UMGANG MIT DEM KRANKEN
MENSCHEN (UKM)
Kommunikation im Krankenhaus
- Gruppendynamik -
Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie & Psychotherapie
Medizinische Universität Innsbruck
Merke
Patientenrechte:
-
Recht auf sorgfältige Behandlung,
-
Recht auf Information, einschließlich Einsicht in die
Krankengeschichte,
-
Recht auf Selbstbestimmung,
-
Recht auf Geheimhaltung,
-
Recht auf Kontakt zur Außenwelt, insbesondere zu Angehörigen,
-
Schutz der menschlichen Würde,
-
Recht auf Beschwerde,
-
Rechte in Forschung und Lehre,
-
Rechte zur Abfassung schriftlicher Verfügungen betreffend
lebens-verlängernder Maßnahmen, Organentnahme und
Obduktion.
Ärztliche Gesprächsführung kann man
lernen.
-> Verstehen lernen
-> Kommunizieren lernen
Ebenen der Information
Argelander, 1970
1. Ebene der objektiven Information
-> Persönliche Angaben, biographische Fakten,
bestimmte Verhaltensweisen oder Persönlichkeitseigentümlichkeiten, die jederzeit nachprüfbar sind
2. Ebene der subjektiven Information
-> Verbale Mitteilungen des Patienten über seine
Gefühle, sein inneres Erleben, darüber, was die
„objektiven Tatsachen“ für ihn subjektiv bedeuten
3. Ebene der szenischen Information
-> Alles, was der Patient nonverbal interpersonal
mitteilt, wie er in der Beziehung handelt (Mimik, Gestik,
Tonfall etc.)
Kommunikation im Krankenhaus
Ausrichtung auf den ganzen Menschen
Gruppenpflege
Visiten
Kommunikation und Kooperation im
Team
Ausbildung
Entlastungsmöglichkeiten
Räumliche Bedingungen
Großzügige Besuchsregelung
Gespräche im Krankenhaus
• Aufnahmegespräche
• Anamnese
• Visitengespräch
• Angehörigengespräche
• Befundmitteilung
• Diagnosemitteilung
„Bad news“
• Gespräche mit
chronisch Kranken
• Gespräche mit
Sterbenden
Wichtige Kommunikationsaufgaben im
Krankenhaus
1. Bio-psycho-soziale Anamnese
2. Visitengespräch
3. Aufklärung vor Medizinischen
Eingriffen
4. Körperliche Untersuchung
5. Diagnosemitteilung
6. Gespräche mit Schwerstkranken
und Sterbenden
Das Visitengespräch
Als der Chefarzt heute morgen mit seinen
Assistenten und Wärtern auf der Visite war und
mich untersuchte, diktierte er dem Stationsarzt
etwas, das ich nicht verstand.
Unbekannter Patient, 13. Jahrhundert, Damaskus
Im Krankensaal der Klinik gibt es ferner kein
ordentliches Gespräch mit den Kranken; die Kurve
regiert die Stunde.
Viktor von Weizsäcker, 1949
Die Visite, der Höhepunkt an jedem Tag, war
gleichzeitig immer die größte Enttäuschung
gewesen.
Thomas Bernhard: Der Atem
Studierende im
Krankenhaus
Studierende im Krankenhaus
•Seien Sie den Patienten gegenüber
ehrlich und geben Sie sich als das zu
erkennen, was Sie sind (Medizinstudent,
Famulant etc.)
•Tun Sie nichts, auch wenn man es von
Ihnen verlangt, was Sie noch nicht gelernt
haben oder womit Sie sich noch nicht
sicher fühlen
•Verlangen Sie von den Ärzten, die Sie
betreuen, Anleitung und Unterstützung
Gruppendynamik
• Arbeit mit Patientengruppen
• Umgang mit Kollegen derselben
hierarchischen Ebene
• Führung von Mitarbeitern
• Studentenunterricht
• ....
