http://www.gesundes-reisen.de/imgdata/laerm.gif
1
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm
http://www.schienenlaerm.de/Alpha/INDEX.HTM
2
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
3
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Immissionsschutz
Immissionsschutz in der Planung
Lärmschutz (BImSchG)

Umgebungslärm

Flughafen (FluglärmG)
Luftreinhaltung (BImSchG)
4
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
http://www.lfu.bayern.de/laerm/fachinformationen/laermbelastung/pic/laerm2_gr.jpg
5
http://www.ohropax.de/files/laerm.gif
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Immissionsschutz in der Planung
BauGB:
§ 1 Abs. 5 Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind insbesondere zu berücksichtigen
1. die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die
Sicherheit der Wohn- und Arbeitsbevölkerung,
7. gemäß § 1a die Belange des Umweltschutzes,
§ 5 Inhalt des Flächennutzungsplans
(2) Im Flächennutzungsplan können insbesondere dargestellt werden:
6. die Flächen für Nutzungsbeschränkungen oder für Vorkehrungen zum Schutz gegen
schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes;
§ 9 Inhalt des Bebauungsplans
(5) Im Bebauungsplan sollen gekennzeichnet werden:
24. die von der Bebauung freizuhaltenden Schutzflächen und ihre Nutzung, die
Flächen für besondere Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen
Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sowie die zum
Schutz vor solchen Einwirkungen oder zur Vermeidung oder Minderung solcher
Einwirkungen zu treffenden baulichen und sonstigen technischen Vorkehrungen
6
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
7
http://www.schott-hoersysteme.de/pics/site/schallpegel.gif
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Immissionsschutz in der Planung
ROG:
§ 2 Abs. 2 Nr. 8 „Der Schutz der Allgemeinheit vor Lärm und die Reinhaltung
der Luft sind sicherzustellen.“
§ 7 Abs. 1 ROG: Grundsätze der Raumordnung sind durch Raumordnungspläne
zu konkretisieren.
BImSchG:
§ 50 Planung (Trennungsgebot: Schutzbedürftige Nutzungen von
störenden trennen)
Bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sind die für eine bestimmte
Nutzung vorgesehenen Flächen einander so zuzuordnen, dass schädliche
Umwelteinwirkungen und von schweren Unfällen im Sinne des Artikels 3 Nr. 5 der
Richtlinie 96/82/EG in Betriebsbereichen hervorgerufene Auswirkungen auf die
ausschließlich oder überwiegend dem Wohnen dienenden Gebiete sowie auf
sonstige schutzbedürftige Gebiete so weit wie möglich vermieden werden.
8
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm macht krank
Flughafen München Riem und Erdinger Moos:
Langzeit-Studie zu Fluglärm mit 326 Kindern
Ergebnis:
lärmbetroffene Kinder gaben bei schwierigen Aufgaben schneller auf als
die Kinder aus ruhigeren Gegenden, waren nervös, unausgeglichen und
zappelig; mehr Stresshormone, als bei der Vergleichsgruppe, höherer
Blutdruck, je länger die Kinder im Fluggebiet lebten; Schlafstörungen,
erhöhte Aggression.
Nach Flughafen-Stilllegung verbesserten sich Kurz- und Langzeitgedächtnis
sowie schulische Leistungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Flugl%C3%A4rm#Flugl.C3.A4rm
9
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Gesetzgebungskompetenz Lärm
Bund: anlagenbezogener Lärm (Gewerbe, Verkehr u.a.)
Land: verhaltensbezogener Lärm (Klavierspiel; Kirchengeläut)
Bayerisches Immissionsschutzgesetz:
Art. 13 Schallzeichen, Tonübertragung
(1) Es ist verboten,
•
mit Hilfe von Geräten Schallzeichen zu geben,
•
Tonübertragungsgeräte oder Tonwiedergabegeräte auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen, in den
öffentlichen Anlagen, in der freien Natur oder in einem Freibadegelände zu benutzen,
wenn andere dadurch gestört werden.
(2) Die Gemeinden können von diesen Verboten Ausnahmen zulassen, wenn ein Bedürfnis auch unter
Berücksichtigung des Schutzes der Allgemeinheit oder Nachbarschaft vor Lärm anzuerkennen ist.
(3) Das Verbot nach Absatz 1 Nr. 1 gilt nicht für
•
Schallzeichen zur Warnung vor Gefahren, zum Rufen von Hilfsdiensten oder zu ähnlichen öffentlichen
Zwecken,
•
Schallzeichen zur Religionsausübung,
