Das Mikrozensus-Panel als Datenbasis für
die Familienforschung
Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten, 12. Mai 2006
Dr. Sylvia Zühlke, Michael Konold
Inhaltsübersicht
•
Methodische Aspekte

Mikrozensus und Mikrozensus-Panel
 Problematik des Ausfalls räumlich mobiler Personen im Längsschnitt
•
Analysepotenzial
„Stärken“ des Mikrozensus-Panels
 Nachteile und methodische Probleme

•
Ausgewählte empirische Ergebnisse zur Geburt von Kindern

Vergleich mit der Bevölkerungsstatistik
 Determinanten des Übergangs zum ersten Kind
•
Ausblick und abschließende Bemerkungen
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Folie 2
Methodische Aspekte: Mikrozensus
•
Durchführung erfolgt im Jahresrhythmus
•
Erhebungsschwerpunkt: Wirtschaftliche und soziale Situation der
Bevölkerung
•
Befragt wird jährlich 1 % der Wohnbevölkerung Deutschlands
•
Teilnahme- und Auskunftspflicht
•
Flächenstichprobe
•
Rotationsprinzip
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Folie 3
Methodische Aspekte: Mikrozensus-Panel
•
Möglichkeit der Konstruktion von Mikrozensus-Längsschnitten

Auswahlbezirke verbleiben vier Jahre lang in der Stichprobe
 Es liegen daher (in der Regel) vier Beobachtungen vor
•
Mögliche Betrachtungszeiträume

Ein-, Zwei- und Drei-Jahres-Längsschnitte können konstruiert werden
 Rotationsprinzip bedingt: Je kürzer, desto größer die Fallzahlen
•
Zusammenführung von Daten aus einzelnen Jahren

Im Längsschnitt liegt keine eindeutige ID-Nummer vor
 Zusammenführung erweist sich trotzdem als möglich
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Folie 4
Methodische Aspekte: Ausfallproblematik
•
Ausfall räumlich mobiler Personen im Längsschnitt

Hintergrund: Prinzip der Flächenstichprobe
 Personen, die umziehen, werden nicht erneut befragt
•
Konsequenzen:

Möglichkeit von Verzerrungen, sofern interessierende Merkmale oder
Übergänge mit räumlicher Mobilität in einem Zusammenhang stehen

Heirat, Scheidung, Geburt eines Kindes:
Bei diesen (und anderen) Übergängen: Zusammenhang mit Mobilität

Schätzung von Übergangswahrscheinlichkeiten = nicht unproblematisch

Kompensation der Ausfälle durch Gewichtung ist teilweise möglich

Multivariate Analysen: In deutlich geringerem Maße betroffen
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Folie 5
Analysepotenzial: „Stärken“ des MZ-Panels
•
•
Sehr große Fallzahl ermöglicht

Durchführung von Analysen auch noch für relativ kleine
Bevölkerungsgruppen

Betrachtung von relativ seltenen Übergängen

Einbeziehung zahlreicher erklärender Variablen
Geringe Zahl von Item- und Unit-Nonresponse-Fällen

Hintergrund: Teilnahme- und Auskunftspflicht

Verweigerungen als marginales Problem
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Folie 6
Analysepotenzial: Nachteile und Probleme
•
Im Längsschnitt können nur immobile Personen betrachtet werden
•
Fehlen einiger interessanter Informationen:


Bei Kindern ist nicht bekannt, ob es sich um leibliche Kinder handelt
Zahl der Kinder, die eine Frau insgesamt geboren hat, ist nicht
verfügbar
 Lebenspartner außerhalb des Haushaltes vorhanden?  Unbekannt
•
Familiennummer ist im Längsschnitt nicht konsistent
•
Wechsel der „Ersten Person“ im Haushalt:
In bestimmten Fällen ergibt sich hieraus eine andere Haushaltstypisierung trotz gleich gebliebener Konstellation im Haushalt
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Folie 7
Analysepotenzial MZ-Panel: Fazit
Das Mikrozensus-Panel bietet sich an, für

multivariate Übergangsanalysen

Analyse kleiner Populationen

Analyse kurzer Zeiträume
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Folie 8
Bevölkerungsstatistik und MZ-Panel im Vergleich
•
•
Bezugsjahr

Bevölkerungsstatistik: 1996

MZ-Panel: April 1996 bis April 1997
Methodische Probleme

Bezugszeitraum ist nicht identisch

Selbstauskunft vs. Verwaltungsangaben und Selbstauskunft
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Folie 9
Geburten nach sozio-demographischen Merkmalen
der Mutter
Alter
MZ-Panel
Statistik der Geburten
30 bis unter 45 J.
18 bis unter 30 J.
Familienstand
Nicht verheiratet
Verheiratet
Staatsangehörigkeit
Ausländisch
Deutsch
%
0
20
40
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60
80
100
Folie 10
Multivariate Analyse: Erklärung der Erstgeburten
•
Kumulierter Datensatz der Jahre 1996/97, 97/98, 98/99
des Scientific-Use-Files
•
Multivariates Logit-Modell
•
Abhängige Variable

