Wiss. Mitarbeiter Heiko A. Haller
Universität Trier
WS 2004/2005
Übung zur Vorlesung „Grundrechte“
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WS 2004/2005
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Probeklausur:
Notenübersicht
Heutiges Programm
2
10. 2.:
Fall 6 — Art. 5 III GG (Kunstfreiheit)
Heute:
Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
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Probeklausur: Notenübersicht
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
4
Die konkrete Normenkontrolle hat Aussicht auf
Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
2. Vorlageberechtigung
5
1. Zuständigkeit des BVerfG
Die Zuständigkeit des BVerfG folgt für die konkrete Normenkontrolle aus Art. 100 I GG, § 13
Nr. 11, §§ 80 ff. BVerfGG.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
2. Vorlageberechtigung
Zulässigkeit
staatliche deutsche Gerichte (Richtervorlage)
1. Zuständigkeit des BVerfG
→ alle staatlichen Spruchkörper, die sachlich
unabhängig und in einem formell gültigen Gesetz mit Aufgaben eines Gerichts betraut und
als Gerichte bezeichnet sind.
2. Vorlageberechtigung
3. Vorlagegegenstand
→ jeder zur Sachentscheidung berufene
Spruchkörper
… Bundes-/Landesgerichte, auch LVerfG
… Berufs-/Ehrengerichte v. Körperschaften des
öffentlichen Rechts (ggf.)
6
… nicht: priv. Schiedsgerichte, Rechnungshöfe
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
Zulässigkeit
→ geltendes Gesetz
1. Zuständigkeit des BVerfG
→ formelles Gesetz
2. Vorlageberechtigung
→ von deutschem Legislativorgan erlassen
3. Vorlagegegenstand
4. Entscheidungserheblichkeit
7
3. Vorlagegegenstand
→ nachkonstitutionelles Gesetz
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
2. Vorlageberechtigung
3. Vorlagegegenstand
4. Entscheidungserheblichkeit
5. Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit
8
4. Entscheidungserheblichkeit
andere Entscheidungsformel (nicht nur
Begründung!) bei Gültigkeit der Norm als bei
ihrer Ungültigkeit.
muss im Zeitpunkt der Vorlage feststehen.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
Obersatz
I.
Zulässigkeit
5. Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit der Gesetzesvorschrift
1. Zuständigkeit des BVerfG
bloße Zweifel genügen nicht.
2. Vorlageberechtigung
verfassungskonforme Auslegung darf nicht
möglich sein.
3. Vorlagegegenstand
4. Entscheidungserheblichkeit
5. Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit
6. Form
7. Ergebnis
Überzeugung von der Verfassungswidrigkeit
muss deutlich zum Ausdruck kommen.
6. Form
Aussetzungs- und Vorlagebeschluss.
7. Ergebnis
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
II. Begründetheit
1. Obersatz
2. Allg. Gleichheitssatz
10
Die konkrete Normenkontrolle ist begründet, wenn
die zur Prüfung gestellte Vorschrift gegen das GG
verstößt (§§ 82 I, 78 BVerfGG). Hier kommt ein
Verstoß gegen Art. 3 I GG in Betracht.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
II. Begründetheit
1. Obersatz
2. Allg. Gleichheitssatz
a) Spezielles GleichheitsR?
b) Ungleichbehandlung
11
2. Art. 3 I GG (allgemeiner Gleichheitssatz)
a) Spezielles Gleichheitsrecht einschlägig?
z. B. Art. 3 II, III; 6 I, V; 33 I–III, 38 GG
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
II. Begründetheit
1. Obersatz
2. Allg. Gleichheitssatz
a) Spezielles GleichheitsR?
b) Ungleichbehandlung
c) Verf.-rechtl. Rechtfertigg
12
b) Ungleichbehandlung
GlS verbietet, wesentlich Gleiches willkürlich ungleich und wesentlich Ungleiches willkürlich gleich zu behandlen.
→ Vergleichsgruppen herausarbeiten
→ Sache des Normgebers, diejenigen
Sachverhalte auszuwählen, an die dieselben/unterschiedliche Rechtsfolgen geknüpft werden — aber sachgerechte Ausübung des Spielraums.