•
die nach dem Sprengstoffrecht erlaubte Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen.
Art. 14 Verordnungen der Gemeinden
Zum Schutz vor unnötigen Störungen können die Gemeinden Verordnungen über die zeitliche Beschränkung
ruhestörender Hausarbeiten oder Gartenarbeiten, über die Benutzung von Musikinstrumenten,
Tonübertragungsgeräten und Tonwiedergabegeräten sowie über das Halten von Haustieren erlassen.
10
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Nachbar-Lärmschutz Ländersache
Was ist „sozial adäquat“?
Geschosswohnungsbau und Klavier, unterschiedliche Urteile:
NRW: 120 Minuten tägliches Musizieren, also auch
am Sonntag, vertretbar
Bayern: drei tägliche Übungsstunden
Berlin: 50 Euro Bußgeld wg. Klavierspiel am Sonntag
Klaviermusik habe „erheblich störenden Charakter ...
Klavierübungen kann man nicht mehr unter Hausmusik einordnen“
„Tonwiedergabegeräte und Musikinstrumente dürfen nicht in einer
Lautstärke benutzt werden, durch die jemand erheblich gestört wird.“
§ 5 Landes-Immissionschutzgesetz Berlin
„Sachen ... dürfen eingezogen werden. Hierzu zählen insbesondere: 1.
Musikinstrumente ... Tiere dürfen auch eingezogen werden“ § 16 LImSchG Bln
Ladennutzung Kita:
•
Berlin: „Zu laut gespielt: Kita muss weg“, Friedenauer
Anwohner erwirkt vor Gericht die Schließung: Kita stellt Fehlnutzung eines
Ladens dar, Kinderladen sei kein Laden. Landgericht Berlin, Mopo
23.11.2008; Änderung des LImSchG in 10/2009, Tsp. vom 18.9.2009
11
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Rotes Rathaus:
Glockenspiel
nachts abgestellt
„Wegen der
Beschwerde eines
Anwohners muss
das Glockenspiel
der Turmuhr im
Roten Rathaus
nachts schweigen.
Das stündliche
Schlagen liegt nach
Messungen zehn
Prozent über dem
zulässigen
nächtlichen
Spitzenwert von 60
Dezibel.“
Mopo. 29.6.2007
Lärm?
Kirchenglocken
Kindergarten
Kinderspielplatz
Bolzplatz
Musikinstrumente
Anspruch auf Ausschluss in besonders geschützten
Wohngebieten (WR)?
Privilegierter Lärm?
12
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm in Suburbia
Eigenheim und Rasenmäher
"Wollen wir nicht alle am ersten Dienstag im Monat Rasen
mähen?“ Reinhard Mey im Hessischen Rundfunk Tsp. 5.11.02
„Jeden Tag sind um uns herum die Gartennazis mit schwerem Gerät und unter HöllenlärmEntwicklung damit beschäftigt, auf handtuchgroßen Grundstücken, kleinen, unschuldigen
Grashalmen den Garaus zu machen.“ "Montags links von uns, Dienstag hinter uns, Mittwoch
von schräg links über die Straße und Donnerstags von gegenüber", protokollierte Mey, der
auch die Terrorverursacher genauestens inspiziert hat. Dabei handele es sich nämlich um 4Takt-Rasenmäher, 2-Takt-Kantentrimmer und 2-Takt-Laubpuster an der oberen
Drehzahlgrenze.“
http://www.netzeitung.de/entertainment/people/202356.html, http://www.taz.de/pt/2002/08/14/a0252.1/text.ges,1
Hass am Gartenzaun: Jedes Jahr ziehen in Deutschland 4.000 Menschen
gegen ihre Nachbarn vor Gericht, Tsp. 11.01.2000
Bundesumweltminister Trittin 2002: „Es darf wieder mehr geharkt werden“
13
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
RICHTLINIE 2002/49/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. Juni
2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm
Lärmverursacher:
Industriegelände
Ballungsräume (mehr als 100.000 Einwohner)
Hauptverkehrsstraßen (reg/nat/grenzüberschr. Straße
über 3 Mio. KFZ pro Jahr, 8.200 pro Tag)
Haupteisenbahnstrecken (über 30.000 Züge pro Jahr, 82
pro Tag)
Großflughäfen (50.000 Bewegungen pro Jahr (Start
oder Landung), 137 pro Tag)
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/rl_umgebungslaerm.pd
14
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie - Aufgaben
Unterschied zu Lärmminderungsplänen gem. § 47a BImSchG:
Verpflichtend bis 30.6.2007 für Ballungsräume > 100.000 EW:
strategische Lärmkarten
•
für Hauptverkehrsstraßen,
Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen zur Ermittlung der Belastung;
Überarbeitung alle 5 Jahre
Verpflichtend bis 18.7.2008 für Orte an Straßen > 6 Mio. Kfz/Jahr, Schienenstrecken > 60.000 Züge/Jahr, Großflughäfen und Ballungsräume >
250.000 EW:
•
Aktionspläne
•
Ableitung von Emissionsvorschriften durch
