Psychobiologie der
Abhängigkeitserkrankungen
Univ. Doz. DDr. S. Giacomuzzi
Konsumierende Mumien
Marihuana und Opium,
aber auch Nikotin
waren offenbar bereits
verbreitet.
In den Haaren von Mumien
konnten die Drogen
teilweise in erheblichen
Mengen nachgewiesen
werden: Kokain
beispielsweise in einer
Konzentration von 200 ng/g
(Nanogramm pro Gramm
Haare).
In der heutigen Zeit liegt
dieser Wert zwischen drei
und 15.000 ng/g.
Janis Joplin
This rat is high on Marihuana
Welche Faktoren implizieren ein
süchtiges Verhalten?
Klaus Mann
Schriftsteller
Hans Fallada
Schriftsteller
E.T.A. Hoffmann, deutscher Schriftsteller: Opium.
Richard Wagner, deutscher Komponist: Cannabis.
Aldous Huxley, englischer Schriftsteller: Meskalin.
Guy de Maupassant, franz. Schriftsteller: Opium, Haschisch, Äther.
Sigmund Freud, Gründer der Psychoananalyse: Kokain.
Francois Marie Voltaire: Kaffee (40-60 Tassen täglich!)
Winston Churchill, britischer Politiker: Lachgas.
S. Giacomuzzi; Vortragender
Welche Faktoren implizieren ein
süchtiges Verhalten?
Mitunter hängt die Drogenwirkung auch einfach von
äußeren Umständen ab
Im Vietnamkrieg experimentierte rund die Hälfte aller USSoldaten mit Heroin;
20% wurden körperlich abhängig; nach der Heimkehr blieb
jedoch nur etwa ein Prozent „an der Nadel hängen“.
Maturing Out
Für Maturing Out-Entwicklungen steht noch kaum ein
zureichendes Vokabular in der Literatur zur Verfügung :
„Spontan-Remission“, „Self-Change“, „Ausstieg aus der Sucht“
Nur wenige der Studien zu diesem Thema berücksichtigten klar
die Länge der Abstinenz. So sollte die Abstinenzperiode deutlich
mehr als zwei Jahre in derartigen Studien betragen (Giacomuzzi et
al., 2005).
Forschungsarbeiten zum selbstgesteuerten, nicht
therapiebezogenen Ausstieg aus der Abhängigkeit sind nach wie
vor rar und müssen verstärkt auch mit semi-quantitativen
Methoden untersucht werden.
Self-Reports vs. wissenschaftlicher
Vorstellung betreffs Konsumgewohnheiten
Die Annahmen der Sucht-Experten unterschieden sich
beträchtlich von den tatsächlichen Angaben der
Drogenkonsumenten
Extrem niedrige Interaktionsraten der Forscher mit
Drogenkonsumenten (21-44%, abhängig von der
Fragestellung)
Die beobachteten Diskrepanzen haben wichtige
Implikationen auf klinische Behandlung, Forschung und
weiterführende Annahmen
Es besteht eine hohe Notwendigkeit aktueller Feldforschung
(Drogentrendanalysen)
Theorien und Konzepte
Die heutigen “Suchtbegriffe” sind noch immer teilweise unpräzise und
erfordern eine genauere Definition sowie ein tieferes Verständnis des
Problems.
Sucht ist heute noch für viele Autoren gleichbedeutend mit (körperllicher)
Abhängigkeit.
Der Begriff Sucht scheint in der Literatur mehr eine allgemeingültige
Bezeichnung darzustellen. Abhängigkeit wird eher als ein
wissenschaftliches/klinisches Konstrukt und in der Diskussion um
Behandlungsmodi verwendet.
So zeigt sich, daß es noch immer keinen allgemeinen Gebrauch von diesen
Begriffen innerhalb der wissenschaftlichen Literatur gibt (Giacomuzzi, 2005).