Gruppendynamik als
interdisziplinäres Forschungsgebiet
Psychologie
Persönlichkeit und Gruppenverhalten, Wahrnehmung anderer Personen, Motivation, Konflikt
Soziologie
Selbst und Gesellschaft, Einfluss von Normen auf
das Verhalten, Rollenbeziehungen, Devianz
Ethnologie
Gruppen im interkulturellen Kontext, gesellschaftlicher Wandel, soziale und kollektive Identität
Politikwissenschaften
Führung, Intergruppen- und internationale Beziehungen, politischer Einfluss, Macht
Kommunikationswissenschaften
Informationsübertragung in Gruppen, Kommunikationsprobleme, kommunikative Netzwerke
Betriebswirtschaft,
A+O-Psychologie
Arbeitsmotivation, Produktivität, Teambildung,
Zielsetzungen, Konflikte am Arbeitsplatz
Gruppendynamik als
interdisziplinäres Forschungsgebiet
Sozialarbeit
Teamansätze für Behandlungen (z.B. Gassenarbeit),
Familienberatung, unangepasste Gruppen
Pädagogik
Klassen als Gruppen, Lehren in Teams, Konsequenzen der Klassenzusammensetzung
Klinische
Psychologie
Therapeutische Veränderungen durch Gruppen
Therapie- und Selbsthilfegruppen
Kriminologie,
Recht
Organisation der Polizei, Banden, Geschworenengerichte
Sportwissenschaften
Teamleistungen, Effekte von Erfolg und Misserfolg,
Gruppenzusammenhalt und Leistung
Umgang mit Gruppen
•
•
•
•
Was ist eine Gruppe
Leistung in Gruppen
Motivation
Leitung einer Gruppe
Was ist eine Gruppe: Eine
Definition
• Interaktion: Personen tauschen regelmässig
Informationen aus;
• Beziehungen zwischen Personen (nicht einfach
eine Ansammlung, z.B. Zuschauer vor einem
Strassenkünstler);
• Psychologische Bedeutung für die
Gruppenmitglieder;
• Geteilte Identität (z.B. Fan);
• Struktur: Festgelegte Rollen, Werte und Normen.
Sind Gruppen eine AnalyseEinheit?
Sind Gruppen mehr als eine Ansammlung einzelner Personen?
Was bringt die Betrachtung der Gruppe mehr als die Betrachtung
einzelner Personen?
Frühe Theoretiker waren beeindruckt vom Werk des französischen
Arztes und Soziologen Gustave Le Bon: „Die Psychologie der Massen“.
Sie glaubten, dass die Gruppe mit einem kollektiven Geist denken würden und dass es ein kollektives Bewusstsein gebe.
Eine Gruppe ist mehr
als die Summe ihrer Teile
Gruppenkohäsion
• Gemeinsames Schicksal:
Das Ausmass, in dem die einzelnen Personen zusammen das gleiche
Resultat erleben;
• Ähnlichkeit:
Das Ausmass, in dem die Individuen die gleichen Verhaltensweisen zeigen oder einander gleichen;
• Nähe:
Je kleiner Distanz zwischen den einzelnen Individuen, desto
mehr wird die Gruppe als eine Einheit erlebt.
Gruppen beeinflussen
Individuen
Gruppen beeinflussen Individuen in mannigfacher Weise, z.B.:
• Gruppen ändern die Meinungen von Individuen in Richtung
Konsens mit der Gruppe;
• Gruppen nehmen Individuen das Gefühl der Einzigartigkeit;
• Individuen können einfache Aufgaben in Gruppen besser lösen
• Wenn sich Individuen mit der Gruppe identifizieren, enthält
ihr Selbstbild eine kollektive Komponente (ich bin ein Fan);
• Individuen als Gruppen reagieren kompetitiver auf andere Gruppen als Individuen als Einzelne auf andere Individuen reagieren.
Umgang mit Gruppen
Was ist eine Gruppe
Leistung in Gruppen
Motivation
Leitung einer Gruppe
Beispiel:
Das Rennen der Küchenschaben
In einer Studie mussten Küchenschaben in einer einfachen oder in einer
komplizierten räumlichen Umgebung einen Zielpunkt zu erreichen.
Sie mussten dies entweder alleine tun oder zusammen mit anderen
Küchenschaben.
_______________________________________________________
Räumliche Umgebung
Bedingung
Einfach
Kompliziert
_______________________________________________________
Mit anderen
33.0 sec.
130.0 sec.
Alleine
40.6 sec.
110.4 sec.