Kommission (Vorschläge bis 18. Juli 2006 gem. Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 b)
zur Vermeidung und Verminderung von Lärm unter
Beteiligung und Mitwirkung der Öffentlichkeit, Unterrichtung über getroffene
Entscheidung; Überarbeitung alle 5 Jahre
RICHTLINIE 2002/49/EG
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/laerm/umgebungslaermrichtlinie/Umgebungslaermrichtlinie.pdf
15
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie - Arbeitsteilung
EU: Kriterien, Methoden, Mindestanforderungen für
Lärmkarten und Aktionspläne, Evaluierung RL
2002/42, EU-Rechtsvorschriften zur
Emissionsminderung bei Straßen- und Schienenfahrzeugen,
Flugzeugen, Geräte für eine Verwendung im Freien, ortsbewegliche
Maschinen, Ausrüstung für Industrie (Vorschläge bis 18. Juli 2006 gem.
Art. 1 Abs. 2)
Länder: Festlegung der Grenzwerte („klimatische und
kulturelle Unterschiede“)
Länder, Kommunen: Erstellung Lärmkarten,
Aktionspläne, Bericht an EU
16
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
Zeitplan
Bis 18. Juli 2004
Bis 30. Juni 2005
Bis 18. Juli 2005
Bis 30. Juni 2007
Bis 18. Juli 2008
Bis 31.12.2008
18.07.2009
Bis 30. Juni 2012
Bis 18. Juli 2013
17
Umsetzung in nationales Recht
Mitteilung der „Phase-I"-Infrastruktur an Kommission
Festlegung der verantwortlichen Stellen für Ausarbeitung, Sammlung und Genehmigung von
Lärmkarten und Aktionsplänen. EU-Kommission und Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Mitteilung Grenzwerte an EU-Kommission (in Lden und Lnight)
Erstellung von Lärmkarten für „Phase-I"-Infrastruktur
Erstellen von Aktionsplänen für Orte in Nähe von „Phase-I"-Infrastruktur
Mitteilung an EU-Kommission der „Phase-II-Infrastruktur“ an EU-Kommission
veröffentlichter Kurzbericht der EU-Kommission über Informationen aus strategischen
Lärmkarten und Aktionsplänen. (erster Bericht)
Erstellung von Lärmkarten für „Phase-II"-Infrastruktur
Erstellen von Aktionsplänen für Orte in Nähe von „Phase-II"-Infrastruktur
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
„Phase-I“-Infrastruktur
Ballungsräume
(mehr als 250.000 Einwohner)
Hauptverkehrsstraßen
(über 6 Mio. Kfz pro Jahr, 16.200 pro
Tag)
Haupteisenbahnstrecken
(über 60.000 Züge pro Jahr, 164 pro
Tag)
Großflughäfen
(50.000 Bewegungen pro Jahr, (Start oder Landung),
137 pro Tag)
18
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
„Phase-II“-Infrastruktur
Industriegelände
Ballungsräume
(mehr als 100.000 Einwohner)
Hauptverkehrsstraßen
(reg/nat/grenzüberschr. Straße über 3 Mio.
Kfz pro Jahr, 8.200 pro Tag)
Haupteisenbahnstrecken
Großflughäfen
(über 30.000 Züge pro Jahr, 82 pro Tag)
(50.000 Bewegungen pro Jahr (Start oder Landung), 137
pro Tag)
19
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
5-Jahres-Zeitraum:
Mitteilung der „Phase-I“-Infrastruktur an EU
Prüfung strategische Lärmkarten (ggf. Überarbeitung)
Prüfung Aktionspläne (ggf. Überarbeitung, bei
bedeutsamer Entwicklung eher)
Berichterstattung der EU-Kommission gegenüber Rat
und EU-Parlament über Umsetzung der Richtlinie
veröffentlichter Kurzbericht der Kommission über
Informationen aus strategischen Lärmkarten und
Aktionsplänen (erster Bericht 18. Juli 2009)
20
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
EU-Umgebungslärmrichtlinie
21
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm nicht nur im Ballungsraum
Brandenburg: Zwei Drittel durch Lärm belästigt
22
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Umgebungs-Lärmschutz
Rechtsgrundlagen
EG – Richtlinie über die Bewertung und
Bekämpfung von Umgebungslärm
(Umgebungslärmrichtlinie)
§ 47 a Bundesimmissionsschutzgesetz
(BImSchG),
Verordnung über die Lärmkartierung
23
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
(34. BImSchV)
Lärmminderung Verkehr
Lärmverursachung durch
Motor
(Beschleunigung, z.B. an Ampeln)
Rad/Reifen
(Oberfläche, geschwindigkeitsabhängig)
Fahrbahnbelag
Karosserie
(geschwindigkeitsabhängig)
(Luftreibung, geschwindigkeitsabhängig)
Minderung der Schallausbreitung
Radkasten
Lärmschutzwand
geschlossene Bebauung
Lärmschutzfenster
24
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplanung - Ebenen
Ebene 1: Flächenhafte Maßnahmen
Städtebauliche Maßnahmen