•
Unabhängige Merkmale


•
Geburt eines ersten Kindes (Frauen: 18 bis 45)
Werden in der letzten Erhebung vor der Geburt des Kindes ermittelt
Der Zeitraum zwischen Geburt und letzter Befragung variiert
Fragestellung: Welche Auswirkungen haben ökonomische Faktoren
auf die Familiengründung?
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Folie 11
Modell für Erstgeburten (vorläufige Ergebnisse) (1)
Erklärende Variable
ß
sig.
exp(ß)
Konstante
- 4,03
0,000
Wohnort = Ost
- 0,21
0,095
0,81
Wohngegend = urban
- 0,33
0,002
0,72
Wohngegend = semi-urban
- 0,16
0,146
0,85
+ 2,35
0,000
10,44
Wohnort = West (Ref.)
Wohngegend = ländlich (Ref.)
Partner im Haushalt
Kein Partner im Haushalt (Ref.)
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Folie 12
Modell für Erstgeburten (vorläufige Ergebnisse) (2)
Erklärende Variable
ß
sig.
exp(ß)
+ 0,59
0,000
1,80
- 0,21
0,031
0,81
Alter: 31 bis 35
- 0,27
0,004
0,76
Alter: 36 bis 45
- 2,64
0,000
0,07
Uni-/FH-Abschluss
+ 0,03
0,799
1,03
Staatsangehörigkeit = ausländisch
Staatsangehörigkeit = deutsch (Ref.)
Alter: 18 bis 25
Alter: 26 bis 30 (Ref.)
Kein Uni-/FH-Abschluss (Ref.)
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Folie 13
Modell für Erstgeburten (vorläufige Ergebnisse) (3)
Erklärende Variable
ß
sig.
exp(ß)
- Erwerbstätigkeit (befristet)
- 0,43
0,005
0,65
- Erwerbstätigkeit (selbständig)
- 0,25
0,301
0,78
- Sozialhilfe
+ 0,37
0,229
1,45
- Arbeitslosengeld/-hilfe
+ 0,11
0,540
1,12
- Partner, Eltern oder Verwandte
+ 0,05
0,627
1,06
- Sonstiges
- 0,61
0,020
0,54
Hauptquelle Lebensunterhalt
- Erwerbstätigkeit (unbefristet) (Ref.)
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Folie 14
Weitere Analysemöglichkeiten
•
Analyse des Haushalts- und Partnerkontextes
•
Getrennte Betrachtung verschiedener Altersgruppen
•
Weitere fachliche und regionale Differenzierungsmöglichkeiten im
Rahmen der On-Site-Nutzung
•
Integration von regionalen Kennziffern

•
Kreisinformationen z.B. zur Versorgung mit Kindergartenplätzen
Analyse von Veränderungen im Zeitverlauf

Neben des Längsschnitts 1996 bis 1999 wird in absehbarer Zeit auch
der Längsschnitt 2000 bis 2003 verfügbar sein
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Folie 15
Getrennte Betrachtung älterer und jüngerer Frauen (1)
Erklärende Variable
Alter: 18 bis 30
ß
exp(ß)
Alter: 31 bis 45
ß
exp(ß)
Konstante
- 4,26
- 4,93
Wohnort = Ost
- 0,08
0,93
- 1,17
0,31
Wohngegend = urban
- 0,41
0,67
- 0,09
0,92
Wohngegend = semi-urban
- 0,17
0,84
- 0,01
0,99
Wohnort = West (Ref.)
Wohngegend = ländlich (Ref.)
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Folie 16
Getrennte Betrachtung älterer und jüngerer Frauen (2)
Erklärende Variable
Partner im Haushalt
Alter: 18 bis 30
Alter: 31 bis 45
ß
exp(ß)
ß
exp(ß)
+ 2,56
12,97
+ 1,68
5,36
+ 0,73
2,08
+ 0,09
1,09
- 0,41
0,66
+ 0,78
2,19
Kein Partner im Haushalt (Ref.)
Staatsangehörigkeit = ausländisch
Staatsangehörigkeit = deutsch (Ref.)
Uni-/FH-Abschluss
Kein Uni-/FH-Abschluss (Ref.)
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Folie 17
Getrennte Betrachtung älterer und jüngerer Frauen (3)
Erklärende Variable
Alter: 18 bis 30
Alter: 31 bis 45
ß
exp(ß)
ß
exp(ß)
- Erwerbstätigkeit (befristet)
- 0,50
0,61
- 0,00
0,99
- Erwerbstätigkeit (selbständig)
- 0,19
0,83
- 0,36
0,70
- Sozialhilfe
+ 0,17
1,18
+ 0,53
1,70
- Arbeitslosengeld/-hilfe
+ 0,23
1,26
- 0,12
0,89
- Partner, Eltern oder Verwandte
+ 0,07
1,08
- 0,29
0,75
- Sonstiges
- 0,38
0,69
- 1,44
0,24
Hauptquelle Lebensunterhalt
- Erwerbstätigkeit (unbefristet) (Ref.)
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Folie 18
Zusammenfassung und Ausblick
•
Verfügbarkeit des MZ-Panel Scientific-Use-Files (SUF) 1996-99 ab
Juni 1996
•
Neue Analysemöglichkeiten durch das SUF des MZ-Panels auch für
die Familienforschung
•
Weitere Analysemöglichkeiten im Rahmen der On-Site-Nutzung und
durch Integration regionaler Indikatoren
•
Workshop zur Einführung in das Arbeiten mit dem MZ-Panel im
September beim ZUMA
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Folie 19
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Kontakt
•
Sylvia Zühlke
Tel.: 0211 9449-4203, Fax: -4077
[email protected]
•
Michael Konold
Tel.: 0211 9449-4297, Fax: -4077
[email protected]
•
Internet
http://www.forschungsdatenzentrum.de
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Folie 20

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