Demokratische Partizipation
von Schülerinnen und Schülern
in der Ganztagsschule
„Partizipation – ein Begriff,
der ein Meister der Verwirrung ist“
(Oser/Biedermann 2006)
Einfachste Übersetzung
Teilhabe
Beteiligung
Grundpfeiler von Demokratie
Öffentlichkeit
Partizipation
Partizipative
Perspektive in der
Schule
= Teilhabe von Schülerinnen
und Schülern an Entscheidungsprozessen in der Schule
„Um die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland ist es (noch) nicht gut bestellt. Zwar sind im
Bereich der Familie die Intensität der Mitbestimmung und
auch die Vielfalt der Themen, bei denen Kinder und
Jugendliche mitentscheiden dürfen, relativ groß, aber in
der Schule sind sie bereits viel geringer, und an ihrem
Wohnort wirken die Kinder und Jugendlichen im
Durchschnitt nur wenig mit. […] In der Kommune ist es um
die Partizipation der Kinder und Jugendlichen bisher am
schlechtesten bestellt“. (Vgl. Kinder- und
Jugendpartizipation in Deutschland. Bertelsmann-Stiftung.
Umfrage bei Schülern
14,5 % der Schülerinnen und Schüler
schätzen ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in
der Schule als hoch ein.
Lehrkräfte schätzen das
Beteiligungspotenzial durchweg höher ein
(„gefühlte Beteiligungsmöglichkeiten“)
„Partizipationsziele in der Schule bedeutet“
1. Transparenz in der Schule schaffen
2. Schule gemeinsam zur Zufriedenheit aller
weiterentwickeln
3. Eine Identifikation mit der Schule für alle Beteiligten
entwickeln
4. Durch Partizipation den Lernerfolg von Schule steigern
Reicht Methodenwissen aus?
Nein, denn
 Beteiligung muss eingeübt werden
 Demokratische Prozesse brauchen Übung
 Schülerinnen und Schüler müssen Wirksamkeit erfahren
 Schülerinnen und Schüler brauchen positive Erfahrungen mit
Partizipation (Angstfreiheit, Beteiligung macht Spaß etc.)
Warum ist Partizipation ein wichtiges Thema?
(Gesamtgesellschaftliche Perspektive)
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Demografischer Wandel und Generationengerechtigkeit
Weicher Standortfaktor im interkommunalen Wettbewerb
Ökonomische und gesellschaftliche Innovationsfähigkeit
Moderne Staatlichkeit und Bürgerkommune
Steigerung der Effizienz in Planungsvorhaben
Förderung und Integration
Prävention durch Partizipation
Warum ist Partizipation ein wichtiges Thema?
(Schülerperspektive)
 „Jeder Schüler soll sich in der Schule wohl fühlen und das
Recht haben mitzubestimmen“
 „Die Schule gehört nicht nur Lehrern.“
 „Demokratie muss man erlernen und kann nicht allein im
Fach politische Bildung vermittelt werden.“
 „Wir wollen mitdenken, Verantwortung übernehmen und
handeln anstatt nur zu klagen.“
Warum ist Partizipation an Ganztagsschulen von
besonderer Bedeutung?
 Für das Gelingen einer GTS ist es wesentlich, dass Schülerinnen und
Schüler die Angebote in der Schule positiv bewerten. Nur Kinder und
Jugendliche, denen die Teilnahme an GTS-Angeboten nützlich
erscheint oder die Spaß an den Angeboten haben, werden zu
dauerhaften Nutznießern des Ganztagsbetriebs.
 Ganztagsschulen sind aufgrund des erweiterten Zeitrahmens immer
mehr auch Lebensraum von Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist
es unabdingbar sie in die Gestaltung des Schullebens
miteinzubeziehen.
 Aufgabe schulischer Lernkultur ist es, Gelegenheiten zur
Partizipation und zur Übernahme von Verantwortung für alle
Schülerinnen und Schüler zu schaffen
Umsetzungsmöglichkeiten in der Ganztagsschule
 Beteiligung am Unterricht (Kooperatives Lernen,
Selbstwirksamkeitsförderung etc.)
 Projekte (Kinder- und Jugendforum etc.)
 Beteiligung an der Gestaltung von Lern- und Freiräumen
 Schule in der Demokratie (Kooperation mit Jugendhilfe, anderen
Einrichtungen im Gemeinwesen etc.)
 Schule als Demokratie (Feedbackkultur, Klassenrat, demokratische
Schulentwicklung, Mediation etc.)
7 Entwicklungsbereiche der Schule
Schulklasse/Lerngruppe: Klassenrat (basisdemokratische
Verantwortungsübernahme für das Zusammenleben in der
Klasse, Aushandlung gemeinsamer Regeln etc.)
Lernkultur: Lernen durch Engagement und Verantwortung,
selbstorganisiertes und kooperatives Lernen, Schülerfirmen,
Peer Teaching, Lernwerkstätten, Selbstevaluation von
Unterricht, Schülerfeedback
Schulkultur: Foren, Gemeinschaftskonferenzen,
Zukunftskonferenzen, Arbeitsgruppen,
Mentorenprogramme, Zivilcouragetraining, Mediations- und
Konfliktbearbeitungskonzepte für SchülerInnen und
Lehrkräfte, Schulparlament, regelmäßige Informationen etc.
Schulöffnung und Kooperation: Kooperationen mit
zivilgesellschaftlichen Partnern (Vereinen etc.), Kooperation
mit Kindergarten, berufliche Bildungsinstitutionen etc.
Personalentwicklung: Geteilte Verantwortung, vielfältige
Arbeitsgruppen, gemeinsame (interne) Fortbildungen,
professionelle Teamentwicklung, wechselseitige
Hospitationen etc.
Schulmanagement: Paritätisch besetzte Steuer- und
Koordinierungsgruppen, Mitsprache bei Etatfragen etc.
Schulprogramm und Entwicklung: Partizipative
Schulprogrammentwicklung mithilfe von
Zukunftswerkstätten, Zukunftskonferenzen, Demokratie- und
Partizipationsförderung als Leitbild im Schulprofil,
Bilanzierungskonferenzen, Teilnahme an Wettbewerben etc.
Was Partizipation nicht ist…
Partizipationstorte
REGELN
 Wie werden Regeln an der Schule aufgestellt?
 Wer stellt diese auf?
 Werden die Regeln mit den Schülerinnen und Schülern
besprochen und transparent gemacht?
 Werden die Ideen von Schülerinnen und Schülern
umgesetzt?
 Herrscht eine Atmosphäre, die Schülerinnen und Schüler
zu offener Regelkritik animiert?
PROJEKTE
 Kommen Impulse und Projektideen von den Schülerinnen
und Schülern?
 Wie stark sind die Schülerinnen an der Planung und
Gestaltung von Projekten beteiligt?
 Haben Schülerinnen die Möglichkeit, Verantwortung für
die Realisierung von Projektaufgaben zu tragen?
SCHULPROGRAMM
 Wissen die Schülerinnen und Schüler über das Leitbild
der Schule Bescheid?
 Werden Schülerinnen und Schüler in die Entwicklung des
Schulprogramms einbezogen?
 Sind Schülerinnen und Schüler Mitglied in
Arbeitsgruppen?

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