Geschichte der Ubersetzung bzw. der
Übersetzungstheorien
PhDr. Anna Mikulová, PhD
Übersetzung
• „Übersetzung ist die Übertragung von
gesprochenem oder Geschriebenem aus
einer Sprache (Ausgangssprache) in eine
andere durch einen Übersetzer oder
Dolmetscher“ (STOLZE 1994: 13).
Geschichte der Übersetzung
• Die Tradition der Übersetzung ist sehr lang, mit ihrer Problematik
hat sich theoretisch schon CICERO auseinandergesetzt, er
behauptet, dass man sich entweder als Übersetzer auf den Wortlaut
des Originals oder wie ein Redner auf sein Publikum konzentriert, er
hatte die zweite Weise bevorzugt: „Ich übersetze die Gedanken, ihre
Formen, oder wie man auch sagen kann, ihre Figuren, jedoch in
eine Sprache, die unserer Gepflogenheit angemessen ist“ (ebd.,
15). Auch der berühmte spätantike Bibelübersetzer HIERONYMUS
teilte diese Einstellung. In seinem Brief an Pammachius (in STÖRIG
1969: 1-13) schreibt er: „Ich gebe nicht nur zu, sondern bekenne frei
heraus, daß ich bei der Übersetzung griechischer Texte –
abgesehen von den heiligen Schriften, wo auch die Wortfolge ein
Mysterium ist – nicht ein Wort durch das andere, sondern einen Sinn
durch den anderen ausdrücke (S. 1)“
Geschichte der Übersetzung
• Bei der kurzen Geschichte verschiedener Übersetzungstheorien
kann man Martin LUTHER (1483-1546) nicht außer Acht lassen.
Auch er bevorzugte bei der Übersetzung die Treue des Sinnes. In
seinem „Sendbrief vom Dolmetschen“ (in STÖRIG 1969: 14-32)
führt er ein interessantes konkretes Beispiel an: „So wenn Christus
spricht: ‚Ex abundantia cordis os lóquitur‘ [Matth. 12,34] Wenn ich
den Eseln soll folgen, die werden mir die Buchstaben vorlegen und
so dolmetschen[1]: Aus dem Überfluß des Herzens redet der Mund.
Sage mir: ist das deutsch geredet? Welcher Deutsche versteht
solches? Was ist Überfluß des Herzens für ein Ding?…sondern so
redet die Mutter im Haus und der gemeine Mann: Wes das Herz voll
ist, des gehet der Mund über…“
[1] Nach (STOLZE, 1994, 13) verwendet LUTHER das Wort
dolmetschen für die schriftliche Übertragung.
Geschichte der Übersetzung
• In diesem Zitat hat LUTHER allerdings eine für die Übersetzung
besonders wichtige und manchmal auch echt schwierige
Problematik angesprochen: nämlich die der angemessenen
Übertragung der Idiomatik. Idiome sind bekanntlich solche
Konstruktionen, wo sich der Sinn nicht aus den Einzelbedeutungen
der Worte ergibt, sondern erst aus dem Ganzen. Hier gilt also umso
mehr, dass bei der Übersetzung von Idiomen Worttreue fehl am
Platz wäre, denn der Übersetzer muss nach einer Konstruktion
suchen, die dem Sinn des Originals äquivalent ist. Grundsätzlich
gibt es dabei zwei Möglichkeiten: Entweder gibt es in der
Zielsprache auch ein Idiom, dessen Sinn äquivalent ist, oder das
Idiom in der Zielsprache muss seinem Sinn nach umgeschrieben
werden, die wörtliche Übersetzung kommt aber jedenfalls nicht in
Frage, denn diese ist – wie das o. a. Beispiel LUTHERs gut zeigt –
in der Zielsprache manchmal völlig sinnlos.
Geschichte der Übersetzung
•
Bis ins 20. Jh. galt nur das Übersetzen der Heiligen Schrift und literarischer
Kunstwerke als Aufgabe, die eine theoretische Erörterung überhaupt wert
ist. Es galt die Maxime einer Art idealer Loyalität gegenüber dem Original
und dem Autor (vgl. ebd., 16). Der wichtigste theoretische Beitrag zur
Übersetzungstheorie im 19. Jhd. stammt von Friedrich SCHLEIERMACHER
(1768-1834) „Über die verschiedenen Methoden des Übersetzens“ (in
STÖRIG 1969: 38-70). Hier werden die wichtigsten Prinzipien formuliert: 1.