Nutzungszuordnung (Funktionstrennung, aber:
Funktionstrennung verursacht Verkehrslärm)
Verkehrliche Maßnahmen

Vermeidung IV durch
Förderung ÖPNV
 Rad und Fußgänger




Flächenhafte Verkehrsberuhigung
Einrichtung von Parkzonen
Schwerverkehrswegweisung
Lit. Lärmminderungsplan Berlin, Endbericht
25
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplanung - Ebenen
Ebene 2: Linienhafte Maßnahmen
Städtebauliche Maßnahmen

Baukörperanordnung (geschlossene statt offene BW)
Verkehrliche Maßnahmen


Verkehrsregelung
Verkehrsverlagerung
Schallschutz aktiv und passiv



Gewerbesanierung
Lärmschutzwände
Schallschutzfenster
Lit. Lärmminderungsplan Berlin, Endbericht
26
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplanung - Ebenen
Ebene 3: punktuelle Maßnahmen
Verkehrliche Maßnahmen

Plateaus, Engstellen, Mittelinseln
Reduzierung Fahrbahnquerschnitt

Knotenumbauten wie z. B. Kreisverkehre, Vollaufpflasterungen,

Verkehrsregelnde Maßnahmen


LSA-Steuerung
Geschwindigkeitssenkung
Baulicher Lärmschutz

Schallschutzfenster
Lit. Lärmminderungsplan Berlin, Endbericht
27
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Planerischer Schallschutz
Grenzwert-Berücksichtigung in Planfeststellungs-,
Bauleitplanverfahren
Drei Stufen
1.
Vermeidung:
2.
Aktiver Schallschutz am Entstehungsort (Emissionsort)
Vermeidung durch Nutzungstrennung: Wegeführung überörtlicher
Verkehrstrassen, § 50 BImSchG (Problem: allg. Nutzungstrennung verursacht Verkehr)
(§ 41 BImSchG i.V.m. § 2 I der 16. BImSchV): Aktiver Schallschutz: z.B.
Lärmschutzwall, Ziel tagsüber 40 dB(A) in Innenwohnräumen und nachts von 30 dB(A)
in Schlafräumen
Passiver Schallschutz am Einwirkungsort (Immissionsort)
3.
Schallschutzfenster
28
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan
gem. § 47a BImSchG durch Gemeinden aufzustellen
Lärmminderungsplan = Strategieplan mit Maßnahmen,
Umsetzung über Fachrecht bzw. Bauleitplanung (gem. §
47 Abs. 6 BImSchG), keine selbstständige Hoheitsverwaltung für
Lärmminderung, „der Kraft Gesetz Befugnis zusteht, mit rechtsverbindlicher
Wirkung raumbedeutsam zu planen“
Inhalt:
1. festgestellte und zu erwartende Lärmbelastungen
2. Quellen der Lärmbelastungen
3. vorgesehene Maßnahmen zur Minderung
29
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan - Maßnahmen
Verkehr:
kritisch: Ortsdurchfahrten: Lärmschutzwand,
Flüsterasphalt auf denkmalwertem Pflaster
Bsp. Pinnow, Uckermark: Kampf um Erhalt der Pflasterstraße mit Feldsteinen und
Allee: harmonisches Gesamtbild, weniger aus Lärmschutzgründen (70 Autos/Tag),
sondern „endlich EU-Fördergeld bewilligt“, (Tsp. vom 22.4.03)
Straßenrückbau, Geschwindigkeitsbeschränkung,
Umgehungsstraße, Tunnel, ÖPNV (Nulltarif: Kurstadt Templin 800 %)
Gewerbe:
Schalldämpfer, lärmarme Maschinen
Städtebau:
Blockschließung, Verzicht auf Schallschutzwände oder –
wälle bzw. Integration in Bebauung.
Architektur, Nutzer:
Nutzungsverteilung kleinräumig: Wohn-/Schlafbereiche
auf lärmabgewandte Seite
30
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Berlin
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bacharlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/umwelt/verkehr/endbericht_lmp_cw.pdf
31
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Berlin
Modellgebiet Charlottenburg-Wilmersdorf
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bacharlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/umwelt/verkehr/endbericht_lmp_cw.pdf
32
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Berlin
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bacharlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/umwelt/verkehr/endbericht_lmp_cw.pdf
33
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Berlin
Modellgebiet Charlottenburg-Wilmersdorf
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bacharlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/umwelt/verkehr/endbericht_lmp_cw.pdf
34
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Berlin
Modellgebiet Charlottenburg-Wilmersdorf
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bacharlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/umwelt/verkehr/endbericht_lmp_cw.pdf
35
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan - Stuttgart
Maßnahmen Kfz-Verkehr
Fahrverbote: Straßen/Bereiche, total/best. Typen
Zeit
(Lkw, Diesel),
best.
Einbahnstraßensystem (Verhinderung Durchgangsverkehr)
verkehrsberuhigte Zonen
(Zeichen 325 StVO, Schrittgeschwindigkeit für Kfz)
Zuflussdosierungen ("Pförtnerampeln" mit langen Rotphasen) zur
Behinderung der Einfahrt in bestimmte Bereiche/Straßen
Sicherung gleichmäßiger, aber verlangsamter Verkehrsflüsse (z.B.
grüne Welle, verkehrsabhängige Lichtsignalisierung)
Geschwindigkeitsbegrenzung
begleitende bauliche Maßnahmen, damit zulässige
Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird: Fahrbahnverengungen,
Fahrbahnverschwenkungen, Aufpflasterungen, Kreisverkehrsplätze
Parkraumbewirtschaftung, Parkleitsysteme
Lkw-Routenkonzept
36
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Stuttgart
http://www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?id=476,0,0,1,0,0
37
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Stuttgart
Minderung Straßenverkehrslärm:
Verlagerung auf Umweltverbund
Verbesserung ÖPNV: Fahrthäufigkeiten,
Umsteigebeziehungen, Fahrpreise, Fahrkomfort,
Haltestellen usw.
Ausbau Infrastruktur für Radverkehr: Radwege,
Abstellplätze usw.
Ausbau des Fußwegenetzes (direkte, sichere,
ruhige Verbindungen)
http://www.stadtklima.de/stuttgart/l98/lmp.htm
38
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Stuttgart
Bauliche Maßnahmen







