Antworten auf
DAN BROWN‘S
SAKRILEG
THE DA VINCI CODE
Patrick Tschui, Mai 2006
Rückblick als Einleitung
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„The Passover Plot“ (Hugh Schonfield)
Musical „Jesus Christ Superstar“
„Die Letzte Versuchung“ (Scorsee)
„Verschlusssache Jesus“ (Qumran-Schriftrollen)
Nostradamus
„Der Bibelcode“ (Drosnin)
„The Passion“ (Mel Gibson)
Viele biblische Themen in Zeitschriften wie National
Geographic, Spiegel, Focus, Facts, aber auch in
Tageszeitungen
Worum geht es?
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Ein 600-seitiges Buch von Dan Brown mit dem Titel
„Sakrileg“ (Religionsfrevel, Vergehen gegen etwas
Heiliges)
2003 in den USA veröffentlicht
Erschien 2004 auf Deutsch im Gustav Lübbe Verlag
Zuerst als gebundenes Buch, dann als Taschenbuch
Wurde in über 40 Sprachen übersetzt
Gesamtauflage von über 60 Millionen (Weltbestseller)
Literarische Qualität ist umstritten, aber grosse Wirkung
Seit 18.Mai 2006 unter dem Namen „The Da Vinci Code“
(englischer Buchtitel) in den Kinos
Buch- und Filmwerbung
© Verlagsgruppe Bastei-Lübbe
Inhaltszusammenfassung (1)
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Mord am Direktor des
Louvre

Der beigezogene Symbolspezialist Langdon gerät
selber unter mordverdacht
und flieht mit der Enkelin
des Ermordeten
© Musée du Louvre

Sie versuchen, die Rätsel
und Codes, die der Verstorbene kurz vor seinem Tod noch
am Tatort angebracht hat, zu lösen.
Inhaltszusammenfassung (2)
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Der Ermordete gehörte einer geheimen
Bruderschaft an.
Auf ihrer Flucht nach England müssen Langdon
und Sophie Neveu viele Geheimcodes knacken.
Verfolgung durch die Polizei und durch andere,
die das Geheimnis ebenfalls lüften wollen.
Schliesslich bleibt das Rätsel doch ungelöst, bzw.
wird vergeistlicht.
Worum geht es eigentlich?
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Die Handlung dient dem Autor nur zur Vermittlung einer
anderen Botschaft: Das Christentum, wie wir es heute
kennen, beruhe auf Fälschungen und sei ein grosser
Betrug.
„...dass die Enthüllung das Christentum seiner
gesamten Grundlage beraubt hätte!“ (Sakrileg, S. 331)
„..dass fast alles, was unsere Väter uns über Christus
gelehrt haben, falsch ist.“ (Sakrileg, S. 325)
Angriff auf die kath. Kirche und das Opus Dei.
Wie kann ein Roman eine solche
Wirkung entfalten?
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Das Buch wird als „Thriller“ verkauft, behauptet aber auf Fakten
zu beruhen (ohne Fussnoten).
Geheimgesellschaften, Verschwörungstheorien und verstecktes
Wissen sind beliebt
Antikatholischer Effekt: Kreuzzüge, Kindsmissbrauch, Zölibat, ...
Die Menschen sind gegen die Mächtigen
Zeitgeist: Idealisiertes Heidentum (Naturverehrung, Esoterik)
Die Menschen sind religiös
Unwissenheit der Leser
„Der Roman hat Erfolg, weil er sich antichristlich gibt.“ (M.Welte)
Die Menschen wollen es glauben (Sünde)
Tatsachen?