Übersetzung sei grundsätzlich ein Vorgang des Verstehens und des ZumVerstehen- Bringens. 2. Je literarisch und sprachlich interessanter der
Originaltext sei, desto anspruchsvoller ist seine Übersetzung. 3. Er
unterscheidet auch schon zwischen Terminologien, die sich in
verschiedenen Sprachen genau entsprechen. Das Begriffsystem in den
einzelnen Sprachen sei verschieden. 4. Nach SCHLEIERMACHER muss
dem Leser der Übersetzung der „Geist der Sprache“ des Originals vermittelt
werden. Es ist die Methode des Verfremdens mit einer „Haltung der
Sprache, die nicht nur nicht alltäglich ist, sondern die auch ahnen läßt, daß
sie nicht ganz frei gewachsen, vielmehr zu einer fremden Aehnlichkeit
hinübergebogen sei“ (vgl. ebd, 17-18).
Geschichte der Übersetzung
• Einer ähnlichen Auffassung der Übersetzung ist auch bei
Walter BENJAMIN (1892-1940) zu begegnen. In seinem
Aufsatz „Die Aufgabe des Übersetzers“ (in STÖRIG
1969: 155-169) äußert er sich zur Übersetzung des
literarischen Kunstwerks: „Die wahre Übersetzung ist
durchscheinend, sie verdeckt nicht das
Original…sondern läßt die reine Sprache wie verstärkt
durch ihr eigenes Medium, nur um so voller aufs Original
fallen. Das vermag vor allem Wörtlichkeit in der
Übertragung der Syntax, und gerade sie erweist das
Wort nicht den Satz als Urelement des Übersetzers.
Denn der Satz ist die Mauer vor der Sprache des
Originals, Wörtlichkeit die Arkade“ (vgl. ebd., 18).
Relativistisch orientierte Theorien
• In der Geschichte der Übersetzung und den mit ihr verbundenen
theoretischen Erwägungen kommt auch die Überzeugung vor, dass
es im Prinzip nicht möglich ist, einen Text in einer Sprache adäquat
in eine andere Sprache zu übersetzen. Wilhelm von HUMBOLDT
sagt: „Alles Übersetzen scheint mir schlechterdings ein Versuch zur
Auflösung einer unmöglichen Aufgabe. Denn jeder Übersetzer muß
immer an einer der beiden Klippen scheitern, sich entweder auf
Kosten des Geschmacks und der Sprache seiner Nation zu genau
an sein Original oder auf Kosten seines Originals zu sehr an die
Eigentümlichkeit seiner Nation zu halten. Das Mittel hierzwischen ist
nicht bloß schwer, sondern geradezu unmöglich“ (KOLLER 1979:
134)[1].
[1] Aus einem Brief an August Wilhelm von SCHLEGEL vom
23.7.1976; zitiert nach KOLLER.
Relativistisch orientierte Theorien
•
Die pessimistischen Ansichten im Hinblick
auf die Übersetzbarkeit hängen allerdings mit
der Überzeugung zusammen, dass die jeweilige
Sprache entscheidend das „Weltbild“ ihrer
Nation determiniert. W. von HUMBOLDT sieht
das Denken in Abhängigkeit von der Sprache:
„Die Sprache ist gleichsam die äußerliche
Erscheinung des Geistes der Völker; ihre
Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache,
man kann sich beide nicht identisch genug
denken“ (HUMBOLDT 1949: 60)
Relativistisch orientierte Theorien
•
Neben HUMBOLDT sind als Stellvertreter solcher
Sprachauffassung noch Leo WEISGERBER (18991985) und Benjamin Lee WHORF (1897 - 1941) zu
nennen (vgl. STOLZE, 1994, 25). WEISGERBER als
Hauptvertreter der sog. Sprachinhaltsforschung hat in
Anlehnung an HUMBOLDT die Ansicht vertreten, der
Mensch nehme die Realität durch das „Gitter“ der
Sprache wahr. In seiner Konzeption gibt es in jeder
Sprache die sog. „innere Form“, die dem Bezeichnenden
den konkreten und für die gegebene Sprache
spezifischen Ausdruck verleiht. WEISGERBERs
beliebter Terminus ist auch die „Muttersprache“, d.h. die
Sprache der Gemeinschaft, dessen Mitglieder die Welt
durch das „Gitter“ gerade dieser Muttersprache
bekommen.
