Versicherungsschutz im Ehrenamt
Risiken in der Freiwilligenarbeit und
Möglichkeiten ihrer Absicherung
Mögliche Schäden bei der
Ausübung einer Freiwilligenarbeit
Engagierte können Opfer eines körperlichen Schadens
werden
Engagierte können Schäden verursachen
Engagierte können finanzielle Nachteile durch selbst
verursachte Unfälle mit dem privaten Pkw erleiden
Gesundheitliche Schäden, die von
Freiwilligen erlitten werden
Gesetzliche Unfallversicherung
Private Unfallversicherungen
Gesetzliche Unfallversicherung
liegt im Zuständigkeitsbereich von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, also nicht der Krankenkassen
(keine Zuzahlung zu Medikamenten)
gilt für Personenkreis, der im Sozialgesetzbuch VII
definiert ist oder qua Satzung der BGs und UKs erfasst ist
gilt für die Ausbildung, die Ausübung der Tätigkeit und für
die direkten Wege vom und zum Einsatzort
Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung
Primäres Ziel: Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
Behandlung in spezialisierten Kliniken und RehaEinrichtungen
im Bedarfsfall rollstuhlgerechter Umbau der Wohnung und
Finanzierung eines behindertengerechten Fahrzeugs
Möglichkeit des Bezugs von Verletztengeld (auch ohne
Einkommen aus der Freiwilligenarbeit, auf der Grundlage
eines jährlich angepassten Durchschnittseinkommens)
Witwen- und Waisenrenten
Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
Für die Mehrheit der Freiwilligen zuständig:
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege
Verwaltungsberufsgenossenschaft
Unfallkassen
In Sonderfällen:
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft
Berufsgenossenschaft für Handel und Warendistribution
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
Träger: Berufsgenossenschaft für
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Kostenlose Versicherung qua Gesetz für Freiwillige im
sozialen und Gesundheitsbereich in privatrechtlichen
Vereinigungen aller Art, z. B.
„Grüne Damen“ in Krankenhäusern
Freiwillige unter dem Dach von Wohlfahrtsverbänden
Freiwillige in Selbsthilfegruppen
Nähere Informationen: www.bgw-online.de
Träger: Verwaltungsberufsgenossenschaft
Versicherung qua Gesetz im Bereich der Kirche (Kosten werden
von den Kirchen getragen)
Freiwillige in öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften
(z. B. im Kirchenchor)
Freiwillige in Einrichtungen von öffentlich-rechtlichen
Religionsgemeinschaften (z. B. in der Notfallseelsorge oder in
einer kirchlichen Schule)
Freiwillige, die als Vereinsmitglied im Auftrag oder mit
Zustimmung der Religionsgemeinschaft tätig sind (z. B. als
Helfer beim Pfarrfest)
noch: Verwaltungsberufsgenossenschaft
Freiwillige Versicherung auf Antrag (aktuell 2,73 € pro Amt
und Jahr) für
Freiwillige in Gremien und Kommissionen von Arbeitgeberorganisationen, Gewerkschaften und selbstständigen
Berufsverbänden
Freiwillige in Parteien
Freiwillige, die in Bereichen wie Sport, Kultur, Umwelt etc. in
gemeinnützig anerkannten Vereinen und Verbänden ein
Wahlamt bekleiden oder Leitungsfunktionen im Auftrag des
Vorstands übernehmen
N.B. Vorstandsmitglieder im Sport werden vom lsb h gemeldet
Nähere Informationen: www.vbg.de
noch: Verwaltungsberufsgenossenschaft
Kostenlose Versicherung qua Gesetz für Personen, die
„wie Beschäftigte“ in den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt
etc. tätig werden, z. B.
