Humankapitalausstattung:
Bildung
Andrea Vollweiler, Marco Sommer, Markus Scheid, Saba Detweiler
Gliederung
1. Bildung – eine analytische Herangehensweise
2. Bildung und ihre Auswirkungen
3. Bildungssituation in Entwicklungsländern
4. Bildungssituation in den USA
1. Equity and Development
Definition Humankapital
●
Humankapital


„menschliches Kapital“
Volkswirtschaftliche Bezeichnung für die
Betrachtung der Menschen einer Gesellschaft als
Träger von ökonomisch nutzbarer Bildung,
Ausbildung und Leistungsmotivation sowie als
potentiell bildungsfähigen Faktor.
H.v.Lear, Industrialisierung und Qualität der Arbeit, 1977; G. Weisshuhn, Sozioökonom. Analyse von
Bildungs- und Ausbildungsaktivitäten, 1977; T.W. Schultz, In Menschen investieren, 1986
Erfassung von Ungleichheit
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●
●
●
Ungleichheit zu messen ist nicht einfach
Daten aus einem Survey oder Zensus können
generell nur Statistiken liefern (z.B. über
Schulbildungsjahre)
Die Qualität der Bildung und individuelle Variationen
werden dadurch nicht gut erfasst
Der Vergleich von Schulbildungsjahren über
verschiedene Länder hinweg ist schwierig.
●
●
●
Trotz Messproblematik lässt sich dennoch eine hohe
Ungleichheit der Bildungschancen erkennen.
Messmethode: Analysiert wird der Prozentteil der
Personen in einem Haushalt, die keine Bildung
besitzen.
Unabhängige Variablen:



●
Geschlecht
Wohnort (Stadt/Land)
Zugang zu Lehrkräften
Einflussfaktoren:

Geschlecht

Wohnort

Zugang zu Lehrkräften
Der Einfluss des Geschlechts
●
●
In den wohlhabenden Ländern gibt es kaum
Unterschiede.
In Entwicklungsländern zeigt sich ein deutlicher
Geschlechterunterschied
Der Einfluss des Wohnortes
●
●
Geringere Bildungschancen bei Haushalten in
ländlichen Gebieten.
Deutlicher Vorteil urbanisierter Gebiete selbst in
Ländern mit vergleichsweise sehr niedriger Bildung.

Beispiel: Burundi
Zugang zu Lehrkräften
●
●
●
●
Alltägliches Problem: Die Abwesenheit von
Lehrkräften
Gebiete mit höherem Durchschnittseinkommen
verzeichnen generell eine geringere Abwesenheit von
Lehrern.
Besser bezahlte Lehrer erscheinen aber ebenso
selten wie schlecht bezahlte Lehrer.
Verbesserungsmöglichkeiten:


Qualitativ hochwertige Infrastruktur
Anwesenheitskontrollen
Trends
●
Geschlecht:


●
Besonders in den älteren Kohorten haben Frauen eine
weitaus geringere Bildung als Männer.
In den jüngeren Kohorten nimmt dieser Unterschied
deutlich ab.
Wohnort:

Die durchschnittliche Zahl der Bildungsjahre in ländlichen
Gebieten gleicht sich besonders im mittleren Osten,
Nordafrika, Osteuropa und Zentralasien den urbanisierten
Gebieten an.
Ungewichtete Verteilung der
absolvierten Schuljahre '60, '80, '00
Die gewichtete Verteilung der
absolvierten Schuljahre, '60, '80, '00
Durchschnittliche Bildungsjahre
2. Bildung und ihre Auswirkungen
Bildung führt zu...
●
Besserem Lebensstandard für den Einzelnen
●
Besserer Lebensqualität für den Einzelnen
●
Höherer Flexibilität und Unabhängigkeit
●
Veränderte Lebensanschauungen
●
Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Landes
●
Steigerung politischer Stabilität des Landes
Status Quo?
Prozentual vorhandene Grundschulbildung zur Bevölkerung
100
90
80
70
60
2001
50
1998
40
30
20
10
0
Westen
Asien
Südamerika
Sub Sahara
Ergebnis
●
Bildungsgefälle von Nord/West nach Süd/Ost
●
Besserungen im Erhalten von Grundschulbildung
●
Weiterführende Schulbildung noch nicht weit verbreitet
Äußere Betrachtung
Aber...innerhalb
●
Weitere Gefälle:

Geschlecht

Wohnort (Stadt/Land)
Siehe Graphik
Auswirkungen des Gefälles
●
Weitere Ungerechtigkeiten in:

Beschäftigung

Lohn

Gesundheit

Macht

Soziale Integration
Die Schere klafft weiter auseinander
Zukunftsvorschläge?
●
Gleicher Bildungszugang für alle

Schulbildung

Weiterführende Bildung

'Soziale' Bildung
●
Bessere Wirtschaft
●
Stabilere Regierungen
3. Bildung und Stratifizierung in
Entwicklungsländern
• Makrostrukturelle Mächte und deren Einfluss auf
Bildung und Stratifikation
• Beziehung zwischen Familienhintergrund und
Bildungsoutcome
• Schuleffekt
• Bildungswirkung auf ökonomische und soziale
Mobilität
Makrostrukturelle Mächte
• Staat stellt Bildungsmöglichkeiten bereit und
determiniert dadurch die Struktur des
Bildungssystems durch Bildungspolitik.
• Bsp. für Bildungsstratifizierung Südafrika: das
Bildungssystems wurde dazu benutzt, um die soziale
Mobilität der schwarzen Bevölkerung zu blockieren.
Makrostrukturelle Mächte
• Die Weltinstitutionstheorie zeigt eine weltweite
Bildungsexpansion als das Resultat einer sozialen
Mobilität.
• Kritik von Forschern an der Rolle der globalen Mächte
und internationalen Organisationen, wobei sie sich
auf die Entwicklungstheorie beziehen.
Makrostrukturelle Mächte
• Kurz: Die Forschung über Makrostrukturelle
Determinanten der Bildung und Ungleichheit
demonstrieren, dass
– die Effizienz von Staatsakteuren in expandierender
Bildung und formender Stratifikation über Zeit und Ort
hinweg hoch ist,
– und dies durch Globale Institutionen oder Mächte
erhöht oder erzwungen werden kann.
Family Background
• Family Background ist ein wichtiger Faktor für
Bildungsoutcome.
• Wenn in Afrika eine Frau Hauptverdienerin und
Haushaltführerin ist, dann wird dies mit größeren
Bildungsmöglichkeiten für Kinder assoziiert.
• Negativer Zusammenhang zwischen Anzahl der
Geschwister und Bildung.
Family Background
• Kritikpunkte:
– Negative Assoziation zwischen Anzahl der
Geschwister und Bildungsabschluss nicht
konsistent untersucht.
– Die Position eines Kindes innerhalb der
Geschwisterstruktur determiniert, ob einer der
Geschwister etwas zu den Ressourcen für die
Bildung beiträgt oder ob dieser sie mindert.
– Was verstehen Ökonomen unter Qualitäts- und
Quantitätsausgleich.
Schulfaktoren und Prozesse
• Schulfaktoren haben einen signifikanten Effekt auf die
Schulleistungen.
• Der Basismaterialinput hat einen großen Einfluss auf
inadäquate oder ungleiche Verteilung der
Bildungsressourcen in Entwicklungsländern, während
der Einfluss in industrialisierten Ländern eher gering
ist.
Schulfaktoren und Prozesse
• Die meisten Studien, die den Einfluss von Schuleffekt
versus Familieneffekten untersuchen, wurden mit
einer OLS Regressionsanalyse durchgeführt.
• In den 80er Jahren kam eine neue Generation von
Studien auf, die das multi-level Modell anstatt OLS
benutzten.
• Die Untersuchung mit dem multi-level Modell fanden
einen größeren Effekt des Familienhintergrunds als
des Schulfaktors auf die Bildungsleistungen
Der Effekt von Bildung auf ökon.
Outcome und soziale Mobilität
• Viele Untersuchungen über Bildung und sozialer
Mobilität in Entwicklungsländern basieren auf der
Arbeit von Blau und Duncan, sowie auch auf dem
Wisconsin Model zur Statuserreichung.
• Die verschiedenen Ergebnisse von Studien
reflektieren einen Verlust des Zusammenhangs von
Statuserreichung in Entwicklungsländern