Theorien, Konzepte
• Es erscheint unwahrscheinlich, daß viele der entwickelten
Theorien, auch wegen der unvermeidbaren
Mehrdeutigkeiten, wirklich überprüfbar sein werden
• Zusammenfassend können die heutigen Ansätze weder als
vollständig noch als komplett betrachtet werden
• Es wird eine der größten Herausforderungen werden die
Erkenntnisse der neuen bildgebenden Medien in einen
theoretischen Gesamtrahmen zu stellen
Methodologische Probleme der
Forschung
Hirnstrukturen müssen aus
systemanalytischer Sicht
als NETZWERK untersucht
werden
Das aktive Gehirn ist ein
multilaterales Netzwerk
von Nervenzellen
Die Funktionen einer Zelle
sind nur im Kontext von
anderen Zellen zu
verstehen
Neurokybernetische Schaltkreise
der Sucht
Im wesentlichen sind 3
Ebenen bei der Sucht aktiv:
Subsysteme des
Gehirns
Kortex
– Kortikale Ebene
(Erwartungen, Denken,
Wahrnehmen, Planen)
Thalamus
– Limbisch-subkortikale Ebene
(Vergleichende Bewertungen
von Wahrnehmungen,
Affekte)
Ventrale
Tegmentum
– Hirnstamm-Ebene
(Aktivierung, Antrieb)
Nucleus
Accumbens
Hirnstamm
Substanza nigra
Methodologische Probleme der
Forschung
Wie können psychische Phänomene
(Rauschzustand) neuralen
(biochemischen) Prozessen
zugeordnet werden?
Werden durch lokale Reizungen
„Zentren“ oder nur „Verbindungen“
beeinflusst?
Was sind die neuralen Korrelate von
„Spannung“ und „Entspannung“
Was sind die neuralen Korrealte von
Rausch, Sucht, Entzug und Rückfall?
Welche Bedeutung haben zelluläre und
genetische molekulare Strukturen für
die suchtrelevanten psychischen
Funktionen?
Pharmakologie der „Drogen“ bzw.
illegaler Substanzen
Drogen sind psychoaktive Substanzen (Chemikalien) die im Hirn über molekulare
Strukturen (Rezeptoren) auf die Aktivität einzelner Nervenzellen in verschiedenen
Sturkturen des Gehirns (Thalamus, Hirnstamm, limbisches System etc.) einwirken
Bedeutsam ist die Pharmakokinetik (Resorbtionszeit bzw. Latenzzeit bis zur
maximalen Wirkung-Plasmaspiegel) und Plasmahalbwertszeit
Methadon besitzt eine HWZ von 24h!
Abbauprodukte (Metaboliten) können 40h! und länger im Blut aktiv sein
(Benzodiazepinen)
THC (Tetrahydrocannabinol) ist nach 1h! schon aus dem Blut. Die Lipophilie
bewirkt, dass THC noch nach Wochen im Harn nachgewiesen werden kann
Pharmakologie der „Drogen“ bzw.
illegaler Substanzen
Bei oraler Applikation haben die meisten
Substanzen eine Resorptionszeit von 20-30
Minuten
Wirkmaximum nach 1-4h
Wirkungsdauer bis zu 12h und mehr (LSD Papier
lecken; tagelanger psychotischer Rauschverlauf;
nachher Erschöpfungszustände)
Applikationen über Schleimhäute (vor allem
Kokain beliebt)-nasal, rektal,vaginal
i.v Applikation Heroin, Kokain----Flash höher;
HEP C; HIV
Pharmakologie der „Drogen“ bzw.
illegaler Substanzen
Auch die Rezeptoraffinität ist wichtig im
Hinblick auf die Wirkung
Buprenorphin hat aufgrund der hohen
Rezeptorbindung (µ-Rezeptor) eine
Wirkzeit bis zu 70h! Und im Notfall daher
schwerer antagonisierbar (Naloxon), da es
zu wenig freie Rezeptoren gibt
Buprenorphin besitzt aber einen CeilingEffekt, welcher eine Überdosierung schwer
macht
Neurotransmittersysteme
Die gegenwärtigen Kenntnisse über
Neurotransmittersysteme sind unüberschaubar und tw.
widersprüchlich
Laufend werden neue Rezeptortypen gefunden
Neurotransmitter
Man kennt ca. 100 verschiedene Typen
– Dopamin (DA)
– Noradrenalin (NA)
– Serotonin (5-HT)
– Acetylcholin (ACh)
– GABA (inhibitorisch) (GABA)
– Glutamin, Glutamat (exicatorisch) (Glu)
– Opioiderges; Endorphin, Enkalin (En)
Enzyme für den NT-Abbau
– Monoaminooxzitase (MAO)
Neuromodulatoren
– Hormone, Endorphine, etc.
