-14. September 2006 in Berlin
Ulrike Franke & Herbert H.G. Wettig
Die Wirkung von Theraplay®
auf rezeptive Sprachstörungen
© Copyright 2006
Überblick
• Was sind Rezeptive Sprachstörungen?
• Was ist Theraplay®? (Zusammenfassung)
• Die Wirkung von Theraplay
auf Rezeptive Sprachstörungen
Forschungsprojekt mit zwei Feldstudien
Stichproben der beiden Feldstudien
Ergebnisse der Forschung: Die Wirkung von Theraplay
- Effektivität von Theraplay: Signifikante Verringerung der Symptome
- Effizienz von Theraplay: Therapiedauer, Kosten-Nutzen Relation
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auf rezeptive Sprachstörungen
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Was sind Rezeptive Sprachstörungen?
Rezeptive Sprachstörungen
sind
im allgemeinen Sprachgebrauch
„Sprachverständnisstörungen“
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Was sind Sprachverständnisstörungen?
• eine Entwicklungsstörung des Sprachverstehens...
Literatur: Amorosa & Noterdaeme (2003). Rezeptive Sprachstörungen. Manual
• eng mit der biologischen Reifung des Gehirns verknüpft
Literatur: Knoelker, Mattejat & Schulte-Markwort (2000). Kinder- und Jugendpsychiatrie
• unter dem Sprachniveau,
das dem Entwicklungsalter des Kindes angemessen wäre
• macht dem Kind unmöglich,
wichtige Erfahrungen zu machen;
es macht deshalb keine großen (Entwicklungs-)Fortschritte
(Mathieu, S., 1995. Vergleichende Untersuchung. In: VHN 64, 36-52)
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Erkennen von Sprachverständnisstörungen
• Rezeptiv sprachgestörte Kinder
missverstehen (paradoxe) Anweisungen
beispielsweise bei (geschlossener) Tür die Anweisung : „Bitte, schließe die Tür“.
Fehlreaktion: Das Kind öffnet die Tür, weil es das Schlüsselwort „Tür“ verstanden
und die Geste zur Tür so interpretiert hat, dass es etwas mit der Tür machen soll
Es hat jedoch nicht wirklich verstanden, sondern fehlinterpretiert, was es tun soll.
• Eifriges „Ja, ja...“ sagen
vermittelt den Eindruck, als hätte das Kind verstanden
Das scheinbare Verstehen täuscht die Eltern und Bezugspersonen.
• Diese Störung wird von Eltern leicht übersehen.
Literatur: Amorosa & Noterdaeme (2003). Rezeptive Sprachstörungen. Manual
• Die meisten Eltern bemerken viel zu spät
die Sprachverständnisstörungen ihres Kindes.
Literatur: Knoelker, Mattejat & Schulte-Markwort (2000). Kinder- und Jugendpsychiatrie
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Sprachverständnisstörungen beobachten
• Sprachverständnisgestörte Kinder verstehen das
Offensichtliche, aber nicht das Gesagte
Barbara Zollinger gibt die Anweisung „Bitte, mach die Tür zu!“
• Die Kinder mit SVS stimmen im Gespräch entweder oft zu
(meist Mädchen), ignorieren das Gesagte oder verweigern
(meistens Jungen). Damit wird leicht übersehen, dass sie
nicht verstanden haben.
Das scheinbare Verstehen täuscht die Eltern und Bezugspersonen.
• Eltern verstehen unter Sprachverständnis meist das
Situationsverständnis und halten es für unbeeinträchtigt.
Das ist oft das Zeichen, dass die Interaktion gut klappt.
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Bedeutung von Sprachverständnisstörungen
• Mehr als die Hälfte
aller Kinder mit Sprach- oder Sprechstörungen
haben zugleich auch Sprachverständnisstörungen
Literatur: Amorosa & Noterdaeme (2003). Rezeptive Sprachstörungen. Manual
• Geschätzte Prävalenzrate: etwa 3% aller Kinder der BRD
Jedes Jahr kommen geschätzt etwa 21.000 Kinder dazu
Literatur: Knoelker, Mattejat & Schulte-Markwort (2000). Kinder- und Jugendpsychiatrie
• 2003 mussten sonderpädagogisch gefördert werden:
45.800 Schüler/innen wegen Sprachstörungen,
258.600 Schüler/innen wegen Lernstörungen.
Das sind 9,3% bzw. 52.5% aller sonderpädagogisch geförderten Schüler.