_______________________________________________________
Leistung in Gruppen: Lernziele
Soziale Erleichterung versus soziale Interferenz
• Begriffe „Soziale Erleichterung“ und „Soziale Interferenz“
• Wann treten soziale Erleichterung bzw. Interferenz auf?
Soziale Kombination
• Welche Gruppen leisten mehr?
• Verschiedene Aufgabentypen
• Mögliche Produktivität bei verschiedenen Aufgabentypen
Soziale Motivation
• Der Ringelmann-Effekt und Trittbrettfahren
• Wie kann man die soziale Motivation erhöhen?
• Entscheidungen in Gruppen?
Soziale Erleichterung
Im Jahre 1898 fand ein Forscher heraus, dass Radfahrer in einem Wettrennen schneller sind als alleine oder in Begleitung eines Motorrades, das die
Geschwindigkeit vorgab.
In einer anderen Studie liess der gleiche Forscher 40 Kinder eine einfache
Aufgabe. Sie waren entweder alleine oder zu zweit im Raum; letztere lösten
die Aufgabe, ohne miteinander zu reden. Wiederum erbrachten die Kinder
eine bessere Leistung, wenn sie zu zweit waren.
Diese Studien zeigen Effekte der sozialen Erleichterung auf.
Soziale Erleichterung versus
soziale Interferenz
Wir haben Studien besprochen, in denen Effekte der sozialen Erleichterung
beobachtet werden konnten. Allerdings blieb die Befundlage widersprüchlich;
in einigen Studien konnte gar festgestellt werden, dass die Präsenz anderer
Personen deren Leistung verminderte.
Diese Leistungsverminderung durch die Anwesenheit Anderer nennt man
soziale Interferenz. Wie kommt dieser Widerspruch zwischen verschiedenen Studien zustande?
Leistung in Gruppen: Lernziele
Soziale Erleichterung versus soziale Interferenz
• Begriffe „Soziale Erleichterung“ und „Soziale Interferenz“
• Wann treten soziale Erleichterung bzw. Interferenz auf?
Soziale Kombination
•Welche Gruppen leisten mehr?
• Verschiedene Aufgabentypen
• Mögliche Produktivität bei verschiedenen Aufgabentypen
Soziale Motivation
• Der Ringelmann-Effekt und Trittbrettfahren
• Wie kann man die soziale Motivation erhöhen?
• Entscheidungen in Gruppen?
Soziale Kombination
Wann ist eine Gruppe erfolgreich bei einer Aufgabe, wann nicht? Die
„Soziale Kombinations-Theorie“ (social combination theory) beantwortet diese Frage, indem sie sie in zwei einfachere Fragen unterteilt:
1. Hat die Gruppe die Ressourcen, um erfolgreich zu sein?
2. Kombiniert die Gruppe die vorhandenen Ressourcen wirkungsvoll?
Die erste Frage kann beantwortet werden, indem man auf die Gruppenzusammensetzung schaut (wer ist in der Gruppe?), die zweite Frage,
indem man analysiert, welche Art der Kombination von Ressourcen für
einen bestimmten Aufgabentyp am wirkungsvollsten ist.
Wer ist in der Gruppe
Es können nur ein paar Beispiele gegeben werden:
 Je fähiger die Personen in einer Gruppe, desto besser die Gruppenleistung.
 Gruppen mit Personen, die sehr unterschiedliche Meinungen haben, produzieren mehr innovative Lösungen und finden mehr Fehler.
 Verschiedenheit der Gruppenmitglieder führt oft zu besseren Leistungen.
Eine Ausnahme ist, wenn sich die Fähigkeiten der Gruppenmitglieder zu
wenig überlappen.
 Gruppen, deren Mitglieder ähnliche Persönlichkeiten haben, erbringen eine
bessere Leistung.
 Gruppen mit Männern und Frauen sind besser als geschlechtlich homogene
Gruppen; allerdings wird eine einzige Frau in einer männlichen Gruppe
eher Ziel von Sexismus und Vorurteilen.
Mögliche Produktivität nach
Aufgabentypen
Die mögliche Produktivität hängt von den Aufgabentypen ab:
 Additive Aufgaben: Besser als der Beste (alleine).
 Disjunktive Aufgaben: Gleich gut wie der Beste, wenn die Gruppe den
Input des Besten akzeptiert.
 Rollenübungen, nicht zerlegbar: Gleich gut wie der Schlechteste.
