Sicherheit?
Global politics und Russland
FUB Business talk
Klaus Segbers
August 13, 2004
Übersicht
1 Der neue globale Kontext und seine
Auswirkungen auf die RF
2 Russland: Eine Zwischenbilanz
1.1 Der globale Kontext 1
Ende des Westfäischen Systems
(Globalisierung)
Ende des Kalten Krieges
Ende des bipolaren Systems
Post - 9/11?
1.2 Der globale Kontext 2
Mehr Akteure, mehr (Spiel)Ebenen, mehr
Spiele, mehr (auch konkurrierende) Regeln
Weniger reale Souveränität für Regierungen
Die Agenda der Nachkriegszeit (WW 2)
wechselt: Wie mit Asymmetrien und
patchworks umgehen?
Allgemein: Abnehmende Konsistenz der
Politik
1.3 Der globale Kontext 3
Ein Ergebnis dieser Veränderungen ist,
dass die Welt unsicherer geworden zu
sein scheint.
Analytisch benötigen wir eine neue
politische Kartographie.
Politisch und sozial müssen wir lernen,
mit mehr Unsicherheiten umzugehen.
1.4 IB und Russland nach 1990
•
•
•
•
•
Der Kollaps der SU führte zum Ende des KK.
Der Wandel der RF fand/ findet nicht im
Vakuum statt.
Keine isolierte Entwicklung mehr möglich.
Zu wirtschaftlichem, politischem und
sozialem Wandel tritt nation building hinzu.
Die Umfeldbedingungen sind gemischt.
2.1 Der westliche Russland-Diskurs
Einzigartigkeit, Irrationalität
Staatsförmigkeit, Konsistenz und
Steuerbarkeit
Apocalypse forever
Führt zu:
Personalisierung „oben“
Überschätzung der politischen
Steuerung
Unterschätzung anderer Akteure und
Faktoren
Ausblendung von positivem Wandel
und Normalität
2.2 Nützliche Annahmen
„Russland“ kann man verstehen;
politische Prozesse sind nicht
irrational.
Zugleich: Politik ist oft nicht
konsistent, und sie ist oft nicht
organisierbar.
Es gibt verschiedene wichtige
Analyseebenen, und wesentliche
nichtstaatliche Akteure.
Institutionen sind bedeutsam.
Der alte Transformationsbegriff ist
erschöpft.
Die Erwartung von DesignerReformen ist unrealistisch.
2.3 Das „Putin“-Phänomen
 „Putin“ kann als Ausdruck eines neuen
Äquilibriums gedeutet werden.
„Putin“ spiegelt eine relative
Saturierung wichtiger Eliten- und
Interessengruppen.
„Putin“ symbolisiert die Konvertierung
von „roving“ in „stationary bandits“.
„Putin“ steht für die Interessen und
Stimmungen verschiedener sozialer
Gruppen.
„Putin“ ist eher ein Moderator als ein
entschiedener Beweger.
2.4 Zeithorizonte, 1990 – 2004
3.4
3.3
3.2
3.2
3.1
3.0
2.9
2.8
2.8
2.7
2.7
2.8
2.8
2.6
2.4
2.4
1 year
2.3
2.2
4 years
2.1
2.0
Long-term
1990
1994
1999
2004
2.5 Politik: Fortschritte seit 1999
Politische Eruptionen wenig
wahrscheinlich.