als Übungsleiter, Sportassistenten
bei einer Beteiligung am Bau des Vereinsheims
Voraussetzungen:
Tätigkeit müsste regulär am Markt eingekauft werden
Art, Umfang und Dauer der Tätigkeit werden vorgegeben
Die Arbeit ist weder mitgliedschaftliche Verpflichtung noch
„allgemeine Übung“
Träger: Unfallkassen
Kostenlose Versicherung qua Gesetz im Bereich von
Gebietskörperschaften
Freiwillige, die für Kommunen unmittelbar tätig sind (z. B. als
Mitglied des Magistrats)
Freiwillige in kommunalen Einrichtungen (z. B. im städtischen
Seniorenbüro, Kindergarten oder Mehrgenerationenhaus)
Freiwillige in Vereinen, die im Auftrag oder mit Zustimmung
von Kommunen tätig sind (z. B. die Freiwillige Feuerwehr oder
der Verein zur Erhaltung des Schwimmbads)
Freiwillige in Landeseinrichtungen (z. B. Schulen, Gefängnisse)
Träger: Unfallkasse Hessen
Kostenloser Versicherungsschutz kraft Satzung:
für unentgeltlich gemeinwohlorientiert Tätige, die in eine
Organisation eingebunden sind (mindestens 2 Personen)
falls kein vorrangiger gesetzlicher Versicherungsschutz
besteht
Nähere Informationen: www.ukh.de
Private Unfallversicherungen
Geltungsbereich: durch Unfall verursachte Invalidität
finanzielle Leistung je nach Grad der Beeinträchtigung
(Rente oder Einmalzahlung)
finanzielle Leistung im Todesfall
Bergungskosten
keine Heilbehandlung (Krankenkasse behält Zuständigkeit)
Große Träger von Sammelverträgen zur
privaten Unfallversicherung
Sportversicherung für alle Mitglieder des Landessportbunds
Landesfeuerwehrverband Hessen für Vereinsaktivitäten
außerhalb des Brandschutzes
Versicherung des Landes Hessen für alle Freiwilligen, für
die keine anderweitige Versicherung besteht
Kurz-Überblick
Bereich
Unfallversicherung
Träger
Gesundheit und Soziales
qua Gesetz
BGW
Kirche
qua Gesetz
VBG
Kommune, Land
qua Gesetz
Unfallkasse Hessen
"wie Beschäftigte" anderer Bereich
qua Gesetz
VBG
Vorstand gemeinnütziger Verein
freiwillig auf Antrag
VBG
keine vorrangige gesetzliche
Versicherung
kraft Satzung
Unfallkasse Hessen
verbleibende Engagierte
privater Sammelvertrag
Land Hessen
Schäden, die von Freiwilligen verursacht
werden
Haftpflichtversicherungen
Haftungsrisiken
Weder gesetzliche Haftpflichtversicherung noch
Verpflichtung zum Abschluss; aber:
Rechtsgrundsatz (§ 823 BGB)
„Jede Person, die vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper,
die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht
eines anderen verletzt, ist diesem kraft Gesetz zum Ersatz des
Schadens verpflichtet.“
Rechtsbeziehung zwischen
Anbieter und Nachfrager
Trägerorganisation
Sozialer Dienstleistungsvertrag
Delegation
der Aufgabe
Klient/in
Freiwillige/r
Durchführung
Regressansprüche
Wahlfreiheit der geschädigten Person,ob sie
den Freiwilligen,
den Träger des sozialen Dienstleistungsangebots
oder beide
in Regress nimmt.
Vereinshaftpflichtversicherung
Üblicherweise Angebot für Träger mit eigener
Rechtspersönlichkeit (z.B. e.V. oder gGmbH)
Deckt alle Grade der Fahrlässigkeit ab
Beinhaltet Rechtsschutz zur Abwehr unberechtigter
Ansprüche
Sollte „ehrenamtlich und bürgerschaftlich Engagierte“
explizit im „versicherten Personenkreis“ umfassen
Sollte im Hinblick auf die AHB (Allgemeine
Haftpflichtversicherungsbedingungen) genau geprüft
werden
Mögliche Komponenten der
Haftpflichtversicherung
„Schäden der Versicherten untereinander“
„Mietsachschäden“
„Abhandenkommen von Sachen“
„Verlust von Schlüsseln“
Tierhalterhaftung beim „Halten und Hüten von Tieren“
Weitere mögliche Versicherungen
Veranstalterhaftplichtversicherung (bei regelmäßigen
Veranstaltungen auch als Bestandteil der
Vereinshaftpflichtversicherung möglich)
Privathaftpflichtversicherung für betreute Personen
Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
Vertrauensschadenhaftpflichtversicherung
Hessischer Sammelvertrag
Voraussetzungen:
Die Tätigkeit findet in einer rechtlich unselbstständigen
Vereinigung oder in einem „kleinen e.V.“ statt
(Vereinsvermögen ist nicht versichert)
Die Tätigkeit erfolgt in Hessen oder geht von hier aus
Es besteht keine vorrangige Haftpflichtversicherung (z.B.
eine Vereinshaftpflichtversicherung oder private
Haftpflichtversicherung, die im Fall einer nicht
verantwortlichen Tätigkeit die Deckung übernimmt)
Finanzielle Nachteile bei selbst
verursachten Verkehrsunfällen
Risiken im Straßenverkehr
Mögliche Nachteile für den Besitzer eines Pkw bei
einem selbst verursachten Unfall bei Ausübung
einer Freiwilligenarbeit:
Sachschaden am Auto
höhere Prämien
Selbstbehalt bei der Kaskoversicherung
Aber:
bei einer Auftragsfahrt bestehen Regressansprüche
gegenüber dem Träger
Möglichkeiten der Absicherung
„Dienstreisekasko- mit Rabattverlustversicherung“:
gleicht finanzielle Nachteile mit einer Einmal-Zahlung aus
kalkuliert auf der Grundlage von Kilometern
Was tun?
Eruieren, ob Versicherungen oder Rahmenverträge
bereits bestehen: z.B. bei Träger, wie Kommune oder
Kirche, und Dachverband
Konkurrenzangebote einholen: Übersicht über Anbieter
bei http://www.gruppenreiseversicherungen.de
Alternativen zur Versicherung
Verzicht auf Tätigkeiten, die den Einsatz eines Pkw
erfordern, keine Auftragsfahrten
Aufklärung der Freiwilligen über vorhandene Risiken
Rückstellung zum Ausgleich bzw. zur Beteiligung am
Schaden
Danke für Ihre Aufmerksamkeit
Weitere Informationen und Beratung:
www.gemeinsam-aktiv.de
[email protected]

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