Antagonist:Im
Stoffwechselgeschehen
gegeneinander wirkende
Komponente
Agonist: Fördert z.B. die
Nerotransmission od. bindet an
einem Rezeptor
Noradrenalin
Hohe Hebeldruckraten bei Ratten gehen mit einer
Freisetzung von Noradrenalin einher (Belohnungsaktivität)
Neue Psychopharmaka diesen Typussind aktivierende
Antidepressiva (Reboxetin) die bei einer gehemmt
depresiven Symptomatik eingesetzt werden
Depressionen gehen mit einem Mangel an Noradrenalin
einher
Tri- und tetrazyklische Antidepressiva hemmen die
Wiederaufnahme von Noradrenalin in den synaptischen
Spalt
Dopamin (DA)
Dopamin wird mit höheren kognitiven Funktionen und der
emotionalen Steuerung in Verbindung gebracht. Es kommt
zu einer Filterung der sensorischen Eingänge
Schizophrenien beruhen auf einer Hyperfunktion des
Dopamin-Systems im limbischen Systems und ein
Dopminmangel im Frontalhirn
Morbus Parkinson führt zu einer Abnahmen der
dopaminergen Neuronen um bis zu 80% (präsysnaptischen
Neuronen)
Neuroleptika wirken antipsychotisch ohne Narkotisierung
oder Muskelrelaxation durch Verdrängung des Dopamins
am Rezeptor
Serotonin (5-Hydroxytyptamin)
Unterfunktion des 5-HAT führt zu depressiv-suizidalen Zuständen
Überfunktion kann paranoid-halluzinatorische Zustände auslösen
Das 5-HT steht in Verbindung mit vielen anderen
Transmittersystemen
Schlaf, Sexualität, Affekte etc. werden dadruch geregelt
Psychedelische Drogen sowie MDMA, MDA und Ecstasy wirken als
Agonisten am 5-HT System
Die Modulation des 5-HAT bewirkt Krankheitsbilder wie Angst,
Essstörungen, Migräne, Zwänge, Schizophrenie etc.
Krankheitszustände im
Zusammenhang mit Serotonin
OCD= obsessive compulsive disorder
oder übersetzt mit : "besessen zwanghafte Störung" =
zwanghafte Verhaltensstörungen
Cholinerges System
Ist indirekt mit Rausch-Zuständen
verbunden
Direkt nur im Rahmen des Bella-donna
Abusus
Die Intensität der Aufmerksamkeit wird
durch dieses System reguliert
Merkfähigkeitsprozesse
Bei Acetlycholinmangel können senile
Demenzen begünstigt werden (Alzheimer)
GABA
Die Aktivität dieses Systems spielt
eine große Rolle bei dem
Belohnungswert des Stoffkonsums
und bei der Entstehung (und
Therapie) von Entzugssysmptomen
Opioiderges System
Sind eigentlich Neuromodulatoren
Sie bewirken eine Minderung der
neurochemischen Übertragungsaktivität
Die Aktivierung des Systems durch Heroin
erzeugt eine Hemmung des GABA und
somit eine Aktvierung des Dopamins
(Enthemmung und Entspannung über die
Aktivierung des cholinergen Systems)
Wirkung der Drogen
Einwirkung auf ZNS
Beeinflussung von Emotionen, Wahrnehmungen und Gemütszustände.
Bewusstseinsänderungen (Keine Bewusstseinserweiterungen!).
Sie aktivieren im Gehirn Stoffwechselprozesse
Wirkung ist meist angenehm und erstrebenswert
Bindung von psychoaktiven Stoffen und den körpereigenen Neurotransmittern
am gleichen Rezeptortyp im Gehirn > Sucht
Drogen imitieren die natürlichen Transmittoren zentraler Synapsen.
Konkurrenzreaktionen im Gehirn führen zu Veränderungen der normalen
Funktion der Nervenzellen
Beeinflussung unseres Bewusstseins, d.h. Abhängigkeit
Einteilung der Drogen
Zentral dämpfende Mittel (DOWNER):
Schlafmittel, Barbiturate, Tranquilizer, Neuroleptica
Zentral aktivierende Mittel:
Amphetamine, Kokain, Extasy
Schmerz lindernde Mittel:
Opiate (Opium, Morphium, Heroin = harte Drogen)
Bewusstseinsverändernde Mittel:
Cannabisprodukte ( Marihuana, Haschisch, LSD, Meskalin =
weiche Drogen)
DOWNER
Benzodiazepine Tranquilizer
Benzodiazepine Tranquilizer
•
Die oftmals unkritische Verordnungpraxis zu einem großen Problem
unserer Tage beigetragen
•
Das Abhängigkeitspotential dieser Substanzen ist erheblich! In
Österreich wird die Zahl der Abhängigen auf 75000-150000
geschätzt. Dies ist das wesentliche volksgesundheitliche Problem auf
dem Gebiete der Süchte neben der Alkohol- und Nikotinabhängigkeit.