Literatur: Statistik des Sekretariats der Kultusministerkonferenz (2005)
• Konsequenz: Immer weniger Kinder werden geboren,
aber immer mehr Kinder brauchen logopädische Förderung
In zehn Jahren (1994-2003) 8,5% Geburtenrückgang, 15,5% Sonderförderungszunahme
Literatur: Statistisches Bundesamt (2005), Sekretariat der Kultusministerkonferenz (2005)
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Folgen von Sprachverständnisstörungen
• die gesamte sprachliche Entwicklung wird beeinträchtigt
• die kognitive und emotionale Entwicklung wird beeinträchtigt
• die soziale Interaktion mit anderen wird beeinträchtigt
• Lernstörungen: die Schulentwicklung wird beeinträchtigt
Literatur: Amorosa & Noterdaeme (2003). Rezeptive Sprachstörungen. Manual.
• fast in allen Fällen
wird die expressive Sprache ebenfalls deutlich beeinträchtigt
Litertur: Knoelker, Mattejat & Schulte-Markwort (2000). Kinder- und Jugendpsychiatrie
• hohes Risiko,
soziale und emotionale Verhaltensstörungen zu entwickeln
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Wenig Wissen über Sprachverständnisstörungen
Vorteile für Logopäd/innen
Nach B. Zollinger, 1995. Störungen des Sprachverständnisses. Edition SZH, 109-122:
• Es gibt kaum Literatur über Sprachverständnisstörungen
Beschreibung/Klassifikation rezeptiver Sprachstörungen unter:
(1) ICD-10 Internationale Klassifizierung psychischer Störungen, Kap. V unter (F80.2)
(2) DSM-IV Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen (315.31)
• Es gibt kaum Therapien für Sprachverständnisstörungen
Literatur: Amorosa & Noterdaeme (2003). Rezeptive Sprachstörungen. Manual
• Es gibt kaum Therapieforschung
zum Nachweis der Wirkung auf Sprachverständnisstörungen
Forschung: Wettig, Franke & Fjordbak (2006). Evaluating the Effectiveness of Theraplay.
in Charles E. Schaefer & Heidi G. Kaduson (Eds.) Contemporary Play Therapy, 103-135
• Es gibt eine große Zahl sprachverständnisgestörter Kinder
Es gibt einen großen Nachholbedarf für Therapien
• Es gibt eine evidenz-basierte, wirksame Therapie: Theraplay
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Zusammenfassung
Was ist Theraplay?
®1996. Der Begriff ‚Theraplay‘ ist beim Europäischen Patentamt für Ulrike Franke
ges. geschützt unter Wz. 39518465 und weltweit für The Theraplay Institute, Wilmette, IL, USA.
Theraplay ist eine besondere Kurzzeit-Spieltherapie
Anders als andere Spieltherapien: kein Sandkasten, keine Puppen, keine Spielsachen,etc
•
•
•
•
•
•
entwicklungsorientiert,
optimistisch interaktiv,
unmittelbar köpernah
liebevoll direktiv
positiv strukturierend
durchschnittlich 18-27 Sitzungen (je nach Art und Schwere der Störung)
Ann M. Jernberg, Ph.D. hat Theraplay Mitte der 1960er Jahre
für das amerikanische Head Start Programm in Chicago entwickelt
(vgl. Jernberg, 1979, deutsch 1983, Übersetzung durch Ulrike Franke)
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Therapeutische Elemente von Theraplay
• Das Modell für Theraplay:
„Attunement“ in einer „guten Mutter-Kind Beziehung“
•
Winnicott (1958) sagte, dass keine Mutter perfekt sein kann, nur „gut genug“ sein sollte.
Jernberg (1979) hat zunächst Hunderte von positiven Mutter-Kleinkind Dyaden analysiert
und fand vier Dimensionen, die für gute Mutter-Kind Beziehungen charakteristisch sind.
