Input am 21.10.2015
Unterschätzen wir weiterhin den Beitrag
des Luftverkehrs auf die Atmosphäre und
den Treibhauseffekt?
Dr. Manfred Treber
Klima- und Verkehrsreferent Germanwatch
Starkes Wachstum im Flugverkehr
- Sättigung der Nachfrage bei Flugverkehr nicht in
Sicht
- Erwärmungswirkung nicht nur durch CO2,
sondern noch mehr durch Kondensstreifen und
Cirruswolken - bisher unberücksichtigt , auch bei
Agrofuels und H2.
[hierzu müssen Gegenmaßnahmen ergriffen
werden!]
- Globale Szenarien für den Flugverkehr bis 2050
sehen gegen 1990 Wachstum der Verkehrsleistung
(global 5%/a oft erreicht) um das 6 - 20-fache, der
I. Die ICAO hat – trotz Kyoto-Protokoll (1997) –
bisher keine wirksame
Emissionsminderungsmaßnahme
in Kraft gesetzt
II. Der internationale Flug- (und auch der See)verkehr zählen weiterhin zu den größten
Trittbrettfahrern
im Klimaschutz
III. Die derzeitigen Verhandlungen bei ICAO um ein
Abkommen für 2016 gehen um die schwächste
Lösung „offsetting ohne
Maßnahmen der EU hinsichtlich
Flugverkehr und Klimaschutz
Nach Inaktivität der ICAO hinsichtlich Klimaschutz
Ankündigung der EU, selbst Maßnahmen zu
ergreifen
- > Einbezug von Flugverkehr in ETS
- Beginn 1. Januar 2012, vehemente Widerstände
zentraler Staaten von USA über Russland, China
bis Indien und vieler anderer; EU muss einknicken.
- Aussage: Aufschieben des Einbezugs
internationaler Flüge jenseits innereuropäischer
Destinationen bis zur ICAO Vollversammlung 2016
- EU Parlament soll sich für wirkungsvolle
Maßnahmen einsetzen, wenn das ICAO-Ergebnis
2016 nicht wirksam genug ausfällt
Blick auf COP 21 in Paris
Ziel im Paris-Abkommen:
Die Erwärmung unter 2 bzw. 1,5 Grad zu
belassen
d.h. Ausstieg aus den fossilen Energieträgern
… bis 2050 (CAN) oder 2070 (Weltklimarat IPCC)
- Kampf, den Flugverkehr überhaupt in das
Abkommen aufzunehmen (sieht derzeit nicht gut
aus)
- Vorreiter und flankierende Maßnahmen dazu
notwendig
Für Kurz- und Mittelstreckenverkehr (300 – 2.000 km) ist der
Schienenverkehr das nachhaltige Verkehrsmittel der Wahl
- Alternativen dafür beim Personenverkehr:
Weißbuch Verkehr vom 28. März 2011
(hier zu Alternativen zum Kurz- und
Mittelstreckenflugverkehr)
Emissionsminderungen im Verkehr bis zum Jahr
2050 um mindestens 60 % gegenüber 1990
erforderlich
Alternative 1 zum Kurz- und Mittelstreckenflugverkehr
Vollendung eines europäischen
Hochgeschwindigkeits-schienennetzes bis 2050.
Verdreifachung der Länge des bestehenden Netzes bis
2030 und Aufrechterhaltung eines dichten
Schienennetzes in allen Mitgliedstaaten.
Bis 2050 sollte der Großteil der Personenbeförderung
über mittlere Entfernungen auf die Eisenbahn entfallen
Zweite Alternative zu
Kurz- und Mittelstrecken-Flugverkehr
Europaweite Nachtzüge
- Diese werden europaweit immer mehr gestrichen
(eine Fehlregulierung, da ein nachhaltiger
Verkehrsträger verschwindet)
- Problem für die Wirtschaftlichkeit: die Trassenpreise
(sind oft ca. Hälfte der Kosten)
- Externe Kosten des Wettbewerbers in der Luft sind
nicht internalisiert
• Die Politik ist auf EU-Ebene gefordert zur
Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen
Maßnahme zur Förderung Europaweiter Nachtzüge
als zweite Alternative zu
Kurz- und Mittelstrecken-Flugverkehr
Für die Trassenpreise der Nachtzüge sollen die
Grenzkosten zur Anwendung kommen
- Die Differenz zu den regulären Preisen werden von
einem neu einzurichtenden Fonds der EU an die
Schienennetzbetreiber bezahlt.
- Ziel dieses Fonds ist, ein Gegengewicht zu den
ungleichen Wettbewerbsbedingungen
im Vergleich mit dem Flugverkehr zu bilden
und ein Grundangebot europäischer Nachtzüge als
ein Nachhaltiger Verkehrsträger im
Mittelstreckenverkehr zu ermöglichen.
Vielen Dank
für
Ihre Aufmerksamkeit
Klimakosten von CO2
Fliegen gefährdet das Klima
Ein Passagier eines durchschnittlichen
Zivilflugzeuges
verursacht mit jeder Stunde Flugzeit
ebenso viele
Treibhausgasemissionen
wie eine durchschnittliche Person in
Bangladesch
innerhalb eines Jahres durch alle ihre
Aktivitäten zusammen.
Fliegen gefährdet das Klima
Beitrag zur Erderwärmung
bezogen auf die Reisezeit ...
• ... ist beim Flugverkehr im
Vergleich mit anderen
Verkehrsmitteln eklatant.
• Reisezeitbudget der Menschen
bleibt (im Durchschnitt) konstant.
Damit wird Geschwindigkeitszunahme zur dominanten Ursache
des Treibhausgasanstiegs im
Verkehr
Weitere Informationen:
www.germanwatch.org
oder bei:
Manfred Treber
Germanwatch e.V.
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53113 Bonn
Tel: 0228-60492-14, Fax: -19
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