Relativistisch orientierte Theorien
•
Dieser Pessimismus hatte allerdings auch einige
gegensätzliche Reaktionen hervorgerufen. L.
BLOOMFIELD (1935) sagt: „As to denotation, whatever
can be said in one language can doubtless be said in
any other: the difference will concerne only the structure
of the forms, and their connotations.“ (vgl. ebd., 135).
BLOOMFIELD lehnt hier offensichtlich die Überzeugung
von der determinativen Kraft der Sprache ab und äußert
dagegen die tiefe Überzeugung des Strukturalismus,
dass sich nämlich alles in allen Sprachen im Grunde
genommen ausdrücken lässt, nur mit unterschiedlichen
Mitteln.
Relativistisch orientierte Theorien
• Unter den „Optimisten“ im Hinblick auf die
Übersetzbarkeit können wir noch O. KADE
nennen. Auch er teilt die Überzeugung,
dass alles übersetzbar ist: „Somit kann
festgestellt werden, daß in bezug auf die
semantische Bedeutung und damit die
rationalen Komponenten des
Informationsgehalts sprachlicher Texte
prinzipiell keine Beschränkung der
Übersetzbarkeit vorliegt.
Relativistisch orientierte Theorien
• Auf die These der Nichtübersetzbarkeit geht auch das linguistische
Relativitätsprinzip zurück, das WHORF (1963) wie folgt formuliert:
„Aus der Tatsache der Strukturverschiedenheit der Sprache folgt,
was ich das ‚linguistische Relativitätsprinzip‘ genannt habe. Es
besagt, grob gesprochen folgendes: Menschen, die Sprachen mit
sehr verschiedenen Grammatiken benützen, werden durch diese
Grammatiken zu typisch verschiedenen Beobachtungen und
verschiedenen Bewertungen äußerlich ähnlicher Beobachtungen
geführt. Sie sind daher als Beobachter einander nicht äquivalent,
sondern gelangen zu irgendwie verschiedenen Ansichten von der
Welt. “ (STOLZE 1994: 27). In diesen Ansichten wurde WHORF von
E. SAPIR, seinen Lehrer an der Universität Yale unterstützt –
deshalb wird das linguistische Relativitätsprinzip auch Sapir/Whorf
Hypothese benannt. WHORF glaubte vor allem im Bereich der
Raum-Zeit-Auffassungen grundlegende Unterschiede zwischen den
einzelnen Sprachen festzustellen können (vgl. ebd.).
Universalistische
Übersetzungstheorie
• Einen Gegenpol der relativistischen Theorie, die die
„Muttersprache“ als den determinativen Faktor des
„Weltbildes“ sieht, stellt die Theorie der
Universalsprache dar. Das Konzept der
Universalsprache bildete vor allem die Grammatik von
Port-Royal (1660), die auf der Theorie von allgemeinen
logischen Formen basiert, die jeder Sprache zugrunde
liegen. Diese theoretisch-kritische Grammatik von A.
ARNAULD und E. LANCELOT versucht auf der
Grundlage des Griechischen, des Lateinischen und
Französischen, die für alle Sprachen gelten (vgl.
STOLZE 1994: 29).
Universalienforschung – absolute Übersetzbarkeit
über ein tertium comparationis
•
Das Konzept allgemeiner logischer Formen führte zur
Universalienforschung. Die Forschung konzentrierte sich zunächst auf
grammatische Universalien als Eigenschaften aller menschlichen Sprachen
(vgl. ebd., 36f). Die Universalientheorie vermittelte wichtige Impulse für die
Übersetzungstheorie. Im Gegensatz zur inhaltsbezogenen
Sprachbetrachtung (vgl. oben) deutet sich hier prinzipielle Übersetzbarkeit
an, d.h. dass alles in jeder Sprache ausgedrückt werden könne. Roman
JACOBSON unterscheidet (1959) zwischen der „intralingualen,
interlingualen und intersemiotischen“ Übersetzung[1] (vgl. ebd., 39). George
MOUNIN stellt die Bezeichnungsfunktion der Sprache in den Vordergrund
und kommt zum Schluss: „…il faut conclure aussi que la traduction de toute
langue en toute langue est au moins possible dans le domaine des
universaux…“(MOUNIN 1963: 223 – vgl. ebd. 40).
