Workshop
Arbeitnehmerpolitik zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Humanisierung der Arbeit neu gedacht
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 1
Arbeits- und Gesundheitsschutz
[email protected]
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Kurzbeschreibung des Standortes Hannover von
Volkswagen Nutzfahrzeuge
Ø13.000
Beschäftigte
davon
2.000 Angestellte
3.000 Indirekte
Ø 720 Azubi‘s
12% Frauen
13% Migranten
darunter:
1.100 Gießerei
500 Wärmetauscherfertigung
3.500 Montage T
400 Markenzentrale
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 2
1.200 Lackiererei
1.500 Rohbau T
1.200 Preßwerk
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Arbeit
und Soziales und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz
200 Werkzeugbau
und Arbeitsmedizin gefördert und fachlich begleitet und
vom ISO Saarbrücken durchgeführt
150 Sonderfahrzeuge
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Altersstruktur Beschäftigte HAN
jetzt und 2014
700
600
langjährig beschäftigt
500
400
300
100
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
17
19
21
23
25
27
29
31
33
35
37
39
41
43
45
47
49
51
53
55
57
59
61
63
0
65
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 3
200
Einschränkungen sind bei einfachen Tätigkeiten hoch
nur Entgeltstufen Angestellte
Entgeltstufen Arbeiter
100,0
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 4
% der WA mit Einschränkungen
90,0
80,0
70,0
60,0
50,0
50,0
40,0
35,8
40,0
33,5
30,5
30,0
28,5
25,7
18,7
20,0
8,4
10,0
5,7
1,3
7,0
6,9
4,8
3,3
2,6
0,0
0,0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
Entgeltstufen
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
14
15
16
17
18
19
20
21
22
Altersstruktur Standort 1, Beschäftigte mit Einsatzeinschränkung
70,0
Anteil eingeschränkt einsetzbarer Arbeiter am Jahrgang
60,0
Anteil eingeschränkt einsetzbarer Angestellter am Jahrgang
50,0
40,0
30,0
10,0
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
17
19
21
23
25
27
29
31
33
35
37
39
41
43
45
47
49
51
53
55
57
59
61
63
0,0
65
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 5
20,0
Handlungsfeld Betrieb
ErgoCheck
Belastungs- und
Gefährdungsbeurteilung
Fertigungs- und
Dienstleistungstiefe
Arbeit
„KVP“
Arbeitsgestaltung
Verhältnisse
Jahres-, Lebens- ...
Arbeitszeitgestaltung
Gruppenarbeit
Aufgabenzuschnitt
Rotation
Integrationswerk
arbeitsnahe
verhaltensbezogene
Gesundheitsförderung
„Schonarbeit“
Person
Micro Pausen
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 6
Verhalten
Qualifizierung
Altersteilzeit
Zeitwerte
EU Rente
Betriebsrat
Gesundheitsmanagement
im Produktionskonzept
Pilot-Orga
montagegerechte
Produktgestaltung
„Laufbahngestaltung“
Personalentwicklungswege
Besetzungsketten
Befindlichkeitsanalysen
„Vorläufererkrankungen“
Rekrutierungsregeln
extern und intern
nachsorgende
Hilfe
Nutzfahrzeuge
Führungsverhalten
Prävention
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 7
Arbeitswissenschaftliche Ziele der 70er und 80er Jahre
Arbeitsgestaltung ist Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung und
muss sich an folgenden Zielen messen lassen:
Schädigungslosigkeit; es darf durch die Arbeit zu keinen
Gesundheitsschäden kommen; Gestaltungsziel in der Planung
Ausführbarkeit; die Arbeit ist unter Beachtung der individuellen
Gegebenheiten (Körpermaße, Belastbarkeit im Alter, ...) zu gestalten
Erträglichkeit; die Arbeit führt auch bei langfristig Ausübung, auf die
Dauer des Erwerbsleben, zu keiner Schädigung der Gesundheit;
arbeitsbedingte Erkrankungen werden systematisch ausgeschlossen
Zumutbarkeit; die Arbeitsbedingungen beeinträchtigen nicht das
psychische und soziale Befinden; Über- wie Unterforderung und
soziale Isolation werden vermieden
Zufriedenheit; die Arbeit und Aufgabenzuschnitte werden
lernförderlich gestaltet; Qualifizierungsmöglichkeiten sind Teil des
Aufgabenspektrum; Handlungs- und Entscheidungsspielräume
werden möglichst weit gefasst
Es gibt trotz Anstrengungen Zielverfehlungen und Vollzugsdefizite
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Zusammenfassung
Voraussetzung für ein Interesse an der Beschäftigung für die Dauer des
Erwerbslebens ist eine Unternehmenskultur mit sozialer Veratwortung
Es gibt viele Handlungsansätze, ein Ansatz allein reicht nicht – aber kein Betrieb
beginnt bei „0“
Kein Handlungsansatz ist nur präventiv oder nur nachsorgend
Die Beschäftigten mit den niedrigsten Einkommen tragen das höchste Risiko.
Trotz verlässlicher kollektiver gesetzlicher und tariflicher Regelungen zum
Kündigungsschutz machen sich die Einzelnen Sorge persönlich
„gesund in die Rente“ zu kommen und vor Altersarmut
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 8
Die Arbeit an der Beseitigung oder Minderung von Einschränkungen ist einem
angemessenen Einsatz mit Einschränkungen vorzuziehen
Die Beschäftigten mit dem höchsten Bedarf an Gesundheitsförderung zeigen die
geringsten Aktivitäten, deshalb ist eine aufsuchende Beratung angezeigt
Integration statt Separation arbeits- und leistungsgewandelter Beschäftigter ist
sozial und wirtschaftlich anzustreben (Gruppenarbeit, Rotation, PE-Wege, …)
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
der Bedarf an Arbeit für eingeschränkt einsetzbare, wenig flexible Beschäftigte
wird höher, „Schonarbeit“ wird knapp, deshalb wird die Fertigungs- und
Dienstleistungstiefe unter diesem Aspekt fortlaufend überprüft
planvoller Wechsel der Arbeitstätigkeit und Aufmerksamkeit gegenüber der
gesundheitlichen Befindlichkeit erhalten die Arbeitsfähigkeit
Betriebliche Gesundheitsförderung ist besonders erfolgreich, wenn ein hohes
Maß an Beteiligungsorientierung verfolgt wird
Verhaltensergonomie und arbeitsnahe Gesundheitsförderung brauchen
organisatorische und materielle Absicherung
Alter ist keine Krankheit – konstitutionelle Leistungseinbußen bei
Beschäftigten sollten Minderleistung im angestammten Bereich ermöglichen
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 9
Es werden wechselseitig vom Management und Betriebsrat anerkannt

