Fachtag Psychische Gesundheit im Genderblick
Bestandsaufnahme und Ausblick
Die Versorgung bei psychischen Erkrankungen aus
Sicht der Ersatzkassen
Dr. Arnim Findeklee
Leiter der
vdek-Landesvertretung Thüringen
Psychische Erkrankungen
aus Sicht der GKV - Studie 2010
•
in Deutschland erkranken jährlich etwa 5 Mio. Menschen an einer
schweren psychischen Krankheit und sind behandlungsbedürftig
• etwa 700.000 Kinder unter 18 Jahren
• etwa 2,9 Mio. zwischen 18 und 65 Jahren
• etwa 1,5 Mio. über 65 Jahre
•
rd. 12 Prozent aller AU sind auf psychische Erkrankungen
zurückzuführen
• Arbeitnehmer fehlen im Durchschnitt drei bis sechs Wochen
aufgrund einer depressiven Erkrankung
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Psychische Erkrankungen aus Sicht der
TK und DAK…
• TK-Pressemeldung Februar 2011 (Thüringer Auswertung)
•Zunahme der Krankschreibungen aufgrund psychischer Störungen:
binnen eines Jahres um 17 Prozent
• DAK-Gesundheitsreport aus April 2011 (Hamburger
Auswertung für Berufseinsteiger und junge Berufstätige)
•Zunahme der Krankheitstage um acht Prozent binnen eines Jahres
•seelische Probleme stehen nach Erkrankungen des
Bewegungsapparates und der Atemwege an dritter Stelle für AU
•jeder 10. junge Arbeitnehmer leidet einer DAK-Studie (IGESInstitut) zufolge an so genannten somatoformen Störungen
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Psychische Erkrankungen aus Sicht der BARMER GEK
14,7 Mio. Menschen
30,2 Mio. Menschen
25 bis unter 40 Jahre
40 bis unter 65 Jahre
weiblich
11,8 Prozent
17,83 Prozent
männlich
5,9 Prozent
9,55 Prozent
weiblich
14,0 Prozent
16,57 Prozent
männlich
5,4 Prozent
7,94 Prozent
Altergruppe
Depressive Episoden
Somatoforme
Erkrankungen
Quelle: BARMER GEK Arztreport 2013
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Entwicklung der Bettenkapazitäten* in Thüringen
Erwachsene und Kinder im Zeitraum 2005 bis 2012
2000
270
1600
1404
1479
1558
233
1357
1400
231
248
2005
2007
2009
2011
1200
1000
Erwachsene
*vollstationäre Betten
5
258
Kinder
1676
1800
2012
Budgetentwicklung Thüringen
Angaben in Mio. Euro
170
160
150
140
130
120
110
100
2005
2007
2009
2011
Die Budgets der stationären psychiatrischen Einrichtungen in Thüringen steigen kontinuierlich
6
.
Versorgung bei psychischen Erkrankungen
in Thüringen
Probleme
• Verlagerungseffekte aus dem ambulanten in den stationären
Bereich
• spiegeln sich deutlich in Entwicklung der Behandlungsfallzahlen in
den PIA‘s wieder
• von 2010 zu 2011 stiegen die Behandlungsfallzahlen um
12 Prozent
• im Vergleich 2011 zum Vorjahr stiegen die Fälle von 32.356 auf
36.273 an
• Probleme können nur durch eine bessere
Versorgungssteuerung gelöst werden!
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Weiterentwicklung der Versorgung psychisch
Kranker in Thüringen
• Aufbau intelligenter und am Patientenwohl orientierter
vernetzter Strukturen zum Abbau von Über- und
Fehlversorgung mit einer Fokussierung auf ambulante und
niedrigschwellige Angebote
• Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen und
psychiatrischen Versorgung
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Strukturelle Veränderungen
Beispiel Südharzklinikum Nordhausen
• Das Modell des Psychiatrischen Budgets bringt eine sinnvolle
Verzahnung von ambulanter, teilstationärer und stationärer
Behandlung.
•Seit 2007 wurde die Anzahl der psychiatrischen Betten um
26,2 Prozent reduziert.
• Durch sinnvolle ökonomische Anreize wurde der sogenannte
„Drehtüreffekt“ verringert.
•Die Quote der mehrmaligen Aufnahme eines Patienten konnte im
Zeitraum von 2009 bis 2011 um 5 Prozent gesenkt werden.
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Stärkung der ambulanten Versorgung
psychisch Kranker
• Angebotssituation stärker bedarfsorientiert
• Förderung der psychotherapeutischen Versorgung im
ländlichen Raum
• flächendeckende Einrichtung sogenannter
„intelligenter Koordinierungsstellen“
• verbesserte Steuerung in besonders geeignete
Therapieverfahren
• Effizienzsteigerungen durch mehr Gruppenpsychotherapien
• Stärkung der Kooperation zwischen Ärzten und
Psychotherapeuten
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Versorgung bei psychischen Erkrankungen
in Thüringen
Gegenwart und Zukunft im niedergelassenen Bereich
• Zur Zeit haben wir in Thüringen rd. 338 Psychotherapeuten.
(55,2 ärztliche Psychotherapeuten und 282,75
psychologische Psychotherapeuten)
• Zur Zeit könnten sich noch 37 ärztliche Psychotherapeuten
und vier Kinder- und Jugendpsychotherapeuten
niederlassen.
• Nach neuem Bedarfsplan (Stand Februar 2013) können sich
75 ärztliche Psychotherapeuten, 31 Kinder- und
Jugendpsychotherapeuten und 36 psychologische
Psychotherapeuten niederlassen!
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