Beispiele für Benzodiazepine
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Diazepam = Valium®, , Gewacalm®, , Psychopax®,
Bromazepam = Lexotanil®, , Bromazepam®,
Flunitrazepam = Rohypnol®, , Somnubene®,
Lorazepam = Temesta®,
Oxazepam = Praxiten®,
Clobazam = Frisium®,
Angriffspunkt Synapsen der Gamma-Anminobuttersäure (GABA) - wirken dort
verstärkend über spezifische Benzodiazepinrezeptoren. GABA ist der wichtigste
hemmende Transmitter des ZNS und Rückenmarks! Keine direkten Wirkungen
außerhalb des ZNS
Mögliche Langzeitfolgen
Längerfristiger, chronischer Gebrauch von Valium® und
anderen Benzodiazepinen, kann zu psychischer und
körperlicher Abhängigkeit führen.
Ein abruptes Absetzten des Medikaments nach längerem
Gebrauch führt zu teilweise schweren Entzugserscheinungen,
wie Angst-, und Spannungszuständen, Halluzinationen,
Schlafstörungen, Muskelkrämpfen und Krampfanfällen
(Epileptische Anfälle), zu starken Schwitzen, Appetitlosigkeit
und Kopfschmerzen.
Als Folge missbräuchlichem Langzeitkonsums können
Depressionen, Störungen des Blutbildes und Beeinträchtigung
der Leberfunktion auftreten.
Opium
Opium wird in einem sehr mühsamen und arbeitsreichen Verfahren aus dem Schlafmohn gewonnen und
zur Herstellung von Morphin, Codein und Heroin verwendet.
Heroin
Diacetylmorphin oder Heroin wird aus Morphin hergestellt, Morphin seinerseits aus Rohopium. Die
angstfreien, entspannten und glückseligen Zustände, die HeroinkonsumentInnen empfinden, werden
von einer Reihe sehr unangenehmer Erscheinungen wie Verwirrung, Desorientierung,
Erinnerungslücken, Koordinationsstörungen und einer undeutlichen und verwaschenen Sprache
begleitet. Regelmäßiger, mehrwöchiger Heroinkonsum führt zu einer schweren psychischen und
physischen Abhängigkeit, von der sich Betroffene nur noch schwer befreien können.
Morphin
Morphin ist der psychoaktive Wirkstoff des Schlafmohns und des daraus gewonnen Rohopiums. Wird
Morphin regelmäßig und intensiv als Droge zu nicht medizinischen Zwecken konsumiert, entwickeln
Betroffene rasch Symptome schwerer körperlicher und psychischer Abhängigkeit.
Opiate
• Bei höherer Dosierung tritt neben der Schmerzlinderung
auch Atemlähmung, Gewichtsverlust, Impotenz,
Bewusstlosigkeit und Herzversagen auf.
• Nach dem Absetzen von Opium oder Morphium stellen
sich Entzugserscheinungen, wie Muskelkrämpfe,
Erbrechen und Depressionen ein.
• Opiate werden geraucht, in Alkohol gelöst getrunken, als
Opium-Pulver gegessen, geschnupft oder gespritzt, wobei
die Ansteckungsgefahr mit AIDS und Gelbsucht (HEP C)
besteht.
Codein
• Codein ist Monomethyläther des Morphins
und Bestandteil verschiedenster
Medikamente (einige Hustensäfte, Schmerz
stillende Medikamente usw.), die wegen Ihrer
Suchtgefahr verschreibungspflichtig sind.
• Codein wird in seiner reinen Form daher sehr
oft als Drogenersatz missbraucht.
Heroin
Bevorzugte Einstichstellen
sind die Ellenbogenbeugen
und die Unterarme.