•
[1] Vgl. R. JACOBSON (1959): Linguistische Aspekte der Übersetzung. In
W. Wilss (Hrsg.) (1981): Übersetzungswissenschaft. Darmstadt, 189-198,
S. 190.
Universalienforschung – absolute Übersetzbarkeit
über ein tertium comparationis
• Erwin KOSCHMIEDER präzisiert
MOUNINs Position: Übersetzen heißt
nach ihm: „zum ausgangssprachlichen
Zeichen über das ausgangssprachliche
Bezeichnete das Gemeinte finden und zu
demselben Gemeinten in der Zielsprache
über das zielsprachlich Bezeichnete das
zugeordnete zielsprachliche Zeichen
finden“ (ebd.)
Übersetzungsvorgang als interlingualer Transfer
Die Leipziger übersetzungswissenschaftliche Schule
• Von der Leipziger Schule wird die
Übersetzungswissenschaft als linguistische Teildisziplin
verstanden, deren Gegenstand die Untersuchung der
Translationsprozesse als sprachliche Prozesse ist.
KADE meint, dass „alle Texte einer Sprache Lx
(Quellensprache) können unter Wahrung des rationalen
Informationsgehalt im Zuge der Translation durch Texte
der Sprache Lnn (Zielsprache) substituiert werden, ohne
daß prinzipiell der Erfolg der Kommunikation
beeinträchtigt oder gar in Frage gestellt wird“ (KADE
1971: 26 – ebd., 44).
Übersetzungsvorgang als interlingualer Transfer
Die Leipziger übersetzungswissenschaftliche Schule
• Zentrale Begriffe der Leipziger Schule
sind Kode und Kodewechsel. Nach der
Translationslinguistik besteht das
Hauptziel der Übersetzung darin, den
Informationsgehalt eines Textes in der
Übersetzung invariant zu erhalten (vgl.
ebd.). Beim Übersetzen tritt zwischen
Sender und Empfänger der Übersetzer,
der einen Kodierungswechsel vornimmt
(vgl. ebd., 45).
Übersetzen als Transferprozess
• Vom kommunikationswissenschaftlichen Modell des
Übersetzungsvorgangs ausgehend ist Wolfram WILLS
bemüht, die Regeln des Übersetzungsprozesses zu
erforschen. Die Übersetzungswissenschaft untersucht
nach Meinung WILLS: „auf sprachpaarbezogene und
sprachenpaarübergreifende Weise interlinguale
Transfervorgänge und die ihnen zugrundeliegenden
parole-bezogenen mentalen Operationen“ (WILLS
1977a: 72 – vgl. ebd., 51). Bei der Übersetzung werden
nicht Wörter oder Sätze, sondern Texte übersetzt,
deswegen muss der Übersetzungsprozess textbezogen
definiert werden
Übersetzen als Transferprozess
• „Übersetzen ist eine Folge von
Formulierungsprozessen, die von einem
schriftlichen ausgangssprachlichen Text zu
einem möglichst äquivalenten zielsprachlichen
Text hinüberführen und – im Sinne der
Morris`schen Semiotik – das syntaktische,
semantische und pragmatische Verständnidnis
der Textvorlage und eine textadäquate
Transferkompetenz des Übersetzers
voraussetzen. “ (WILLS 1980: 14-17 – vgl. ebd.
51f).
Übersetzen als Transferprozess
• WILLS meint weiter, dass für die Beschreibung der
Übersetzungskompetenz bestimmte Denkschemata als
Ausgangspunkt der Transfermethodik zu untersuchen
sind, die als Bausteine der kognitiven Weltrepräsentation
im Gedächtnis gespeichert werden. „Kognitive Schemata
sind internalisierte, in bestimmten Handlungssituationen
aktivierbare Wissenseinheiten. Dabei kann man
zwischen übergeordneten und untergeordneten
Wissenseinheiten unterscheiden. Zu den
übergeordneten Schemata…gehören u. a.