Lärmschutzbauwerke (Wälle, Wände)
Anordnung weniger schutzbedürftigen Gebäuden als
„Lärmhindernis" für dahinterstehende Wohn- und andere Gebäude
mit hoher Schutzwürdigkeit
Bau von Umgehungsstraßen
Überdeckelung, Untertunnelung von Straßen
Tieferlegung von Straßen
lärmmindernde Fahrbahnbeläge
Schallschutzfenster
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und -information



39
Mobilitätszentrale, Mobilitätsberatung
Förderung von CarSharing
Verkehrserziehung: lärmarmes (energiesparendes) Autofahren
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Stuttgart
Minderung des Schienenverkehrslärms
moderne, lärmarme Fahrzeuge: leisere Motoren,
Bremsen (z.B. Scheibenbremsen), Räder
lärmgedämmte Gleisbette (z.B. Schotterbett mit
Holzschwellen oder Gleiskörper mit Raseneindeckung)
Vermeidung enger Kurvenradien
Fahrbahn in Troglage; Einhausung der Fahrbahn
Lärmschutzwände oder -wälle
Geschwindigkeitsbegrenzung
(Zielkonflikt zu schnellen,
gegenüber Kfz-Verkehr konkurrenzfähigen Bahnverbindungen)
40
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderungsplan Stuttgart
Minderung des Gewerbelärms
Maßnahmen an der Anlage
Einschränkung Betriebszeiten (z.B. kein Nachtbetrieb)
Einschränkung Lieferzeiten, Zeiten für Be- und Entladung
Schalldämmung an Maschinen und Anlagen
Schalldämmung an Betriebsgebäuden (Wände, Türen, Fenster)
Bauliche Anordnung der Anlage: Gebäude des Betriebes schirmen Lärm der
Anlage in Richtung schutzwürdiger Nutzung ab
Lärmschutzwände, -wälle
Betriebszufahrt auf ggü. schutzwürdiger Nutzung abgewandter Seite
Planerische Maßnahmen
Verlagerung von Gewerbebetrieben in Gebiete geringerer Empfindlichkeit
Kontingentierung der Schallemissionen einzelner Betriebe in Gewerbegebiet
Einrichten von Lkw-Verkehrsrouten, insbesondere für Schwerlastverkehr
Einrichten von Güterverkehrszentren; von dort gesammelter Transport zu
Betrieben und Geschäften im Stadt(teil)zentrum bzw. in die Wohngebiete
41
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Fiktive Straßensituation
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/de/planungsmodul.shtml
Weitere Literatur: http://www.bbr.bund.de/exwost/pdf-files/planungsleitfaden_firu.pdf
42
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Ausgangssituation
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/de/planungsmodul.shtml
43
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Maßnahmen:
Verkehrsmenge
LKW-Anteil (1 LKW so laut wie 23 PKW)
Geschwindigkeit
Belag
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/de/planungsmodul.shtml
44
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Verkehrsmenge halbiert
Ausgangssituation
Pegelminderung -3
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
133
130
45
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
143
143
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
LKW-Anteil 5 % statt 12 %
Ausgangssituation
Pegelminderung –2,2
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
138
136
46
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
143
143
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Geschwindigkeit 30 statt 70 km/h
Ausgangssituation
Pegelminderung –7,7
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
89
72
47
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
143
143
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
Asphaltbeton statt Pflaster
Pegelminderung:
-6
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
103
96
48
Ausgangssituation
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
143
143
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmminderung - Planungsmodul
3.500 KFZ, 5 % LKW, 30 km/h, Asphalt
Pegelminderung:
-15,9
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
0
0
49
Ausgangssituation
Einwohner mit Lärmpegeln von mehr als
65 dB(A) tags
55 dB(A) nachts
143
143
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Straßen- und Schienenlärm
BimSchG § 41 Straßen und Schienenwege
Bei Bau oder wesentlicher Änderung von Straßen, Eisenbahnen,
Magnetschwebebahnen und Straßenbahnen keine schädlichen
Verkehrsgeräusche, die nach Stand der Technik vermeidbar sind.
wesentliche Änderung:
16. BImSchV - VerkehrslärmschutzVO
1. Straße/Schiene: bauliche Erweiterung um mindestens
einen durchgehenden Fahrstreifen, bzw. Gleis,
2. erheblicher baulicher Eingriff erhöht Lärm um 3 Dezibel
50
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm
16. BimSchV § 2 Immissionsgrenzwerte
1. an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen und Altenheimen
2. in reinen und allgemeinen Wohngebieten und
3. Kleinsiedlungsgebieten
in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten
4. in Gewerbegebieten
51
Tag
Nacht
57 dB (A) 47 dB (A)
59 dB (A) 49 dB (A)
64 dB (A) 54 dB (A)
69 dB (A) 59 dB (A)
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärm
Lärmsanierung (freiwillig) und Lärmvorsorge (gesetzlich)
http://www.bayern.de/LFU/tat_bericht/tb_200x/tb_2001/pdf/laermvorsorge.pdf
52
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung - Straße
seit 1978 freiwillig aufgrund Haushaltsregelungen,
Ausführung in VLärmSchR
Ausgaben bis 1978-2001
Lärmvorsorge (Pflicht): 2,7 Mrd. EUR
Lärmsanierung (freiwillig): 690 Mio. EUR (19982001: pro Jahr ca. 15 Mio EUR)
Statistik der Lärmschutzes an Bundesfernstraßen:
http://www.bmvbw.de/Anlage12567/ls2001-si.pdf.pdf
53
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung - Straße