 Rollenübungen, zerlegbar: Besser als der Schlechteste.
Leistung in Gruppen: Lernziele
Soziale Erleichterung versus soziale Interferenz
• Begriffe „Soziale Erleichterung“ und „Soziale Interferenz“
• Wann treten soziale Erleichterung bzw. Interferenz auf?
Soziale Kombination
• Welche Gruppen leisten mehr?
• Verschiedene Aufgabentypen
• Mögliche Produktivität bei verschiedenen Aufgabentypen
Soziale Motivation
• Der Ringelmann-Effekt und Trittbrettfahren
• Wie kann man die soziale Motivation erhöhen?
• Entscheidungen in Gruppen?
Soziale Motivation
Das Gesetz der Gruppenproduktivität:
Tatsächliche
Produktivität
=
Mögliche
Produktivität
-
Verluste wegen
fehlerhafter Prozesse
Der französische Wissenschaftler Max Ringelmann erforschte im späten 19. Jahrhundert die Produktivität von Pferden, Ochsen, Menschen und Maschinen.
Wir gehen hier nur auf die Produktivität von Menschen ein.
Die verblüffende Entdeckung von Produktivitätsverlusten in Gruppen:
Je grösser die Gruppe, desto höher der Produktivitätsverlust. Dieser
Effekt wird der „Ringelmann-Effekt“ genannt.
Soziale Motivation
Was verursacht den Ringelmann-Effekt?
Dieser Frage ging der amerikanische Psychologe Bibb Latané und seine
Kollegen nach. Sie testeten Personen alleine, in Pseudogruppen und in
Gruppen.
Bei Pseudogruppen wurde den Versuchspersonen gesagt, dass sie in
Gruppen arbeiteten, sie waren aber in Tat und Wahrheit alleine.
Die Leistungsdifferenz zwischen Pseudogruppen und Gruppen lässt
sich auf Koordinationsverluste zurückführen,
Die Leistungsdifferenz zwischen allein getesteten Personen und
Pseudogruppen auf Verluste wegen mangelnder Motivation.
Gründe für das
Trittbrettfahren
• Anonymität: Wenn Personen anonym in einer Gruppe arbeiten,
kann man Trittbrettfahren beobachten.
• Gruppenarbeit als soziales Dilemma: Personen wollen zwar das
Gruppenziel erreichen, zugleich aber auch ihre persönlichen Ziele
weiter verfolgen ———> „Schwarzfahren“ (free riding).
• Illusion der Produktivität: Personen schätzen die Leistungen
ihrer Gruppe meist besser ein, als sie tatsächlich sind. Personen
merken auch nicht, dass sie in der Gruppe weniger leisten als
alleine und glauben, dass ihr persönlicher Beitrag fair ist.
So lässt sich soziale Motivation
erhöhen
• Die Person vermehrt einbeziehen: Konsequenzen der Gruppenarbeit
müssen für Person wichtig sein. Wenn eine Person das Gefühl hat, andere
seien schwach: höhere Leistung, bei sinnvoller Aufgabe:
(Kompensationseffekt).
• Das soziale Dilemma minimieren, indem eine Person überzeugt ist, dass
ihr Beitrag absolut notwendig für den Gruppenerfolg ist.
• Gruppenziele festlegen: Nicht: „Das beste versuchen“, sondern:
„Versuchen, das Problem in zwei Stunden zu lösen“.
• Hohe Standards setzen. Aber: Unrealistisch hohe Standards untergraben
die Motivation.
• Das kollektive Gefühl stärken, dass man die Aufgabe gut lösen könne.
• Den Gruppenzusammenhalt fördern; mit hoher Produktivität als Norm
Entscheidungsprozesse und –
ergebnisse in Gruppen
„Risky shift“-Phänomen:
Gruppe fasst Entscheidungen, die allgemein riskanter sind als die
Entscheidungen der einzelnen Gruppenmitglieder vor der Diskussion.
