Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Vortragstagung „Fruchtgemüse“
16.12.2003
Christoph Hintze
LVG Heidelberg
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Die Märkte für Auberginen und Paprika
– Verbrauch und Lieferanten
Auberginen: Steigender Verbrauch: incl. der ausländischen Haushalte 0,32
kg/Haushalt*Jahr. Geringere Käuferreichweite als bei Paprika und Zucchini.
Südländer: 10 mal so viel wie deutsche Haushalte. Davon profitieren Discounter
(44% der Mengen) und südländische Fachgeschäfte.
Paprika: Steigender Verbrauch: 5,3 kg/Haushalt*Jahr. 55% der Mengen im
Discounter gekauft, 27% in Verbrauchermärkten. Mehr als 50% als Mix gekauft.
Hauptlieferanten: Paprika: Spanien, v.a. im Winterhalbjahr: 57% der importierten
Mengen. Ganzjahreskultur wird in Spanien angestrebt. Niederlande: ca. 36% der
Importmengen, v.a. im Sommerhalbjahr. Selbstversorgungsgrad D: 0,3%.
Auberginen: Spanien und Holland mit je ca. 40% der Mengen. Türkei: ca. 9%.
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Die Märkte für Auberginen und Paprika – Anbauflächen, Mengen, Kosten
Auberginen: Insel Reichenau: ca. 2 ha. In Holland: ca. 85 ha (+10% gegenüber
2002). In Belgien: 30%iges Flächenwachstum in 2003 (Marke Flandria).
Erzeugte Mengen in Belgien: Ca. 10% der holländischen Menge.
Paprika: Anbaufläche in Deutschland: ca. 30 ha (1997: 36 ha).
Spanien: ca. 23.000 ha (incl. Konservenware), ca. 50% d. Mengen gehen in Export.
Kostenvorteil Spaniens gegenüber Holland (am Zielort): ca. 33%.
Holland: ca. 1.250 ha. In 2002 Verluste von > 1 €/qm (rot) bzw. 0,47 €/qm (grün).
Belgien: 8%iges Flächenwachstum. Ca. 5% der holländischen Mengen.
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Die Märkte für Auberginen und Paprika – Preise
Paprika: Kein Aufpreis für deutsche Ware! Deutschland kommt in KW 20 auf
den Markt und verschwindet in KW 43. Holland kommt in KW 7/8 und geht in
KW 50/51 (Durchschnittspreis in 2002: 1,17 €/kg). Belgien: 1,31 hfl/kg.
Auberginen: Preise stark saisonal geprägt. Holländische Ware schwankt weniger
stark als spanische und ist im Sommer deutlich teurer als südländische. Deutsche
Ware (ab Ende Juni) liegt auf holländischem Niveau bzw. leicht darüber.
Durschnittspreise 2003: Reichenau: ca. 0,90 €/kg. Holland: 0,75-0,80 €/kg.
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Ausgangswerte für die Kalkulation von Deckungsbeiträgen:
Betriebsdurchschnittslohn: 10 €/Arbeitskraftstunde (Akh)
Arbeitskraftstunden/1000 qm:
Gurken: 526, Tomaten: 570, Paprika: 450, Auberginen: 350
Alle Kulturen wurden in KW 13 (Ende März) gepflanzt und
bis KW 43 (Mitte Oktober) geräumt. Bodenkultur
Erträge: Gurken: 55 St/qm + 2,7 kg/qm HKL II; Tomaten: 23 kg/qm
Paprika: 12 kg/qm; Aubergine: 15 kg/qm
Durchschnittspreise: Gurken: Wochendurchschnittspreise nach Mengen gewichtet,
Tomaten: 0,69 €/kg, Paprika: 1,30 €/kg; Auberginen: 0,90 €/kg
Weitere Materialpreise: Heizöl: 0,30 €/Liter, Jungpflanzen: Gurken: 1,60 €/Pfl,
Tomaten: 1,45 €/Pfl, Paprika: 1,00 €/Pfl, Auberginen: 1,45 €/Pfl
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Ergebnisse der Deckungsbeitragsrechnung (in €/qm)
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Ergebnisse der Deckungsbeitragsrechnung (in €/kg bzw. Stck)
Paprika: Absatz (16%) und Verpackung: + 0,27 €/kg
Aubergine: Absatz (16%) und Verpackung: + 0,21 €/kg
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Ergebnisse der Deckungsbeitragsrechnung (in €/kg bzw. Stck)
bei etwas reduzierten Erlösen für Paprika und Aubergine und
leicht erhöhten Erlösen für Gurken und Tomaten
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Bewertung der Ergebnisse:
Paprika:
Könnte auch für indirekt absetzende Betriebe eine Alternative
sein. Allerdings hat Holland und Spanien Vorteile hinsichtlich
der Produktions- und Absatzkosten sowie der Marktbeziehungen. V.a. holländische Betriebe aber haben sehr hohe
Gemeinkosten. Auch in Spanien wird massiv in moderne
Produktionstechniken investiert.
Am Zielort Frankfurt kommt die spanische Ware auf
Gesamtkosten in Höhe von ca. 1,02 €/kg (grün) u. 1,12 €/kg (rot)
Holländische Ware: 1,51 €/kg (grün) bzw. 1,61 €/kg (rot).
Auberginen und Paprika – Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken?
Bewertung der Ergebnisse:
Auberginen:
Der berechnete Deckungsbeitrag deutet an, daß die Kultur für den
indirekten Absatz nur sehr bedingt in Frage kommt.
Günstiger als für 0,95 €/kg Einzelkosten wird man kaum
produzieren können: Alleine Arbeit, Jungpflanzen und Heizmaterial
machen schon 0,78 €/kg aus.
Möglicherweise kann die Kultur zur Risikostreuung beitragen.
Vielen Dank für Ihr Interesse !
www.lvg-heidelberg.de

Wirtschaftliche Alternativen zu Tomaten und Gurken