Vier therapeutische Dimensionen sind typisch für Theraplay
– strukturierend
– fürsorglich
– stimulierend
– herausfordernd
• Therapeutische Methode: Interaktives körpernahes Spielen
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Forschungsprojekt 1998-2005
Evaluation der Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
bei Klein- und Vorschulkindern
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Forschungsansatz
• Zwei Feldstudien,
d.h. Beobachtungen und Datenerhebungen
praxis-basiert in der realen Therapiesituation,
dort wo therapiert wird, so wie therapiert wird
• 1998-2005 eine kontrollierte Längsschnittstudie (LSS)
mit wiederholten Erhebungen von Beginn der Wartezeit bis zwei Jahre nach der Therapie
• 2000-2005 eine replizierende Multi-Center Studie (MCS)
in neun unterschiedlichen therapeutischen Institutionen vom Behindertenzentrum,
über Frühförderzentrum, Logopädische Abteilung einer Uni-Klinik, Ambulanz eines
Phoniatrisch Pädaudiologischen Zentrums bis zu niedergelassenen Praxen für Logopädie
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Größe der Stichproben
Stichproben der kontrollierten Längsschnittstudie (LSS)
• 60 klinisch auffällige Klein- und Vorschulkinder (Therapiegruppe)
davon 52  Kinder mit rezeptiven Sprachstörungen (86.7%)
davon 12 Mädchen (23.1%) und 40 Jungen (76.9%)
• 30 klinisch unauffällige Kinder  (Kontrollgruppe, matched sample)
Stichproben der replizierenden Multi-Center Studie (MCS)
• 333 klinisch auffällige Klein- u. Vorschulkindern (Therapiegruppe)
davon 223  Kinder mit rezeptiven Sprachstörungen (67%)
davon 72 Mädchen (32.3%);151 Jungen (67.7%)
davon 83  Kinder mit schwerer Symptomatik (37.2%)
davon 84  Kinder mit deutlicher Symptomatik (37.7%)
davon 56  Kinder mit leichter Symptomatik (25.1%)
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Erhebungszeitpunkte
• Erhebungszeitpunkte der Längsschnittstudie (LSS)
– t1 = am Beginn der Therapie mit Theraplay
– t6 = nach Ende der Therapie mit Theraplay
– t7 = 2 Jahre nach der Therapie mit Theraplay
Zum Zeitpunkt t0 am Beginn der Wartezeit wurde CASCAP-D nicht erhoben;
über die Zeitpunkte t2 – t5 im Therapieverlauf der LSS wird hier nicht berichtet.
• Normale, klinisch unauffällige Kontrollgruppe (KGN)
– t1 = am Beginn von 16 Wochen Wartezeit
– t6 = nach Ende der 16 Wochen Wartezeit
• Erhebungszeitpunkte der Multi-Center-Studie (MCS)
– t1 = vor Beginn der Therapie mit Theraplay
– t6 = nach Ende der Therapie mit Theraplay
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auf rezeptive Sprachstörungen
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Ausprägungsgrad der rezeptiven Sprachstörung
Einschätzung der Ausprägung bei Therapiebeginn (Zeitpunkt t1)
nach CASCAP-D, Doepfner et al., 1999:
4=stark..., 3=deutlich..., 2=leicht ausgeprägte Symptome; 1=klinisch unauffällig
Substichproben der Klein- und Vorschulkinder
mit Sprachverständnisstörungen
N
Mt1
st1
3.1
0.8
N = 52 Klein- und Vorschulkinder der Längsschnittstudie (LSS)
  = durchschnittliche Symptomausprägung
52
N = 223 Klein- und Vorschulkinder der Multi-Center Studie (MCS)
  = durchschnittliche Symptomausprägung
223
3.1
0.8

4 = starke Symptomausprägung
83
4.0
0.0

3 = deutliche Symptomausprägung
84
3.0
0.0

2 = leichte Symptomausprägung
56
2.0
0.0
N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder der Kontrollgruppe (KGN)
 1 = durchschnittliche Symptomausprägung
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30
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auf rezeptive Sprachstörungen
1.0
0.0
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Verringerung der rezeptiven Sprachstörung (Mt1)
Klinisch bedeutsame Veränderung (Mt1  Mt6) und statistische Signifikanz (prob)
der Verringerung der rezeptiven Sprachstörung nach Theraplay
(Einschätzung der Ausprägung nach CASCAP-D, Doepfner et al., 1999)
Veränderung des Symptoms
Substichproben der Klein- und Vorschulkinder
mit Sprachverständnisstörungen
N
Mt1  Mt6
st6
Signifikanz
prob.