In einem Interview erklärte Dan
Brown, dass er nichts von den
im Roman gemachten
Behauptungen zurücknehmen
müsste, wenn er gebeten
würde, ein Sachbuch über das
gleiche Thema zu schrieben.
(Interview in Good Morning
America, 3.Nov 2003)
© Philip Scalia
Tatsachen?
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„Intensive Reisen und Recherchen belegen das grosse
Interesse des Autors an der europäischen Geschichte.
Dan Brown ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, einer
Kunsthistorikerin, in Neuengland“ (Sakrileg, S. 2)
„Für den Einsatz bei den Recherchen zu diesem Buch
möchte ich danken: dem Museum des Louvre, ...“
(Sakrileg, S. 9)
Unter dem Titel „Fakten und Tatsachen“ schreibt der Autor:
„Sämtliche in diesem Roman erwähnten Werke der Kunst
und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeitsbzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben.“ (Sakrileg, S. 11)
Tatsachen?
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„Zahllose gelehrte Chronisten jener Zeit, ...“ (Sakrileg, S. 352)
„Die historische Beweislage für diesen Sachverhalt ist
erdrückend.“ (Sakrileg, S. 350)
„...dass alle diese Werke die gleiche historische Annahme
untermauern.“ (Sakrileg, S. 351)
„...seiner sauberen Recherche und seinen Referenzen
begeistert.“ (Sakrileg, S. 302)
„ist in der Gelehrtenwelt ausgiebig und bis ins letzte Detail
untersucht worden.“ (Sakrileg, S. 348)
„so erdrückend war die Last der unglaublichen Informationen.
(Sakrileg, S. 343)
Viele sachliche Fehler (1)
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Das Buch enthält Hunderte von sachlichen
Fehlern
Die Römer hätten das Kreuz als Folterinstrument
erfunden (Sakrileg, S. 202). Dieses haben die
Römer aber von den Karthagern übernommen.
„Die Geschichte der Prieuré de Sion umfasst
mehr als ein Jahrtausend ... wurde im Jahr 1099
... gegründet.“ (Sakrileg, S. 220)
Viele sachliche Fehler (2)
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Im englischen Original wird behauptet, dass die
Olympischen Spiele alle 8 Jahre zur Ehre der
Göttin Venus durchgeführt wurden (The Da Vinci
Code, S. 36).
„Gemeinsam waren den Griechen auch die
Festspiele, die alle vier Jahre... abgehalten
wurde. Sie hiessen die olympischen Spiele. Und
man veranstaltete sie zu Ehren von Zeus.“ (Zeiten
und Menschen, Band 1, S. 59)
Die wichtigsten Behauptungen (1)
1. Die Bibelbücher seien verfälscht worden.
2. Viele Evangelien seien vernichtet und/oder nicht in die
Bibel aufgenommen worden. Kaiser Konstantin hätte
einen grossen Einfluss auf die Lehre des Christentums.
3. Jesus sei nicht der Sohn Gottes. Er wurde als Gott
dargestellt, sei aber nur ein sterblicher Prophet gewesen.
Bis zum Konzil von Nizäa habe niemand geglaubt, dass
er göttlich sei.
4. Jesus sei mit Maria Magdalena verheiratet gewesen.
5. Maria Magdalena sei die oberste Apostelin gewesen.
Die wichtigsten Behauptungen (2)
6. Der ‚Heilige Gral‘ ist nicht der Kelch des letzten Abendmahls, sondern der Leib Maria Magdalenas, die Jesu
Tochter Sarah gebar, deren Nachkommen die Könige von
Frankreich wurden (Merowinger).
7. Das Urchristentum war in Wahrheit eine Religion, die die
göttliche Weiblichkeit verehrte.
8. Die katholische Kirche hat die wahren Tatsachen über die
Nachkommen Jesu mit Gewalt unterdrückt.
9. Diese Wahrheiten wurden von einer geheimen
Bruderschaft gehütet, denen auch Leonardo da Vinci
angehörte.
Welche Beweise gibt Dan Brown?
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Verweis auf die Schriftrollen vom Toten Meer und Nag Hammadi
(Ägypten) und „Q“ als „die frühesten Dokumente des
Christentums“ (vgl. Sakrileg, S. 339), und damit des wahren
Christentums.
Gefälschte geheime Dokumente, deren Urheber wegen Betrugs
bestraft wurde.