Zentrale Bedeutung haben präventive und integrative Ansätzen, wenn die
nicht greifen, ist ein sozial verträglicher Einsatz eingeschränkt arbeits- und
leistungsfähiger Kolleginnen und Kollegen vorzusehen

Es gibt eine Mitwirkungspflicht des Einzelnen am Erhalt seiner Arbeitsund Leistungsfähigkeit; Voraussetzung sind geeignete Angebote
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Mehr Wissenswertes findet sich unter:
www.demotrans.de
www.arbeitundalter.at
www.inqa.de
www.destatis.de
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 10
www.igmetall.de/gutearbeit
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Kaskadenprinzip – Integration statt Separation
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 11
Die Integrationsverantwortung
beginnt in der Gruppe
und wird als Prinzip
über alle Führungsebenen
verankert
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Instrumente des Arbeitsschutzgesetzes (Gefährdungsbeurteilung) sind mit
einem KVP vergleichbar
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 12
6. Unterweisung
der
Beschäftigten
6. Anpassung an
verändernde
Gegebenheiten
1. Belastungen und
Beanspruchungen
ermitteln
5. Wirksamkeitskontrolle
2. Gefährdungen
beurteilen
4. Dokumentation
regeln
3. Erforderliche
Maßnahmen
treffen
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Planvolle Wechsel der Arbeit tragen zum Erhalt der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit bei und sind wirtschaftlich
Standard-Personalprozess
angestammter Bereich
Personaleinsatzbetrieb
Leistungsfähigkeit des MA
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 13
„Auslauf“
„Anlauf“
Beitrag zur
Produktivitätsoptimierung
und Zufriedenheit aller Akteure
Information
über Versetzung
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Versetzung
Verbesserte Integration
im neuen Bereich
aufnehmender Bereich
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 14
Leistungsfähigkeit
Die Differenz der Leistungsfähigkeit in einer Altersgruppe ist
höher, als im Verlauf des Alterns
35
25
60
Eigene Darstellung nach Kruse, Heidelberg
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge
Alter
Handlungsanleitender Gesundheitsbegriff
Abwesenheit von Krankheit
Es gilt als gesund, wer keine vom Arzt bescheinigte Krankheit nachweisen kann
Regulationsstörungen, Befindlichkeit beobachten
Regelmäßig bei der Arbeit auftretende Beschwerden,
(z.B. Schmerzen, Unwohlsein oder Befindlichkeitsstörungen)
werden als Signal für Gesundheitsrisiken ernst genommen und
lösen die Suche nach Ursachen und Verbesserungen aus.
ES, Workshop: Humanisierung neu gedacht - sp - Blatt 15
Eine zunehmende Zahl von Menschen sind mit Selbstbeobachtung und
Reaktion überfordert. Befindlichkeitsstörungen lösen Arztbesuche aus –
Arztbesuche Behandlungen – Behandlungen Kosten und Absentismus
Von dieser Erkenntnis sind Handlungsansätze, wie Gesundheitszirkel
und ähnliche Formen beteiligungsorientierte Verfahren abzuleiten
Körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden
Definition der Weltgesundheitsorganisation
Betriebsrat
Nutzfahrzeuge

Präsentation von Heiko Spieker