Der Effekt von Bildung auf ökon.
Outcome und soziale Mobilität
• Lipset und Bendix hatten die Idee, dass das Level der
beruflichen Mobilität über die Generationen in einer
Gesellschaft vom Level der Industrialisierung
abhängt.
• Treiman erweiterte diese Idee um einen
Mechanismus zu erstellen, welcher besagt, dass
Industrialisierung eine größere Mobilität fördert.
Der Effekt von Bildung auf ökon.
Outcome und soziale Mobilität
• Der berufliche Status vom Vater hat einen geringeren
Einfluss auf den beruflichen Status des Sohnes,
während der Bildungsabschluss des Sohnes einen
starken Einfluss auf seinen späteren beruflichen
Status hat.
• Untersuchungen in den 70er und 80er Jahren fanden
Ergebnisse, die die Industrialisierungsthese
unterstützen.
Der Effekt von Bildung auf ökon.
Outcome und soziale Mobilität
• Treiman und Yip betrachteten die
Industrialisierungsthese mit Länderübergreifenden
Daten von 21 Nationen, in denen 4
Entwicklungsländer enthalten waren.
• Ergebnis: Der Einfluss von sozialer Herkunft auf
Bildungsabschluss und beruflichen Leistungen
sanken mit zunehmender Industrialisierung.
• Sehr wenige Studien untersuchen die
Bildungsungleichheiten in Zusammenhang zu
ethnischen- und Geschlechtsungleichheiten in der
Erwerbsquote oder beruflichen Status. Bsp. Telles
und Brinton
4. Ethnische Stratifizierung im US
Bildungssystem
Ethnische Stratifizierung im US
Bildungssystem
• Immer größerer Anteil von Kindern mit
Migrationshintergrund
• Starke Annäherung in Leistungen über
vergangene Jahrzehnte
• Einige Unterschiede(Whites, Asians vs. Blacks,
Hispanics) blieben jedoch bestehen
Kulturelle Orientierung und
strukturelle Position
• Ethik-Orientierung geht mit achievement motives
einher
• Zeit der Ankunft, Fähigkeiten und
Arbeitsmarktbedarf
• Biologische Erklärungen für Unterschiede heute
verpönt
Grades
• Voreingenommenheit von Lehrern und Schülern
• Qualität der Schule
• Leistungsreihenfolge: Asians, Whites, Hispanics,
Black
Tracking and course taking
• Minderheiten häufig sehr früh in“low-ability“ groups
• Entstehung einer negativen Haltung gegenüber
Bildung und Lernen (Stigmatisierung)
• Minderheiten schlagen häufiger den Weg der
Berufsausbildung als akademische Karriere ein
Dropping Out
• Blacks, Hispanics und Natives am stärksten
• Für Mexikaner besondere Problematik: geringere
Standards in Mexiko
• Blacks stark betroffen wegen einem Mangel an
Finanziellem-, Human- und Sozialkapital
Completion
• Alle Gruppen verbesserten sich in den letzten
Jahren
• Variationen innerhalb ethnischer Gruppen(Asiaten:
Japaner und Chinesen besser als Vietnamesen
oder Hmong)
• Einfluss der Familienstruktur
• Diskriminierung, Segregation und unterschiedliche
Herangehensweisen sind Erklärungsfaktoren
Erklärungen
• Bildung der Eltern und Einkommen als beste
Prädiktoren für Bildungserfolg
• Erklärt gute Leistungen der Asiaten aber nicht die
Heterogenität innerhalb einer Ethnie
• Können Hilfestellungen geben(Hausaufgaben)
• Wenn Hispanics und Whites gleiche
Ausgangsbedingungen haben dann vergleichbare
Leistungen
Sozialkapital
• Positiver kultureller Glaube an Bildung bei Asiaten
• Verpflichtung gegenüber Familie
• Blacks sehen sich in Opposition zu dominanter
Gruppe und entwickeln eigene Standards
• Erfahrungen der Eltern führen zu Misstrauen
• Stereotype threat

Humankapitalausstattung: Bildung