Dokumente, die von der Geheimgesellschaft bewahrt werden
(zehntausend beschriebene Seiten!) (vgl. Sakrileg, S. 352).
Vernichtete Dokumente (vgl. z.B. Sakrileg, S. 349)
Beweise seien auch in Kunstwerken erhalten geblieben (z.B.
Leonardo Da Vinci: „Das Letzte Abendmahl“).
Die Schriftrollen von Qumran
Diese Schriftrollen bestanden aus
AT-Büchern (alle ausser Esther),
Kommentare zu AT, Schriften der
jüdischen Qumrangemeinschaft
Teil der JesajaRolle auf dem
Kopf und
seitenverkehrt.
Abgebildet in
der gebunden
Ausgabe von
„Das Sakrileg“
© Alexander Schick/
www.Bibelausstellung.de
Die Schriftrollen von Qumran
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Es fanden sich keine christlichen
Schriften darunter! (ev. mit
Ausnahme einiger briefmarkengrosser Teile, die man versucht
dem NT zuzuordnen).
Diese Schriften können darum
nicht „die frühesten Dokumente
des Christentums“ (Sakrileg, S.
339) sein.
Papyrus 7Q5
Die Texte aus Nag Hammadi
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1945 wurden in Ägypten Dokumente (keine Schriftrollen!) aus
dem
4. Jhd. n. Chr. in koptischer
Sprache
gefunden.
Gnostische Schriften
Originale stammen aus dem
Foto © Alexander Schick
2.-3. Jhd. n. Chr.
www.Bibelausstellung.de
Da z. B. eine gnostische Schrift (Philippusevangelium)
aus dem NT zitiert, kann es nicht älter sein als das NT
Sie sind darum auch nicht „die frühesten Dokumente des
Christentums“ (vgl. Sakrileg, S. 339)
Gnostizismus (Gnosis)
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Lehre, die schon zur Zeit der ersten Gemeinden
aufkam (vgl. Kolosserbrief; 1.Johannesbrief)
„O Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, meide
das unheilige, nichtige Geschwätz und die
Widersprüche der fälschlich so genannten
‚Erkenntnis‘ [griech. gnosis]“ (1.Tim 6,20)
Auf Geheimwissen bestehende Religion (ähnlich
der heutigen New Age Bewegung)
„Q“
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„... das legendäre ‚Q‘-Dokument... das eine
Aufzeichnung der Lehre Jesu sein soll,
möglicherweise sogar von Jesus selbst verfasst.“
(Sakrileg, S. 353)
„Q“ steht als Abkürzung für „Quelle“.
Dies ist eine hypothetische Konstruktion der
Bibelkritik.
Es wurde kein Dokument „Q“ gefunden
es würde sowieso nur das enthalten, was Matthäus
und Lukas gemeinsam haben.
Was sind die wahren Quellen des
Buches?
„Der Heilige Gral und seine
Erben“ von Michael
Baigent, Richard Leigh
und Henry Lincoln, 1982
(vgl. Sakrileg, S. 349)
© Verlagsgruppe Bastei-Lübbe
Was sind die wahren Quellen des
Buches?
Baigent und Leigh haben 1991 schon
das Buch „Verschlusssache Jesus:
Die Qumranrollen und die Wahrheit über
das frühe Christentum“ veröffentlicht,
in dem sie ähnliche
Vorwürfe erhoben.
© Fotos
Joseph
Mick/
Verlag
Bastei
Lübbe
Falsche Behauptungen neu
verpackt
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„Wahrheiten, die die Kirche fürchtet und
deshalb zurückhält. Warum sind die
meisten der so genannten Qumran-Rollen
bis heute nicht veröffentlicht worden..
Welch brisantes Material zurückgehalten
wird - bislang unbekannte Texte über die
Urchristen, ... Neue Entdeckungen der
Bestseller-Autoren, die die römische
Kirche erschüttern werden.“
(Buchbeschreibung bei Verlag Lübbe,
Internet, 2006)
Dies war schon falsch bei der alten
Auflage. Inzwischen sind aber alle
Qumranschriften veröffentlicht worden!
© Verlagsgruppe Bastei-Lübbe
Was sind die wahren Quellen des
Buches?
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Dan Brown wurde von Leigh/Baigent
eingeklagt wegen „Copyright“ Verletzung.
Er habe seine Ideen von ihrem Buch
gestohlen. (Brown wurde in der
Zwischenzeit freigesprochen)
Kann man historische Fakten, wenn es
solche sind, unter ein Copyright stellen?
Antworten auf die zentralen
Behauptungen im Buch

