FORSCHUNGSVERBUND
Elbe-
ELBE-ÖKOLOGIE
Auenwaldökologie
Auenwaldökologie
TU Dresden
Genetische Variation von Ulmenpopulationen
Thomas Gehle und Doris Krabel
Untersuchungsraum
ELBE
DESSAU
Ausschnitt Biosphärenreservat Mittlere Elbe
300 individuell markierte Ulmen aus 10 Vorkommen werden derzeit genetisch charakterisiert. Die bisher beobachtete Variation an sechs Isoenzymen, deren genetische Basis
über Einzelbaumabsaaten aus freier Abblüte interpretiert wird, läßt für die nach morphologischen Kriterien bestimmten Arten Ulmus laevis (Flatterulme) und Ulmus minor (Feldulme) eine ähnlich hohe genetische Variation wie die der Buchen (Fagus sp.) oder der
Eichen (Quercus sp.) erwarten.
Vorgesehen ist einerseits die Bestimmung von Isoenzym-Genmarkern und andererseits
die Entwicklung weiterer molekularer Marker auf der Basis sogenannter RFLPs (restriction
fragment length polymorphism) oder RAPDs (random amplified polymorphic DNA). Untersuchungsobjekt ist dabei die DNS der Chloroplasten.
Ziele der genetischen Untersuchungen sind neben einer klassischen genetischen Inventur
die Quantifizierung genetischer Unterschiede zwischen Altulmen, ihrer Naturverjüngung
und gepflanzen Ulmenbeständen ebenso wie ein Vergleich genetischer Strukturen von
toleranten und sensitiven Ulmen gegenüber der Ulmenkrankheit (Ophoistoma ssp.). Dazu
sind Standorte an der Elbe bekannt. Es ist denkbar, daß sensitive Ulmen eine andere
genetische Konstitution zeigen als nahezu ungeschädigte.
Es gibt derzeit erste Hinweise darauf, daß sich die Flatterulme von der Feldulme genetisch
so stark differenziert wie beispielsweise Buchen von Eichen. An der Elbe ist mit Hybridschwärmen aus Flatter- und Bergulme (Ulmus glabra) zu rechnen. Die laufenden Untersuchungen zeigen, daß eine Artunterscheidung der drei Ulmenarten nach genetischen Kriterien möglich erscheint.
Für die Auenökologie hat dieses Teilprojekt damit Schlüsselfunktion, da es am Ende Empfehlungen für die forstfachliche Behandlung ulmenreicher Auenwaldkomplexe aussprechen soll.
Grafik: Gehle
TECHNISCHE
Institut für Forstbotanik UNIVERSITÄT
und Forstzoologie
DRESDEN

Ulme