Gesundheitsmanagement im Tourismus
Routinedaten und Indikatoren im
Zusammenhang mit GVP/HIA –
Erfahrungen aus der
Gesundheitsberichterstattung in der
Steiermark
Symposium
„Die Gesundheitsverträglichkeitsprüfung“
15. Dezember 2005
Mag. Gerlinde Grasser, MScPH
Dr. Ursula Reichenpfader, MPH
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Überblick
1. Klärung der Begrifflichkeiten
–
–
HIA, Gesundheitsdeterminanten
Gesundheitsberichterstattung, Daten, Indikatoren
2. Relevante Daten und Indikatoren
–
–
Auswahlkriterien für HIA
Routinedaten in Ö: Indikatoren,
Stratifizierungsmöglichkeiten, Quellen, Qualität
3. Schlussfolgerungen
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Health Impact Assessment
“Health Impact Assessment is a combination of
procedures, methods and tools by which a
policy, program or project may be judged as to
its potential effects on the health of a population,
and the distribution of those effects within the
population”
(WHO European Centre for Health Policy, 1999)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Gesundheitsdeterminanten
Dahlgren & Whitehead, 1991
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Gesundheitsberichterstattung
Systematische Darstellung und Analyse
• Der Gesundheitsdeterminanten
• Des Gesundheitszustandes der
Bevölkerung
• Der Gesundheitsgefährdungen
(und –ressourcen)
• Der Gesundheitsversorgung
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Gesundheitsberichterstattung
Arten
• Basisberichterstattung
–
–
–
–
Zusammenhänge von allgemeinem Interesse
Status quo
Regelmäßigkeit
Bestimmtes Format
• Spezialberichte
– Thematische Vertiefung
– HIA (?)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Daten
• Fixierte, materialisierte Informationen
• Routinedaten
• Spezifische Daten
– Quantitative Daten
– Qualitative Daten
– Literatur (Systematische Reviews)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Indikatoren
• Beschreibung relevanter Sachverhalte
• Messgröße
– Quantifizierbares Merkmal
– Angabe einer (Bezugs)Einheit
– Schichtung
• Kernindikatoren (z.B. ECHI)
– Mindest notwendige Information um
• Gesundheitszustand zu beobachten
• Public Health Prioritäten zu reflektieren
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Evidenz und HIA
..." a key principle of HIA is the use of [...]
evidence and methods appropiate to the
impacts identified and the importance and
scope of the policy."
(Douglas et al., 2001)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
HIA-Typologien
Daten/Indikatoren Auswahl
• Modell (Exposition, Gesundheit,...)
• Vorhabensebene (Policy, Programm,
Projekt) & Zeitpunkt
• HIA-Ausrichtung ("breit" – "eng")
• Umfang bzw. Intensität (rapid HIA, deskbased, in-depth HIA)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Routinedaten in HIA
• Vorteile
– Kosten, Vergleichbarkeit, Vollständigkeit,
Verfügbarkeit
• Nachteile
– Angemessenheit, Validität, Aktualität, Interpretation
• Erfordernisse
– Statistische Verfahren (Standardisierung,
Aggregation), Modellierung, Integration, SummenIndikatoren
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Sozio-Demographische Daten
• Bevölkerung
→Anzahl, Häufigkeiten
→Nach Alter, Geschlecht, höchster
abgeschlossener Ausbildung, Bezirken,
Gemeinden
• Volkszählung, Landesstatistik Steiermark
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Mortalität
• Gesamtsterblichkeit
• Sterblichkeit aufgrund von
– Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
– Krankheiten der Atmungsorgane
→Anzahl, ASMR
→Nach Alter, Geschlecht, Regionen, Bezirken
[SES]
• Todesursachenstatistik, Statistik Austria
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Morbidität
• Krankenhausmorbidität
– Akute Atemwegserkrankungen
– Herz-Kreislauferkrankungen
→ Anzahl stationärer Fälle in Fonds-KA
(Altersstandandardisierung)
→Nach Geschlecht, Alter, Regionen (Wohnort)
• Confounding!
• Spitalsentlassungsstatistik, BMGF, Statistik
Austria
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Morbidität
• Krankenstandsfälle, -dauer
– Krankheiten der Luft- und Atmungsorgane
→Anzahl, Häufigkeiten, Durchschnitt
→Nach Geschlecht, ArbeiterInnen/Angestellten, Bezirken
→NICHT nach Alter, Gemeinden
• Krankenstandsstatistik, Gebietskrankenkasse
Steiermark
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Morbidität
• Verletzte und Verunglückte bei
Straßenverkehrsunfällen
→ Anzahl, Häufigkeiten
→ Nach Geschlecht, Alter, Verletzungsgrad,
Verkehrsteilnahme, Unfalltyp, Straßenzustand,
Bundesländern, Gemeinden
• Verkehrsunfallstatistik, Statistik Austria
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Umwelt - Luftqualität
• Exposition Feinstaub (PM10) als Leitindikator
[Stickoxide, Schwefeldioxid, Ozon]
→ Immissionsstruktur PM10
→ Bevölkerungsgewichtete mittlere Jahreskonzentration in
mg/m3; Anzahl Personen im Untersuchungsgebiet;
Schätzung verkehrsbedingter Anteil
• PM10-Messstellen gem. IG-L (Bundesländer,
UBA) (Monitoring; Statuserhebungen, zusätzlich
Spezialmessungen)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Umwelt - Lärm
• Subjektive Belästigung durch Lärm
→ Anteil der durch Lärm gestörten Bevölkerung in Wohnungen nach
Ausmaß und Art der Beeinträchtigung, Gemeindegröße und
Bundesländern
→ Anteil der Bevölkerung mit Belästigung durch Lärm nach Lärmquelle
und Tageszeit, nach Gemeindegröße und Bundesländern
→Ursachen der starken und sehr starken Lärmstörung nach Quelle,
Art der Verkehrsträger
• Mikrozensus "Umweltverhalten und
Umweltauswirkungen" (zuletzt 2003), Statistik Austria;
(Umweltbundesamt)
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Lebensstil
• Körperliche Betätigung ab 15 J. in der Freizeit
(nie, ein-, zwei-, drei- bis vier-, fünf- und
mehrmals pro Woche)
→ Anzahl, Häufigkeiten
→ Nach Geschlecht, Alter, SES, Bundesländern
(ev. NUTS 3)
• Mikrozensus Gesundheit 1999, Statistik Austria
Gesundheitsmanagement im Tourismus
Schlussfolgerungen
• "Capacity-Building„
– Erarbeitung und Umsetzung eines systematischen
Berichtswesens
• Datenerhebung, -pflege, -aufbereitung
• Berichterstellung, Kommunikation, Verbreitung
– Stärkung integrierter GBE
– Professionalisierung
– Weiterer Erfahrungsaustausch
• Pilot / Fallstudie

Gesundheitsmanagement im Tourismus - Verwaltung