→ TBe nur in bestimmten Elementen gleich;
welche Elemente maßgeblich sind, sie
gleich/ungleich zu behandeln, ist zu beurteilen Sache des Normgebers.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
II. Begründetheit
1. Obersatz
2. Allg. Gleichheitssatz
a) Spezielles GleichheitsR?
b) Ungleichbehandlung
c) Verf.-rechtl. Rechtfertigg
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c) Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
aa) Prüfungsmaßstab
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Verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer Ungleichbehandlung
„alte Formel“
„neue Formel“
Willkürformel
Verhältnismäßigkeitsprüfung
Die Ungleichbehandlung ist gerechtfertigt, wenn sie nicht willkürlich ist. Das ist der Fall, wenn
sie sich auf einen je nach Sachbereich vernünftigen oder sonst
einleuchtenden Grund zurückführen lässt. (Evidenzkontrolle)
14
Maßstab je nach Sachbereich unterschiedlich.
Ungleichbehandlung von Personen:
strenge Bindung → Verhältnismäßigkeitsprüfung
Ungleichbehandlung von Verhaltensweisen oder Sachverhalten: weniger
strenge Bindung → Willkürverbot
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte)
II. Begründetheit
1. Obersatz
2. Allg. Gleichheitssatz
a) Spezielles GleichheitsR?
b) Ungleichbehandlung
c) Verf.-rechtl. Rechtfertigg
3. Ergebnis
III. Gesamtergebnis
c) Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
aa) Prüfungsmaßstab
→ sog. alte Formel/Willkürformel
→ sog. neue Formel
bb) Rechtfertigungsgründe
→ zulässiges Differenzierungsziel
→ zulässiges Differenzierungskriterium
→ Geeignetheit der Altersgrenze
→ Ergebnis
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
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Die abstrakte Normenkontrolle hat Aussicht auf
Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
2. Antragsberechtigung
17
1. Zuständigkeit des BVerfG
Die Zuständigkeit des BVerfG folgt für die abstrakte Normenkontrolle aus Art. 93 I Nr. 2 GG,
§ 13 Nr. 6, §§ 76 ff. BVerfGG.
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
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2. Antragsberechtigung
Zulässigkeit
im GG abschließend festgelegt
1. Zuständigkeit des BVerfG
2. Antragsberechtigung
objektiver Charakter und kein kontradiktorisches Verfahren: kein Antragsgegner!
3. Antragsgegenstand
keine subjektive Rechtsbeeinträchtigung
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
Zulässigkeit
„Recht“ → gesamtes Bundes-/Landesrecht
1. Zuständigkeit des BVerfG
Voraussetzung: Das Gesetz muss ausgefertigt
und verkündet sein. (keine prinzipale
präventive Normenkontrolle)
2. Antragsberechtigung
3. Antragsgegenstand
4. Antragsgrund
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3. Antragsgegenstand: kontrollfähige Norm
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
2. Antragsberechtigung
3. Antragsgegenstand
4. Antragsgrund
5. Klarstellungsinteresse
4. Antragsgrund
Problem: Überzeugung von der Nichtigkeit
(§ 76 I Nr. 1 BVerfGG) oder Meinungsverschiedenheiten (Art. 93 I Nr. 2 GG)?
e. A.: § 76 I Nr. 1 BVerfGG teilweise verfassungswidrig.
BVerfG: verfassungskonforme Auslegung des
§ 76 I Nr. 1 BVerfGG oder ergänzender
Rückgriff auf Art. 93 I Nr. 2 GG
Problem: Potentieller Antragsteller hält Norm
für verfassungswidrig, anderer Antragssteller
erhebt Normenkontrollklage!?
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Problem: ASt. hat im Bundesrat dem Gesetz
zugestimmt!?
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Fall 7 — Art. 3 I GG (Gleichheitsrechte) — Zusatzfrage
Obersatz
I.
Zulässigkeit
1. Zuständigkeit des BVerfG
objektives Interesse an der Klarstellung der
Normgeltung.
2. Antragsberechtigung
6. Form, § 23 I GG
3. Antragsgegenstand
7. Ergebnis
4. Antragsgrund
5. Klarstellungsinteresse
6. Form
7. Ergebnis
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5. Klarstellungsinteresse
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Vielen Dank für die
Aufmerksamkeit und Mitarbeit!
Alles Gute im weiteren Studium!
Heiko
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Folien zu Fall 7