Kommen wir nun zu den zentralen
Behauptungen in diesem Buch.

Bibel sei gefälscht
Jesus Christus sei nicht Gott
Maria Magdalena


1. Wurde die Bibel verfälscht?
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
„Die Heilige Schrift hat sich angesichts
zahlloser Hinzufügungen, Korrekturen und
Neuübersetzungen verändert und
fortentwickelt. Es hat nie eine endgültige
Version des Buches der Bücher gegeben.“
(Sakrileg, S. 320)
„das Neue Testament beruht ... auf
Erfindungen“ (Sakrileg, S. 463)
1. Tatsachen
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
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Kein Buch aus der Antike ist besser überliefert als die
Bibel.
Auch wenn wir keine Handschriften hätten, so könnte man,
abgesehen von etwa ein Dutzend Versen das gesamte NT
aus den Schriften der „Kirchenväter“ wiederherstellen.
Bibelübersetzungen in Latein, Koptisch, Syrisch,
Aramäisch, Gotisch, Äthiopisch, Arabisch
Ironischerweise haben gerade die Funde von Qumran
gezeigt, dass die Bibel (AT) nicht verfälscht wurde über die
Jahre.
2. Die Auswahl der Bibelbücher sei
einseitig

„Es gab mehr als achtzig Evangelien, die
für das Neue Testament zur Auswahl
standen, dennoch kamen nur vier zum
Zuge - die Evangelien des Matthäus,
Markus, Lukas und Johannes.“ (Sakrileg,
S. 320)
2. Tatsachen
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Es gibt eine ganze Reihe von sogenannten apokryphen
Schriften.
einige davon werden „Evangelien“ genannt (Thomasevangelium, Philippusevangelium, Judasevangelium ...).
Es wurde aber nie in Betracht gezogen diese Schriften der Bibel
hinzuzufügen.
Denn sie stammen aus späterer Zeit (2.-4. Jhd. n. Chr.) und die
wirklichen Autoren waren auch nicht Thomas oder Philippus.
Diese Namen sollten den Schriften nur Autorität verleihen.
Tatian um 170 n. Chr. fasste die 4 Evangelien zusammen in
einer Harmonie (Diatessaron).
2. Zusammenstellung des Neuen
Testaments
„Und wer hat bestimmt, welche Evangelien
ausgewählt wurden? ... Das Neue
Testament, wie wir es heute kennen, geht
auf den heidnischen römischen Kaiser
Konstantin den Grossen zurück.“
(Sakrileg, S. 320)
2. Die Entstehung des NT-Kanons
(1)



Es gab keine zentrale Festlegung, welche
Schriften zur Bibel gehören, darum dauerte es
auch, bis die gleichen Schriften von allen (im
ganzen römischen Reich) anerkannt wurden.
Um 180 n.Chr. (Irenäus) waren 20 der 27
Schriften anerkannt.
Bei einigen Schriften ging es länger bis sie von
allen anerkannt wurden, andere wurden für eine
gewisse Zeit in in Betracht gezogen: Der Hirte von
Hermas, Didache, das Hebräerevangelium
2. Die Entstehung des NT-Kanons
(2)


Es war erst die Synode von Hippo (393
n.Chr.), also nach Konstantin, die die erste
vollständige Liste der neutestamentlichen
Bücher verzeichnete
Dieses Konzil legte diese aber nicht fest,
sondern hielt nur fest, welche Schriften von
den Gemeinden anerkannt wurden.
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?