Zur Kaschierung oder bei
verödeten Venen bei
langjährig Abhängigen erfolgt
die Injektion auch an
versteckteren Körperstellen
wie z.B. Hals-, Brust- und
Genitalbereich sowie an den
Füßen.
Heroin
 Heroin und andere Downer (z.B. Alkohol
oder Benzodiazepine)
Die Wirkungen dieser Substanzen verstärken
sich wechselseitig - die Gefahren einer
Überdosierung oder Atemlähmung und in
Folge Koma oder der Tod, steigen dadurch
stark an. Ebenso erhöht die gleichzeitige
Einnahme von Heroin und GHB das Risiko
einer Atemlähmung stark.
 Heroin und Kokain
Kombinationen von Kokain und Opioiden
belasten den Körper durch ihre
entgegengesetzte Wirkung auf den
Organismus. Als unmittelbare Folgen können
Atemnot sowie Herz-Kreislaufversagen
eintreten.
Heroin
•
Bei einem Blut- und Urintest ist Heroin zwei bis vier Tage nach der Einnahme
nachweisbar. Zweiter Test ist die Haaranalyse. Dort ist Heroin bis zu 90 Tage nach
Einnahme nachweisbar.
•
Die quantitativen Schnelltests zum Nachweis von Heroin/Opioide sind sehr empfindlich.
Schon die Einnahme von einigen Mohnkuchenstücken führt zu einem (falsch) positiven
Ergebnis. Mohnkuchen enthält zwar keine psychoaktiven Opioide aber Inhaltstoffe, die
das Vorhandensein von diesen Opioiden vortäuschen.
•
Bei einer Heroinvergiftung sind die Pupillen auf Stecknadelgröße verengt, die
Atemfrequenz ist sehr gering (2-3 Atemzüge die Minute) und Atem- und/oder
Herzstillstand kann auftreten.
Heroin-Langzeitschäden
•
•
•
•
•
•
Abmagerung,
Menstruationsaussetzung,
Verminderung der Hirnleistungsfähigkeit und des Gedächtnisses,
Zittern der Hände, Koordinationsschwierigkeiten halbseitige Lähmungen,
Anfälligkeit für Infektionen,
Muskelfaserauflösungen, Nierenverstopfungen, Entzündung des
Herzinnenraumes.
Buprenorphin
(Subutex/Suboxone)
Buprenorphin ist ein partieller Opiat-Agonist. Bisher wird es als
Schmerzmittel (auch unter dem Handelsname Temgesic bekannt)
eingesetzt und seit Herbst 1999 auch zur Heroin-Substitution
zugelassen. Buprenorphin ist in Frankreich übrigens beinahe das
einzige Substitutionmitte!!
Die Wirkung von Buprenorphin setzt langsam ein und hält relativ
lange an.
Bei der Umstellung von Opiat-Agonisten wie Heroin und Methadon
darf Buprenorphin nicht sofort nach der letzten Heroin-/MethadonEinnahme verabreicht werden, da sonst Entzugserscheinungen
auftreten können, Die Entzugssymptome sind weniger ausgeprägt als
bei Methadon.
Die Gefahr einer Überdosierung ist geringer als bei Methadon, da die
atemdämpfende Wirkung nicht so stark ist wie bei Methadon.
Stimulantien
Speed
Kokain
Fläschchen mi Kokain der Firma Merck,
das Freud bei seinen Versuchen benutzte.
Crackpfeife
Nach ersten Erfahrungen mit der Wirkung von Kokain im
Laboratorium von Salomon Stricker gelingt es Freud
nachzuweisen, daß diese Droge im Bereich der Lokalanästhesie
einsetzbar ist. "Coca ist also doch zunächst an meinen Namen
geknüpft", schreibt er an seine Verlobte am 16.1.1885. Aufgrund
von Freuds Forschungen setzt Carl Koller Kokain für chirurgische
Eingriffe am Auge ein, der sich damit wissenschaftliche
Anerkennung verschafft. Ein Versuch Freuds, Fleischl von dessen
Morphiumsucht mit Kokain zu heilen, führte aber nur zu einer
Kokainabhängigkeit dieses Kollegen. Zwischen 1884 und 1887
publiziert er zahlreiche Arbeiten über Kokain.