Textsortenkonventionen, zu den untergeordneten das
Wissen über ausgangssprachliche syntaktische,
syntagmatische oder morphologische Strukturen und
ihre zielsprachlichen Entsprechungen“ (WILLS 1993:
109 – vgl. ebd. 54).
Die sprachpaarbezogene Übersetzungswissenschaft Die
Stilistique comparé
• Die Vertreter der Stilistique comparé initiierten eine
systematische Beschreibung von
Übersetzungsverfahren aufgrund des Vergleichs der
Oberflächenstrukturen von verschiedenen Sprachen.
Anhand zahlreichen Übersetzungen der beiden
Sprachenpaare Englisch-Französisch
(VINAY/DARBELNET) und Deutsch-Französisch
(MALBLANC) gelangten sie zu dem Ergebnis, dass alles
Übersetzen unter sieben Hauptkategorien subsumierbar
ist: emprunt, calque, traduction lettérale, trasposition,
modulation, équivalence, adaptation (vgl. ebd. 59-60).
Stilistique comparé
Die Übersetzungsprozeduren
1. emprunt (Direktentlehnung), d.h. die graphisch
und inhaltlich unveränderte Übernahme
ausgangssprachlicher
Lexeme
in
die
Zielsprache. Im Deutschen wären es z.B. die
folgenden Lexeme: know-how, talk-show,
ghost-writer, establishment usw. Im weiteren
Verlauf
der
Einbürgerung
durch
orthographische und lautliche Angleichung
werden sie zu Lehnwörtern – z.B.: Pilotstudie,
Interdependenz, Diversifikation usw.
Stilistique comparé
Die Übersetzungsprozeduren
2.
calque (Lehnübersetzung), d.h. die
lineare
Ersetzung
morphologisch
analysierbarer
ausgangssprachlicher
Syntagmen (in der Regel geht es um
substantivische Komposita oder um
Adjektiv-Substantiv-Kollokationen). Z.B.:
growth rate – Wachstumsrate, market
research – Marktforschung, developing
country – Entwicklungsland usw.
Stilistique comparé
Die Übersetzungsprozeduren
3.
traduction
littérale
(wortgetreue
Übersetzung), d.h. die Substitution
ausgangssprachlicher
syntaktischen
Strukturen durch formal entsprechende,
inhaltlich sinngleiche Strukturen in der
Zielsprache. Z.B.: How many fisch have
you caught? – Wieviele Fische hast du
gefangen.
Stilistique comparé
Die Übersetzungsprozeduren
4. transposition (Wortartwechsel), d.h. der Inhalt
eines
sprachlichen
Zeichens
der
Ausgangssprache wird bei der Übersetzung
sinngetreu auf sprachliche Zeichen einer
anderen Wortart in der Zielsprache übertragen.
Z.B.: …per vivere moderatemente (it.) –
…um mit Mäßigung zu leben, …i símboli
danteschi (it.) – …die Symbole bei Dante,
His face was red with shame (e.) – Ihm stand
die Schamröte im Gesicht usw.
Stilistique comparé
Die Übersetzungsprozeduren
5.
modulation,
équivalence,
adaptation
(inhaltliche
Perspektivenverschiebungen)
bewirken
unterschiedliche
semantische Abstände zwischen dem ausgangssprachlichen und
dem zielsprachlichen Textsegment. „Dabei bezeichnet modulation
einen Wechsel der Blickrichtung…, équivalence das Ersetzen
einer ausgangssprachlichen Situation durch eine kommunikativ
vergleichbare zielsprachliche Situation und adaptation die
textuelle Kompensation von soziokulturellen Unterschieden
zwischen
ausgangssprachlicher
und
zielsprachlicher
Sprachgemeinschaft“ (WILLS 1977: 116). Ein Beispiel für die
modulation: Es kommt hier zum Wechsel bildlicher Tiervergleiche:
Ich bekomme eine Gänsehaut – fr. J´ai la chair de poule. Ein
Beispiel der équivalence – sie erfolgt sehr oft bei der Übersetzung
von Grußformeln oder Sprichwörtern: Guten Appetit! – (e.) Enjoy
your meal! (vgl. ebd. 60ff).

Snímek 1