„Bis zum Konzil von Nizäa [325 n. Chr.] ...
wurde Jesus von seinen Anhängern als
sterblicher Prophet betrachtet, als ein grosser
und mächtiger Mensch, aber eben als Mensch
- ein sterblicher Mensch.“ (Sakrileg, S. 322)
„...dass Konstantin Jesus erst vier [ !, „drei“
wäre richtig] Jahrhunderte nach der
Kreuzigung zum Gottessohn erhoben hat.“
(Sakrileg, S. 324)
3. Tatsachen



Das Alte, wie das Neue Testament bezeichnen Jesus als Gott:
Jes 9,6; Joh 1,1; 20,28; Röm 9,5;...
Die „Kirchenväter“ sprechen von Jesus Christus als Gott
(Polykarp, Ignatius, Irenäus, Justin der Märtyrer, Klemens, ...)
Auch der römisch-heidnische Schriftsteller Plinius der Jüngere
(Secundus) schreibt über die ersten Christen: „...dass sie sich
an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zu versammeln
pflegten, Christus zu Ehre, wie einem Gotte, im Wechselgesang
ein Lied anstimmten, und...“ (Briefe, X.96)
3. Tatsachen
• Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus (1. Jhd. n.
Chr.): „Sie [seine Jünger] berichteten, dass er ihnen drei
Tage nach seiner Kreuzigung erschienen sei und dass
er lebe.“ (Die jüdischen Altertümer, XVIII, 63)
• „Ferner beredete sie ihr erster Gesetzgeber, dass sie
alle untereinander Brüder wären, wenn sie einmal die
hellenistischen Götter abgeschworen hätten, jenen ihren
gekreuzigten Sophisten anbeteten und nach seinen
Gesetzen lebten...“ (Lucian, Lebensende des
Peregrinus)
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?

„Zum Sohn Gottes wurde Jesus erst nach
einer entsprechenden Abstimmung auf dem
Konzil von Nizäa erklärt... Mit einer ziemlich
knappen Mehrheit obendrein.“ (Sakrileg, S.
323)
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?


War die Abstimmung wirklich ziemlich
knapp?
Es waren 300 Bischöfe anwesend, ganze 5
waren dagegen. Schlussendlich haben
zwei das nizäische Glaubensbekenntnis
nicht unterschrieben.
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?

„Konstantin gab eine neue Evangeliensammlung
in Auftrag, die er obendrein finanzierte. In diese
Sammlung durfte keine jener Darstellungen
aufgenommen werden, in denen Jesus als
Mensch gesehen wurde, während alles, was ihn
in ein göttliches Licht rückte, besonders
hervorzuheben war. Die früheren Evangelien
wurden geächtet, konfisziert und verbannt.“
(Sakrileg, S. 324)
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?

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

Viele Schriften sind nach den grossen Christenverfolgungen
zerstört worden. So hat Konstantin tatsächlich 50 Bibeln in Auftrag
gegeben und - wie es sich für einen Auftraggeber gehört - auch
bezahlt.
Wenn man darunter allerdings versteht, dass neu Evangelien
gesammelt und zusammengestellt wurden, so ist diese Aussage
falsch.
Es sind gerade nicht die 4 Evangelien, welche die Menschheit des
Herrn Jesus Christus leugnen, sondern die gnostischen Schriften!
„Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass
Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott; und jeder
Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch
gekommen ist, der ist nicht aus Gott.“ (1.Jo 4, 2-3)
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?

„...stand die Kirche vor der Notwendigkeit,
die Welt davon zu überzeugen, dass Jesus
der Sohn Gottes und nicht etwa ein
sterblicher Prophet war. Aus diesem Grund
waren sämtliche weltlichen Aspekte des
Lebens Jesu aus den Evangelien
gestrichen worden.“ (Sakrileg, S. 337)
3. Jesus – nur ein sterblicher
Prophet?

Jesus wird in den Evangelien als wahrer
Mensch beschrieben: wuchs (Lk 2,40),
lernte (Heb 5,8), müde (Joh 4,6), schlief (Mt
8, 24), hungrig (Mt 4,2), weinte (Joh 11,
35), durstig (Joh 19,28), betrübt (Mk 3,5),
frohlockte (Lk 10, 21), starb (Joh 19,30), ...
4. Heirat mit Maria Magdalena?
•
„Zur Abwehr der nachhaltigen
Bedrohung stellte die Kirche Maria
Magdalena beharrlich als Dirne
dar und vernichtete sämtliche
Dokumente, die sie als Gattin
Christi ausweisen konnten“
(Sakrileg, S. 349)
4. Heirat mit Maria Magdalena?
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
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..tauchte immer wieder ein Störfaktor in den Evangelien
auf, nämlich Maria Magdalena - oder genauer, dass Jesus
mit Maria Magdalena verheiratet war. ... Es handelt sich
um eine historisch verbürgte Tatsache“ (Sakrileg, S. 337)
„...die Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalena ist
historisch verbürgt“ (Sakrileg, S. 338)
„Ich möchte Sie nicht mit endlosen Verweisen auf die
Verbindung von Jesus und Maria Magdalena langweilen.
... Die moderne Geschichtswissenschaft hat das bis zum
Überdruss durchexerziert.“ (Sakrileg, S. 341)
4. Heirat mit Maria Magdalena?

