Für Jobs statt Praktika!
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Ausgangslage – Prekäre Beschäftigung
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in den letzten 15 Jahren sind 6 Millionen Vollzeitarbeitsplätze verloren gegangen = jeder 5. Arbeitsplatz
-
von 29,5 Mio. auf 23,75 Mio.
Anzahl der Geringfügig- und /oder Teilzeitbeschäftigten hat sich seit Anfang der 90er. knapp verdoppelt
von 5,5 auf 11 Mio. Menschen
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Arbeitsplätze werden durch schlechter bezahlte Teilzeitkräfte, durch Honorarkräfte mit Dumping-Verträgen und
durch kostenfreie Praktikanten ersetzt -> PraktikantInnen sind Teil der „Prekären“, d.h. ihr Protest sollte nicht
isoliert stattfinden
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ca. 400.000 PraktikantInnen gibt es in Deutschland
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(Vor-)Studie der DGB-Jugend zum Thema „Praktika von Hochschulabsolventen“ (90 Befragte) hat ergeben: 48 %
aller Absolventen machen zwei oder mehr Vollzeitpraktika (oft länger als drei Monate) ohne dass ein Einstieg in
ein festes Arbeitsverhältnis oder eine Form der Selbständigkeit gelungen ist -> Praktikaschleifen wirken sich
negativ auf die Biografie aus!
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Ausgangslage – Praktikum oft negativ
Viele PraktikantInnen machen negative Erfahrungen:
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über die Hälfte der Befragten gibt an, reguläre Tätigkeiten ausgeübt zu haben
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etwa ein Drittel der PraktikantInnen hatten unter Arbeitsdruck und Überstunden zu leiden, die Hälfte der Befragten
empfand ihr Praktikum als Ausbeutung
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mehr als 40 % aller Praktika werden trotz Vollzeitarbeit nicht bezahlt, weitere 20 % erhalten eine Vergütung von
maximal 150 EUR
Negative Auswirkungen für die Gesellschaft:
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bei Praktika werden keine (oder nur geringfügige) Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge abgeführt
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Praktikanten erwerben keine Anwartschaften in der Sozial- und Rentenversicherung, dem Staat entgehen
Einnahmen
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Wir fordern: Faires Praktikum
„Jobs statt Praktika“ und „Faires Praktikum“ –
ein Widerspruch?
NEIN, denn Praktika sind sinnvoll und wichtig wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
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Das Praktikum ersetzt keine regulären Arbeitsplätze.
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Das Praktikum dient in erster Linie dem Erwerb beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen.
Nach Urteil durch den Bundesarbeitsgericht von 2003
– Lernen steht im Vordergrund und darf nicht von der jeweiligen Arbeitsleistung des Praktikanten überlagert
werden
– Praktikant ist nicht in die feste Verrichtung der täglichen Arbeit fest eingeplant, sondern läuft zusätzlich mit
BGB, §138 II
- Wenn Arbeitsleistung den Erwerb beruflicher Kenntnisse überwiegt, dann hat der Praktikant Anspruch auf
vollen Lohn
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Das Praktikum wird mit einem Vertragsverhältnis als „Praktikum zu Ausbildungszwecken“ geregelt.
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Wir fordern: Faires Praktikum
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Der Praktikant wird während des Praktikums
von einem Betreuer angeleitet.
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Nach Abschluss des Praktikums erhält
der Praktikant ein Zeugnis.
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Das Praktikum muss angemessen vergütet werden und dauert höchstens drei Monate.
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Vergütung (wenn nicht tarifvertraglich geregelt)
– Studenten: mind. 300 EUR / Monat
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Absolventen: mind. 600 EUR / Monat
–
Praktika über drei Monate sind Berufseinsteigerprogramme (Trainee, Volontariat): mind. 800 EUR / Monat
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Lebensunterhalt decken
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Was wir tun – Informieren, Beraten, Helfen
Beratung für Jobber und Praktikanten
an der TU Dresden: Dienstag 17 -18 Uhr,
Beratungsraum in der StuRa-Baracke,
 [email protected]

Umfassenderes Projekt welches sich bereits an StudentInnen wendet (Vorfeldarbeit), in das Fragen
nach Praktikas mit hinein fallen
>
von StudentInnen durchgeführt
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alle Fragen rund um Job und Praktikum (Verträge, Sozialversicherung, Steuern etc.)
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Infomaterial, Musterverträge, Checklisten
Musterverträge für Jobs und Praktikas
Checklisten für ein faires Praktikum
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kompetent und kostenlos auch für
Noch-Nicht-Gewerkschaftsmitglieder
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von der Gewerkschaftlichen Hochschulgruppe Dresden in Kooperation mit dem StuRa
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Was wir tun – Informieren, Beraten, Helfen

Beratung für Jobber und Praktikanten
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* Praktikabewertung
Fragebogen, wird dann veröffentlicht
* Firmenübersicht (Fair zu Praktikanten?)
rund 600 Firmen bewertet
* Leitfaden für ein "Faires Praktikum“
bereits vorgestellt, nur ausführlicher
* Pflichtpraktika / Freiwillige Praktika
* Praktikabörsen
* Online-Beratung
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Was wir tun – Informieren, Beraten, Helfen
Beratung für Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertretungen und Vertrauensleute

ein Handlungsansatz speziell für Gewerkschaften
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warum als BR/JAV/VL auf PraktikantInnen zugehen
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tarifvertragliche Regelungen für PraktikantInnen
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Betriebsvereinbarungen gestalten
(faires Praktikum)
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Was wir tun – Öffentlichkeit schaffen

Praktikantenaktionstag am 1. April
international, auch in Dresden auf der Prager Straße unter Beteiligung der Jusos
Flash mob in Mainz, Juni (kleines öffentlichkeitswirksames Stück plus Medien)

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(SOJUS, SPIESSER, SZ, MEPHISTO)

Petitionen
z.Bsp. gab es ausgehend vom DGB-BV
45.000 Unterschriften, im Juni eingereicht
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Praktika von Hochschulabsolventen, die länger als drei
Monate dauern und in dem Berufsbild abgeleistet werden, für das der Hochschulabsolvent ausgebildet
wurde, in ein reguläres Arbeitsverhältnis umgewandelt werden.
Begründung: Unzählige hochqualifizierte Menschen arbeiten ohne Entlohnung oder gegen einen Lohn, der
unter dem Existenzminimum liegt. Solche so genannten Praktika dienen nicht der Aus- oder Weiterbildung."

Infoveranstaltungen

Netzwerke schaffen (PraktikantInnen, Gewerkschaften, Parteien, Vereine …)
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Das kannst DU tun!
1.
Betroffene finden, die bereit sind,
sich in den Medien zu äußern!
2.
Unsere Beratung bekannt machen (weitersagen, Fachschaftsräte informieren)!
3.
Bei öffentlichkeitswirksamen Aktionen mitmachen!
4.
Petitionen initiieren, unterstützen und verbreiten!
5.
Das Thema in die Partei bringen!
Thema für die Programmdebatte, welchen Stand hat das bei der Juso-Programmdebatte)
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„Jobs statt Praktika“ und „Faires Praktikum“ - DGB