Bei folgenden Dezibel-Werten
und Ausbau):
1.
2.
3.
4.
(dahinter Grenzwert nach 16. BimSchV für Neu-
Krankenhäuser, Schulen, Kurheimen, Altenheimen
in reinen und allgemeinen Wohngebieten und
in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten
in Gewerbegebieten
70
70
72
75
Tag
dB/A dB/A dB/A dB/A -
57
59
64
69
60
60
62
65
Nacht
dB/A - 47
dB/A - 49
dB/A – 54
dB/A – 59
Keine Sanierung: Gebiete, die der Erholung dienen, z.B. Wochenendhausgebiete,
Ferienhausgebiete, Dauer- und Reisecampingplatzgebiete sowie Kleingartengebiete im
Sinne des BundeskleingartenG (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB).
Erstattung von 75 % der Aufwendungen des Eigentümers für Schallschutz
kein Vorrang von aktivem Lärmschutz vor passivem
aktiver Lärmschutz: Wälle, Wände, Einschnitts- und Troglagen, Teil- und Vollabdeckungen,
Einhausungen; Flüsterasphalt; Fahrzeuganforderungen: Reifenbeschaffenheit,
Motorkapselung, Auspuffanlagen
Kosten Lärmschutzwand 2001: Zwischen 213 EUR/m² (Holz, Beton) und 445 EUR/m²
(transparentes Material)
Gesamtlänge 2001: Lärmschutzwälle: 883 km, -wände: 1.766 km
Statistik der Lärmschutzes an Bundesfernstraßen: http://www.bmvbw.de/Anlage12567/ls2001-si.pdf.pdf
54
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung Bahn
Lärm die „Achillesferse“ der Eisenbahn (Allianz pro Schiene)
BMVBW 1999: 51 Mio. €/Jahr für Härtefälle (Ortsdurchfahrten)
"Maßnahmen zur Lärmsanierung
an bestehenden Schienenwegen
des Bundes" Konzept
- 36.000 km Schienennetz
- 15.000 km > 60 dB (A) nachts
dav. 3.700 km an/durch Wohngeb.
- 3.500 km Sanierungsbereiche
55
Quelle: Schneider „Sektorale
Lärmschutz http://www.slg-online.de/slg/schneiderlaermschutz/bahn.php
Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung Bahn
Passiver Lärmschutz
(d.h. an der Einwirkungsstelle) an baulichen Anlagen
Schallschutzfenster und Lüftungseinrichtungen
Planfeststellung: i. d. R. Schallschutzwände,
Probleme: Sichtbehinderung, Verschattung, Ortsbild
56
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung Bahn
Aktiver Lärmschutz (d. h. an der Entstehungsquelle) an Bahnanlagen:
Fahrzeug:
Räder
Bremssysteme: Leisere Bremsen für Güterwaggons (hoher Anteil Nachtverkehr): Komposit-Bremssohle (K-
Sohle) bis 10 dB(A) leiser als alte Graugussbremse, ähnlicher Schallwert wie Scheibenbremse. Betroffen: 160.000
Güterwaggons. Kein Aufrauen/Riffelbildung der/an Radlaufflächen wie bei Graugussbremse: „Glattes Rad auf glatter
Schiene“
Motoren Antriebsgeräusch (Kühlung von Elektromotoren);
Chassis-Geräusche: Dröhnen leerer Güterwagen
Fahrweg:
Schienenoberfläche "Besonders überwachtes Gleis„: Schienenschleifen
Schienendämpfer (3 – 7 dB(A))
Besohlte Schwellen
Abbildung:
http://de.w
ikipedia.org
/wiki/Radre
ifen
Kurvenkreischen: Spurkranzschmiereinrichtungen in engen Gleisbögen
Brückenbauwerke (Resonanzkörper)
Lärmschutzwand oder –wall
http://www.dalaerm.de/materialien/vcd_tband5.pdf http://www.uni-stuttgart.de/vwi/forschung/lownoisetechnology.pdf
57
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung Bahn – LNT
Low-Noise-Technologie (LNT):
- Niedrigstschallschutzwände
(NSSW)
(38 cm): freie Sicht aus den
Zügen, geringe zusätzliche Trennwirkung
- Schallschürzen am Chassis
-
Verbundbremssohlen
-
Radschallabsorber
-
Überwachtes Gleis
„LNT ist also städtebaulich verträglicher
und wirkungsvoller im Schallschutz als
der konventionelle Schallschutz“
http://www.uni-stuttgart.de/vwi/forschung/lownoisetechnology.pdf
58
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmsanierung Bahn
Radlaufflächen im Vergleich: Links Beschädigung durch GraugussKlotzbremsen, mitte eine kunststoff-klotzgebremste und rechts eine
scheibengebremste Lauffläche.
Geräuschvoll: Rad mit Graugussbremse
geräuscharm: Rad mit Scheibenbremse
https://www.bls.ch/unternehmen/umwelt_bremsen_d.html
59
Graphik: http://www.dalaerm.de/materialien/vcd_tband5.pdf
Radlaufflächen: http://www.laermorama.ch/laermorama/modul_krachmacher/eisenbahnlaerm_W.html#Bremsen
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Güterzuglärm
Belastung von 1959 - 2009 dramatisch angestiegen: 12 dB (A)
Geschwindigkeitserhöhung von 65 auf 100 km/h
Größere Schiene (UIC 60 statt S 49)
Plastik- statt Holzzwischenlagen
Rollen- statt Gleitlager
Starrachse statt Lenkachse
Schweißnaht statt Niete und Schraube
Monoblockräder statt bereifte Räder
Umwegfahrten
Quelle: Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht, TU-Berlin, FG Schienenfahrzeuge: Technische Lärmminderung – Grenzen und
Möglichkeiten
60
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Güterzuglärm
„25 dB Lärmminderung sind realistisch umsetzbar“
LEILA-Drehgestell
Kleine Massivräder
Radschallabsorber
Radscheibenbremse
Schürzen
Gleiseindeckung
Leise Gleiskonstruktion
Niedrigstschallschutzwand
Quelle: Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht, TU-Berlin, FG Schienenfahrzeuge: Technische Lärmminderung – Grenzen und
Möglichkeiten
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„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Schienen- und Straßenverkehrslärm
§ 74 II 2 VwVfG gibt Planfeststellungsbehörden
Befugnis, dem Träger des Verkehrsvorhabens
Vorkehrungen zur Lärmvermeidung aufzuerlegen.
62
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Fluglärm
63
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Fluglärm
aktiver Lärmschutz im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gem. LuftVG u.
VwVfG

