Professionelles Projektmanagement
in der Praxis
Veranstaltung 6 – Teil 2 (20.06.2006):
Faktor Mensch in der Projektarbeit
SS 2006
Professionelles Projektmanagement in der Praxis, © 2006 Dr. Harald Wehnes
Universität Würzburg, FB Informatik, Prof. Dr. P.Tran-Gia
1
Der Faktor „Mensch“
„Die größten Probleme bei
sind keine technischen
sondern soziologische
unserer Arbeit
Probleme,
Probleme.“
Tom DeMarco, Timothy Lister: Wien wartet auf Dich! Der
Faktor Mensch im DV-Management
(Dt. Ausgabe von „Peopleware“), Hanser Verlag München, 1999
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2
Der Faktor „Mensch“
 Projektarbeit = Teamarbeit
c Faktor „Mensch“ hat entscheidende Bedeutung
für Erfolg bzw. Misserfolg eines Projektes
 Management der „Human Ressources“ ist Kernaufgabe des
Projektmanagements


Projektarbeit ist weitgehend planbar
Aber: Projektteamprozesse sind nicht vorhersehbar
(Verhalten einzelner Mitarbeiter oder des Teams)
„Chemie im Team“ muß stimmen!
 Fehler, die im Bereich der Menschenführung gemacht
werden, wirken sich häufig extrem negativ auf das Projekt
aus c „Soziale Kompetenz“ der PL ist gefragt
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Faktor „Mensch“: Themen
Teambildung
Teamführung
Führungsstil
Projektleiter
Kommunikation
KonfliktManagement
Projektmitarbeiter
Motivation
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Umfeld
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Warum ein Projektteam?
 Teambegriff
Team := Zusammenschluss von Menschen, die ein
gemeinsames Ziel anstreben und zur Zielerreichung
gemeinsam kooperieren
 Beste Form der Zusammenarbeit
zur erfolgreichen Bewältigung großer Herausforderungen
 Gruppendynamik (Teamgeist)
Nicht die Leistungen Einzelner, sondern die Fähigkeiten
und Anstrengungen aller Beteiligter bringen den Erfolg
 Eigenes Ego weitgehend ausschalten
 Intensive Kommunikation mit allen Beteiligten
 Verständnis für andere und deren Fehler ohne viel Worte
ausbügeln
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5
Projektteambildung

Teambildung erfolgt „top down“
1.
2.

Kernteam bilden
TPL besetzen in Abstimmung mit PL die Teilprojektteams
Auswahlverfahren
Persönliches Kennen (beste Voraussetzung)

Empfehlung (Basis: Anforderungskriterien)

Analyse von Skill-Profilen (Trend zu Skill-Management)

Interviews mit potentiellen Teammitgliedern führen
Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortungen der
einzelnen Projektteammitglieder müssen klar definiert
werden


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Zusammensetzung des Teams
 Schlüsselqualifikationen für die Auswahl der
Projektteammitglieder
Fachspezialisten:
Experten 1. Wahl mit sehr guten Unternehmenskenntnissen
 Teamarbeiter:
kreativ, konstruktiv-kritisch, produktiv und kommunikationsfähig
 Botschafter:
Vertreter anderer Unternehmenseinheiten mit Doppelfunktion
• Interessenvertreter der entsendenden Unternehmenseinheit
• Verkäufer der Projektergebnisse in dieser
Unternehmenseinheit
 Anforderung an alle: Teamfähigkeit
 Gute Balance zwischen unterschiedlichen Mitarbeitercharakteren erforderlich

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Teambildungsprozess
1.
2.
3.
4.
Forming
Team kommt zusammen, Aufgaben werden verteilt
Norming
Team gibt sich Regeln.
Führung und „Hackordnung“ bilden sich heraus
Storming
In der Startphase erfolgt die „Bewährungsprobe“.
Normen und Ziele werden infrage gestellt.
Oft verändern sich dabei die Strukturen:
Aufgaben wechseln, Personen scheiden aus.
Performing
Team ist zusammengeschweißt und arbeitet
effizient mit wenig Reibungsverlusten
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Rollen des Projektmanagers









Architekt: Schafft die personellen, organisatorischen und
technischen Rahmenbedingungen
Stratege: Erstellt die Pläne für die zukünftige
Vorgehensweise
Führungskraft: Führt durch fachliche Kompetenz und
menschliche Autorität
Moderator: Bezieht alle Mitglieder ein und beteiligt sie am
Lösungs-Prozeß
Controller: Erkennt und reagiert auf Zielabweichungen
Konfliktmanager: Löst Konflikte der Teammitglieder
untereinander bzw. mit Externen
Motivator: Schafft motivierende Rahmenbedingungen
Psychologe: Ansprechpartner bei Unsicherheiten und
Bedenken der Betroffenen
Sündenbock: Verantwortlich für alle Fehlentwicklungen
des Projektes
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Projektmanager/-leiter (andere Darstellung)
Der Projektmanager: Die eierlegende Wollmichsau
Er kann alles, weiß alles und hat 1000 Rollen
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Führungsstil und -prinzipien
 Mitarbeiterführung := Einwirkung auf die Mitarbeiter,
so dass sie ein bestimmtes Ziel erreichen
 Erfolgreiche Führungsprinzipien eines Projektleiters








