Kopf- und Neurozentrum
Klinik und Poliklinik für
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
HNO - Netzwerk
6 x 6 – Fortbildung
14.1.2009
Wolfgang Wöllmer:
Technik und physikalische Grundlagen
der Radiofrequenzchirurgie
1
Chirurgie erfordert Blutstillung
• Für Präparation, Dissektion und Hämostase sind
vielfach zwei oder mehrere verschiedene Instrumente
erforderlich. Der Instrumentenwechsel ist zeitlich und
organisatorisch aufwändig, erschwert und verlängert
die Operationen.
• Bei minimal invasiven Operationen erfordert die eingeschränkte Sicht auf das Operationsfeld in besonderem
Maße geeignete Verfahren zur Dissektion und Koagulation gefäßführender Strukturen. Die Stillung auftretender Blutungen ist wegen des indirekten Zuganges
deutlich schwieriger als in der offenen Chirurgie, so
dass prophylaktische Hämostase wichtig ist.
• Die notwendige Energie für die thermische Hämostase
kann mittels Laserstrahlung, Ultraschallvibration oder
Hochfrequenzstrom ins Gewebe eingebracht werden.
2
HF-Technik
• Die Hochfrequenz-Technik wendet elektrischen Wechselstrom mit einer Frequenz von z.B.350kHz an(Erbe).
• Synonyme: Elektrochirurgie, Kautern, Diathermie u.a.
• Auch RF-Surgery ist ein Synonym. In USA wird meist
mit höherer Frequenz gearbeitet, 1.7 oder 4 MHz.
• Wir haben keine Rezeptoren für diese Frequenzen, der
Strom fließt ohne Schädigung (wie sie bei 50 Hz-Wechselstrom aus dem Lichtnetz eintritt) durch den Körper.
• Der elektrische Gewebewiderstand führt zur Erwärmung abhängig von der Stromdichte = Strom/Fläche.
• Durch Spannung und Elektrodenfläche lassen sich
Koagulations- /Schneidetemperaturen einstellen (60°
bzw. 100°).
3
Elektrischer Widerstand
Mit
steigender
Frequenz
nimmt der
elektrische
Widerstand
ab
4
Frequenzspektrum
Die Frequenz ist wichtig, aber nicht alles
5
Unterschiedliche HF-Techniken
• Monopolar mit großflächiger Neutralelektrode
• Bipolar mit Stromfluß zwischen den voneinander
isolierten Branchen des Instruments (Pinzette)
• CURIS® RaVoRTM (Radiofrequenz Volumen-Reduktion
bei 65-95°) mit gepulster Leistungsabgabe
• APC, Argon-Plasma-Koagulation, Stromfluß über
ionisiertes Argongas (Erbe)
• Coblation (Cold Ablation) mit Stromfluß über Salzlösung, in der ein Plasma erzeugt wird. Bei 40-70°
Gewebeentfernung mit gleichzeitiger Koagulation
• Plasmacision (Olympus Gyrus) erlaubt Koagulieren
und Schneiden bei 70-80° sowie einstellbare
Mischungen der beiden Modi
6
RaVoR™ Gezielter Gewebe-Eintrag
AutoRF™
8
Vorteile der HF-Technik
• Schnelle, einfache, bewährte Koagulation
• Wirksames, schnelles, koagulierendes Schneiden
• Flexibler Einsatz über vielfältige Sonden, wie Schere,
Klinge, Kugel, Nadel, Schlinge
• z.T. integrierte Absaugung von Blut, Plume usw.