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es gibt keinen historischen Beleg für eine
solche Ehe
Brown versucht dies trotzdem mit einer aus
dem apokryphen Philippusevangelium (aus
der zweiten Hälfte des 3.Jahrhun-derts!) zu
belegen, welches Maria als „Gefährtin“
Jesu beschreibt, welche Jesus geküsst
habe.
4. Heirat mit Maria Magdalena?




„Jeder, der des Aramäischen mächtig ist, wird Ihnen
bestätigen, dass das Wort für Gefährtin in jenen Tagen nichts
anderes als Ehefrau bedeutet hat.“ (Sakrileg, S. 340)
Das Philippusevangelium wurde aber auf koptisch gefunden,
nicht auf aramäisch und das Wort für „Gefährtin“ ist ein
griechisches Lehnwort!
„Das Wort kann „Ehefrau“ oder einfach „Schwester“ in einem
geistlich-seelischen Sinne bedeuten. Die Bedeutung
„Ehefrau“ ist nicht die übliche.“ (Die Sakrileg-Verschwörung,
Darrell L.Bock, Brunnen)
Das Wort erscheint auch in diesem Sinn im NT.
4. Heirat mit Maria Magdalena?
 „weil
Jesus Jude war, ... Nach den
Anstandsregeln der damaligen Zeit
war es einem jüdischen Mann
praktisch verboten, unverheiratet zu
bleiben. Ein zölibatäres Leben war
nach jüdischem Brauch undenkbar.“
(Sakrileg, S. 339)
4. Heirat mit Maria Magdalena?
•
•
Es war zwar die Regel, dass die Männer
und Frauen verheiratet waren, aber es war
nicht eine Pflicht (vgl. Essener in Qumran)
Maria Magdalena wird nie in Zusammenhang mit einem Ehemann erwähnt. Sie wird
vielmehr mit dem Zusatz Magdalena (aus
Magdala) von anderen Marias unterschieden
(vgl. dagegen Johanna, „die Frau des
Chusa“ (Lk 8,2+3))
4. Heirat mit Maria Magdalena?
•
•
In 1.Korinther 9,4-5 fragt Paulus: „Dürfen
nicht auch wir eine Ehefrau mit auf die Reise
nehmen, wie es die anderen Apostel tun, die
Brüder des Herrn und auch Petrus?“ Den
Herrn selbst erwähnt er nicht als Argument.
Jesu Lehre über die Ehelosigkeit
(Matthäus19,1-12) ergibt nur Sinn, wenn er
selber unverheiratet war.
5. Maria Magdalena – die oberste
Apostelin?


„Nicht nur, dass Jesus die Aufgabe, seine
Kirche zu gründen, einer Frau - seiner
eigenen Frau - übertragen hatte, ...“
(Sakrileg, S. 349)
„Dann sollte die Kirche Christi von einer
Frau fortgeführt werden? Das war Jesu
Absicht... Er wollte, dass die Zukunft der
Kirche in den Händen von Maria
Magdalena liegt.“ (Sakrileg, S. 342)
5. Maria Magdalena – die oberste
Apostelin?

„‘Das ist aus dem Evangelium der Maria
Magdalena.‘ . . . ‚Und Petrus sagte: ‚Hat der
Heiland wirklich ohne unser Wissen mit einer Frau
gesprochen? Sollten wir uns ihr zuwenden?
Sollen wir auf ihre Worte hören? Zieht Jesus sie
uns vor?‘ Und Levi antwortete ihm: ‚Petrus, ... nun
muss ich sehen, dass du dich gegen diese Frau
erhebst wie gegen einen Feind. Gewiss kennt der
Erlöser sie sehr gut. Darum liebt er sie mehr als
uns.‘“ (Sakrileg, S. 341)
5. Maria Magdalena – die oberste
Apostelin?