Kokain
Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter
anderem durch die Connecticut State
Medical Society die extreme Suchtgefahr
und körperliche Schädigung des Stoffes
bekannt. 1914 wurde mit dem HarrsionGesetz der Verkauf und die Verteilung von
Kokain und anderen Drogen in den USA
letztendlich unter die Aufsicht des Staates
gestellt. Grund hierfür waren allerdings
keine medizinischen Bedenken, sondern
rassistische Hintergründe: Man fürchtete
sich vor von Kokain besessenen
Schwarzen. Großbritannien und andere
Länder folgen dem im Jahre 1916.
Allerdings aus medizinischer Sicht.
In den zwanziger Jahren erlebte
Deutschland sein Kokainhoch und das
Rauschmittel wurde kurz darauf (um das
Jahr 1930) dem neuen
Betäubungsmittelsgesetz unterstellt und
somit verboten.
Verpackung für kokainhaltige Tabletten gegen
Zahnschmerzen von 1885.
Kokain-Base, C, Cocktail, Baseball, Coke, Crack, Free Base,
Koka, Koks, Lady, Line, Rocks, Roxane, Schnee, Snow, Speedball...
Kokain wird aus den Blättern des Koka-Strauches (Südamerika) gewonnen.
Kokain ist ein halbsynthetisches Tropanalkaloid. Reines Kokain ist fein kristallin, farblos und
schmeckt bitter.
Kokain wird meist geschnupft (sniefen) und dadurch über die Schleimhäute der Nase
aufgenommen. Selten wird Kokain gespritzt oder geschluckt.
Bei intravenösen Gebrauch tritt die Wirkung sofort ein und dauert ca. 10 bis 60 Minuten,
beim Schnupfen ist die Wirkdauer höher.
Kokain hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin in die Nervenzellen im Gehirn. Dadurch
erhöht sich die Menge dieses Botenstoffes in den Synapsen.
Kokain wirkt entängstigend und erhöht die Kontaktfähigkeit. Denkabläufe verlaufen schneller
und eine Hebung der Sexualität, des Selbstwertgefühls und der Stimmung ist zu
beobachten. Akustische und optische (seltener) Sinnestäuschungen treten auf. das
Hungergefühl ist gedämpft. Bei akuter Drogen-Wirkung kann es zu Verfolgungswahn und
deutlichen Angstzuständen kommen.
Nach der Wirkung ist man niedergeschlagen, depressiv und bei entsprechend vorbelasteten
Personen ist die Verstärkung von Selbstmordgedanken zu beobachten.
Kokain
Kokain wird fast vollständig in der Leber abgebaut, ein Teil der Droge wird über
die Niere ausgeschieden. Ca. ein bis vier Prozent der Droge werden
unverändert im Urin ausgeschieden.
Kokain wird in fast allen Standard Schnelltests überprüft und ist ca. zwei bis vier
Tage nach der letzten Einnahme nachweisbar.
Mittels Haaranalysen kann Kokain noch bis zu 90 Tage nach der letzten
Einnahme nachgewiesen werden.
Risiken
Angstzustände, Psychosen, Herzrasen, Pupillenerweiterung, Blässe, Krampfanfälle,
Koordinationsstörungen, Blutdruckerhöhung, Erhöhung der Körpertemperatur, Störungen
der Herzfunktion bis hin zu Herzversagen, Hirnödeme, Schlaganfälle mit halbseitigen
Lähmungen.
Langzeitschäden
Beim Sniefen können nach längerem Gebrauch Löcher in der Nasenschleimhaut entstehen.
Abmagerung, Verzweiflung, Psychosen, Appetitlosigkeit sind weitere Komplikationen.
Die Leber wird erheblich geschädigt.
Herz- und Hirninfarkte und Krampfanfälle sind nicht selten.
Auch bei sporadischen Gebrauch sind tödliche Komplikationen nicht auszuschließen!
Crack
Crack wird durch mit Backpulver basisch freigesetztem Kokain gewonnen.
Durch seine enorme Reinheit (80 bis 100 Prozent) ist es gefährlicher als
"normales" Kokain.
Crack sieht aus wie kleine weiß bis hellgelbe (manchmal auch zart pink)
Steinchen (Rocks) und variiert von Sandkorn- bis zu Kieselsteingröße.
Durch die enorme und kurze Wirkung der Droge und das darauffolgende
unglaubliche Tief ist das psychische und körperliche Abhängigkeitspotential von
Crack höher als bei anderen Drogenarten.
Crack wird geraucht, wobei einen knackendes Geräusch entsteht. Daher auch
der Name.