N = 52 Klein- und Vorschulkinder der Längsschnittstudie (LSS)
  = durchschnittliche Symptomausprägung
52
3.1  2.3
0.9 p<.0001
N =223 Klein- und Vorschulkinder der Multi-Center Studie (MCS)
  = durchschnittliche Symptomausprägung
223
3.1  2.1
0.9 p<.0001
 4 = starke Symptomausprägung
83
4.0  2.6
0.9 p<.0001
 3 = deutliche Symptomausprägung
84
3.0  2.0
0.7 p<.0001
 2 = leichte Symptomausprägung
56
2.0  1.5
0.7 p<.0001
N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder der Kontrollgruppe (KGN)
 1 = durchschnittliche Symptomausprägung
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30
1.0............
Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
0.0
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
2
4,0
3,1
3,1
3,0
2,6
2,3
2,1
2,0
2,1
2,0
1,5
1
1,0
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (t6)
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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auf rezeptive Sprachstörungen
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Multimorbidität
in Koinzidenz mit rezeptiven Sprachstörungen
Bei Therapiebeginn in % der Kinder mit rezeptiven Sprachstörungen
Sprach- und Sprechstörungen
100
100
rezeptiv sprachgestört
98,1
94,2
expressiv sprachgestört
Störungen der Therapierbarkeit
82,7
85,2
unaufmerksam
75
73,1
unkooprativ
Störungen des Sozialverhaltens
36,5
oppositionell verweigernd
scheu, sozial zurückgezogen
38,5
hyperaktiv
38,5
57
51,1
44,4
Entwicklungsstörungen
geistig behindert
39,5
26,9
23,9
autistoider Mangel an Gegenseitigkeit
0
20
N = 223 = 100% Multi-Center Studie (MCS)
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44,2
40
60
80
100
N = 52 = 100% kontrollierte Längsschnitt Studie (LSS)
Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Die Wirkung von Theraplay
auf expressive Sprachstörungen
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3,7
3,3
3,3
3,3
3
2,8
2,6
2,5
2,7
2
1
2,5
2,0
1,1
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (t6)
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
20
Die Wirkung von Theraplay
auf Unaufmerksamkeit
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
3,3
3,0
2,9
2,7
2,6
2,1
2,0
1,9
1,6
2
1,9
1,3
1
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (t6)
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Die Wirkung von Theraplay
auf unkooperativem Verhalten
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
2,8
2,5
2,6
2,4
2,4
2
1
1,5
1,4
1,4
1,3
1,1
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (t6)
1,3
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
22
Die Wirkung von Theraplay
auf oppositionell verweigerndes Verhalten
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
2
2,3
2,3
2,2
1,8
1
1,1
Beginn der Therapie (t1)
1,3
1,2
1,2
Ende der Therapie (t6)
1,1
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Die Wirkung von Theraplay
auf scheues Verhalten
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
2
1
2,1
2,0
2,0
1,8
1,6
1,2
1,2
1,1
1,2
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (t6)
1,1
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Die Wirkung von Theraplay
auf hyperaktives Verhalten
MCS: N = 223 sprachverständnisgestörte von 333 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
LSS: N = 52 sprachverständnisgestörte von 60 auffälligen Klein- und Vorschulkindern
KGN: N = 30 klinisch unauffällige Klein- und Vorschulkinder
( = Kontrollgruppe N)
Ausprägungsgrad und Veränderung der Symptome
der Kinder mit Sprachverständnisstörungen
und Nachhaltigkeit bis 2 Jahre nach der Behandlung mit Theraplay
Veränderungsgrad
4
3
2
1
2,2
2,0
1,8
1,9
1,8
1,3
1,2
Beginn der Therapie (t1)
1,6
1,5
1,5
1,4
Ende der Therapie (t6)
2 Jahre nach Therapie (t7)
MCS: 4 = anfangs stark ausgeprägtes Symptom
MCS: 3 = anfangs deutlich ausgeprägtes Symptom
MCS: 2= anfangs leicht ausgeprägtes Symptom
KGN: 1 = klinisch unauffällig (Kontrollgruppe N)
MCS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
LSS: durchschnittlich ausgeprägtes Symptom
13.09.2006 dbl Berlin
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
25
Statistische Signifikanz der Symptomreduzierung
rezeptiv sprachgestörter Klein- und Vorschulkinder
M = Mittelwert nach CASCAP-D,  = Veränderung, s = Standardabweichung, prob = t-Test
4-stufige Skala: 4= stark..., 3=deutlich..., 2=leicht ausgeprägt; 1= klinisch unauffällig
LSS
Symptome
rezeptiv
sprachgestört 
schwer rezeptiv
sprachgestört
deutlich rezeptiv
sprachgestört
leicht rezeptiv
sprachgestört
N = 52
rezeptiv sprachgestörte
Klein- und Vorschulkinder
MCS
N = 223
rezeptiv sprachgestörte
Klein- und Vorschulkinder
Mt1  Mt6
st6
Signifikanz
prob.