Es scheint, dass Dan Brown sich hier der
Schwachheit seines Beweises bewusst ist, denn
er schreibt:
„Es steckt viel mehr dahinter. ... Aus diesem
Grund erteilt er Maria Magdalena Anweisungen,
wie sie seine Kirche nach seinem Tod
weiterführen soll, mit dem Ergebnis, dass
Petrus ungehalten wird, weil er die zweite Geige
hinter der Frau spielen soll.“ (Sakrileg, S. 342)
5. Tatsache

Diese Aussage geht zudem von der
falschen (katholischen) Behauptung aus,
dass die Kirche auf einen Menschen
(Petrus) gegründet sein soll.
Bemerkenswerte Aussagen


„Die Leute sind von einer solchen religiösen
Ahnungslosigkeit, dass sie jeden Blödsinn
glauben und auf den Leim gehen. Gegen
Argumente kann man wissenschaftlich
argumentieren, puren Fantasien hat man nichts
entgegenzusetzen.“ (Prof. Dr. Claus Hunno
Hunzinger, Qumranforscher, über „Das Sakrileg“)
„Spannende Volksverdummung“
(Buchbesprechung von Harald Lamprecht,
Confessio)
Anhang: Das „Judasevangelium“





Verschiedene Zeitschriften und Zeitungen
berichteten anfangs Jahr von einem neu
gefundenen Evangelium
Inhalt: Judas hätte Jesus Christus aus guten
Motiven verraten
Dieses war bisher nur bekannt von Irenäus, der
um 180 n. Chr. davor warnte (Adversus haeresis)
Apokryphe Schrift der Gnostiker
ca. um 150 n.Chr. (also nicht von Judas!)
Mythen statt Tatsachen


Wir befinden uns in einer Zeit, da die Menschen
den Mythen nachlaufen: Science Fiction, Harry
Potter, Narnia, Der Herr der Ringe, ...
„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie
die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich
selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer
beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit
abwenden und sich den Legenden [Fabeln,
Mythen] zuwenden.“ (2. Tim 4,3+4)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?



Es wird der Eindruck vermittelt, dass es sich
nicht lohne die Bibel zu lesen
„... dass die von der Kirche verbreitete
Geschichte von Jesus Christus mehr Dichtung
als Wahrheit enthält.“ (Sakrileg, S. 366)
„Aber am Christentum gibt es wirklich kaum
etwas Eigenständiges.“ (Sakrileg, S. 321)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?
Obwohl das Buch behauptet (siehe unten):
„Jetzt aber treten wir in das Zeitalter des Wassermannes ein, in dem die Ideale der Wahrheitsliebe ...
zum Tragen kommen.“ (Sakrileg, S. 368)
wird die Wahrheit relativiert.
„...in unserer Welt beruht jeder Glaube auf
Erfindungen. Das ist ja gerade die Definition von
Glaube: Etwas als wahr zu akzeptieren, das wir für
wahr halten wollen...“ (Sakrileg, S. 463)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?



Der wahre Gott wird geleugnet und als männliche
Erfindung hingestellt und an seine Stelle wird die
weibliche Fruchtbarkeitsgöttin gesetzt. Die Natur wird
vergöttlicht und die Schöpfung geleugnet.
„...dass die Vorstellung von der Frau als
Lebensspenderin den Ursprung sämtlicher alter
Religionen bildet ...die Schöpfungsgeschichte war der
Anfang vom Ende der Muttergottheit.“ (Sakrileg, S. 330)
„...die welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge
vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst
erweisen statt dem Schöpfer.“ (Römer 1, 25)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?