Höhere top-down Effizienz
Bessere Verzahnung zwischen
Zentrum und Regionen
Grössere Distanz zu den
„Oligarchen“
Duma und PA sind
professioneller
Aber: bargaining ist noch immer
die vorherrschende Form der
politischen Interaktion
2.6 Politik: Risiken und Probleme
Rechtsorgane entwickeln
sich noch
Probleme mit Parteien und
robuster Zivilgesellschaft
Volatile
Entscheidungsprozesse
Entscheidungshemmende
Wirkungen von Wahlen –
auch hier
2.7
Wirtschaft: Wandel seit 1999
Härtere Budgetschranken
Weniger virtuelle und
Bartergeschäfte
Neuer Steuerkodex
Vereinfachung des Zollrechts
Neues Bodenrecht
Entwicklung der Mittelklasse
und KMU
Besseres corporate
governance, business climate
Konsolidierung der
Aussenverschuldung
2.8 Wirtschaft: Risiken und Konflikte
Bankensystem - begonnen
Pensionsreform - begonnen
Kommunale Reformen
Reformen der „natürlichen
Monopole“ (RAO EES, MPS,
Gazprom, Transneft)
Aussenverflechtung
(Energieträger; Abhängigkeit
von Weltmarktpreisen)
Noch instabile
Investitionstrends
Macroeconomic indicators
1998
1999
2000
2001
2002
2003
GDP, % -
5.3
6.4
10.0
5.1
4.7
7.3
7.4
Industrial prod., %
5.2
11.0
11.9
4.9
3.7
7.0
7.0
F’d investments, % 12.0
5.3
17.4
10.0
2.6
12.5
12.8
Unemployment, % 11.8
11.7
10.2
9.0
7.1
8.9
8.1
Current acc’t, $ bn
24.6
46.8
33.9
29.1
35.8
22.6
0.2
Source: Goskomstat, CBR.
2004
2.9 Gesellschaft: Stabilisierung
Fähigkeiten zur
Anpassung
Relativer Zusammenhalt
Wachsendes soziales
Kapital
Zivilgesellschaftliche
Komponenten
Stärker werdende
Mittelschichten
2.10 Gesellschaft: Risiken
Ethnisch drapierte Konflikte
Veraltete Infrastruktur
Negative demographische
Tendenzen
Gesundheitsprobleme
Zurückbleiben der
depressiven Knoten
2.11 Weltpolitik: Integration
Integration, nicht opting out ist die
vorherrschende Tendenz:
Annäherung an WTO
Teilnahme an Allianz gegen
den Terrorismus
Pro-institutionelle Ausrichtung
(Irak)
Zugleich Balancieren in
verschiedene Richtungen
Russland ist auch Europa
2.12 Weltpolitik: Risiken und Konflikte
Keine wirksamen nationalen
Interessen: Akteure verfolgen
partikulare Strategien
Volatile Preise auf den
Weltenergiemärkten
Instabilität im Mittleren Osten
… auf dem Balkan, im
Kaukasus, in Zentralasien
Dynamische Entwicklung in
China
Partieller brain drain
Digital/ informational divide
2.13 „Putin“- Effekte: Zwischenbilanz
Es gibt eine klare Tendenz zu mehr Stabilität, zu
institutionellem Wandel und kalkulierbareren
öffentlichen Gütern.
Die P-Verwaltung möchte eher einen managed
capitalism. Is das umsetzbar?
Dennoch – es gibt keinen gemeinsamen
wirtschaftlichen und politischen Raum im
klassischen Sinn, und das wird wohl so bleiben:
Russland als patchwork.
Gewiss fehlt es an Ressourcen und Optionen, um
ein autoritäres Regime nach dem Muster des 20.
Jahrhunderts zu etablieren. Aber auch Chaos
wird wohl nicht dominieren.
Es ist hilfreich, die RF auch mit SA, Indien und
Brasilien zu vergleichen anstatt mit der OECD.
the end...
http://userpage.fu-berlin.de/~segbers
Wirtschaftliche Indikatoren
Ölproduktion (in Millionen Barrel je Tag)
Quelle: Deutsche Bank Research, F.A.Z. Institut in: FAZ 13.04.2003
7,86
6,95
6,34
6,18
6,04
6,12
6,07
6,31
6,71
7,29
7,59
1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
2.6 FP’s Conditioning Variables
Permanent media exposure
Permanent elections
Changing domestic and European
coalitions
Continuing multi-level games
4.3 Conditions for a hegemon
On the first count, huge opportunities were missed
after 9/11. Not many societies perceive the U.S. as
benign.
A “acceptable” hegemon must meet one
fundamental condition – as a hegemonic
power, he must have at least a medium-range
time horizon, and he must have developed
encompassing interests. Is this the case with
the current U.S. administation?

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