Mt1  Mt6
st6
Signifikanz
prob.
3.1  2.3
1.0
p<.0001
3.1  2.1
0.9
p<.0001
4.0  2.6
0.9
p<.0001
3.0  2.0
0.7
p<.0001
2.0  1.5
0.5
p<.0001
Wegen begrenzter
Stichprobengröße
wird nicht nach
schwerer, deutlicher oder
leichter Symptomausprägung
differenziert
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auf rezeptive Sprachstörungen
26
Statistische Signifikanz der Symptomreduzierung
rezeptiv sprachgestörter Klein- und Vorschulkinder
M = Mittelwert nach CASCAP-D,  = Veränderung, s = Standardabweichung, prob: t-Test
4-stufige Skala: 4= stark..., 3=deutlich..., 2=leicht ausgeprägt; 1= klinisch unauffällig
LSS
Symptome
N = 52
rezeptiv sprachgestörte
Klein- und Vorschulkinder
MCS
N = 223
rezeptiv sprachgestörte
Klein- und Vorschulkinder
Mt1  Mt6
st6
Signifikanz
prob.
Mt1  Mt6
st6
Signifikanz
prob.
expressiv
sprachgestört
3.3  2.8
1.0
p=0.0011
3.3  2.5
1.0
p<.0001
unaufmerksam
2.7  2.1
0.9
p<.0001
3.0  1.9
0.8
p<.0001
unkooperativ
2.5  1.5
0.7
p<.0001
2.6  0.6
1.0
p<.0001
oppositionell
verweigernd
1.8  1.2
0.4
p=0.0002
1.4  1.3
0.4
p<.0001
scheu
zurückgezogen
1.6  1.1
0.1
p=0.0001
1.8  1.1
0.5
p<.0001
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27
Verbesserung des Sprachverständnisses
nach Theraplay
• Testinstrument:
Pizzamiglio Sprachverständnis-Test (nach B. Zollinger, CH)
• Wiederholte Erhebung des Sprachverständnisses
(nur in der kontrollierten Längsschnittstudie LSS erhoben)
– t0 Beginn der Wartezeit
– t1 Beginn der Therapie mit Theraplay
– t6 Ende der Therapie mit Theraplay
– t7 2 Jahre nach Ende der Therapie
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Verbesserung des Sprachverständnisses
der rezeptiv sprachgestörten Klein- und Vorschulkinder
Erhebungsmethode: Pizzamiglio-Sprachverständnistest nach B. Zollinger
Mittelwerte
Veränderungsgrad .
Verbesserung des Sprachverständnisses
der anfangs rezeptiv sprachgestörten Kinder
von Beginn der Wartezeit bis 2 Jahre nach Theraplay
6
5
4
3
2
1
0
-1
-2
5,4
2,3
-1,0
-1,7
Beginn der Wartezeit (t0)
Beginn der Therapie (t1)
Ende der Therapie (6)
2 Jahre nach Therapie (t7)
Nur in Längsschnittstudie erhoben!