Der Mensch wird als nicht erlösungsbedürftig, sondern nur
als wissensbedürftig (gnosis) dargestellt.
Der Sündenfall wird als symbolisch umdefiniert.
„Der Apfel von dem Eva verbotenerweise gegessen hat...
Was ihr den Zorn Gottes eintrug. Die Erbsünde. Das
Symbol für den Untergang des göttlich
Weiblichen.“ (Sakrileg, S. 570)
„Nicht Gott, sondern Männer - genauer Kirchenmänner haben die Erbsünde erfunden, der zufolge Eva vom Apfel
der Erkenntnis gegessen und damit angeblich die
Vertreibung des Menschen aus dem Paradies verschuldet
hat.“ (Sakrileg, S. 330)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?



Die Person des Herrn Jesus Christus wird
verfälscht, so dass die Menschen keinen Erlöser
haben.
Die Menschen können nicht mehr errettet werden
und werden für ihre Sünden selber zahlen
müssen.
„Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist,
einmal zu sterben danach aber das Gericht.“
(Hebräer 9, 27)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?


Die biblische Endzeit wird als Übergangsperiode
umdefiniert:
„Deshalb ist das Zeitalter der Fische die Ära der religiösen
Inbrunst gewesen. Jetzt aber treten wir in das Zeitalter des
Wassermannes ein, in dem die Ideale der Wahrheitsliebe
und des eigenständigen Denkens zum Tragen kommen.
„Die Kirche nennt diese Übergangsperiode das „Ende der
Zeit“... Vom „Ende der Zeit“ ist in vielen Religionen die
Rede, womit nicht das Ende der Welt gemeint ist, sondern
das Ende des soeben abgelaufenen Zeitalters der
Fische.“ (Sakrileg, S. 368)
Was ist so schlimm an diesem
Buch?
„Kritisch wird es erst, wenn wir unsere
Metaphern für die Wirklichkeit halten.“
(Sakrileg, S. 464)
 „Die Allegorien der Religionen ... helfen
Millionen Menschen, mit ihrem Leben
besser zurechtzukommen und
tugendhafter, aufrichtiger und anständiger
zu sein.“ (Sakrileg, S. 464)

Schlussfolgerungen





Es ist eine Tragik, dass Millionen von Menschen diese
Bücher lesen und dazu noch für wahr halten!
„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht,
dass euch niemand verführe!“ (Mt 24, 4)
Die Menschen werden heute in riesigem Masse verführt,
sind dadurch aber nicht unschuldig. Viele wollen nicht,
dass die Bibel wahr ist. Darum glauben sie noch so gerne
alles, um der Bibel nicht glauben zu müssen. Für solche,
die aufrichtig an der Wahrheit interessiert sind, gibt es
genug Beweise für das Gegenteil.
Dan Brown wird sich vor Gott verantworten müssen.
Das Buch „Das Sakrileg“ wird seinem Namen gerecht!
Liebe zur Wahrheit oder zur
Fiktion?

„Was gibt es Schöneres als
Verschwörungstheorien?“ (Sakrileg, S.235)

Es wäre noch schöner, wenn die Wahrheit
den Menschen das Wichtigste wäre! Und
diese Wahrheit ist der Herr Jesus Christus
selber (Joh 14,6).
Literaturverzeichnis (1)
„Der ‚Da Vinci Code‘
Fakt oder Fiktion?“,
Erwin W.Lutzer,
CVD, 2005
Literaturverzeichnis (2)
„Die Sakrileg Verschwörung“,
Fakten und Hintergründe zum
Roman von Dan Brown,
Darrell L.Bock,
Brunnen,
2006
Literaturverzeichnis (3)
„Sakrileg:
Geheime Evangelien?“,
Michael Kotsch,
Logos,
2005
Literaturverzeichnis (4)
„Dan Browns Sakrileg:
Daten, Fakten und
Hintergründe,
Hank Hanegraaff/
Paul L.Maier,
CLV,
2006
Literaturverzeichnis (5)
„Das Sakrileg unter der Lupe
- Antworten auf
Dan Browns Theorien“,
Nicky Gumbel,
GerthMedien,
2005
Literaturverzeichnis (6)
„Das wahre Sakrileg: Die
verborgenen Hintergründe
des Da-Vinci-Code“
Alexander Schick,
Knaur Droemer,
2006
Internetinformationen
•
www.sakrileg-betrug.de (Alexander
Schick)

Antworten auf SAKRILEG The Da Vinci Code