• Einfache Kontrolle des elektrischen Signals
• Durch Messung von Temperatur und Widerstand am
Gewebe Wirkung automatisch einstellbar
– ICC = intelligent cut and coagulate (Erbe)
– VIO = variables Schneiden (I) und Koagulieren (O)
• Um den optimalen Effekt am Gewebe zu erzielen
benötigt man eine ausgereifte Automatik-Steuerung 9
AutoRF™
10
Nachteile der HF-Technik
• Monopolar und bipolar Verkleben der Elektroden
durch Kontaktanwendung, Abreißungen
• Einwirkung auf strom-/frequenzempfindliche
Implantate ist nicht generell auszuschließen
• Relativ große Zonen thermischer Schädigung
• Zum Schneiden meist mechanischer Kontakt
erforderlich
• Bei Coblation Irrigation mit Kochsalzlösung
• Bei Plasmacision präzise Schnitt-Plazierung, aber nur,
falls Gewebeflüssigkeit vorhanden ist
11
Plasmacision
• Raffinierte Triode
mit Absaugung
• 315-480 kHz
• Plasma wird in Gewebeflüssigkeit erzeugt, braucht kein
Argongas oder
Kochsalzlösung
• Funktioniert nicht in
trockenem Gewebe
(Epidermis), erst bei
Einschnitt oder zusätzlich Elektrolyt
12
Mischung Schnitt-Koagulation
Cut
Coag
-
+
-
Blend
+
-
Sequential Switching
13
Vgl. Schnitt monopolar /
Plasmacision
Monopolar Cut Phase
Current flows from active,
through patient, to return
pad
PlasmaCision Cut Phase
Current passes locally from
active to two returns, restricting
the RF field
+
-
+
-
14
Vgl. Coblation - Plasmacision
Coblation Ablate Phase
120 Watt current passes locally
from active, striking a plasma in a
pool of delivered saline, to one
return
PlasmaCision Cut Phase
50 Watt current passes locally from
active to two returns. Restricted plasma
field is struck using local extra- and
intracellular fluid
-
+
-
-
+
15
Vergleich von HF-Techniken
Gewebeeffekte während der Op
Coblation
Monopolar
PlasmaKnife
Harmonic
Scalpel
16
Vergleich der Gewebeeffekte
Monopolar:
Zerreißung
Harmonic
Scalpel
Coblation
PlasmaKnife
Monopolar
Coblation &
Ultraschall
Scalpel:
Heilung noch
nicht abgeschlossen
PlasmaKnife:
Auswirkung am Gewebe 14 Tage Post-Op
geheilt
17
HF-Einsatzbereiche im HNO-Bereich
Ambulante Eingriffe (in LA)
Stationäre Eingriffe (ITN)
• Nasenmuschelverkleinerung
• Gaumensegelinterventionen
bei Rhonchopathie
• Exzision kleiner enoraler
Raumforderungen
• Dermatologische /
kosmetische Indikationen
(Besenreiser,
Teleangiektasien,
Altersflecken, Warzen,
Fibrosen, Hautstraffung)
• Tonsillotomie
• Exzision von
Raumforderungen /
Tumoren aus Oro-,
Hypopharynx, Zunge
• Hautschnitt / subcutane
Präparationen
• Monopolare / bipolare
Anwendung
18
19
OVERVIEW
PlasmaCision is a..
• Dry field, bipolar style, excisional RF device with the
capabilities to cut and coagulate soft tissue and blood
vessels in head and neck surgery.
• The technology exploits the electrically conductive
properties of fluid present at the operative site, striking a
plasma field at the tissue / electrode interface.
• The high current, low voltage platform produces two
discrete outputs and uniquely blends the two utilizing the
dynamic properties of each output across the tissue
spectrum.
20
CUT PHASE – PLASMABLEND
The RF output exploits the pro-perties of
current density between the height of the
central active electrode, to the adjacent
return's, completing the circuit, utilizing
the path of least resistance.
An ionized corona (Plasma) is created in
the active zone. Tissue entering the
intense kinetic energy is instantly
disassociated and divided.
The low thermal mass of the plasma
contributes to the mini-mized collateral
tissue damage.
Voltage lower - Frequency higher
21
COAG PHASE – (PLASMABLEND)
In the coagulation phase, the central
electrode becomes dormant.
The bipolar circuit is completed by
tissue interface across the surface of
the two large gold returns.
The low temperature (60-90°)
coagulation - desiccation output
collapses the targeted cells leaving a
thin, pliable eschar..
Voltage higher – Frequency lower
22
SEQUENTIAL SWITCHING
• Utilizes both discrete phases nearly simultaneously.
• The output sequentially switches between the two phases roughly 25 times per
second, at a ratio selected in 5% increments from the generator control panel, based
on tissue type and surgeon preference.
23
Plasmacision vs. monopolar
24

Finanzentwicklung