N = 52 rezeptiv sprachgestörte von 60 klinisch auffälligen Kindern
Statistische Signifikanz der Sprachverbesserung von t0 - t6: prob.<.01
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Die Wirkung von Theraplay
auf rezeptive Sprachstörungen
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Effektgröße
der Verringerung der Symptome
rezeptiv sprachgestörter Kinder
nach Behandlung mit Theraplay
als statistischer Hinweis
auf das Ausmaß der Veränderung der Symptome
nach der Behandlung mit Theraplay
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auf rezeptive Sprachstörungen
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Effektgröße
der Symptomreduzierung nach Theraplay
Stichproben: MCS N=223, LSS N=52 rezeptiv sprachgestörte Klein- und Vorschulkinder
Formel: d = Mt6-Mt1 /  (s2t1+s2t6) / 2
(Lit.: Bortz & Döring, 1995, 568-569 )
d.20 kleine; d.50 mittlere; d.80 große; d>1.0 sehr große Effektgröße der Veränderung
Symptome
MCS
LSS
N=223 rezeptiv sprachgestörte
von 333 verhaltensauffälligen
Klein- und Vorschulkindern
N=52 rezeptiv sprachgestörte
von 60 verhaltensauffällige
Klein- und Vorschulkindern
N
M t1
M t6
d
N
M t1
M t6
d
rezeptiv sprachgestört
223
3.1
2.1
|1.8|
52
3.1
2.3
|0.9|
expressiv sprachgestört
210
3.3
2.5
|1.3|
51
3.3
2.8
|0.6|
unaufmerksam
190
3.0
1.9
|1.2|
43
2.7
2.1
|0.6|
unkooperativ
163
2.6
1.4
|1.3|
39
2.5
1.5
|1.1|
oppositionell verweigernd
127
2.2
1.3
|1.1|
19
1.8
1.2
|0.8|
scheu, zurückgezogen
114
2.0
1.2
|0.9|
20
1.6
1.1
|0.6|
99
2.0
1.4
|0.6|
20
1.8
1.3
|0.6|
hyperaktiv
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Effizienz von Theraplay
Kosten-Nutzen Relation
Wirksamkeit der Therapie und statistisch signifikante Effektgröße wird vorausgesetzt.
• Die Faktoren der Kosten-Nutzen Relation sind:
– eine relativ kurze Therapiedauer,
d. h. eine durchschnittlich
eher geringe Anzahl notwendiger Therapiesitzungen
bis zum Erreichen des Therapiezieles,
– Minimum und Maximum der Anzahl Therapiesitzungen,
d. h. die Spannweite
zwischen der kürzesten und längsten Therapiedauer,
– multipliziert mit dem Honorar pro Therapiesitzung,
das mit der jeweiligen Krankenkasse vereinbart wurde.
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Therapiedauer
Durchschnittliche Therapiedauer bei rezeptiven Sprachstörungen
Anzahl der Sitzungen bis zum Erreichen des jeweiligen Therapiezieles
52 rezeptiv Sprachgestörte insges. (LSS), M=18.4, s= 7.5
18,4
223 rezeptiv Sprachgestörte insges. (MCS), M=19.4, s=10.7
19,4
83 schwer rezeptiv Sprachgestörte (MCS), M=22.8, s=13.2
22,8
84 deutlich rezeptiv Sprachgestörte (MCS), M=18.0, s= 8.5
18
16,6
56 leicht rezeptiv Sprachgestörte (MCS), M=16.6, s= 7.9
20
151 rezeptiv sprachgestörte Jungen (MCS), M=20.0, s=11.2
18,2
72 rezeptiv sprachgestörte Mädchen (MCS), M=18.2 s= 9.4
19,7
99 rezeptiv sprachgestörte Jüngere <4 Jahre, M=19.7, s=10.6
19,2
124 rezeptiv sprachgestörte Ältere >4 Jahre, M=19.2, s=10.8
Anzahl der Therapiesitzungen
52 rezeptiv Sprchgestörte der LSS insges. (Durchschnitt)
83 schwer rezeptiv Sprachgestörte der MCS
56 leicht rezeptiv Sprachgestörte der MCS
72 rezeptiv sprachgestörte Mädchen der MCS
124 rezeptiv sprachgestörte ältere K. >4 Jahre
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0
5
10
15
20
25
30
223 rezeptiv Sprachgestörte der MCS insges. (Durchschnitt)
84 deutlich rezeptiv Sprachgestörte der MCS
151 rezeptiv sprachgestörte Jungen der MCS
99 rezeptiv sprachgestörte jüngere K. <4 Jahre
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Theraplay Institut
Ulrike Franke und Herbert Wettig KG
Obere Burghalde 42, D-71229 Leonberg
www.theraplay-institut.de
Fragen zur Theraplay Therapie Fortbildung
Ulrike Franke, Logopädin, Lehrlogopädin, CTT-T, RPT-S
Mozartstr. 1, D-68723 Oftersheim
Tel. 06202-54051 Fax 06202-54958
[email protected] [email protected]
www.theraplay.de www.theraplay-institut.de
Fragen zur Theraplay Forschung
Herbert H.G. Wettig, Diplompsychologe
Obere Burghalde 42, D-71229 Leonberg
Tel. 07152-27062 Fax 07152-22602
[email protected] [email protected]
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