§ 8 LuftVG (Planfeststellung)
öffentliche und private Belange einschließlich
Umweltverträglichkeit im Rahmen der Abwägung berücksichtigen
nachrangig § 6 LuftVG (Genehmigung)

§ 9 II LuftVG

§ 74 II 2 VwVfG
(Auflage: Errichtung u Unterhaltung von Anlagen zum öffentlichen Wohl
oder zur Sicherung der Benutzung benachbarter Grundstücke gegen Gefahren/Nachteile)
(ggf. Planfeststellungsauflagen: Vorkehrungen oder Errichtung und
Unterhaltung von Anlagen zum Wohl der Allgemeinheit und zur Vermeidung nachteiliger
Wirkungen)
Beispiele: Betriebsbeschränkungen (Nachtflugverbot), An- und
Abflugrouten, Lärmkontingente
passiver Lärmschutz > Fluglärmgesetz
64
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Fluglärm - Bsp. Schönefeld
Planfeststellungsbeschluss:
Verminderung
Bodenlärm durch
Mittelage (RSK)
Schließung der
nördlichen Landebahn
(keine Überfliegung
von Berlin-Bohnsdorf)
Vorgriff auf geplante
Novelle zum
Fluglärmgesetz
65
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Fluglärm - Bsp. Schönefeld
Planfeststellungsbeschluss:
42.000 Anwohner: Lärmschutz in Tag- und Nachtschutzgebieten