„Groupthink“-Phänomen:
Verantwortungslose, im Nachhinein dumm erscheinende
Entscheidungen lassen sich durch den Gruppengeist eines politischen
Gremiums erklären (Gruppen-Euphorie, Gruppen-Kohäsion, sozialer
Druck auf die Mitglieder sind mögliche Gründe)
Entscheidungsprozesse und –
ergebnisse in Gruppen
„Bystander Intervention“-Phänomen:
Helfendes Verhalten hängt in erster Linie von der Situation und
nicht so sehr von Persönlichkeitsmerkmalen ab; je größer die
Anzahl der Zeugen, desto geringer die Bereitschaft zur
Hilfeleistung (Abschieben der Verantwortung fällt leichter)
Probleme bei
Gruppenentscheidungen
„False Consensus Effect“: Gruppenmitglieder tendieren dazu, ihre
eigene Meinung als repräsentativ für die gesamte Gruppe zu halten.
„Entscheidungsautismus“: Einstellungen und Meinungen, die schon vor
dem Entscheidungsprozess bestehen, haben erheblichen Einfluss auf den
Informationsverarbeitungsprozess während der eigentlichen Entscheidungsfindung in der Gruppe. Das Fatale am Entscheidungsautismus besteht darin,
dass an Fehlentscheidungen selbst dann festgehalten wird, wenn dies von
außen betrachtet irrational erscheint.
„Social Loafing“: Die einzelnen Teilnehmer strengen sich in der
Gruppensituation weniger stark an als in der Einzelsituation.
Konformität in Gruppen
Gruppen neigen dazu, fast automatisch und
ohne ersichtlichen objektiven Grund
gemeinsame Verhaltensweisen und eine
gemeinsame Weltsicht zu entwickeln.
Gruppenregeln (Beispiel)
• Ihre Bedürfnisse kennt niemand im Seminar, solange Sie
sie nicht äußern.
• Sie können den Lernprozess beeinflussen und die
anderen dazu bewegen, etwas für Ihre Lernbedürfnisse
zu tun.
• Ziehen Sie sich nicht zurück, wenn Sie mit dem Verlauf
unzufrieden sind. Suchen Sie mit den anderen nach
Möglichkeiten, wie er für Sie Befriedigender werden
könnte.
• Sprechen Sie nicht von “man”, sondern von “ich”.
• Äußern Sie sich nicht nur zum Stoff, sondern auch zum
Geschehen in Ihnen und in der Gruppe.
• Störungen haben Vorrang.
Umgang mit Gruppen
Was ist eine Gruppe
Leistung in Gruppen
Motivation
Leitung einer Gruppe
Begriff der Motivation
Die Motivationspsychologie interessiert sich für die
Kräfte, die Verhalten in Gang bringen und fragt nach den
Prozessen, die das Verhalten in eine bestimmte Richtung
lenken.
Motivation als zu erklärendes „Konstrukt“:
Der Motivationsbegriff wird verwendet, um
Regelhaftigkeiten, die sich zwischen vorauslaufenden
Bedingungen und nachfolgendem Verhalten auffinden
lassen, auf einen „allgemeinen und logischen Nenner“ zu
bringen (HECKHAUSEN, 1976).
Neuere Konzepte der
Lernmotivation
Herkömmliche Modelle der Lern- und Leistungsmotivation betonen
die Bedeutung der Handlungsfolgen für die Aufrechterhaltung der
Motivation. Im Konzept der extrinsischen Motivation ist die
Handlung im wesentlichen durch die erwarteten Konsequenzen
bestimmt.
Demgegenüber
betonen
intrinsische
Motivationsansätze
die
Bedeutung der Handlung selbst (und nicht der Handlungsfolgen) für
die Aufrechterhaltung der Motivation.
Umgang mit Gruppen
Was ist eine Gruppe
Leistung in Gruppen
Motivation
Leitung einer Gruppe
Führer über Leitung
Ho Chi Minh :
„Leute zu gebrauchen ist wie das Schnitzen von Holz: Ein
fähiger Arbeiter kann alle Arten von Holz gebrauchen, ob
gross oder klein, ob gerade oder krumm.“
Adolf Hitler:
„Ein guter Führer zu sein heisst, die Fähigkeit zu haben,
die Massen zu bewegen.“
Harry Truman: „Ein Führer ist ein Mann, der die Fähigkeit hat, andere
Personen dazu zu bringen, zu tun, was sie nicht tun wollen,
und es zu mögen.“
Lao Tse:
„Ein Führer ist am besten, wenn die Leute kaum merken,
dass er existiert, nicht so gut, wenn sie ihm zujubeln, und
am schlechtesten, wenn sie ihn verachten.“
Leitung: Lernziele
Sie lernen Grundzüge der Forschung über Führung kennen:
• Welche Art von Leitung gibt es?