Crack wird relativ schnell vom Körper aufgenommen und wirkt deshalb innerhalb
von wenigen Sekunden. Die Wirkung hält 5-15 Minuten an.
Crack
Crack hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin in die Nervenzellen im Gehirn.
Dadurch erhöht sich die Menge dieses Botenstoffes in den Synapsen.
Crack wirkt entängstigend und erhöht die Kontaktfähigkeit. Der Konsument fühlt
sich euphorisch und voller Energie. Denkabläufe verlaufen schneller und eine
Hebung der Sexualität, des Selbstwertgefühls und der Stimmung ist zu
beobachten. Akkustische und optische (seltener) Sinnestäuschungen treten auf.
Das Hungergefühl ist gedämpft.
Die Neigung zu Gewalttätigkeit soll unter Einfluss von Crack deutlich höher sein,
als bei anderen Drogen.
Bei akuter Drogen-Wirkung kann es zu Verfolgungswahn und deutlichen
Angstzuständen kommen.
Nach der aufputschenden Wirkung ist man niedergeschlagen, depressiv und bei
entsprechend vorbelasteten Personen ist die Verstärkung von
Selbstmordgedanken zu beobachten. Oft wird man auch gereizt und agressiv
oder zittert und zuckt am ganzen Körper.
Crack
Abbau
Crack wird fast vollständig in der Leber abgebaut, ein Teil der Droge wird über die Niere ausgeschieden.
Ca. ein bis vier Prozent der Droge werden unverändert im Urin ausgeschieden. Das Runterkommen von
Crack ist extrem anstrengend, körperlich belastend und kann tagelang (!) dauern. Die
Entzugserscheinungen sind kaum auszuhalten und führen dazu, dass man wiederholt Crack konsumiert.
Nachweiszeit
Crack wird wie Kokain in fast allen Standard Schnelltests überprüft und ist ca. zwei bis vier Tage nach der
letzten Einnahme nachweisbar. Mittels Haaranalysen kann Crack noch bis zu 90 Tage nach der letzten
Einnahme nachgewiesen werden.
Risiken
Angstzustände, Psychosen, Herzrasen, Pupillenerweiterung, Blässe, Krampfanfälle,
Koordinationsstörungen, Blutdruckerhöhung, Erhöhung der Körpertemperatur, Störungen der Herzfunktion
bis hin zu Herzversagen, Hirnödeme, Schlaganfälle mit halbseitigen Lähmungen.
Langzeitschäden
Abmagerung, Verzweiflung, Psychosen, Appetitlosigkeit sind weitere Komplikationen.
Die Leber wird erheblich geschädigt.
Herz- und Hirninfarkte und Krampfanfälle sind nicht selten.
Auch bei sporadischen Gebrauch sind tödliche Komplikationen nicht auszuschließen!
Cannabis-Mythen
Einstiegsdrogentheorie
Bis heute gibt es dafür keinen
kausalen Zusammenhang.
Andernfalls hätten wir es heute mit
Legionen von Drogenabhängigen
zu tun
Cannabis-Mythen
Heutige Forschungsstudien
belegen, dass kein subkulturelles,
cannabisorientiertes Drogenmilieu
existiert.
Der Kauf von Cannabis erfolgt eher
über Freundes- und
Bekanntenkreis.
Cannabis-Mythen
Suchtgefahr
Cannabis erzeugt keine körperliche
Abhängigkeit, eine letale Dosis ist nicht
bekannt; es kann aber bei exzessivem
Gebrauch eine psychische Abhängigkeit
entstehen
Cannabis ist jedoch ein schlechtes
Problemlösemittel, da es die jeweiligen
Grundstimmungen verstärkt
Cannabis-Mythen
Die unwirksame Substanz COOH
ist mehrere Wochen nachweisbar
Ein protrahierter
Intoxikationszustand existiert
nicht!
Cannabis-Mythen
Nach heutigem Forschungsstand muss die
These, dass Cannabis nach längerer Zeit zu
Demotivationserscheinungen führt
zurückgewiesen werden.
Cannabis-Mythen
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der
Höhe der Strafen und dem Konsum
Höhere Rechtsstrafen begrenzen nicht den
Konsum von Cannabis!
In den Niederlanden ist der Konsum
bedeutend geringer als in GB (höhere Stafen)!

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