Anspruch auf Lärmschutzvorrichtungen bei 60 Dezibel
Dauerschallpegel außen im Tagschutzgebiet
Anspruch auf Lärmschutzvorrichtungen bei 50 Dezibel
Dauerschallpegel außen im Nachtschutzgebiet bzw. bei sechs
Lärmereignissen pro Nacht mit einem Maximalpegel von 70 Dezibel
außen.
Flughafengesellschaft muss auf Antrag Betroffener ohne weiteren
Nachweis für Lärmschutz sorgen.
Außerhalb dieser Gebiete muss Nachweis durch die Betroffenen
geliefert werden.
Von 22 bis 6 Uhr nur 10 Dezibel leisere Flugzeuge als die heute
in Schönefeld zugelassenen (max. 100 Starts und Landungen; 1 Maschine mit
100 Dezibel gleichen Anteil am Dauerschallpegel (Mittelwert) wie 100 Maschinen mit 80
Dezibel)
66
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Passiver Lärmschutz Flughafen
Lärmschutzbereich alt gem. § 4 FluglärmG
von 1971 (vgl. Luftverkehrsgesetz von 1922) =
Gebiet außerhalb Flugplatzgelände mit > 67 dB (A)
Bauverbot: Krankenhaus, Altenheim, Erholungsheim, Schule;
Ausnahmen nach Landesrecht bei dringendem öffentlichen
Bedarf
Lärmschutzbereich neu (6/2007):
Bauverbot: Krankenhaus, Altenheim, Erholungsheim o. ä.
Tag-Schutzzonen: Schule, Kita o.ä. ; Ausnahmen nach Landesrecht bei
dringendem öffentlichen Bedarf
Tag-Schutzzone 1 und Nachtschutzzone: Wohnungen
Festsetzung: durch RVO der Landesregierung
Festsetzung: BMU per RVO im Einvernehmen mit BMVBW ggf.
BMVg mit Zustimmung Bundesrat (Bsp. Flughafen BerlinSchönefeld)
neue, bzw. erweiterte Flugplätze bestehende Flugplätze
Zivil
Tag-Schutzzone 1 > 60 dB (A)
65 dB(A)
Schutzzone 1 > 75 dB (A): zusätzliches Bauverbot:
Tag-Schutzzone 2 > 58 dB (A)
60 dB(A)
Wohnungen
Nachschutzzone
> 50 dB (A)
55 dB(A)
Ausnahmen: vorher festgesetzter B-Plan
max.: 6 x 53 dB(A)
6 x 57 dB(A)
(Entschädigungsrelevanz), § 34er-Gebiet,
Militärisch:
Baugenehmigung, privilegiertes Vorhaben im
Tag-Schutzzone 1 > 63 dB (A)
68 dB(A)
Außenbereich
Tag-Schutzzone 2 > 58 dB (A)
63 dB(A)
Erstattung von Schallschutzaufwendungen für
Nachschutzzone
> 53 dB (A)
55 dB(A)
vorhandene oder bereits genehmigte
max.: 6 x 57 dB(A)
6 x 57 dB(A)
Krankenhäuser, Altenheime, Erholungsheime,
Ausnahmen: vorherige Baugenehmigung. Bei Wohnungen: vorher
Schulen und Wohnungen
festgesetzter B-Plan, § 34er-Gebiet oder B-Plan im 34er-Gebiet,
Schutzzone 2 > 67-75 dB (A)
privilegiertes Vorhaben im Außenbereich, Garnison
Neubau im Lärmschutzbereich muss Schallschutzanforderungen
Neubau im Lärmschutzbereich muss
genügen (Wohnungen, Krankenhaus, Schulen, AltenSchallschutzanforderungen genügen (Wohnungen,
/Erholungsheim)
Krankenhaus, Schulen, Altenheim, Erholungsheim)
vorhandene Bebauung: Erstattung von Schallschutzaufwendungen
Erstattung von Schallschutzaufwendungen für
in Tag-Schutzzone 1 und Nachtschutzzone (auch bestehende Flughäfen)
vorhandene Bebauung in Schutzzone 1
Außenwohnbereich: Entschädigung in Geld für Beeinträchtigung in
weitergehende planungsrechtliche Vorschriften/ EntTag-Schutzzone 1 bei neuen/erweiterten Flughäfen
schädigungen möglich (§ 16 FlugLärmG; Bsp. LEP FS)
Weitergeh. planungsrechtliche Vorschriften/Entschädigungen möglich
67
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Lärmschutzbereich alt
Schutzzone 2, 67 dB (A) :
Bauverbot für Krankenhaus,
Altenheim, Erholungsheim,
Schule
Schutzzone 1, > 75 dB (A):
Bauverbot wie Schutzzone 2
und Wohnungen
> 67 dB (A) 2006
> 67 dB (A) 1997
68
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Passiver Lärmschutz Flughafen
Fachplanerischer Schutzbereich lt. FlugLärmG:
Lärmschutzbereich alt: > 67 dB (A)

Schutzzone 1 > 75 dB (A)

Schutzzone 2 > 67 und < 75 dB (A)
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/flul_rmg/
Diskussion über Änderung Lärmschutzbereiche durch BMU 2004: von 75/67 auf 65/60
(Verkehrsflughäfen) bzw. 60/55 bei Neubau und wesentlicher Änderung und 68/63
(Militärflugplätze)
Raumordnerischer Schutzbereich lt. LEP FS geht weiter:
Planungszone Siedlungsbeschränkung: > 60 dB/A

69
Planungsverbot für sensible Nutzungen gem. FluglärmG: Wohnung,
Krankenhaus, Altenheim, Erholungsheim, Schule (ggf. Ausnahme)
„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007
Passiver Lärmschutz Flughafen
Lärmschutzbereich Berlin-Schönefeld (Bestand)
gem. FlugLärmG: Schwarze Linie: > 67 dB
(A) 1997; rote Linie > 67 dB (A) 2006
Planungszone Siedlungsbeschränkung: > 60 dB/A: keine Planung für Wohnflächen bzw.
lärmschutzbedürftige Einrichtungen, Ausnahme bei Fehlen anderweitiger
Entwicklungsmöglichkeiten. Auswirkungen auf die Gemeinden Ludwigsfelde, Großbeeren,
Blankenfelde-Mahlow, Schönefeld, Schulzendorf und Eichwalde sowie den Bezirk TreptowKöpenick von Berlin.
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„Sektorale Planung I“ - TU Berlin - ISR - SoSe 2007

Lärmschutz