• Welche Führungsstile gibt es?
Leitung
Gibt es geborene Führungspersönlichkeiten?
Henry Ford sagte mal, die Frage „Wer sollte führen“ sei das Gleiche wie
zu fragen, wer den Tenor in einem Quartett singen sollte: Natürlich derjenige, der am besten Tenor singen könne. Er meinte damit, dass die Fähigkeit, führen zu können, angeboren sei, eine Meinung, die viele Leute
teilen.
Studien zeigen allerdings, dass Führung sowohl eine gelernte Fähigkeit
wie ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal ist.
Leitung
Machen Gruppenleiter einen Unterschied?
Studien zeigen, dass Leiter zu viel Einfluss zugeschrieben wird. Experten
zeigen in ihren Analysen eine Tendenz, sich auf Stärken und Schwächen der
Führungspersonen zu konzentrieren. Dies trifft sowohl für Therapiegruppen
wie für Sport-Mannschaften zu. Umgebungsbedingungen und Leistungen der
Gruppenmitglieder werden zu wenig berücksichtigt.
Beziehungsorientierte versus
aufgabenorientierte Leitung
Beziehungsorientierte Leitung beinhaltet Handlungen, die positive
interpersonale Beziehungen in Gruppen unterstützen, z.B. Freundlichkeit, gegenseitiges Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft, Entscheidungen zu erklären. Diese Art Führer hören zu, sind leicht verständlich,
freundlich, behandeln Gruppenmitglieder als ihresgleichen und sind
bereit, Änderungen vorzunehmen.
Aufgabenorientierte Leitung beinhaltet Handlungen, die die Erfüllung
der Aufgabe fördert, z.B. Regulierung von Verhalten, Aufsicht der Kommunikation, eindeutige Definition des Ziels. Diese Art Führer weisen
Gruppenmitgliedern Aufgaben zu, machen ihre Einstellungen transparent, benennen schlechte Arbeit, schaut, dass die Gruppe das Maximum
erreicht und koordiniert Aktivitäten.
Die Qualitäten einer
Leitungsperson
Der Historiker Thomas Carlyle entwickelte eine Theorie des „grossen
Führers“: Er nahm an, dass grosse Führer nicht zufällig an ihre Leistungen und an ihre Positionen gelangten, sondern dass es bestimmte Qualitäten (Eigenschaften) sind, die sie zu grossen Führungspersönlichkeiten
werden liessen.
Diese Theorie steht im Gegensatz zur Annahme des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi, der annahm, dass grosse Führer aus dem Zeitgeist
geboren werden: Die militärischen Erfolge und Niederlagen Napoleons
sind durch die historischen Umstände zu erklären, zu denen die Eigenschaften Napoleons wenig beitrugen.
Das Führungsgitter
1.1-Management: Mit
Das Führungsgitter gibt vor, dass es einen
besten
Minimum an Anstren9
zum
Ziel kommen.
Führungsstil
in allen 9.9-Management
Situationen gibt.gung
Dies
dürfte
1.9-Management
8
1.9. Management:
in dieser
einfachen Form wohl nicht stimmen.
Ver- schafft
7
freundliche Atmosphäre.
schiedene
Theorien
gehen
davon
aus,
dass in unter6
5.5.-Management: Balanschiedlichen
Situationen
Führungs5
5.5-Managementunterschiedliche
ce zwischen Produktion
stile4zum Erfolg führen.
und Person.
3 wir uns die sogenannte situationale
Sehen
Führungs9.1.-Management:
Arbeit
Interesse für Person
Hoch
2
so einrichten, dass menschtheorie an, die annimmt, dass Führungsstile
dem Entlicher
Einfluss
klein.
1
1.1-Management
9.1-Management
wicklungsstand
der Gruppe
und der Gruppenmit0
9.9.-Management: Zieler2 3 4 sein
5 6müssen.
7 8 9
glieder1angepasst
reichung durch motivierte
Niedrig
Interesse f. Produktion
Hoch
Mitarbeiter. Bester Stil.

UKM5.Kommunikation-im-Krankenhaus