Mensch steht im Mittelpunkt
Probleme der Mitarbeiter haben Priorität
Feedback geben
Führung durch Überzeugung und Argumentation
Prinzip der „offenen Tür“ für alle Teammitglieder
Offene und direkte Kommunikation (keine langen „Dienstwege“)
Ergebniskontrolle statt Verfahrenskontrolle
Förderung von Initiative und Eigenverantwortung
Klare Abgrenzung von Aufgaben, Befugnissen und Verantwortung
im Projektteam
Keine Rückdelegation
Quelle: Litke, Projektmanagement
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Motivation
Selbstverwirklichung
„höhere“ Ziele
Respekt und
Bewunderung
Kontakt, Akzeptanz,
soziale Bedürfnisse
Ordnung, Sicherheit,
Schutz vor Risiken und Bedrohungen
Grundbedürfnisse
(Nahrung, Wärme, Kleidung usw.)
Psychologische
Bedürfnisse
Physiologische
Bedürfnisse
Bedürfnispyramide nach A. Maslow
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Wünsche der Mitarbeiter vs.
Einschätzung der Vorgesetzten
Wunsch
Mitarbeiter Arbeitgeber
Anerkennung für gute Arbeit
1
8
Genaue Kenntnis der Firmenziele
2
10
Eingehen auf private Sorgen
3
9
Gesicherter Arbeitsplatz
4
2
Gutes Einkommen
5
1
Interessante Arbeit
6
5
Wohlergehen der Firma
7
3
Loyalität zw. AG und Mitarbeiter
8
6
Gute Arbeitsbedingungen
9
4
Höflichkeit der Führungskräfte
10
7
Quelle: Gesellschaft für betriebliche Weiterbildung, Berlin
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Tipps zur Motivationsförderung








Kommunizieren Sie ein gemeinsames Ziel, das alle anstreben
Studieren Sie sorgfältig die Bedürfnisse Ihrer Projektmitarbeiter
Organisieren Sie gemeinsame (Freizeit-)Aktivitäten, um den
Teamgeist zu stärken
Erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern nur das Beste. Überzeugen
Sie sie, dass sie auch schwierige Aufgaben bewältigen können
Geben Sie kontinuierlich Feedbacks:
Beachten und belohnen Sie Erfolge immer sofort
Sprechen Sie auch Kritisches stets sofort aus
Legen Sie großen Wert auf Zusammenarbeit und Kommunikation
Stellen Sie die Projektergebnisse als Ergebnisse des Projektteams heraus. Geben Sie die Anerkennung der Projektergebnisse
(z.B. im LA oder vom Auftraggeber) an ihr Team weiter.
Richten Sie Ihr Team in schwierigen Phasen an kleinen
Fortschritten auf
 Sorgen Sie dafür, dass Ihre eigene Motivation hoch bleibt
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Fazit: Erfolgsformel
 Ansatz



Die richtigen (guten) Leute ins Projekt bringen
Diese glücklich machen, damit sie bleiben und Spaß haben
Sie möglichst frei arbeiten lassen
 Mit talentierten und engagierten Leuten kann sich
der PL fast schon beruhigt zurücklehnen
 Kernaufgabe des PL

Beiträge der Einzelnen zu einem integrierten Ganzen
zusammenführen als Coach, Moderator und Steuermann
Quelle: DeMarco/Lister, Wien wartet auf Dich
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Aufgabe 5 : Projektdurchführung
und Projektcontrolling (1)
Ausgehend von Ihrer Lösung von Aufgabe 4 ist eine
Projektüberwachung durchzuführen:
1.
2.
Führen Sie am nächsten jour fixe-Termin eine Projektüberwachung mit MS Project durch und speichern Sie das Ergebnis in
der Datei PD-Team_x.mpp
Erstellen Sie für das Projekt eine Meilenstein-Trend-Analyse, die
zukünftig bei allen wöchentlichen jour fixe-Terminen
fortzuschreiben ist. Abweichungen sind jeweils zu kommentieren.
Arbeiten Sie weiter zielstrebig an der Verwirklichung des Projektziels
mit wöchentlichem „jour fixe“ und Protokollerstellung sowie
Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeiten.
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Faktor Mensch im PM